06.06.2010 - 21:00 Uhr

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Mobiles Wohnen

Text: mercedes-lauenstein - Fotos: Juri Gottschall

Ein eigener Kleinbus zum Reisen und für Festivals ist der Traum einer jeden ordentlichen Jugend. Wir haben sieben Busmenschen befragt, wie sie an ihr Gefährt gekommen sind und wie es sich darin lebt

Kristian und Gesine, beide 26 und Teilzeitbusbewohner. Mit einem Klick auf das Bild startest du die Bildergalerie:
Kristian und Gesine: „Das hier ist unser Sommerfreizeitmobil. Wir haben es vor einigen Jahren vom Wagenburgplatz in Hamburg gekauft. Der Ofen war schon drin, alles andere haben wir komplett neu gemacht. Schränke eingebaut, Bett eingebaut, Sitze eingebaut. Der Ofen ist gewissermaßen das Herzstück des Autos, man kann sogar darauf kochen. Und ob man es glaubt oder nicht: Alles ist vom TÜV kontrolliert und für absolut in Ordnung befunden worden. Was viele Beamte dennoch verwirrt, ist die Tatsache, dass der Wagen von der Anschnallpflicht befreit wurde. Es gab nie Anschnaller und es wird nie welche geben. Man kann sich denken, dass wir immer wieder mit Beamten diskutieren müssen - schließlich sieht die Kiste verdächtig nach hippieskem Drogenmobil aus. Wir werden also laufend zur Kontrolle aus dem Verkehr gezogen. Weil das hier aber als Wohnwagen gilt, dürfen die Polizisten nur mit einem ausdrücklichen Durchsuchungsbefehl eintreten. Bis sie das und die Anschnallsache per Funk bestätigt bekommen haben, vergeht immer sehr viel Zeit. Das ist nervig, aber okay. Im letzten Jahr haben wir eine Kroatienreise gemacht und ganze zwei Wochen in dem Auto gewohnt. Das hat super geklappt und war voller Komfort, ob man es glaubt oder nicht. Mit zwei LKW-Batterien an Bord, die sich gegenseitig synchronisieren, muss man nicht einmal Strom sparen. Deshalb haben wir auch eine Stehlampe hier drin und können jeglichen SchnickSchnack anschließen. Blöd ist nur, dass unser mobiles Heim so teuer ist. 300 Euro Steuern im Jahr kostet uns der Bus, dabei ist er schon vierzig Jahre alt. Aber wir haben ihn zu gern, um ihn deshalb aufzugeben.“
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