Ein Herz und eine Kehle
2008 hat Robyn noch Madonna auf ihrer Tour begleitet. In diesem Jahr scheint die Schwedin jedoch ernsthaft Lust auf ein eigenes Pop-Königreich zu haben. „Body Talk Pt. 1“ lautet der Titel ihres neuen Albums, das ganz locker als erstes musikalisches Highlight des Jahres durchgeht. Trotzdem will Robyn 2010 noch für zwei weitere sorgen.

Robyn 'Dancing On My Own' (Official Video) Tanzen verbindet man in der Regel mit guter Laune. Im Lied „Dancing On My Own“ stellst du diesem Spaß-Element jedoch das Gefühl von Liebeskummer entgegen. Der Club ist kein Ort, den man nur dann besucht, wenn es einem gut geht. Auch Trauer, Frust, Wut oder Zorn finden dort statt, und das hat mich sowohl textlich als auch musikalisch stark inspiriert. Sämtliche Extreme sind möglich, und diese Unberechenbarkeit übt für viele Menschen eine ungemeine Faszination aus – mich eingeschlossen. Der Club ist ein eigener kleiner Mikrokosmos. Du planst, dieses Jahr gleich drei Platten zu veröffentlichen, von der jede einzelne jedoch weniger als zehn Stücke beinhaltet. Ist das die Konsequenz aus dem Umstand, dass die Leute sich kaum noch ganze Alben anhören, sondern bloß noch einzelne Songs herunterladen? Ja, genau. Ich glaube, es ist nicht mehr nötig, sich an die klassische Art und Weise der Plattenveröffentlichung anzupassen, nur weil es bestehende Strukturen gibt, die von den Major-Plattenfirmen weiterhin am Laufen gehalten werden. Die großen Labels haben für jedes Problem denselben einstudierten Lösungsansatz parat, und das kann es nicht sein. Gerade heute, wo Künstler durch das Internet einen direkten Kontakt zu ihren Fans haben und es kaum noch regulierende Filter gibt, kann man sehr viel individueller auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen. Steckt denn ein übergreifendes Konzept hinter der Album-Trilogie? Nein. Ich wollte lediglich einen Weg finden, der meiner kreativen Arbeitsweise entspricht. Das ist ein Experiment. Es geht mir vor allem darum, die Strukturen zu verändern, in denen ich arbeite, so dass ich mehrere Dinge gleichzeitig tun kann. Es hat mich in den letzten Jahren frustriert, während der Promotion und Tour zur letzten Platte nicht ins Studio gehen zu können. In Deutschland gibt es eine anhaltende Diskussion über das Tragen von Burkas. Auf dem Way Out West-Festival haben du und Lykke Li auf der Bühne Burkas getragen, während ihr den John-Deacon-Klassiker „I Want To Break Free“ gesungen habt. Gegen Ende des Liedes habt ihr euch der Burkas entledigt und darunter Hot Pants und Catsuits getragen. Was war die Idee dahinter? Um ehrlich zu sein: Wir fanden einfach, dass es gut aussieht. Burkas sind auf eine spezielle Weise wunderschöne Kleidungsstücke. Natürlich hat es auch zu dem Stück gepasst, aber ich maße mir nicht an, zu entscheiden, was andere Leute tragen sollen. Die Aktion war nicht als politisches Statement inszeniert. „Body Talk Pt. 1“ von Robyn erscheint am 18. Juni auf Konichiwa / Edel.
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- auch wenn 3/4 der leute ihren stock nich ausm arsch bekommen haben...








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06.06.2010 - 22:36 Uhr
schokoprinzessin