07.05.2010 - 18:30 Uhr

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Letzter Ausweg Schwangerschaft: die Hausfrauen-Jungsfrage

Text: stefan-winter

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen. Heute: Kinder kriegen als Karriereoption

Die Jungsfrage:
Wisst ihr, was schlimmer ist, als Jungs, die gerade Vater geworden sind? Jungs, die darüber ein Buch schreiben wollen. Woher ich das weiß? Der Bekanntenkreis meines großen Bruders ist voll davon. Denn Buchverlage reißen sich gerade um eloquente junge Männer, die ihre Vaterrolle annehmen und wortgewandt beschreiben können. Und da Buch schreiben (gerade für Jungs, die an Fortpflanzung denken) ein großes Ding zu sein scheint, fallen auch eher kluge Bekannte meines Bruders darauf rein. Warum das so ist, ist leicht erklärt: Die Buch-Lektoren handeln ja nicht nach eigener Meinung oder gar Gefallen. Sie machen nur das, was sie für gut verkaufbar halten. Und derzeit gehen halt moderne Väter gut. Denn nichts gefällt unserer von-der-Leyen-geschulten Gesellschaft besser als moderne Väter. Für Jungs wie meinen großen Bruder und seine Kumpels ist das großartig. Selbst wenn sie nur einmal in der Woche eine verkackte Windel wechseln, stolzieren sie wie Helden durch die Kindercafes ihres Viertel. Denn sie sind die Goldmedaillen unserer Gesellschaft: moderne Väter. Deren Image ist so glänzend, dass sogar antriebslose Schluffis wie ich davon profitieren. Als ich unlängst an einem Onkel-Geburtstag in ein Zukunftsgespräch mit ein paar Tanten und Verwandten geriet, wählte ich den Ausweg „moderner Vater light“ um den bösen Fragen zu entkommen. Ich deutete an, dass ich ja, wenn gar nichts geht mit meinem Germanistik-Studium, durchaus auch einfach als Hausmann daheim bleiben könnte. Zwar planen meine Freundin (sie war nicht dabei) und ich derzeit vor allem Sommerfestivals und sicher keine Kinder, aber das spielt für diese Variante des angetäuschten Vaters gar keine Rolle. Die Tanten und Verwandten bejubelten mich nämlich wie ich im Sommer die Festivalbands: ohne weitere Nachfragen. Als ich später ein paar Freunden beim abendlichen Zuprosten davon erzählte, waren wir uns schnell einig: der dümmste Ausweg wäre das ja auch gar nicht. Vater sein, sich ums Kind kümmern, den Arbeitsstress wegschieben. Das Tolle dabei: Wir fühlten uns in unserer Phantasie keineswegs eingeschränkt, denn wir wären ja moderne Väter. Und jetzt meine etwas ausführlich eingeleitete Frage: Geht es euch da ähnlich? Könnt ihr euch das Kinderkriegen auch als Ausweg vorstellen? Denkt ihr manchmal, dass diese ewigen Praktika doch eh zu nichts führen und man besser, daheim beim Kind sein könnte? Und wie gesagt: Ich frage nur für mich, nicht weil ich ein Buch drüber schreiben will. Auf der nächsten Seite kannst du die Mädchen-Antwort lesen.
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