04.05.2010 - 18:30 Uhr

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Das Facebook-Dilemma im Tagesticker

Text: stefan-winter

Bei Wikipedia lernen wir über den Begriff Dilemma, dass dieser aus dem Griechischen (sic!) stammt und eine Situation beschreibt, "die zwei Wahlmöglichkeiten bietet, welche beide zu einem unerwünschten Resultat führen". Besser kann man nicht zusammenfassen, was mich mit Facebook verbindet: eine Hass-Liebe. Einerseits habe ich enorme Zweifel, ob man dort so mit meinen Daten umgeht, wie ich es mir wünsche. Andererseits sind alle meine Freunde da und nicht registriert zu sein kommt für sie ebenso wenig in Frage wie für mich. Was also tun?
Die meisten, die ich kenne, lösen das Problem durch Nicht-Beachtung. Sie sind auf Facebook registriert und denken nicht weiter drüber nach. Wenn aber dann das Gespräch auf einer Party drauf kommt, flüchten sie sich erst in ein "einerseits-andererseits" und dann zum Bierholen. Es gibt scheinbar keinen Ausweg aus dieser Situation. Oder? Wie gehts du mit dem Facebook-Dilemma um? Hast du Vertrauen in soziale Netzwerke? Kann man es sich erlauben, dort nicht registriert zu sein? Der jetzt.de-Tagesticker heute zum frühen Zeitpunkt. Die besten Beiträge werden wir am kommenden Montag im Rahmen eines Schwerpunkts über Facebook auf der jetzt.de-Zeitungsseite drucken.


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alces
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Mag ich Mag ich nicht

4

04.05.2010 - 18:33 Uhr
alces

Ich werde jedenfalls in der kommenden Woche am Montagmorgen statt wie gewohnt am Sonntagabend den Zug besteigen. Denn es interessiert mich, mit welchem Ausmaß und welcher Art Perfidie die "besten" Beiträge ausgewählt werden. Deswegen für die SZ tatsächlich Geld auszugeben ginge allerdings entschieden zu weit.

zehnterjuni
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Mag ich Mag ich nicht

3

04.05.2010 - 18:35 Uhr
zehnterjuni

ich sehe für mich persönlich kein problem.

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

8

04.05.2010 - 18:38 Uhr
eisengrau

Es geht sogar erstaunlich gut, sogar, wenn man ein blühendes Sozialleben hat. Natürlich empfiehlt es sich, jemanden zu kennen, der einem die wichtigsten Entwicklungen von dort berichtet. Aber meistens werden dort ja nur youtube-Links ausgetauscht oder belangslose Meldungen, soweit ich das von außen beurteilen kann.

Man hat halt immer irgendeinen Ansprechpartner online, den man mal schnell nach was fragen kann, Orte, Namen, Telefonnummern. Aber so oft wird das wohl auch nicht genutzt. Das meiste ist wohl "Freue mich auf den tatort" oder sowas. Um das in Erfahrung zu bringen, brauch ich kein facebook.

rune
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Mag ich Mag ich nicht

7

04.05.2010 - 18:53 Uhr
rune

"Andererseits sind alle meine Freunde da."

Nein. Sind sie nicht.

rose
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Mag ich Mag ich nicht

3

04.05.2010 - 18:56 Uhr
rose

Facebook. Das gemeine Ding. Und alle sind da. Ich habe mich, trotz zahlreicher anderer Profile (Xing, Myspace) und Blogs außerhalb von jetzt.de lange von Facebook ferngehalten. Tja und dann kam ich dazu, wie die Mutter zum Kinde. Es war einfach da. Obwohl es total blöde ist und ich die Art und Weise wie dieser King of World, Zuckerman, mit Daten umgeht auch nicht ganz koscher finde, bin ich also da. Und ich habe dank diesem doofen Facebook eine Menge alter Freunde (beste Jugendfreunde, verloren in die Schweiz und wiedergefunden über eben jenes Soziale Netzwerk) wieder im "Regelmäßigen Konakt". Es klingt bescheuert, aber es ist so. Mit manch einem chatte ich da mehr, als wir "vor Facebook" mal telefoniert haben. Andererseits hat Facebook eine andere fiese Seite: Man bekommt ALLES mit. Jeder, mit dem man da befreundet ist, gibt alles von sich. Das kann lustig sein, wenn uralte Freunde morgens um acht total besoffen was posten oder halt nervig. Ich bin sicher auch mit meinen Postings nervig. Aber ich habe auch "nur" 188 Freunde und ich kenne alle davon. Es sind Menschen aus meinen verschiedensten Lebensphasen. Sogar aktuelle und ganz alte jetztler, die jetzt nicht mehr hier sind, sind darunter. Aber die sehe ich in Echt immer noch öfter, als man glauben mag. Facebook ist also Fluch und Segen. Und da ich mir die Mühe gemacht habe, meine Daten dort einigermaßen okayisch einzugeben (nicht mein ganzer Name, Adresse haben die eh' nicht, Heimatstadt gebe ich nicht an etc.) und meine Seite gegen "Fremde" gesichtert habe, geht es. Es war zwar frickelarbeit und fies gemacht von Zuckermann und Konsorten, das man das alles so umstellt, aber dann kann man mit dem Übel Facebook seltsam gut Kontakt halten. Ekelig wird Facebook dann, wenn gute Freunde sterben und man erfährt es über das Internet. Über Facebook. Dann ist man kurz an einem Punkt, denkt an Palo Alto, Microserfs von Douglas Coupland und fragt sich: Mei, ist des jetzt die Sache mit Orwell? Es ist einfach das Jahr 2010 und irgendwie ist Facebook gerade das Ding. Als alte web 2.0 Schlunze kann ich mich dem nicht verwehren. Und vielleicht ist es besser dabei zu sein und die Tücke des Sozialen Netzwerkes zu kennen, als es nur zu verteufeln. Wenn man es kennt, kann man besser damit umgehen. Denn: Wer Sauffotos auf sein öffentliches Profil lädt, ist selber Schuld wenn der Chef es findet. Es ist das eine, ob man offen im Web 2.0 Texte schreibt und ruhig gefunden werden darf oder ob man jemand ist, der halt nicht nackt am Strand im Sangriaeimer abgelichtet vom Chef gefunden werden sollte. Kommt immer auf den Job an. Kommt imemr auf den Umgang mit dem Internet an. Jeder stellt das von sich, über sich, selber darein. Es ist immer nur eine Frage, wer es wann findet. Wer sich Mühe gibt, findet alles irgendwo, irgendwann. Und so lange die nur Werbedaten mit meinen schlunzigen Web 2.0 Spuren generieren: Sollen sie mal, find ich ' ne interessante Sache. Was soll ich sagen: Ich arbeit für eine Softwarefirma, da sind solche Sachen nicht uninteressant. So what? Es ist ein zweischneidiges Schwert. Das Internet, die Öffentlichkeit und persönliche Daten. Aber dennoch habe ich mein bestes Publikum immer im Internet gefunden und ich würde alles nochmal ganz genau so machen. Meine Geschichten auf jetzt.de erzählen, mich bei Facebook anmelden. Mich nicht verstecken.

alces
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Mag ich Mag ich nicht

2

04.05.2010 - 18:57 Uhr
alces

rune sagte:
"Andererseits sind alle meine Freunde da."

Nein. Sind sie nicht.


"Ich habe gar keine Freunde."

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

2

04.05.2010 - 18:57 Uhr
JoergAuch

Für mich ist da kein Dilemma. Neulich bekam ich von einer offensichtlich neuen Facebookerin, die ich von früher kenne, eine Einladung zu Facebook. In dieser Einladung war eine ellenlange Liste von Personen, die ich bei Facebook kenne. Das hat mir gereicht. Mit einer Firma die schon jetzt soviel über mich weiß, will ich wirklich nichts zu tun haben. Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht ein, was ich bei Facebook soll. Mein Tag ist so schon ausgefüllt genug, meine Freunde kenne ich alle persönlich und halte über Telefon und Email Kontakt, und wer gerade warum mit wem liiert und wo in Urlaub ist, muss ich nicht wissen, vor allem nicht von Leuten, die ich ohnehin nur flüchtig kenne.

Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob Facebook dauerhaft bestehen bleibt oder auch nur eine dieser Internetraketen ist, die nach einer Weile verglühen.

kasi
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Mag ich Mag ich nicht

8

04.05.2010 - 19:09 Uhr
kasi

schaltet die kommentare ab, @rose hat gesprochen

DarkStar77
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Mag ich Mag ich nicht

2

04.05.2010 - 19:27 Uhr
DarkStar77

Ich habe gar keinen Ferseh... äh... Facebook.

Geht gut ohne, da sich mein Sozialleben (noch?) außerhalb des Internets abspielt.
Als ich auf Jobsuche war, habe ich mich bei Xing angemeldet gehabt, aber das Profil dort mittlerweile auch gelöscht, denn ich habe die Plattform ganz einfach nicht genutzt.

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

3

04.05.2010 - 19:37 Uhr
eisengrau

JoergAuch sagte:

Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob Facebook dauerhaft bestehen bleibt oder auch nur eine dieser Internetraketen ist, die nach einer Weile verglühen.


So schnell können die gar nicht gucken, wie die von angesagt auf meistgeschmäht abstürzen werden. Seit Einführung des Internet werden die Intervalle zwischen Hype und in-die-Tonne-treten immer kürzer. Das Blöde ist nur: es kommt vermutlich nichts Besseres nach.

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