Rap Rendezvous. Wir hören neue Platten, gemeinsam mit Xavier Naidoo
jetzt.de plaudert jeden Monat mit einem Vertreter aus dem großen weiten HipHop-Kosmos über aktuelle Rap-Veröffentlichungen. Heute mit Xavier Naidoo über die Neuerscheinungen von Kool Savas, Prinz Pi, Dendemann, Cypress Hill und Kidz In The Hall.
Cypress Hill - "Rise Up"

Kidz In The Hall - "Jukebox"
Kidz In The Hall | MySpace Musikvideos Einige alte Fans von Kidz In The Hall finden die neue Platte zu mainstreamig. Siehst du das ähnlich? Denkst du auch in solchen Kategorien wie Mainstream und Underground oder sind das für dich keine Parameter? Man ertappt sich natürlich immer wieder dabei, irgendwelche Schubladen aufzumachen. Der Mensch ist einfach so. Das Hirn vergleicht und überlegt, wo man etwas ähnliches schon mal gesehen oder gehört hat. So sind wir konditioniert und das kann man nicht ausschalten. Aber ich freue mich über schön gesungene Hooks und ausproduzierte Songs. Ich kann mir alles gut anhören und bin jemand, der Wu-Tang genauso schätzt wie eine Dr. Dre-Produktion. Ob Underground oder Mainstream ist mir daher erst einmal vollkommen egal. Kidz In The Hall haben sich von Anfang an offensiv als sogenannte Studentenrapper positioniert – ein Begriff, der hierzulande von vielen Protagonisten vor allem als Schimpfwort verwendet wird. Wie stehst du dazu? Bräuchte es in Deutschland auch (wieder) mehr Studentenrapper? Das ist schon wieder so eine Schublade. Wir bräuchten einfach wieder mehr Wortgewalt. Man muss sich nur mal vorstellen, wie es wäre, wenn sich jemand wie Savas mal für politischen Themen öffnen würde. Was wäre denn dann bitte los?! Der Typ ist ja schließlich auch scheißintelligent und belesen, trotzdem wäre er dann natürlich kein Studentenrapper. Wenn es für HipHop eine Zulassung gäbe, dann müssten die Rapper in meinen Augen allesamt mindestens ein Semester Politik studieren. Ich finde, die müssen davon erzählen können. In meinen Augen ist das deren verdammte Pflicht. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Xavier Naidoos Alltime-Album-Top-Five: Eric B. & Rakim - "Paid In Full" Rakim war der erste flowende MC. Da hat mich damals regelrechte eine Faust getroffen. Auch die Samples von Leuten wie Ofra Haza waren super. Das ganze Paket war einfach faszinierend. Massive Attack - "Blue Lines" Die Platte hat für mich eine neue Ära begründet. Das war das erste Album, wo ich gedacht habe: Das ist meine Seelenmusik. Prince - "Love Symbol Album" Vom Songwriting, von seiner Virtuosität, von seinem ganzen Auftreten – so einen Musiker muss man lange suchen. Sade - "Love Deluxe" „Diamond Life“ habe ich noch gehasst, da hat Sade noch nicht gut genug gesungen. Aber mit diesem Album war sie plötzlich Meisterin ihres Fachs. Van Morrison - "No Guru, No Method, No Teacher" Der Typ ist Soul pur, auch wenn er weiß ist. Da fängt wahrscheinlich auch mein irisches Viertel an zu vibrieren. Ich habe ihn erst sehr spät für mich entdeckt, so um ’95 herum. Aber seitdem bin ich einer seiner größten Fans. Er schreibt sehr mystisch, aber auch sehr kritisch und offen über Glauben und Gott. Sein Songwriting ist fantastisch. Van Morrison ist für mich einer der größten Songschreiber der Welt.
- Rap Rendezvous: Wir hören neue Platten mit Tobi 12.04.2012
- Rap Rendezvous. Wir hören neue Platten mit den Orsons 01.03.2012
- Rap Rendezvous Spezial: Was war und was kommt im Hiphop? 29.12.2011
- Rap-Rendezvous: Wir hören neue Platten mit Spax 22.12.2011
- Rap Rendezvous. Wir hören neue Platten mit Thomas D 26.09.2011
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!






