15.04.2010 - 18:30 Uhr

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Schnell ein Arzt! Ich habe Touchmanie

Text: peter-wagner - mit Christina Waechter und Max Scharnigg; Illustration: Katharina Bitzl

Die Welt wird immer moderner und das Kranksein auch. Die Redaktion stellt fünf Krankheitsbilder vor, die bislang unbeschrieben geblieben sind. Von der „Early Adopter Fatigue“ bis zum „Google-Alzheimer“.

Name Touchmanie
Symptome Der Patient tippt mit seinem Zeigefinder auf alle Bildschirme, die sich ihm bieten. Es geschieht beim Geldabheben, im Angesicht veralteter Erklär-Bildschirme in Technikmuseen oder während Langstreckenflügen beim Schauen von Filmen. Dem Touch auf den Bildschirm folgt dabei stets eine enttäuschte Reaktion. Die Enttäuschung über die rückständige Technik hält sieben Sekunden an. Pathogenese Sogenannte Smartphones mit berührungssensiblen Bildschirmoberflächen ändern den Zugang zu Technik. Der Finger wird zum Handwerkszeug und das Touchen zur Kulturtechnik. So sieht es das Feuilleton. Die Realität schert sich einen Dreck um diese Errungenschaft und bleibt unberührt. Der Smartphone-Toucher wird krank. Typischer Satz des Patienten „Ach so, da muss man noch so Buttons drücken.“ Reaktion der Umwelt „Fass mich nicht an!“ Mögliche Behandlungsmethoden Einwöchige Tastenkur mit Schreibmaschine und rituellem Tippen an die Stirn.
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peter-wagner

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


München