Die beste Brille der Welt
Schon klar: Hornbrillen machen niemanden schöner. Unsere Autorin erklärt, warum die Hornbrille trotzdem die beste Brillenfassung der Welt ist.
Es gibt da diesen Werbeclip aus dem Jahr 2000: Eine Osterglocke kämpft sich durch das Erdreich nach oben, öffnet ihre gelben Blütenblätter, erblickt auf der Parkbank neben sich ein Mädchen mit einer überdimensional großen Hornbrille. Und muss kotzen. Das Lustige ist: der Slogan „Hässliche Brille? Die Frühjahrskollektion ist da!“ offenbart ihre wahre Ironie erst heute. Schließlich sieht die Frühjahrskollektion im Jahre 2010 ziemlich exakt so aus wie das hässliche Brillengestell aus dem Clip. Und das damals so unmodischen Mauer-blümchen auf der Parkbank würde heute problemlos die Cover sämtlicher Style-Magazine zieren können. Alle tragen sie große Hornbrillen: Ghetto-Rapper, Hollywood-Stars, Jugendwelle-Moderatoren, Friseusen, Barkeeper, H&M-Kunden. Es sind so viele, dass es langsam wieder weniger werden. Das ist gut so. Denn die Nerdbrille als Anbetungsobjekt der Hipster verdeckt in ihrer hemmungslosen Geltungssucht den wahren Star der Bewegung: die schlichte Hornbrille. Die beste Brille der Welt.
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1. Mode ist nicht zwangsläufig schön.
2. Auch Opfer von Entführungen entwickeln manchmal Sympathie für ihre Entführer. Geht Modeopfern offenbar genauso.
als ob man sich für seine sehschwäche rechtfertigen müsste und die brille irgendetwas negatives darstellen würde.
ich glaube, wir haben es hier einfach mit einem traumapatienten zu tun.
herzfein sagte: ich glaube, wir haben es hier einfach mit einem traumapatienten zu tun.
Das glaube ich allerdings auch.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei...
*, trotz der folgenden Anmerkungen. Du hast auf jeden Fall einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, Anna. Auf mich wirkt er schon deshalb gut, weil er sich authentisch liest, weil er viel durchschimmern läßt, das jedeR BrillenträgerIn nachempfinden kann.
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Die Illustration treibt das negative Ansehen der Brille auf die Spitze. Heute wissen ja nicht mehr viele, dass in den 60ern die beiden Punkte vorn auf dem Gestell signalisierten: Ich bin ein Kassengestell.
Alle Gestelle mit Zuzahlung hatten das nicht. Was ich in unserer Klasse immer stets als extrem frustrierend und diskriminierend empfunden habe.
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Ich hoffe, "Horn", das Material, steht nur metaphorisch für die Art Kunststoffbrille (meist aus einem Zelluloseacetat), die sich die ehedem aus echtem Horn (oder Schildpatt) gefertigten Fassungen zum Vorbild nimmt. (Tierschutz)
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Es gibt tatsächlich Gesichter-Geometrien, die für die meisten Fassungen nicht vorteilhaft sind. Leider sind die wenigsten Optiker in dieser Hinsicht geschult bzw. können ihr Wissen in eine diesbezügliche Beratung umsetzen.
Ich habe das früher für Besucher exemplarisch vorgeführt: ich gehe in ein Brillengeschäft, behaupte, dass es kein passendes Gestell für mich gebe, was die Optiker - natürlich - bestritten, die dann grandios scheiterten. Drei von vier gaben wirklich zu, ich hätte recht.
Gleichwohl gibt es auch für ausgefallene Gesichtsgeometrien (solchen, die von der üblichen Normform stark abweichen, etwa zu weit oder sehr eng stehende Augen, ein im Verhältnis zum Kopf zu kleines Gesicht etc.) passende Gestelle.
Man muss aber möglicherweise unkonventionell vorgehen. Ich habe meine Brillen bspw. entweder auf dem Flohmarkt (die Niederlande sind da eine Fundgrube für alte Nickelbrillen gewesen) gekauft als wirklich alte und deshalb eine andere Form habende Modelle, oder greife auf Kinderbrillen zurück.
Die letzten meiner Nasenfahrräder sind sog. unverkäufliche Muster, die nur zu Demonstrationszwecken für die verschiedenen Gläser angefertigt werden, die ich aber immer wieder dem Optiker als individuelle Fassung für mich abschwatze (Button "über" auf meiner website "www.komma618" setzt das Beispiel).
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Nicht die Position für oder gegen modische Trends bzw. die Einstellungen, die damit behauptet werden sollen, sind im besten Fall der Maßstab für die Wahl einer Brillenfassung, sondern die Unterstreichung der eigenen Persönlichkeit. Das gibt dann eine andere Sicherheit.
6
Es gibt übrigens viele Augenübungen, mit denen sich die Abhängigkeit von den Sehhilfen korrigieren lässt, nachzulesen etwa in: " Das Augenübungsbuch" von Lisette Scholl und John Selby.
2differ sagte:
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Ich hoffe, "Horn", das Material, steht nur metaphorisch für die Art Kunststoffbrille (meist aus einem Zelluloseacetat), die sich die ehedem aus echtem Horn (oder Schildpatt) gefertigten Fassungen zum Vorbild nimmt. (Tierschutz)
.
cellulosenitrat.
aber joergauch kann den unterschied oder die optionen besser erklären, denke ich. mit chemie habe ich mich im studium immer schwer getan.
maid sagte:
"Die Hornbrille ist das logische Resultat der Erkenntnis, dass Brillen einfach nie gut aussehen."
so ein schwachsinn. man kann von hornbrillen halten was man will, aber der satz ist echter mist.
Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin in meine schwarzgerahmte Brille so sehr verliebt, dass mir davor graut, sie ersetzen zu müssen, wenn das Plastik eines Tages mürbe wird.
cellulosenitrat - celluloid = kunsthorn - auch auch kaseinkunststoffen hergestellt. die cellulosevarianten sind chemisch viel zu instabil, als dass sie heute wirklich noch verwendet werden. falls du deine brille nicht bei manufactum gekauft hast, wird sie aus einem acryl sein.
diedrossel sagte:
2differ sagte:
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Ich hoffe, "Horn", das Material, steht nur metaphorisch für die Art Kunststoffbrille (meist aus einem Zelluloseacetat), die sich die ehedem aus echtem Horn (oder Schildpatt) gefertigten Fassungen zum Vorbild nimmt. (Tierschutz)
.
cellulosenitrat.
Heute doch eher Celluloseacetat. Die Cellulosenitrate sind sind ziemlich brennbar bis explosiv und empfindlich gegen Hitze (----> Schießbaumwolle).
JoergAuch sagte:
diedrossel sagte:
2differ sagte:
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Ich hoffe, "Horn", das Material, steht nur metaphorisch für die Art Kunststoffbrille (meist aus einem Zelluloseacetat), die sich die ehedem aus echtem Horn (oder Schildpatt) gefertigten Fassungen zum Vorbild nimmt. (Tierschutz)
.
cellulosenitrat.
Heute doch eher Celluloseacetat. Die Cellulosenitrate sind sind ziemlich brennbar bis explosiv und empfindlich gegen Hitze (----> Schießbaumwolle).
nananana, nicht nur. wobei es wohl zu explosionen von billiardkugeln kam, wenn ich meinen brydson richtig erinnere.
02.04.2010 - 19:40 Uhr
diedrossel
Warum?
1. Man kann den Dreck vom Brillenglas über den Rand hinaus wegwischen (bei Hornbrillen stößt dieser gerne an die Brillenfassung weil das Glas oft dünner ist als der Rand, bei Metallbrillenfassungen ist es meist andersherum).
2. Man kann Metallbrillen leichter "richten" bzw. zurechtbiegen wenn sie verbogen sind
3. Man kann bei Metallbrillen die Pads (dieses Plastikdingens welches für Kontakt mit der Nase sorgt) problemlos austauschen sollte es unansehnlich geworden sein
4. gleiches gilt für den Bügel der über die Ohren geht
5. Man kann Metallbrillen löten falls der Rahmen durch Gewalteinwirkung (draufsetzen) gebrochen ist.
All das geht mit Hornbrillen nicht.
Jetzt aber zur wirklich wichtigen Frage: Die Gläser aus Kunststoff oder Glas?
02.04.2010 - 19:44 Uhr
soylentyellow
"5. Man kann Metallbrillen löten falls der Rahmen durch Gewalteinwirkung (draufsetzen) gebrochen ist."
Das stimmt so nicht, man kann Brillen aus Celluloseacetat kitten sofern das Material noch nicht zu bröselig ist, und Metallfassungen kann man auch nur begrenzt löten, ebenfalls eine Frage des Alters.
soylentyellow sagte: Jetzt aber zur wirklich wichtigen Frage: Die Gläser aus Kunststoff oder Glas?
Kommt drauf an, wie sehr sich die Sehstärke noch ändert und wie stark sie ist. Ich komme mit Plastik gut zurecht.
Bei mir ist es eindeutig letzteres weil ohne Brille sehe ich - nichts. Also gehört das Brille anziehen morgens genauso dazu wie das T-Shirt und die Hose - ohne diese tut man ja auch keinen Schritt aus dem Haus.
---
Was ich immer sehr irritierend finde ist Brillenwerbung von Optikern deren Gläser keine Stärke haben. Besonders Kettenoptiker werben gerne mit Bildern von Models die Brillen tragen die keine Verzerrung nach sich ziehen. Sehr irritierend, weil wieso würde ich mir eine Brille kaufen wenn diese die Lichtstrahlen NICHT ablenkt? Das wäre ja wie Computer ohne Chip...tolles Design, aber ohne Rechenleistung...
diedrossel sagte:
cellulosenitratlacke gibt es auch heute noch. zumindest in mischungen. aber total off-topic. scusi.
Für Spezialanwendungen ist das Zeug wohl noch im Umlauf, auch Billardkugeln und Tischtennisbälle und natürlich Filme wurden früher daraus gefertigt, aber es ist in den letzten Jahrzehnten ziemlich aus der Mode gekommen. Es gibt ja fast überall bessere Alternativen.
Woraus Brillengestelle aktuell sind, weiß ich übrigens auch nicht so genau, da gibt es sicher verschiedene Werkstoffe.
Kunststoff zerkratzt schneller als Glas, ist dafür aber wesentlich robuster und leichter.
Glasgläser sind bei hoher Weitsichtigkeit zu empfehlen, da diese einfach dünner sind als Kunststoffgläser, dafür aber auch schwerer. Und Glas ist gefährlicher, wenn das mal zerspringt vor dem Auge...
Aporia sagte:
soylentyellow sagte: Jetzt aber zur wirklich wichtigen Frage: Die Gläser aus Kunststoff oder Glas?
Kommt drauf an, wie sehr sich die Sehstärke noch ändert
Ist Plastik etwa billiger?
vitilevu sagte:
Ich mag mich inzwischen ohne Brille gar nicht mehr sehen.
Ich *kann* mich ohne Brille nicht sehen.
Interessant dazu: Als es an der Zeit für eine neue Brille war konnte ich mich nicht entscheiden welches Modell denn am Besten aussähe. Also habe ich Fotos von mir den diversen Brillenmodellen gemacht und dann Freunde um Hilfe gefragt. Jeder hatte einen anderen Favorit, bis auf eine die keiner mochte (die sah aber auch wirklich schrecklich aus). Da war ich also nachher genauso schlau wie vorher.
Dann ging die (brandneue) Brille (nur das Gestell) kaputt und ich brauchte kurzfristig eine Ersatzbrille. Die Gläser waren noch heile und der Optiker fand zum Glück ein Gestell in das die Gläser passten. Eine Frauenbrille in türkis. Grauenhaft - aber was will man machen wenn man nicht blind das Wochenende verbringen möchte...hat aber keiner gemerkt - niemand hat mich darauf angesprochen (vielleicht waren sie auch nur zu höflich?).
Vielleicht wird eine Brille doch überschätzt?
vitilevu sagte:
"5. Man kann Metallbrillen löten falls der Rahmen durch Gewalteinwirkung (draufsetzen) gebrochen ist."
Das stimmt so nicht, man kann Brillen aus Celluloseacetat kitten sofern das Material noch nicht zu bröselig ist, und Metallfassungen kann man auch nur begrenzt löten, ebenfalls eine Frage des Alters.
Da bin ich ja beruhigt, denn meine alte Metallbrille musste einmal gelötet werden und da war ich echt froh drum. Dass das mit meiner neuen Hornbrille aus Acetat auch geht wusste ich nicht.
Meine Meinung dazu: nein. Hornbrillen sind nicht die besten Brillen der Welt. Sie sind vielleicht die besten Brillen der Welt für denjenigen, dem sie richtig gut stehen.
anna-kistner gehört definitiv nicht zu dieser Gruppe von Menschen. Nein, ich bin kein Modeopfer - oder was sollte der Text ausdrücken? Ähm...ich fürchte, ich seh's anders. Sorry.
Ich will kein Trendsetter sein, der die These von der Hornbrille als weltbeste aller möglichen Brillenfassungen mit der Tatsache begründet, dass er sie selber trägt.
ah ja,und deshalb liest man hier öfters texte von dir die nur über diese brille handeln.
zwetens: friseuse sagt man seit 1989 nicht mehr.
drittens: gibt es sehr wohl menschen die mit brille sehr gut aussehen. (allerdings kenne ich keinen der das mit dieser hornbrille tut..ok)
ich trage meine brille sehr gerne und ohne fühle ich mich nackt.
neuerdings tragen ja auch herren ab 40+ gerne hornbrillen,zumindestens hier in Wi. ob das auch zu midlife crisis gehört?
leute, die mit brille gut aussehen, sehen ohne brille meist noch besser aus...
Warum ist das eigentlich eine simple Schlitzschraube und keine Kreuzschlitzschraube?
Warum gibt es für viele Sonnenbrillenmodelle (man denke an sowas wie Oakley) eigentlich keine bzw. kaum ordentliche Brillenschachteln?
Weil so eine Sonnenbrille trägt man ja nur in der Sonne und nachts oder wenn die Sonne nicht mehr brennt muss die Brille ja irgendwo hin ohne zerquetscht zu werden oder zu zerkratzen - aber für meine Sonnenbrille habe ich auch sehr sehr lange suchen müssen bis ich irgendwann eine Ersatzschachtel gefunden habe weil die Originalschachtel ("ich kaufe sie nur wenn es auch eine Schachtel gibt" - woraufhin der Laden auf den Kopf gestellt wurde um eine zu finden) dem Druck im Rucksack irgendwann nicht mehr stand gehalten hat...
02.04.2010 - 20:19 Uhr
soylentyellow
littlejohn sagte:
ich bin auf brille angewiesen (immer schon) und wünschte ich wärs nicht, kann daher auch leute nicht wirklich ernst nehmen die sich wünschen eine brille zu brauchen...-
leute, die mit brille gut aussehen, sehen ohne brille meist noch besser aus...
Keine Brille beschlägt auch nicht. Keine Brille wird im Regen nicht nass. Keine Brille kann nicht verkratzen. Mit keiner Brille sieht man auch seine Freunde im Schwimmbad wieder.
02.04.2010 - 20:19 Uhr
diedrossel
02.04.2010 - 20:20 Uhr
diedrossel
soylentyellow sagte:
littlejohn sagte:
ich bin auf brille angewiesen (immer schon) und wünschte ich wärs nicht, kann daher auch leute nicht wirklich ernst nehmen die sich wünschen eine brille zu brauchen...-
leute, die mit brille gut aussehen, sehen ohne brille meist noch besser aus...
Keine Brille beschlägt auch nicht. Keine Brille wird im Regen nicht nass. Keine Brille kann nicht verkratzen. Mit keiner Brille sieht man auch seine Freunde im Schwimmbad wieder.
aber man kann als brillenträger auch entspannt in die sauna gehen, ohne sich zu gruseln. :o))
Winterzauber sagte:
hornbrillenträger sind zu 99% schwätzer "ich hab da grad so n projekt" und scheisse. das andere 1% ist lehrer. also noch scheissiger.
herrlich.
horn- und nerdbrillen find ich grauenhaft. ich befürchtete, dass der waynes world style wieder kommt. der entstellt den schönsten mann.
joko, nimm die brille ab!
herrlich, ich habe sehr gelacht.
ich würde nie nie nie eine hornbrille tragen, nehme immer nur solche aus metall. auch wenn ich ohne vielleicht etwas besser aussehe, fühle ich mich damit nicht entstellt.
und, ohne unhöflich sein zu wollen, würde ich auch der authorin zu einem anderen modell raten.
ich pers. habe weniger lächerlich-edle absichten und trage ein brillenmodell, weil es schlichtweg meinem geschmack entspricht: horn, schwarz, dezent, klein. und mal ehrlich: in zeiten von gefakten nerdbrillen ist dies wohl die ehrlichere variante ;)
+ es ist einfach nur ne dumme brille, in die man nicht so viel reininterpretieren sollte und von der die autorin vllt nicht überzeugt genug ist; sonst würde sie sie nicht so thematisieren.
Diese Aussage kann ich kein Bischen nachvollziehen. Wenn eine Brille schon sein muss, dann doch bitte eine Version, mit der man sich wenigstens halbwegs sehen lassen kann und bei der man sich wenigstens nur subjektiv verunstaltet fühlt, ohne es auch objektiv zu sein.
(Unter dem Begriff der Hornbrille fasse ich der Einfachheit halber auch das Plastikimitat)
doofes Thema, um sich wirklich ernsthaft Gedanken darüber zu machen...
ich mag brillen. da sieht man so klug aus. gerade mit nerdbrillen. aber ich würde nie nie nie auf die idee kommen, eine brille aufzusetzen, obwohl ich keine brauche. und das ist das nervide an nerdbrillen, die tragen viele leute einfach so. das ist doch sinnlos
jetzt kann man die dinger bei h&m mit falschen gläsern kaufen. damit sind die hipstertechnisch gesehen ganz hinten angekommen. jeder der als hipster nurn büschen was auf sich hält, trägt die jedenfalls nicht mehr.
ich frage mich, warum die als thema überhaupt noch taugen. die sind doch durcher als durch. und wern problem mit brillen hat, der soll zu linsen greifen.
am besten nerdlinsen, um ganz vorne zu sein.
mich würde eher interessieren, wie das so mit den hörgeräten ist. gleicht ja genau so eine sinnesschwäche aus und ich seh immer mehr leute mit unterschiedlichen modellen. gibts da auch trends usw.?
BrainsenOverkill sagte:
warum denn 3 jahre zu spaet der text?
4! ich sag ja, das kam 2006 mit der alternativen - schwapp - rüber - zu - emo - welle.
ist auch völlig egal und uninteressnt, wer aus welchen gründen welche brille trägt. nur brille tragen ohne brille brauchen geht gar nicht.
(oder so, aber hornbrillen sind einfach hässlich)
Neben dem Fakt, dass es einfach keine Hornbrillen sind. Die wurden schon Anfang der 70ziger Jahre verboten, weil die Feuergefährlich (sehr leicht entflammbar) waren, ist es leider auch falsch, dass es nur 6 Modelle von der Kasse gab.
In meiner Lehre habe ich Tag für Tag 14 verschiedene Kassenmodelle brav ausgepackt, kontrolliert und in die Verkaufsschubladen eingeordnet.
Was an dem Artikel unerträglich ist. Ist die Oberflächlichkeit und auch noch die falsche Recherche.
Sich zuerst auf den modischen Aspekt der Brillen stürzen ist wohl eher das Ergebnis, der verkausorientierten Stragtegien derjenigen, welche mit allen Tricks so viel wie möglich ihre Produkte loserden wollen um den Gewinn zu mehren.
Der tatsächliche Aspekt gut und komfortabel zu sehen geht dabei leider sehr unter.
Zuerst sind Brillen Sehilfen, dann sind Sie modisches Accessouire.
Das ganze Getöse um aussehen ist wie immer die Strategie möglichst viel in stetiger Widerholung zu verkaufen.
Ach ja ich vergass: Die Botschaft der "Hornbrille" ist die immer wiederkehrende Druckstelle dort wo sie nicht sein sollte mit der man
leben muss.
Leider gibt es für intelektuelle Kurzsichtigkeit keine Sehhilfe.
Tja.
OttoKrawuttke sagte:
Also bei so viel geistigem Dünnschiss bleibt für die Autorin nur noch die Klobrille.
na, na, na!
kiwiologe sagte: also ich finde der text klingt nach einer rechtfertigung
Das trifft es.
(Deshalb habe ich mich mit meiner Brille solidarisch geoutet.)
Dass es aber gleich so heftig werden würde, hätte ich nicht gedacht.
Überlege noch, ob diese Heftigkeit nicht wieder ein sehr starkes Argument für die Position von Anna ist.
P.S.: ich habe mal, meine Freundin weilte auf Reisen, mir aus Langeweile eine solche Riesenhornbrille gekauft mit 20 und in etwa die gleichen Reaktionen erlebt, wie sie Anna beschreibt.
Da die Brille ein ganzes Monatssalär kostete, fiel es mir durchaus schwer, wieder auf die Nickelbrille umzusteigen, aber als die Freundin wieder da war, reichten zwei hochgezogene Augenbrauen...
Aber ansonsten ziehe ich dann doch lieber das leichte Modell mit Kupferhalbfassung vor. Man sollte gerade als Naturwissenschaftler nicht unbedingt intelligenter und weltfremder 'rüberkommen als man wirklich ist. In diesem Berufsbereich kann die Hornbrille nämlich sehr schnell zu stigmatisierenden Handicap werden.
2differ sagte:
Ich finde den Text aber auch als Rechtfertigung interessant, auch, weil er sehr konkret ist, und ein mutiges Experiment in diesem Haifischbecken.(Deshalb habe ich mich mit meiner Brille solidarisch geoutet.)Dass es aber gleich so heftig werden würde, hätte ich nicht gedacht. Überlege noch, ob diese Heftigkeit nicht wieder ein sehr starkes Argument für die Position von Anna ist.P.S.: ich habe mal, meine Freundin weilte auf Reisen, mir aus Langeweile eine solche Riesenhornbrille gekauft mit 20 und in etwa die gleichen Reaktionen erlebt, wie sie Anna beschreibt. Da die Brille ein ganzes Monatssalär kostete, fiel es mir durchaus schwer, wieder auf die Nickelbrille umzusteigen, aber als die Freundin wieder da war, reichten zwei hochgezogene Augenbrauen...
der laden hier quillt doch über von zynikern und nörglern.
nichts neues.
gleich persönliche angriffe auf den autor zu starten, halte ich bei diesem text für stark übertrieben.
03.04.2010 - 23:08 Uhr
erbschen
synthie_und_roma sagte:
der erste nerdbrillenträger war nach meiner wahrnehmung erlend oye, der trug die schon auf dem cover seiner dj kicks die 2004 rauskam. damals totale avantgarde. jetzt kann man die dinger bei h&m mit falschen gläsern kaufen. damit sind die hipstertechnisch gesehen ganz hinten angekommen. jeder der als hipster nurn büschen was auf sich hält, trägt die jedenfalls nicht mehr.ich frage mich, warum die als thema überhaupt noch taugen. die sind doch durcher als durch. und wern problem mit brillen hat, der soll zu linsen greifen.am besten nerdlinsen, um ganz vorne zu sein.
die nerdbrille hatte dort bereits ihr revival.
man trug das dingen in ende der 80er und in den 90ern. die hatte ihren großen auftritt in LA und sich in der skaterszene ethabliert. zu diesem look gehörten auch lange weite t-shirts mit band aufdruck und weisse hochgezogene socken bis zur wade.
04.04.2010 - 08:14 Uhr
2differ
"Blinzeln"
diese zerrende Weltbetrachtung
jener Brillenträger,
deren runde Gläser
zuweilen selbstvergessen
am Pullover abgewischt werden;
das verbogene Drahtgestell
ebenso feixend wie die Augen,
welche kümmernd unbekümmert
Details wahrzunehmen suchen
die nerdbrille ist schon längst im vorort-mainstream angekommen. ein "ja" zur hornbrille ist alles andere als originell. und in einem jahr trägt die autorin das ding auch nicht mehr.
Ich kann einer Brille leider überhaupt nichts abgewinnen, sie ist, was sie ist: eine Prothese, und Prothesen machen einfach nicht sexy.
Es war auch kein schöner Augenblick, als ich vor Jahren erfuhr, dass ich jetzt dauerhaft so ein Ding tragen muss, ich hab mich dadurch weder attraktiver noch interessanter gefühlt, nur alt und gehandicapped, und die spürbar verhalteneren Rückmeldungen aus der Frauenwelt haben diesen Eindruck durchaus bestätigt.
Ich hab damals trotzdem eine Hornbrille gewählt, das war eben auch so ein Flucht-nach-vorn-Ding. Warum was Dezentes, wenn eh jeder als erstes die Brille wahrnimmt und erst an zweiter oder dritter Stelle evtl. den Schwung der Augenbrauen oder den Knackarsch?
War allerdings auch in den Neunzigern, und diverse Rockmusiker hatten die Hornbrille bereits salonfähig gemacht. Die ist aber eben inzwischen auch untrennbar mit intellektuell bemühtem Wehklagen zur Gitarre verbunden, daher wird mein nächstes Gestell wohl auch wieder eine Nummer weniger klobig ausfallen.
Wenn ich wieder dauerhaft eine Brille tragen würde, dann würde ich mich für sowas ganz transparentes, randloses entscheiden, das halte ich noch für den besten Kompromiss zwischen "geht halt nicht anders" und "soll so gut wie möglich aussehen".
Und das Brillen per se mies aussehen ist ein Gerücht.
eisengrau sagte:
Warum was Dezentes, wenn eh jeder als erstes die Brille wahrnimmt und erst an zweiter oder dritter Stelle evtl. den Schwung der Augenbrauen oder den Knackarsch?
Für letzteren gibt's ja auch Brillen. Innovativ wäre, die mit sich rumzuschleppen, um den Fokus auf die entsprechende Stelle zu setzen.
JoergAuch sagte:
eisengrau sagte:
Warum was Dezentes, wenn eh jeder als erstes die Brille wahrnimmt und erst an zweiter oder dritter Stelle evtl. den Schwung der Augenbrauen oder den Knackarsch?
Für letzteren gibt's ja auch Brillen. Innovativ wäre, die mit sich rumzuschleppen, um den Fokus auf die entsprechende Stelle zu setzen.
Wenn es diese Brillen dann Second Hand auf einem Londoner Flohmarkt geben würde, wären sie nullkommanix DAS Styling-Accessoire für den Hipster von heute. Ich freue mich schon auf die Klamottenpaare.
JoergAuch sagte:
Für letzteren gibt's ja auch Brillen. Innovativ wäre, die mit sich rumzuschleppen, um den Fokus auf die entsprechende Stelle zu setzen.
Da krieg ich immer Druckstellen, wenn ich sowas den ganzen Tag auf habe.
chocolatecat sagte:
na das wär doch mal was. ich bin für's audiobook.
Und für Audiokommentare!
Aporia sagte:
chocolatecat sagte:
na das wär doch mal was. ich bin für's audiobook.
Und für Audiokommentare!
Dann könnte man sich ja auch gleich in echt treffen.
06.04.2010 - 11:43 Uhr
JoergAuch
Gargoyle sagte:
Wenn es diese Brillen dann Second Hand auf einem Londoner Flohmarkt geben würde, wären sie nullkommanix DAS Styling-Accessoire für den Hipster von heute. Ich freue mich schon auf die Klamottenpaare.
Ich kauf sowas normal im Baumarkt oder beim Sanitärfachhandel. Gibt's ja inzwischen in ganz viellen Designs.
JoergAuch sagte:
Gargoyle sagte:
Wenn es diese Brillen dann Second Hand auf einem Londoner Flohmarkt geben würde, wären sie nullkommanix DAS Styling-Accessoire für den Hipster von heute. Ich freue mich schon auf die Klamottenpaare.
Ich kauf sowas normal im Baumarkt oder beim Sanitärfachhandel. Gibt's ja inzwischen in ganz viellen Designs.
Paah, Baumarkt! Das ist ja, wie wenn Du Deine Leggins bei H&M kaufen würdest. Da fehlt der Hipness-Faktor. Gebrauchte Brillen aus Bahnhofs-Toiletten haben viel mehr Style.
chocolatecat sagte:
also als ich so 11 oder 12 war, haben wir uns im baumarkt diese dichtungsringe gekauft, als armbänder. das war hipp. aber hippness von 12-jährigen zählt wahrscheinlich nich.
Also ich find´s saucool ;-)
und " Jeder Mensch sieht ohne Brille besser aus." ist auch falsch. es gibt menschen mit brillengesichtern - mrs. crown z.B.
es gibt im übrigen leider sehr wenige optiker, die eine zum gesicht und typ passende brille empfehlen können - für mich das entscheidende manko eines berufsstandes, der von der optik lebt, aber anscheinend nicht von der ästhetik.
milagro sagte:
im osten gabs nur so scheußliche brillen. und wenn man einmal hässliche brillen in ermangelung von alternativen tragen musste, dann fängt man nicht 20 jahre später freiwillig wieder damit an.
Solche?
JoergAuch sagte:
milagro sagte:
im osten gabs nur so scheußliche brillen. und wenn man einmal hässliche brillen in ermangelung von alternativen tragen musste, dann fängt man nicht 20 jahre später freiwillig wieder damit an.
Solche?
na für die mädchen die waren bunt. :)
diedrossel sagte:
gibt es eigentlich eine helmut-kohl-gedächtnis brille zu seinem jahrestag?
Ja, mit rosarotem Glas. Einige tragen sie wohl sehr gerne.
diedrossel sagte:
gibt es eigentlich eine helmut-kohl-gedächtnis brille zu seinem jahrestag?
ja, ein schwarzes kassengestell.
ThomasCrown sagte:
meine brille:http://www.markus-t.com/(me, m027. nicht in aubergine, nein)
Isses diskriminierend wenn ich sage dass die ein geiles Gestell hat?
Mellie78 sagte:
ThomasCrown sagte:
meine brille:http://www.markus-t.com/(me, m027. nicht in aubergine, nein)
Isses diskriminierend wenn ich sage dass die ein geiles Gestell hat?
aber nein!
Bei Horn/Kunststoff geht es doch um eine der grundlegenden Designregeln – KONTRAST!
Brillen ohne Kontrast machen BEIGE – und wer will schon BEIGE sein???
Es geht doch gar nicht um Brille oder nicht. Wer keine Kontaktlinsen verträgt hat doch tatsächlich keine Wahl. Ob man damit nun glücklich ist oder nicht. Ich finde mich ohne Brille auch hübscher, aber mit ist auch OK! Aber wenn schon – denn schon! Nicht unbedingt nerdig, lieber Richtung Schmetterling, aber das ist Geschmacks- und Gesichtsformsache. Ausserdem sind Augenbrauchen meines erachtens dafür da, dass man sie auch mit Brillengestell noch sehen kann...
@diedrossel
ein schöner Gedanke – nur leider trägt man die Brille um sehen zu können und wenn man nicht nur eine Lesehilfe braucht, trägt man diese auch Privat. Wenn ich also nichts sehen brauche, liegt mein Privatgesicht im Dunkeln ;-)








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02.04.2010 - 18:45 Uhr
maid
so ein schwachsinn. man kann von hornbrillen halten was man will, aber der satz ist echter mist.