Auf dem Banana-Pancake-Pfad 10: Amerikaner
Ein Netz aus Trampelpfaden und Hotels umspannt den Planeten. Man nennt es den Banana-Pancake-Pfad. Jede Woche lernen wir ein Stück davon kennen.
Die „Posada Ruiz Dos“ ist eine der billigsten Unterkünfte in Antigua, Guatemala. Die Nacht kostet nur etwa drei Euro, und danach weiß man, wie die Bisse von Bettwanzen aussehen. Sie stechen komischerweise gerne im Dreieck. Nach einer Woche Posada Ruiz Dos hat man am ganzen Körper kleine Dreiecke. Einer der Gäste, seinen Namen habe ich vergessen, hatte ein Dreieck auf der Stirn. Kein Bettwanzendreieck, nein, er hatte sich ein Dreieck auf die Stirn tätowieren lassen, weil er „eines Tages am Ufer eines Sees gesessen war und ihm plötzlich dieses Zeichen erschienen sei“. Er reiste mit einem Didgeridoo und ohne Pass, weil Pässe seiner Meinung nach die Freiheit des Menschen raubten. Vielleicht hielt Jane die Bettwanzen für derart gefährliche Tiere, dass sie es vorzog, ihren Guatemala-Aufenthalt in einer Indiana-Jones-Uniform und Tropenhelm zu verbringen. Vielleicht vermutete sie auch in jedem Baum der 30.000-Einwohner-Stadt einen Jaguar lauern. Vielleicht war sie auch einfach falsch informiert worden und jemand hatte ihr erzählt, südlich der Grenze begänne die Wildnis, mit wilden Tieren und Barbaren. Mit Mike ein Gespräch zu führen, das länger als drei Minuten dauerte war schwierig. Plötzlich sprang er auf und schrie: "Sorry, I HAVE to do an asana now." Mike ging ein paar Schritte, rollte seine Yoga-Matte aus und machte dann Pflug, das Moorhhuhn oder den toten Affen. Was Mike, Jane und der Dreiecks-Mann gemeinsam hatten: Sie waren Amerikaner.
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Wenn ich mein Bild ueber Deutschland von den Deutschen die ich im Ausland getroffen habe machen muesste - wird nicht unbedingt unserer Nation gerecht.
Die wissen halt was gut is.
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05.04.2010 - 11:43 Uhr
soylentyellow
(Immer wieder lustig: amerikanische oder australische Freunde ins englischsprachige Kino nach Frankreich mitnehmen. Irgendwann merken sie dass man nach Frankreich fährt, sagen dann "but I don't speak French" woraufhin die Antwort, dies sei egal da der Film ja sowieso auf Englisch sei sie nur noch mehr verwirrt.)
Die sind dann immer ganz perplex und man muss erklären dass das eher mit den Bundesstaaten der USA zu vergleichen ist und dass dank Schengen (hoch lebe Schengen!) da auch nur noch ein Schild steht aber sonst nichts.
Erinnert mich sehr gut an ein Erlebnis an der kanadisch-amerikanischen Grenze mit fünfzehn: Am letzten Tag dort war großes Shopping angesagt (Jeans, Jeans und nochmals Jeans) weil günstiger als in Deutschland. Leider war in Kanada Feiertag und alles geschlossen. Also rüber in die USA, dort drei Jeans gekauft und wieder zurück.
Die kanadische Grenzbeamtin wollte wissen wie lange wir in den USA waren - etwa zwei Stunden. Was wir dort gemacht haben - drei Jeans gekauft. Warum - weil bei Euch Feiertag ist. Wie lange wir in Canada bleiben wollen - bis neunzehn Uhr. Bittewassinddieverrückt? Schien nicht so oft vorzukommen.