Und jetzt noch Space Night!
Der Abend war schön und betrunken. Du kommst nach Hause, kannst aber noch nicht ins Bett. Irgendwas muss noch. Aber was? Hier gesteht die Redaktion, was sie angeschickert vor dem Zubettgehen anstellt
1. Phoenix
In mir schlummert ein Nerd. Fast kaum einer kennt ihn, denn ich halte ihn gut versteckt. Der Nerd interessiert sich für Geschichte, aber nicht nur für so Otto-Normal-Fetische wie Stalingrad (obwohl das natürlich auch), sondern für unnützes Nischenwissen wie die Regierungszeit Oliver Cromwells, das Reich der Hethiter, die Schlacht bei Tannenberg und die chinesische T’ang-Dynastie. Wenn ich betrunken nach Hause komme und alleine bin, krabbelt der Nerd hervor, er ergreift von mir Besitz und schaltet den Fernseher an. Er drückt immer die Taste „4“, denn auf diesem Kanal sendet der Nerd-Sender „Phoenix“. Der Nerd will sich dann richtig schön in die Materie vertiefen und damit er das besser kann, will er dringend noch kiffen. Ich warne den Nerd jedes Mal und sage ihm: Tu’s nicht! Du musst nur kotzen, dir wird jedes Mal schlecht, schlaf einfach ein und mach den Fernseher aus, du checkst das eh nicht mehr.“ Aber der Nerd hört nicht auf mich und ich leide dann darunter. Die einzige willentliche Handlung, die ich noch ausführen kann, ist, auf die „Sleep“-Taste zu drücken. Die Sleep-Taste halte ich für eine der größten Erfindungen, seitdem es Fernseher gibt. Sie macht, dass der Fernseher nach 15, 30 oder 60 Minuten von alleine ausgeht. Nach nämlich fünf Minuten sind der Nerd und ich eingeschlafen.
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