Auf dem Banana-Pancake-Pfad 9: Lange Reisen
Ein Netz aus Trampelpfaden und Hotels umspannt den Planeten. Man nennt es den Banana-Pancake-Pfad. Jede Woche lernen wir ein Stück davon kennen.
Am Bahnhof von Goa erschien uns Tobi. Seine Augen strahlten und der Schweißfilm auf seinem Gesicht reflektierte die Morgensonne, was ihm einen besonderen Glanz verlieh. Wir hatten uns alle drei im Nachtzug von Mumbai kennengelernt und hatten 14 ruckelige, lärmende, schlecht riechende Stunden hinter uns. Der Geschmack in unseren Mündern war fahl von Zigaretten, Chai und Kaugummi als Zähneputzenersatz. Wir waren müde, die Rucksäcke auf unseren Schultern wogen schwer, die Sehnsucht nach einem Bett war groß. Und Tobi strahlte, als hätte er Uran verschluckt. Er gab uns allen die Hand und sagte dann einen Satz, den er die nächsten Tage immer wieder wiederholen sollte. Er sagte auf Englisch mit holländischem Akzent: „Ich komme aus Varanasi. Ich bin 48 Stunden mit dem Zug gefahren – dritte Klasse.“ Echte Backpacker fliegen nicht, sie legen Strecken über Land zurück. Zumindest sind sie der Meinung, dies tun zu müssen. Wer fliegt, ist ein Weichei, ein reiches noch dazu. Was zählt, ist die Bewältigung der Distanz in einem möglichst unbequemen Gefährt. Ab zwölf Stunden wird die Fahrt für erzählenswert gehalten. Ab 24 Stunden wird sie zu einem abstrakten Orden, einer Auszeichnung, die im richtigen Kreis erwähnt, zahlreiche „Oh my God“-‚s seitens der Zuhörer hervorruft und diese dazu einlädt, ebensolche Anekdoten zu erzählen. Es folgen Geschichten aus dem „Chicken Bus“, in dem jemand für 14 Stunden seinen Platz mit einer Guatemaltekin und vier Hühnern teilen musste, beschallt von lateinamerikanischen Liedern, in denen verdammt oft das Wort „corazon“ vorkommt. Oder von kambodschanischen Pickup-Trucks, auf deren Ladefläche 20 Schweden, Engländer, Israelis und zwei Ziegen gepfercht wurden. Von chinesischen Zügen, in denen Bauern vom Land 16 Stunden lang auf den Boden spuckten, bis man sich Gummistiefel wünscht. Solche Sachen eben.
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Aber mich hat das "Stahbad Indien" zu einem von Ihnen gemacht. 48 Stunden habe ich nicht geschafft, aber wie wär es mit 42 Stunden von Bangalore nach Kalkutta, mit dem Seelenverkäufer von Singapore in das Herz Sumatras ( 46 h und nicht zu vergessen, das war in den achtzigern) und Thailand natürlich auf der Ladefläche eines Kieslasters ( auch in den 80igern, als die Banken alle zu hatten und wir unsere TC- Schecks nicht tauschen konnten und dann waren wir noch mit 32 Mönchen auf einem Toyota Pick- up .........)
Aber das ist auch eine Art von Heimat und ich reise noch immer gerne Backpack. Philipp wir werden uns sicher mal treffen.
been there, done that. business class fliegen und fuer die kurzstrecke eine privatlimo mit chauffeur sind trotzdem geiler, weshalb das auch jeder "einheimische" sofort vorzieht, sobald er sich das leisten kann.
Wir (vier Jungs) also: Rucksäcke auf, rein in den Waggon und gleich wieder rausgeflogen. Zug wird wieder schneller. Also rein in den nächsten Waggon, und oh Wunder, vier freie Plätze. Hingesetzt, umgeschaut, Frauen. Ganz viele Frauen. Nur Frauen, kein einziger Mann. Kann das sein? Keiner sagt was, also schlafen gestellt. Später doch noch zwei Männer entdeckt. Am nächsten Morgen festgestellt dass sich ein Schulausflug zwei Waggons gemietet hat, aus dem Jungswaggon sind wir rausgeflogen und die Lehrer im Mädchenwaggon müssen entschieden haben dass wir als Ausländer nicht wirkliche Männer sind und deshalb bleiben dürfen. Haben dann zusammen mit einem Waggon voller sechszehn, siebszehnjähriger bekopftuchter Mädchen zusammen gefrühstückt und alle (ALLE!) haben ihr erstaunlich gutes Englisch an uns ausprobiert.
Kein Schaffner weit und breit, der restliche Zug war heillos überfüllt, man sieht alte Männer (mit riesigem Sack auf dem Rücken) Anlauf nehmen und dann wieder zurückfallen weil der Zug so voll ist dass keiner mehr reinpasst. Irgendwann kam dann auch der Schaffner, der alles (ALLES!) wusste (wer woher wohin etc) und problemlos unsere Schülerausweise für den Studentenrabatt akzeptiert hat. ZweiMarkfuffzig für 600 (800?) km. Als wir dann nachmittags in Kairo ankamen waren alle Taxifahrer erstaunt wo wir denn herkämen und als wir meinten aus dem Dritte Klasse Zug war auch klar dass wir dann wohl die Metro nehmen werden. Richtig! Super wars, aber danach trotzdem nie wieder.
haha - ein japaner in indien, - der würd schreiend wegrennen. =)








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26.03.2010 - 19:02 Uhr
komber