28.03.2010 - 18:30 Uhr

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Wohnungsschau: In der Hauptstadt gestrandet

Text: julia-finger - Fotos: julia-finger, privat

Eine Wohnung und ihre Einrichtung verraten manchmal viel über ihre Bewohner. jetzt.de besucht regelmäßig ein anderes Zuhause und fragt die Mieter nach ihren Gewohnheiten. Heute: Berliner Purismus.

Berlins Gesicht hätte Sommersprossen und sein Mund sei viel zu groß, sang Hildegard Knef. Und weiter: „Wer hat dich bloß so jung gehalten, denn zum Schlafen kommst du nie.“ Ricarda, wie der typische Berliner ebenfalls nicht auf den Mund gefallen, schläft auch wenig, seit sie in der Hauptstadt lebt. Klar, damit kokettieren alle Zugezogenen. Aber Ricarda hat eine gute Ausrede, die sie vom Klischee abhebt: Ihre Wohnung ist so unaufgeregt aufregend – da kann man gar nicht ans Schlafen denken. Die Wohnung: 60 Quadratmeter auf zwei Zimmern in Berlin-Kreuzberg. Zweites OG im Altbau. Dielen, Einbauküche, Bad mit Wanne, fünf Meter hohe Wände. Monatsmiete: 430 Euro warm. Supermarkt: direkt nebenan. Apotheke: direkt gegenüber. Arzt: in unmittelbarer Nähe. Und der Viktoriapark ist nach zehn Minuten Fußweg erreicht. Die Bewohnerin: Ricarda, 24 Jahre, Volontärin.
Das ist Ricarda
Und hier wohnt sie: In einer Hinterhof-Wohnung in Kreuzberg
Herein, bitte!
jetzt.de: Du hast vor Berlin in Hamburg und München gelebt – worin unterscheiden sich die drei Städte? Ricarda: Hamburg ist schön. München dörflich. Berlin ist Berlin. Und welche gefällt dir am besten? Gerade ist es genau richtig, in Berlin zu leben. Vielleicht ist es aber in fünf Jahren München. Was hat dich in die Hauptstadt verschlagen? Der Job. Ich bin im Sommer 2009 nach Berlin gezogen. Manch einer würde sagen, die Wohnung sei ein Traum. Wie lange musstest du nach ihr suchen? Ich habe von Müchen aus im Internet nach Wohnungen gesucht und nach etwa zwei Monaten die erste passable entdeckt. Jetzt ist sie meine. Und wie viele musstest du dir angucken? Nur diese. Wieso warst du mit der ersten Wohnung sofort zufrieden und hast nicht weitergesucht? Ich wollte gern in Kreuzberg wohnen und sie hat mir auf Anhieb gefallen: Groß, Altbau, kurzer Weg zur Arbeit.
Das Wohnzimmer
Der tolle Couchtisch ist von Flamant
Kam für dich als Neu-Berlinerin eine WG nicht in Frage? Eigentlich hatte ich vor, in eine WG zu ziehen, doch bei meiner Suche musste ich feststellen, dass ich den sehr speziellen Anforderungen der Berliner nicht genüge. Inwiefern? Ich bin weder schwul noch antideutsch und auch kein Vegetarier. Was gefällt dir an Kreuzberg? Hier ist die Jogginghose salonfähig. Die Menschen sind entspannt. Und was magst du an Berlin? Kurzstreckentaxen, Spätis, breite Gehwege.
Bücher, Bücher, Bücher
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julia-finger

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.


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