Textmarker: "Kinder brauchen Pornokompetenz"
In einem Interview mit dem Schweizer Magazin "Tagesanzeiger" fordert die Erziehungswissenschaftlerin Karla Etschenberg einen neuen, ungezwungeneren Umgang mit dem Thema Porno in Schule und Kindergarten.
Angestrichen: Selbstverständlich muss es ein begrenzter und wohlbedachter Einsatz von pornografischen Sequenzen (im Unterricht) sein. Ausschnitte, in denen deutlich wird, was Pornos sind. Natürlich erfordert dies Vorbereitung und Gespräche mit den Eltern. Werden die Sequenzen sachlich analysiert, könnte das den Kindern sogar die Neugierde nehmen und Pornos in diesem Sinne «entzaubern».
- Duale Studiengänge auf dem Vormarsch 18.05.2012
- Wie repariert man Amerika? 11.05.2012
- Von Nerds und Neurotikern 06.04.2012
- Du Loser! 03.04.2012
- Mit Powerpoint gegen Unzucht 30.03.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Und folglich nur ca. 20% der Mädchen. Und jetzt sollen Pornos im Klassenzimmer analysiert werden... aber hoffentlich nur minarettfreie Schweizer Eigenproduktionen!
Hätte man uns damals Pornos in der Schule gezeigt, wäre ich bestimmt viel zu abgelenkt für Dreisatz gewesen.
und was sagt eigentlich die pornoindustrie zu dieser angelegenheit?
lea2 sagte:
wie ist der letzte satz zu verstehen?
und was sagt eigentlich die pornoindustrie zu dieser angelegenheit?
Was würden die Brauer und Winzer sagen, wenn es Saufkunde-Stunden gäbe, so a la "Feuerzangenbowle"-Erdbeerwein-Szene?
Ich stell' mir das wahrscheinlich viel zu lustig vor:
"So, Kinder. Zur Analyse, habe ich mir gedacht, ist "Der Analysator (teil 7)" gerade recht. Wer kann noch mal die Unterschiede zwischen Bukkake und Blowbang aus der letzten Stunde..."
lea2 sagte:
ja nee, also wenn ich in letzter zeit mitbekommen habe, daß porno und jugendliche/kinder thematisiert wurde, dann gabs immer die problemkinder/-familien, lauter schlaue pädagogen, sexualpädagogen, was auch immer, besorgte eltern und wenns hochkam eine redakteurin des dr sommer teams. und was die pornoecke dazu zu sagen hat weiß man nicht. die fehlen mir in der diskussion
Was sollen bitte die Produzenten eines tendentiell gesellschaftszersetzenden Entspannungs- und Suchtmittels bitte groß sagen? Die ducken sich und hoffen, daß es vorübergeht, ähnlich wie die Tabakheinis. (Alkheinis haben allerdings die volle Wucht der Bauernverbände und CSU hinter sich).
lea2 sagte:
na dann, pädagogisch mitducken und das gespräch auf augenhöhe suchen, wa?
Warum? Die können dabei doch nur verlieren. Niemand wäre bereit, sich mit denen auf Augenhöhe hinzustellen, das ist doch wie mit den NPD-Fritzen nach Landtagswachlen im Osten. Stehen mit am Tisch, werden aber nach einem (zumeist tief dümmlichen) Satz vom Moderator rüde unterbrochen, dem dann seine tolle gegenrechts-Aktion ein moralisches Hosenzelt erster Güte verpasst. Sonst hat allerdings niemand was davon.
18.03.2010 - 19:43 Uhr
alces
18.03.2010 - 19:52 Uhr
lea2
Die Frage sollte man sich also schon mal stellen, ob man nicht einen Porno erziehungstechnisch positiv gestalten sollte und damit den ersten Kontakt mit Porno zu steuern, als praktisch allen den ersten Kontakt mit Pornos der Industrie und dem Internet (oder uns damals im schmudeligen Pornokino) zu überlassen.
Digital_Data
Entweder, dass Porno harmlos ist und nichts dagegen spricht, dass auch mal Jugendliche schauen, oder sie ahnen, dass was verboten ist um so interessanter wird und daher das "Ab-18"-Gedöns und Schmuddel-Image nur gut für sie ist. Geschäft machen sie mit den Jugendlichen eh keins, da zahlt wohl heutzutage niemand mehr dafür. In dem Sinn verpennen sie, sich die Kundschaft von morgen ranzuziehen, wenn man so will. Also ich glaub immer noch, da gibt es nicht viel zu holen, erkenntnistechnisch.
querspieler sagte:
@lea2, was sollen sie schon dazu sagen?
Entweder, dass Porno harmlos ist und nichts dagegen spricht, dass auch mal Jugendliche schauen, oder sie ahnen, dass was verboten ist um so interessanter wird und daher das "Ab-18"-Gedöns und Schmuddel-Image nur gut für sie ist. Geschäft machen sie mit den Jugendlichen eh keins, da zahlt wohl heutzutage niemand mehr dafür. In dem Sinn verpennen sie, sich die Kundschaft von morgen ranzuziehen, wenn man so will. Also ich glaub immer noch, da gibt es nicht viel zu holen, erkenntnistechnisch.
ja, das kann gut sein. trotzdem würde es mich interessieren
sehr schön zu dem thema ist übrigens die neue southpark episode.
alces sagte:
"dass die Hälfte aller elf- bis 16-Jährigen bereits mit Pornos in Kontakt gekommen ist (bei den Jungs waren es sogar 80 Prozent)."
Und folglich nur ca. 20% der Mädchen.
Und hier mal wieder ein Fall von "glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast" (aber auch schon im Artikel) :) Denn was sagen uns diese schönen Zahlen?
10% der 11-Jährigen
20% der 12-Jährigen
40% der 13-Jährigen
60% der 14-Jährigen
80% der 15-Jährigen
90% der 16-Jährigen
macht
50% der 11- bis 16-Jährigen
Und was sagt das nun über die Anzahl Porno-konsumierender Jugendlichen bzw. Mädchen aus? Nix. Einfach nur nix. Denn die 11-Jährigen werden auch mal 16 sein - und da gibts dann kein Zurück mehr. Bei Mädchen klar um einiges geringer, aber aus den gegeben Zahlen nicht folgarbar.
Journalisten beim Zahlen jonglieren, mehr nicht.
"Pornokompetenz für Kinder": nein. Was für ein Riesenschwachsinn.
Mein Gott, was es für bizarre Blüten treibt, wenn irgendwelche geltungssüchtigen "Wissenschaftler" ihren Narzissmus ausleben, egal, um welchen Preis.
Ein Beispiel: Nur Asiatinnen haben Schamhaare. Und dann kommt das erste Mal mit einem weissen Maedel und dann schaun die wohl doof oder das Maedchen kriegt voll die Komplexe, weil da eben was waechst, was bei weissen Maedels (laut Pornos) da ja nicht hingehoert.
Interessant ist es auch diese Info Leuten zu erzaehlen - so sind Pornoschauer leicht zu identifizieren. Maedels (Jungs sowieso fast alle), die wohl schon oefters Pornos geguckt haben, verstehen das sofort, andere schaun bloed und brauchen eine Erklaerung.
fraeuleiningeborg sagte:
Kann man die Kinder nicht mal irgendwas unter sich ausmachen lassen?
nein. dafür gibts pädagogen/innen.
Man vergisst hier ja auch manchmal gern, das nicht jeder mit einem Abo der NZZ und der intellektuellen Trennschärfe eines Jetztlers geboren wurde.
19.03.2010 - 10:00 Uhr
soylentyellow
ThomasCrown sagte:
wir brauchen ein "pädagogisch wertvoll"-label für pornos, ganz klar. oder eine sonderabteilung der fsk. "dieser porno ist für jugendliche ab 14 geeignet."
Softporno? Gibts auch schon in der "ab 16" Variante...die mit Weichzeichner aus dem Abendprogramm (gibts das noch - Schmuddelfilme auf RTL nachts um eins?)
Außerdem: Nicht Porno 2.0 vergessen, den user generated content, geht auch ganz ohne Pornoindustrie...
die betonung, dass das da nicht das wahre leben ist, wäre evtl. hilfreich und dass es abseits von diversen sexualpraktiken auch noch sowas wie mit-stolz-händchenhalten gibt. zumindest bei denen, die a weng viel konsumieren und das nicht von selbst merken bzw. nicht aus entsprechendem elternhaus kommen.
aber jungs von elf, die denken, dass sex so wie im porno aussieht und mädels die das auch denken, und die sich wundern, wenn sie bestimmte sachen noch mit 13 nicht als, "ok, ausprobiert" - abhaken können, werden von sex immer furchtbar enttäuscht sein. vor allem aber von sich selbst - weil sie oh wunder, oh wunder - nicht jedes mal einen multiple orgasmus bekommen, oder am allerschlimmsten gar keinen. zumal in dem alter ja eh alle einfach nur angeben und keiner wirklich sagt, was sache ist.
insofern: bitte ja, aber bitte mit leuten, denen es nicht die schamesröte ins gesicht treibt, wenn auf dem lehrertisch ein tampon liegt.
Irgendwo führt sich da der Jugendschutz selber ad absurdum.
Der_Digital_Data (jetzt in 3D)
noplacespecial sagte: ich finde, kinder sollten nur pornos gucken dürfen, in denen sie etwas lernen. also solche mit einer ungezogenen schülerin, die nachsitzen muss und wo der nette herr lehrer ihr dann die schwierige matheaufgabe noch einmal erklärt. und quit pro quo ist dann natürlich ein simples tauschgeschäft, das sich von selbst erklärt.
Ich habe versucht, dich grünzudaumen, aber offenbar bin ich in einer Minderheit... ;-)
Aporia sagte:
noplacespecial sagte: ich finde, kinder sollten nur pornos gucken dürfen, in denen sie etwas lernen. also solche mit einer ungezogenen schülerin, die nachsitzen muss und wo der nette herr lehrer ihr dann die schwierige matheaufgabe noch einmal erklärt. und quit pro quo ist dann natürlich ein simples tauschgeschäft, das sich von selbst erklärt.
Ich habe versucht, dich grünzudaumen, aber offenbar bin ich in einer Minderheit... ;-)
das liegt daran, daß es quid pro quo heißt. jetzt.de ist voll von hobby-lateinern.
ThomasCrown sagte: das liegt daran, daß es quid pro quo heißt. jetzt.de ist voll von hobby-lateinern.
Da hab ich gnädig drüber hinweggesehen, hihi...
Aporia sagte:
Ich habe versucht, dich grünzudaumen, aber offenbar bin ich in einer Minderheit... ;-)
ist völlig in ordnung, auch mal zu tauschen. genieß den neutralstatus :)
ThomasCrownsagte:
das liegt daran, daß es quid pro quo heißt. jetzt.de ist voll von hobby-lateinern.
asche auf mein haupt, schande über meine familie.
19.03.2010 - 16:48 Uhr
noplacespecial
Dosenknall_mit_Ueberschall sagte:
musste gestern vernehmen (radiosendung über die "donaldisten"), dass mittlerweile aufgrund des "jugendschutzes"...selbst geschichten mit donald und dagobert in den lustigen taschenbüchern zensiert wurden) von daher kann ich die kritiker unter den kommentierern dahingehend unterstützen, dass man es nicht übertreiben sollte. was ist asexueller als entenhausen, wo sich die einwohner per veronkelung vermehren?
Dagobert ist ja auch schlimmster kapitalistischer Schund ;-). Ist Donald eigentlich Hartz IV-Empfänger oder von was lebt der ?
Der_Digital_Data (jetzt in 3D)
kommentar seiner mutter: "ist doch nicht schlimm! ist doch nix mit tieren!"
(zusatz: hessisches hinterland. nix mit großstadt. gymnasium in evangelischer trägerschaft. hat also nix mit vernachlässigten randgruppenkindern zu tun.)
Cola13 sagte:
zusatz: hessisches hinterland.
Ach, Hessen.
alces sagte:
Cola13 sagte:
zusatz: hessisches hinterland.
Ach, Hessen.
Ach, Bayern.
Hier isses sicher auch nicht anders.
Und: ich will demnächst Pornographie thematisieren. Nicht gucken, aber drüber reden. Im katholischen Religionsunterricht.
Cola13 sagte:
alces sagte:
Cola13 sagte:
zusatz: hessisches hinterland.
Ach, Hessen.
Ach, Bayern.
Hier isses sicher auch nicht anders.
Und: ich will demnächst Pornographie thematisieren. Nicht gucken, aber drüber reden. Im katholischen Religionsunterricht.
das würde mich näher interessieren. magst den unterricht mitprotokollieren?
...und als nächstes sollen die väter ihre söhne im vorschulalter ihre jungs an der hand nehmen, statt zum biergartenbesuch nen abstecher ins bordell, damit die jungs auf ihr späteres leben vorbereitet werden.








3
18.03.2010 - 18:44 Uhr
RAL2008