18.03.2010 - 18:30 Uhr

1 54 Über Twitter weiterempfehlen

Textmarker: "Kinder brauchen Pornokompetenz"

Text: christina-waechter - Bild: rtr

In einem Interview mit dem Schweizer Magazin "Tagesanzeiger" fordert die Erziehungswissenschaftlerin Karla Etschenberg einen neuen, ungezwungeneren Umgang mit dem Thema Porno in Schule und Kindergarten.

Angestrichen:
Selbstverständlich muss es ein begrenzter und wohlbedachter Einsatz von pornografischen Sequenzen (im Unterricht) sein. Ausschnitte, in denen deutlich wird, was Pornos sind. Natürlich erfordert dies Vorbereitung und Gespräche mit den Eltern. Werden die Sequenzen sachlich analysiert, könnte das den Kindern sogar die Neugierde nehmen und Pornos in diesem Sinne «entzaubern».


Wo steht das denn?
In einem Interview, das die Schweizer Erziehungswissenschaftlerin dem Magazin "Tagesanzeiger" gab. Darin versucht sie, einem sehr skeptischen Interviewer zu erklären, warum ihrer Meinung nach in der Schule ein kompetenter Umgang mit Pornografie gelehrt werden sollte. Und wie dieser Unterricht aussehen könnte.

Dass Kinder und Jugendlich Pornos konsumieren, ist schon länger klar. So hat eine Studie der Schweizer Erziehungswissenschaftlerin Marie-Lou Nussbaum ergeben, dass die Hälfte aller elf- bis 16-Jährigen bereits mit Pornos in Kontakt gekommen ist (bei den Jungs waren es sogar 80 Prozent).
Wie sich der Konsum langfristig auf die Jugendlichen auswirkt, ist noch nicht geklärt.

Etschenbergs Vision eines fachübergreifenden Unterrichts zum Thema "Porno" erscheint allerdings ein klein wenig unausgegoren. So fordert sie einerseits bereits eine Auseinandersetzung mit dem Thema im Grundschulalter. Andererseits befürchtet sie, junge Schülerinnen beim Anblick von Pornoszenen für zukünftige Beziehungen zu verderben. Zum Ende des Interviews gesteht sie auch ein, dass ihre Vorstellung eines solchen Unterrichts eigentlich nicht realisierbar ist. Und das ist dann doch ein bisschen schade.


Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Textoptionen
Mehr Texte von
christina-waechter
Mehr Texte zum Label
Textmarker
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
54 Kommentare

speichern

Alle Kommentare anzeigen

RAL2008
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

3

18.03.2010 - 18:44 Uhr
RAL2008

alces
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

18.03.2010 - 18:46 Uhr
alces

"dass die Hälfte aller elf- bis 16-Jährigen bereits mit Pornos in Kontakt gekommen ist (bei den Jungs waren es sogar 80 Prozent)."

Und folglich nur ca. 20% der Mädchen. Und jetzt sollen Pornos im Klassenzimmer analysiert werden... aber hoffentlich nur minarettfreie Schweizer Eigenproduktionen!

Azaki
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

18.03.2010 - 19:11 Uhr
Azaki

Hey, ich hab das mit den 20% richtig ausgerechnet! Ich kann also doch Mathe!

Hätte man uns damals Pornos in der Schule gezeigt, wäre ich bestimmt viel zu abgelenkt für Dreisatz gewesen.

lea2
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

18.03.2010 - 19:15 Uhr
lea2

wie ist der letzte satz zu verstehen?
und was sagt eigentlich die pornoindustrie zu dieser angelegenheit?

alces
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

4

18.03.2010 - 19:21 Uhr
alces

lea2 sagte:
wie ist der letzte satz zu verstehen?
und was sagt eigentlich die pornoindustrie zu dieser angelegenheit?


Was würden die Brauer und Winzer sagen, wenn es Saufkunde-Stunden gäbe, so a la "Feuerzangenbowle"-Erdbeerwein-Szene?

Ich stell' mir das wahrscheinlich viel zu lustig vor:
"So, Kinder. Zur Analyse, habe ich mir gedacht, ist "Der Analysator (teil 7)" gerade recht. Wer kann noch mal die Unterschiede zwischen Bukkake und Blowbang aus der letzten Stunde..."

querspieler
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

8

18.03.2010 - 19:27 Uhr
querspieler

Wir sollten vielleicht auch mal sammeln, damit die jetzt-Redaktion nicht nur ein Bild hat um Porno-Themen zu illustrieren.

lea2
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

18.03.2010 - 19:28 Uhr
lea2

ja nee, also wenn ich in letzter zeit mitbekommen habe, daß porno und jugendliche/kinder thematisiert wurde, dann gabs immer die problemkinder/-familien, lauter schlaue pädagogen, sexualpädagogen, was auch immer, besorgte eltern und wenns hochkam eine redakteurin des dr sommer teams. und was die pornoecke dazu zu sagen hat weiß man nicht. die fehlen mir in der diskussion

querspieler
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

18.03.2010 - 19:30 Uhr
querspieler

@lea2, ich schätz mal, dass an den Klischees was dran ist, allzuviele Leute aus dem Business, die da was schlaues dazu sagen könnten wird's nicht geben, meiner Meinung nach.

lea2
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

18.03.2010 - 19:32 Uhr
lea2

dann sollen sie von mir aus was unschlaues sagen. das wäre auch eine form von pornokompetenz.

alces
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

-1

18.03.2010 - 19:32 Uhr
alces

lea2 sagte:
ja nee, also wenn ich in letzter zeit mitbekommen habe, daß porno und jugendliche/kinder thematisiert wurde, dann gabs immer die problemkinder/-familien, lauter schlaue pädagogen, sexualpädagogen, was auch immer, besorgte eltern und wenns hochkam eine redakteurin des dr sommer teams. und was die pornoecke dazu zu sagen hat weiß man nicht. die fehlen mir in der diskussion


Was sollen bitte die Produzenten eines tendentiell gesellschaftszersetzenden Entspannungs- und Suchtmittels bitte groß sagen? Die ducken sich und hoffen, daß es vorübergeht, ähnlich wie die Tabakheinis. (Alkheinis haben allerdings die volle Wucht der Bauernverbände und CSU hinter sich).

Weiter Seite 1 2 3 ... 6

Alle Kommentare anzeigen


Speichern

Jetzt-Mitglied

christina-waechter offline

christina-waechter

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.

GEH, KATZE, GEH!