"Arbeitslosengeld ist besser als Kellnern"
Zwischen Zeugnisverleihung und erstem Job hängen viele Uni-Absolventen in einer monatelangen Warteschleife fest. Was tun ohne Semesterticket, Bafög und Mensa-Sparmenü? Anne und Esther haben Hartz IV beantragt. Sie finden: Mit Sozialschmarotzertum hat das nichts zu tun.
Anne kaut auf ihrem Kugelschreiber. Sie überlegt lange, bevor sie den ersten Satz des Anschreibens probeweise auf Papier kritzelt. Anne schreibt Bewerbungen, wie andere Uniabsolventen auch. Was sie von den anderen unterscheidet: Die studierte Kulturwirtschaftlerin muss ihre Bewerbungen der Bremer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Integration und Soziales vorlegen. Seit zwei Monaten ist Anne Hartz-IV-Empfängerin.
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jurette_ sagte:
Gut, dass Geld vom Himmel fällt.
Für die oben ist es gut, ja.
Annabanana6699 sagte:
No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.
Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.
Allerdings... auch ich bin mit Jobben und parallel Bewerben sehr gut gefahren und hab in der Zeit sogar ne ganze Menge Spaß mit netten Kollegen gehabt... Nur am Schreibtisch zu sitzen und über Formulierungen zu brüten hätte mich kirre gemacht!
jurette_ sagte:
garamond sagte:
geil die neid-debatten hier im forum auch bei jungen menschen. wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen? was ist das für eine menschenverachtende logik? provokant formuliert: ich beziehe lieber sozialleistungen als mich in einem unternehmen kaputt zu rackern für einen hungerlohn.
Gut, dass Geld vom Himmel fällt.
für leistungsbezieher fällt es tatsächlich vom himmel. für alle anderen heißt es dagegen weiter schuften. für hungerlöhne wohlgemerkt. und du weist selbst das armut nicht sein muss, das geld genug für alle da ist. aber nein, selbst hierzulande wachsen mittlerweile millionen kinder in armut auf (!), und wie es in anderen teilen der welt aussieht miuss ich dir nicht erklären. aber klar, das geld ist knapp, nicht wahr? fällt ja nicht vom himmel! ;-)
alces sagte:
Ich müßte mir die Golddukaten also gar nicht durch die Schließmuskeln pressen?
Nein, die da unten kriegen es natürlich in den A.... gesteckt. Ist doch klar.
alces sagte:
garamond sagte:
wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen?
Du bist aus Berlin?
nein, das erkennt man zum glück mittlerweile auch woanders.
schweden-anna sagte:
Annabanana6699 sagte:
No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.
Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.
Allerdings... auch ich bin mit Jobben und parallel Bewerben sehr gut gefahren und hab in der Zeit sogar ne ganze Menge Spaß mit netten Kollegen gehabt... Nur am Schreibtisch zu sitzen und über Formulierungen zu brüten hätte mich kirre gemacht!
zumal ich mir ja durchaus auch vorstellen kann dass man - wenn man schon harz iv beantragt hat und außer bewerbungen schreiben nix tun muss - das nach sagen wir 2 wochen der disziplin und den ersten 10 absagen "mal etwas lässiger" angeht und vor 12 den popo nich vom bett auf die couch chleift, dann nachm essen ne runde prkariatsfernsehen udn dann um 5 mal die emails durchgehen.
Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.
Und ich weiß wovon ich rede, ich hab pünktlich zur wirtschaftskrise 2008 ertmal meinen hochdotierten, aber total verschissenen consulting job geschmissen und war 5 monate arbeitslos.
die ersten 2 wochen waren ziemlich geil (besonder weil cih kein Harz iv bekommen habe sonde ag I).
Und wieso sollte es kein sozialschmarotzen sein, nach der schule erstmal schön die hand aufzuhalten und vom staat geld zu verlangen, obwohl der bisherige Beitrag zum sozialstaat ziemlich genau 0,0 war?
So quasi im Gedanken daran, dass man ja später mal was ewinzahlt, oder wie?
nee nee nee. das is definitv ner SEHR egozentrische interpretation.
aber: ich finde, an den beiden geschilderten faellen sieht man auch, dass es eben nicht ueber einen kamm zu scheren ist. die uniabsolventin, die nicht einsieht, zu jobben, bewerte ich anders als die azubi, die ueberraschend nicht uebernommen wird.
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17.03.2010 - 14:01 Uhr
alces
Du bist aus Berlin?