16.03.2010 - 18:30 Uhr

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"Arbeitslosengeld ist besser als Kellnern"

Text: fiona-webersteinhaus

Zwischen Zeugnisverleihung und erstem Job hängen viele Uni-Absolventen in einer monatelangen Warteschleife fest. Was tun ohne Semesterticket, Bafög und Mensa-Sparmenü? Anne und Esther haben Hartz IV beantragt. Sie finden: Mit Sozialschmarotzertum hat das nichts zu tun.

Anne kaut auf ihrem Kugelschreiber. Sie überlegt lange, bevor sie den ersten Satz des Anschreibens probeweise auf Papier kritzelt. Anne schreibt Bewerbungen, wie andere Uniabsolventen auch. Was sie von den anderen unterscheidet: Die studierte Kulturwirtschaftlerin muss ihre Bewerbungen der Bremer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Integration und Soziales vorlegen. Seit zwei Monaten ist Anne Hartz-IV-Empfängerin.
Von der Uni direkt in den Beruf – es klingt so schön und ist dann doch so schwierig. Als die Jobsuche länger als erwartet dauerte, stand Anne vor der Entscheidung: Kredit aufnehmen, erneut Geld bei den Eltern pumpen, sich mit Nebenjobs finanzieren – oder Hartz IV beantragen. Gut gefällt ihr der neue Status nicht, die 26-jährige will ihren echten Namen auch besser nicht im Internet lesen. Das blöde Gefühl, der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen, kennt Anne trotzdem nicht: „Ich finde es gerechtfertigt, dass ich staatliche Hilfe in Anspruch nehme, da ich schließlich später auch in meinem sozialversicherungspflichtigen Job Steuern zahle,“ sagt sie. Dann überlegt sie kurz: „Für mich ist das Geld ein Vorgriff auf das, was ich später einmal in staatliche Kassen einzahle“. Klar ist: Hochschulabsolventen haben immer noch die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, aber der Zeitraum zwischen Uniabschluss und erster Arbeitsstelle hat sich in vielen Fällen vergrößert. Inzwischen bekommt Anne den so genannten Regelsatz von 359 Euro, zusätzlich übernimmt die ARGE die Kosten der Krankenkasse und zahlt für sie in die Renten- und Sozialversicherung ein. Finanziell sei das kaum ein Unterschied zu ihrem Studentenbudget, sagt Anne: „Mit 600 Euro musste ich auch während des Studiums klarkommen, das ging für Miete, Krankenversicherung und Essen drauf.“ Und dann: „Klar, große Sprünge kann ich damit nicht machen.“ Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich mittlerweile bekritzelte Blätter mit Formulierungsideen, verschiedene Muster für Anschreiben, die Fotos für den Lebenslauf liegen daneben. „So intensiv hätte ich mich nicht auf die Bewerbungen konzentrieren können, wenn ich nebenbei noch Kellnern, Babysitten und Nachhilfe geben müsste.“ Genau das sind die Argumente, die auch Günther Stienecker vom so genannten Career Center der Bremer Universität nennt. Er empfiehlt seinen Studenten, ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld in jedem Fall zu prüfen: „Die Wartezeit nach dem Uniabschluss sollten Absolventen dazu nutzen, vernünftige Bewerbungen zu schreiben, zu recherchieren und das Internet nach Stellenanzeigen zu durchforsten." Rund 12000 Akademiker unter 30 Jahren erhalten in Deutschland Arbeitslosengeld. Eine sechsmonatige Übergangsphase von der Uni in den Beruf hält Günther Stienecker für normal. Dabei weiß er: „Vor allem mit geisteswissenschaftlichen Abschlüssen ist die Jobsuche meistens sehr zeitaufwändig.“ Esther hat nichts mit Kultur, nichts mit Medien, nichts mit Kunst studiert. Und trotzdem stand sie nach ihrem dualen BWL-Studium ohne Arbeit da: „Zwei Tage vor meiner Abschlussprüfung hat mein Ausbildungsbetrieb mir mitgeteilt, dass sie mich nicht übernehmen.“ Die 26-Jährige hat durch ihre Ausbildung Anspruch auf Arbeitslosengeld I, doch der Regelsatz von 60 Prozent des regulären Verdienstes belief sich bei ihr auf geringe 333 Euro. „Meine Hauptsorge war, wie ich die nächste Miete bezahle. Arbeitslos habe ich mich eigentlich gar nicht gefühlt, ich war mir sicher, dass ich in zwei Monaten irgendwie einen Job bekommen würde.“ Esther musste dann Hartz IV zur Aufstockung beantragen. Kein gutes Gefühl, sagt sie. Direkt nach ihrer Abschlussprüfung zog sie das erste Mal in der ARGE ihre Wartenummer vom Ticketspender: „Das hört sich vielleicht ein bisschen nach Prinzessin an, aber ich fand die Situation in dem Moment unfair. Ich hatte drei Jahre gearbeitet, nebenbei studiert und mir den Arsch aufgerissen, jetzt saß ich da und wartete Stunden, um auf eine Bewilligung der staatlichen Unterstützung zu hoffen.“ Wer in den Kreis der Hartz IV-Empfänger aufgenommen wird, hat am Ende des Monats aber nicht nur Geld vom Staat auf dem Konto, sondern auch Ziele und Auflagen zu erfüllen. Esther musste acht Bewerbungen schreiben und anschließend an einer Weiterbildung teilnehmen. Anne sollte der ARGE jeden Monat zwanzig Bewerbungen vorlegen. Ansonsten drohte die Kürzung ihres Arbeitslosengeldes. „Das war für mich die größte Zeitverschwendung,“ sagt Esther über die Weiterbildungsmaßnahmen. Eine Woche nahm sie am Training teil, das Thema: Soft Skills. „Da musste ich Powerpointpräsentationen mit Wikipedia-Definitionen von ‚Soft Skill’ anschauen, für die ich in der Uni glatt durchgefallen wäre. Gehalten wurde das Seminar von einem Mann, der uns wichtigtuerisch erklärte, dass das Gegenteil von Sympathie die Empathie sei.“ Eine fast noch größere Demütigung als das Ziehen der Wartemarken. Immerhin: Das Soft-Skill-Training war Esthers vorletzter Kontakt mit der ARGE. Im Dezember erhielt sie einen Brief vom Amt. Sie habe gar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, stand darin. Schließlich wolle Esther berufsbegleitend ihr BWL-Diplom an der staatlichen Uni machen und somit sei das Amt für Ausbildungsförderung für sie zuständig. Komplizierte Sätze, neue Antragsformulare, altbekannter Horror. „Da hatte ich dann aber schon eine neue Stelle gefunden,“ sagt Esther. Alles noch mal gut gegangen. Seit drei Monaten arbeitet sie fest als Eventmanagerin. Anne ist optimistisch: Sie geht davon aus, dass sie in zwei drei Monaten eine Arbeitsstelle gefunden hat, die zu ihrem Studium und ihrem Profil passt: „Ich möchte ja arbeiten, etwas erwirtschaften. Nach dem Studium finanziell abhängig zu sein, ist ein blödes Gefühl“, erzählt sie, während sie Fotos auswählt, die sie auf die Bewerbung kleben möchte. „Der Status des Hartz IV Empfängers ist mir tatsächlich unangenehm, wahrscheinlich auch wegen der Darstellung in den Medien“, sagt Anne. „Ich hoffe jeden Tag, dass die Hartz-IV-Zeit bald vorbeigeht.“


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klinsmaus
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Mag ich Mag ich nicht

3

16.03.2010 - 18:48 Uhr
klinsmaus

Ohne Not nie mit der Arge in Kontakt treten. Die paar Kröten sind es echt nicht wert.

Purcell
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Mag ich Mag ich nicht

3

16.03.2010 - 20:14 Uhr
Purcell

Das hört sich vielleicht ein bisschen nach Prinzessin an, aber ich fand die Situation in dem Moment unfair. Ich hatte drei Jahre gearbeitet, nebenbei studiert und mir den Arsch aufgerissen, jetzt saß ich da und wartete Stunden, um auf eine Bewilligung der staatlichen Unterstützung zu hoffen. [...] So intensiv hätte ich mich nicht auf die Bewerbungen konzentrieren können, wenn ich nebenbei noch Kellnern, Babysitten und Nachhilfe geben müsste."


Was für ein abstoßendes Anspruchsdenken! Die Sozialsicherungssysteme sind primär dazu da, Menschen eine menschenwürdige Grundversorgung zu sichern, wenn sie sich in einer prekären Notlage befinden. Hier hätten Anne/Esther die Möglichkeit zu arbeiten, tun es jedoch nicht, weil sie ja Akademiker sind - und beschweren sich noch darüber, daß an die Vergabe von HartzIV bestimmte Bedingungen geknüpft sind? Ganz unabhängig davon, daß manche Regularien der Arge möglicherweise bescheuert sind - ich (als Akademiker) habe für die Anspruchsnahme in einem solchen Fall nullkommanull Verständnis. "Lieber Arbeitslosengeld als Kellnern", so eine Hochnäsigkeit ...

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Mag ich Mag ich nicht

5

16.03.2010 - 20:24 Uhr
Purcell

Eine sehr gute Freundin von mir arbeitet nach ihrer Promotion seit etlichen Monaten parallel in einem Callcenter und als eine Art Museumswärterin - bei ihr ist der Stolz, niemandem auf der Tasche zu liegen, größer als der Stolz, daß man als promovierter Geisteswissenschaftler ja automatisch Anspruch auf eine angemessene Stelle habe. Und sie kommt trotzdem dazu, jeden Monat zahlreiche Bewerbungen rauszuschicken.

garamond
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Mag ich Mag ich nicht

3

16.03.2010 - 20:26 Uhr
garamond

klinsmaus sagte:
Ohne Not nie mit der Arge in Kontakt treten. Die paar Kröten sind es echt nicht wert.


mäuschen, du tust so als ob alle die mit der arge in kontakt treten das aus spass an der freude machen. unsinn.

lostinsoundS
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Mag ich Mag ich nicht

6

16.03.2010 - 20:26 Uhr
lostinsoundS

Herrje, traurig, wenn sich die Akademiker von Heute schon zu schade sind, um auch mal übergangsweise nichtakademisch zu jobben. Und als ob man mit Nebenjob keine Zeit zum Bewerbungen schreiben hat...
Wer sich so was schon anmaßt, sollte wenigstens hinterher nicht jammern, wie furchtbar es doch ist, Hartz IV zu empfangen...

garamond
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Mag ich Mag ich nicht

-2

16.03.2010 - 20:26 Uhr
garamond

klinsmaus sagte:
Ohne Not nie mit der Arge in Kontakt treten. Die paar Kröten sind es echt nicht wert.


mäuschen, du tust so als ob alle die mit der arge in kontakt treten das aus spass an der freude machen. unsinn.

lostinsoundS
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Mag ich Mag ich nicht

3

16.03.2010 - 20:30 Uhr
lostinsoundS

Herrje, traurig, wenn sich die Akademiker von Heute schon zu schade sind, um auch mal übergangsweise nichtakademisch zu jobben. Und als ob man mit Nebenjob keine Zeit zum Bewerbungen schreiben hat...
Wer sich so was schon anmaßt, sollte wenigstens hinterher nicht jammern, wie furchtbar es doch ist, Hartz IV zu empfangen...

nordzucker
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Mag ich Mag ich nicht

4

16.03.2010 - 23:46 Uhr
nordzucker

wo gibt es denn die vielen jobs, mit denen man sich nach dem studium unakademisch ueber wasser halten kann?
es wird ohne studentenstatus entscheidend frostige auf dem billigloehner arbeitsmarkt.

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

3

17.03.2010 - 03:10 Uhr
afrirali

ein weiterer artikel, der mich die idee des bürgergeldes für gut befinden lässt. dann aber bitte sofort alle albernen auflagen und weiterbildungsmaßnahmen streichen. das ist eine ungemeine verschwendung von geld, ebenso wie der zwang, sich auf 20 stellen im monat zu bewerben, etc. da wird soviel energie verpulvert, ohne irgendeinen sinn.

Hunter_S_Thompson
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2

17.03.2010 - 05:11 Uhr
Hunter_S_Thompson

Also ich finde das vollkommen ok, wa die Mädels machen und denken. Ich kämpfe seit vier Monaten selbst mit dem Bürokratentum. Es stellt sich eine ähnliche Frage, nämlich ob es besser ist einen gewaltigen Knick in der Karriere zu riskieren oder zur ARGE zu gehen. Ganz klar beantrage ich da Hartz IV. Oder kann mir jemand sagen, wie man in einer Branche überleben kann in der ein Hartz IV Empfänger nicht mal mehr als menschliches Wesen angesehen wird? Keinem meiner vergangenen Chefs könnte ich auch nur annähernd plausibel darstellen weshalb ich Hartz IV beantragt hätte. Sofort würde ich druch das Raster in seinem Kopf fallen. Mit dem Gedanken "Scheiße man, wenn der so tief gesunken ist, dass er Hartz IV beantragen musste ist er entweder saudumm oder ne faule Sau." So siehts zumindest in der Realität aus. Klar sind das Vorurteile. Kaum einer möchte glaube wie schnell man vor so nem Antrag sitzt und sich denke "Verdammt, jetzt bin ich wohl einer dieser Hartz IV Empfänger. Das geht ja mal gar nicht."
Wer was über Berufskrankheit erfahren will, kann gern meinen Artikel lesen. Der passt genau hier rein. Ich setz mich mal eben ran...

Humanoide
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Mag ich Mag ich nicht

-6

17.03.2010 - 07:24 Uhr
Humanoide

ich bin dafür, dass jeder nur noch hartz-IV bekommt...
keiner geht mehr arbeiten...
wie lange gibt es dann wohl noch eine "grundabsicherung" im "sozialstaat"?

solche o.a. menschen, ob akadmiker oder nicht, gehören ausgwiesen, oder in den steinbruch!

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Mag ich Mag ich nicht

-3

17.03.2010 - 07:25 Uhr
Humanoide

Humanoide sagte:
ich bin dafür, dass jeder nur noch hartz-IV bekommt...
keiner geht mehr arbeiten...
wie lange gibt es dann wohl noch eine "grundabsicherung" im "sozialstaat"?

solche o.a. menschen, ob akadmiker oder nicht, gehören ausgwiesen, oder in den steinbruch!

Humanoide sagte:
ich bin dafür, dass jeder nur noch hartz-IV bekommt...
keiner geht mehr arbeiten...
wie lange gibt es dann wohl noch eine "grundabsicherung" im "sozialstaat"?

solche o.a. menschen, ob akadmiker oder nicht, gehören ausgewiesen, oder in den steinbruch!

Annabanana6699
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Mag ich Mag ich nicht

1

17.03.2010 - 07:30 Uhr
Annabanana6699

No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.

Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.

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Mag ich Mag ich nicht

3

17.03.2010 - 07:30 Uhr
Annabanana6699

No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.

Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.

alaman
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Mag ich Mag ich nicht

3

17.03.2010 - 07:58 Uhr
alaman

Genau der richtige Weg.

Ich war in der selben Situation und habe durch die "viele" Zeit die ich als Hartzi hatte die Möglichkeit mich auf die Jobsuche zu konzentrieren und auch eine gute Stelle gefunden.

Rein finanziell gesehen habe ich nach 3 Monaten arbeiten bereits die Kosten meines Hartzi daseins wieder der Gesellschaft zurückgezahlt.
Falls ich aber statt dessen gejobbt hätte (hab ich auch überlegt, niemand wird gerne Hartzi) hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell oder gar keine gute Stelle gefunden.
Wenn also nicht ein abstraktes "Die Akademiker sollen auch mal Kellnern" als Argumentationsgrundlage genommen wird sondern die Entfaltung eines jedes Einzelnen und damit auch ein Gewinn für die Gesellschaft, dann ist es das Richtige kurzzeitig Hartzi zu werden.

PS: Natürlich sind die meisten der Schulungen, Zwänge etc... rausgeschmissenes Geld. Grundeinkommen + freiwillige Maßnahmen !

klinsmaus
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Mag ich Mag ich nicht

2

17.03.2010 - 12:10 Uhr
klinsmaus

garamond sagte:
klinsmaus sagte: Ohne Not nie mit der Arge in Kontakt treten. Die paar Kröten sind es echt nicht wert.mäuschen, du tust so als ob alle die mit der arge in kontakt treten das aus spass an der freude machen. unsinn.


Durchaus nicht. Ich bezog mich auf obigen Artikel, in dem die beiden freiwillig nicht arbeiten, sondern lieber zur arge gehen. Das würde ich sicher nicht tun.

garamond
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Mag ich Mag ich nicht

4

17.03.2010 - 12:57 Uhr
garamond

1. kriegt ihr eure seite noch mal hin???

2. geil die neid-debatten hier im forum auch bei jungen menschen. wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen? was ist das für eine menschenverachtende logik? provokant formuliert: ich beziehe lieber sozialleistungen als mich in einem unternehmen kaputt zu rackern für einen hungerlohn.

glume
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Mag ich Mag ich nicht

2

17.03.2010 - 13:10 Uhr
glume

Bewerbungen schreiben ist kein Fulltime Job, das müssen andere, die ihren Arbeitgeber wechseln wollen auch neben ihrem regulären Job erledigen. Wenn sich vor allem Anne davon schon so gestresst fühlt, dass sie nicht ein bisschen jobben kann, frage ich mich wie sie sich in einem festen Arbeitsverhältnis anstellen wird.
Um ihre notwendigen 600 Euro zusammenzubekommen (vielleicht mit Sozvers. 800 €) ist das bei einem angenommenen Verdienst von 10 €/h eine Arbeitsbelastung von 60-80 h/Monat, dass soll zu viel sein um nebenbei noch Bewerbungen zu schreiben?
Ich hab zwischen Uni-Abschluss und erstem festen Arbeitsverhältnis auch gekellnert, als Merchandiser gearbeitet und noch diverse andere Tätigkeiten verrichtet und fands gut die Arbeitswelt nochmal aus der Perspektive zu sehen. Mit dem Wissen, dass man es nicht ein Leben lang machen muss, kann man die Sache mit einer gewissen Gelassenheit angehen.

jurette_
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4

17.03.2010 - 13:33 Uhr
jurette_

garamond sagte:
geil die neid-debatten hier im forum auch bei jungen menschen. wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen? was ist das für eine menschenverachtende logik? provokant formuliert: ich beziehe lieber sozialleistungen als mich in einem unternehmen kaputt zu rackern für einen hungerlohn.


Gut, dass Geld vom Himmel fällt.

alces
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6

17.03.2010 - 13:59 Uhr
alces

jurette_ sagte:
garamond sagte:
geil die neid-debatten hier im forum auch bei jungen menschen. wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen? was ist das für eine menschenverachtende logik? provokant formuliert: ich beziehe lieber sozialleistungen als mich in einem unternehmen kaputt zu rackern für einen hungerlohn.


Gut, dass Geld vom Himmel fällt.

Ich müßte mir die Golddukaten also gar nicht durch die Schließmuskeln pressen?

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2

17.03.2010 - 14:01 Uhr
alces

garamond sagte:
wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen?


Du bist aus Berlin?

von_und_zu
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Mag ich Mag ich nicht

2

17.03.2010 - 14:02 Uhr
von_und_zu

jurette_ sagte:
Gut, dass Geld vom Himmel fällt.


Für die oben ist es gut, ja.

schweden-anna
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1

17.03.2010 - 14:04 Uhr
schweden-anna

Annabanana6699 sagte:
No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.

Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.


Allerdings... auch ich bin mit Jobben und parallel Bewerben sehr gut gefahren und hab in der Zeit sogar ne ganze Menge Spaß mit netten Kollegen gehabt... Nur am Schreibtisch zu sitzen und über Formulierungen zu brüten hätte mich kirre gemacht!

garamond
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-3

17.03.2010 - 14:04 Uhr
garamond

jurette_ sagte:
garamond sagte:
geil die neid-debatten hier im forum auch bei jungen menschen. wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen? was ist das für eine menschenverachtende logik? provokant formuliert: ich beziehe lieber sozialleistungen als mich in einem unternehmen kaputt zu rackern für einen hungerlohn.


Gut, dass Geld vom Himmel fällt.


für leistungsbezieher fällt es tatsächlich vom himmel. für alle anderen heißt es dagegen weiter schuften. für hungerlöhne wohlgemerkt. und du weist selbst das armut nicht sein muss, das geld genug für alle da ist. aber nein, selbst hierzulande wachsen mittlerweile millionen kinder in armut auf (!), und wie es in anderen teilen der welt aussieht miuss ich dir nicht erklären. aber klar, das geld ist knapp, nicht wahr? fällt ja nicht vom himmel! ;-)

von_und_zu
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-2

17.03.2010 - 14:07 Uhr
von_und_zu

alces sagte:
Ich müßte mir die Golddukaten also gar nicht durch die Schließmuskeln pressen?

Nein, die da unten kriegen es natürlich in den A.... gesteckt. Ist doch klar.

garamond
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0

17.03.2010 - 14:08 Uhr
garamond

alces sagte:
garamond sagte:
wieso muss man erst etwas leisten um etwas verlangen zu dürfen?


Du bist aus Berlin?


nein, das erkennt man zum glück mittlerweile auch woanders.

alcofribas
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2

17.03.2010 - 14:12 Uhr
alcofribas

die Frage wird dann diskutabel, wenn man wirklich die Wahl hat, die genannten Alternativen "Eltern anpumpen", "Kredit aufnehmen", "jobben" und "Hartz IV" stellen sich ja nun erstmal nicht jedem vollständig. Einen Kredit wird ein frisch gebackener, arbeitsloser Uniabsolvent nicht so ohne weiteres bekommen, und die Eltern werden auch nicht in jedem Fall bereitwillig das Portemonnaie aufmachen wollen oder können.

satansbraten
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2

17.03.2010 - 14:15 Uhr
satansbraten

schweden-anna sagte:
Annabanana6699 sagte:
No, da würde ich lieber Aushilfsjobs machen, anstatt mich an deren sicher wenig hilfreiche Auflagen zu halten. Und die Zeit, trotz Nebenjob ne Menge Bewerbungen zu schreiben, hat man schon. Auf dem Lebenslauf macht es sich auch besser. Mal ganz abgesehen davon, wie man sich selbst dabei fühlt.

Ich meine, ich will ja niemanden verurteilen, aber ich würde wahnsinnig werden, wenn Bewerbungen schreiben alles wäre, was ich zu tun hätte.


Allerdings... auch ich bin mit Jobben und parallel Bewerben sehr gut gefahren und hab in der Zeit sogar ne ganze Menge Spaß mit netten Kollegen gehabt... Nur am Schreibtisch zu sitzen und über Formulierungen zu brüten hätte mich kirre gemacht!


zumal ich mir ja durchaus auch vorstellen kann dass man - wenn man schon harz iv beantragt hat und außer bewerbungen schreiben nix tun muss - das nach sagen wir 2 wochen der disziplin und den ersten 10 absagen "mal etwas lässiger" angeht und vor 12 den popo nich vom bett auf die couch chleift, dann nachm essen ne runde prkariatsfernsehen udn dann um 5 mal die emails durchgehen.
Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.
Und ich weiß wovon ich rede, ich hab pünktlich zur wirtschaftskrise 2008 ertmal meinen hochdotierten, aber total verschissenen consulting job geschmissen und war 5 monate arbeitslos.
die ersten 2 wochen waren ziemlich geil (besonder weil cih kein Harz iv bekommen habe sonde ag I).

Und wieso sollte es kein sozialschmarotzen sein, nach der schule erstmal schön die hand aufzuhalten und vom staat geld zu verlangen, obwohl der bisherige Beitrag zum sozialstaat ziemlich genau 0,0 war?
So quasi im Gedanken daran, dass man ja später mal was ewinzahlt, oder wie?
nee nee nee. das is definitv ner SEHR egozentrische interpretation.

der_neue_orhe
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4

17.03.2010 - 14:27 Uhr
der_neue_orhe

wenn hartzIV ohne vorherigen job sozialschmarotzertum sein soll, dann waere das studieren mit inanspruchnahme subventionierter leistungen [wie mensaessen oder semesterticket] ja auch. da hat man auch nicht vorher ins system eingezahlt. da beschwert sich niemand. zu recht. ich finde schon, dass das system auch nach vorne wirkend funktionieren kann. ein kommentaqr hier hats schoen gesagt, dass nach 3 monaten voll arbeiten das zurueckgezahlt ist.

aber: ich finde, an den beiden geschilderten faellen sieht man auch, dass es eben nicht ueber einen kamm zu scheren ist. die uniabsolventin, die nicht einsieht, zu jobben, bewerte ich anders als die azubi, die ueberraschend nicht uebernommen wird.

JakkHandsome
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0

17.03.2010 - 14:28 Uhr
JakkHandsome

ich finde, der text zeigt nur wie krank die gesellschaft ist, wie viel sich leute selber auf ihren "status" einbilden. sich elitär fühlen und wie ein asoziales arschloch verhalten, so ist es richtig ;)

schweden-anna
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1

17.03.2010 - 14:33 Uhr
schweden-anna

@alcofribas: stimmt schon, alle Möglichkeiten geben sich nicht immer...
Aber wenn man die Möglichkeit hat, sich mit jobben ganz gut durchzuschlagen, dann sollte man die auch nützen finde ich. Macht ja auch wesentlich mehr Spaß, selbst verdientes Geld auszugeben!

alcofribas
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0

17.03.2010 - 14:38 Uhr
alcofribas

schweden-anna sagte:
@alcofribas: stimmt schon, alle Möglichkeiten geben sich nicht immer...Aber wenn man die Möglichkeit hat, sich mit jobben ganz gut durchzuschlagen, dann sollte man die auch nützen finde ich. Macht ja auch wesentlich mehr Spaß, selbst verdientes Geld auszugeben!


wenn man die möglichkeit hat. lebenslauftechnisch ist das für mich eh die wahl zwischen pest und cholera, ob da drin steht kellnern oder hartz IV. wenn dazu natürlich noch der vermieter die wahl lässt, ob man die miete zahlt oder nicht, ist das natürlich noch besser. :)

garamond
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17.03.2010 - 14:39 Uhr
garamond

gott seid ihr alle konditioniert. sozialschmarotzer, asoziale...kapitalistische kampfbegriffe die mich an das dritte reich erinnern.

ich kann es nur begrüßen das menschen einfach aufhören zu arbeiten wenn ihnen die löhne zu gering sind. damit wird dem kapitalistischen prinzip "immer mehr für immer weniger" endlich mal einhalt geboten. aber gut, bleibt jedem selbst überlassen. schuftet ihr mal schön weiter und bildet euch was darauf ein - selbstwert und so, haha. und lieber ein leben lang beten das ihr nicht gekündigt werdet, sonst seid ihr schließlich nichts mehr wert, gell?

diedrossel
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17.03.2010 - 14:39 Uhr
diedrossel

satansbraten sagte:

Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.


ha!
hahaha!
HAHAHAHAHAHAHAHA!

alcofribas
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17.03.2010 - 14:40 Uhr
alcofribas

diedrossel sagte:
satansbraten sagte: Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.ha! hahaha! HAHAHAHAHAHAHAHA!


hahahahahaha. *lachtmalmit*

Dosenknall_mit_Ueberschall
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17.03.2010 - 14:52 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

"Die studierte Kulturwirtschaftlerin" ... "Das blöde Gefühl, der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen, kennt Anne trotzdem nicht: „Ich finde es gerechtfertigt, dass ich staatliche Hilfe in Anspruch nehme, da ich schließlich später auch in meinem sozialversicherungspflichtigen Job Steuern zahle,“ "Für mich ist das Geld ein Vorgriff auf das, was ich später einmal in staatliche Kassen einzahle“.

könnte man so sehen. als "kulturwirtschaftlerin" (?) hat ihr der prof aber sicherlich in der einführungsvorlesung schon gesagt, "wenn ihr 'n job wollt, lernt lieber was anderes. nen beruf, zum beispiel". selbst wenn sie einen job finden wird, dann ja wohl im öffentlichen dienst. und wo hat der wohl sein geld her!? richtig, von den hart erarbeiteten euros der steuerzahlenden bevölkerung. sie macht dann zwar im optimalen fall etwas dafür, weil wir in dem luxus leben, dass sich einene gesellschaft sowas wie öffentliche förderung von "kultur" noch leisten kann, im endeffekt wechselt aber nur der öffentliche topf, aus dem sie geld bezieht.

aber wie man's dreht und wendet: jeder bastelt sich halt seine eigene lebensphilosophie um vor sich selbst und der gesellschaft gut dazustehen. und wer ganz unschuldig ist, werfe den ersten stein.

moralisch, im reinen sinne, ist ja so gut wie jeder beruf angreifbar. vom journalisten, über den banker, bis zum beamten oder öffentl. angestellten. das wird dann niemand sein, also, der egtl. den ersten stein werfen dürfte. schließlich muss ja jeder überleben, auf die ein oder andere art.

Melden!
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Mag ich Mag ich nicht

2

17.03.2010 - 14:56 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

siehe auch garamond. da wird man halt flugs zum antikapitalisten oder systemgegner, wenn man keine arbeit hat. rechtfertigt man vor sich selbst dann halt so und macht ne philosophie/ideologie draus.

GoldSoundz
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Mag ich Mag ich nicht

2

17.03.2010 - 15:05 Uhr
GoldSoundz

wieso soll man denn als akademiker kein alg2 beantragen? als ob man was besseres wär, nur weil man akademiker ist. nicht-akademische arbeitslose können genauso kellnern gehen wie akademische, genau wie sie sozialleistungen beantragen können. verstehe das rumgehacke auf den beiden nicht so ganz. schade allerdings, dass sie sich gezwungen sehen sich in jedem zweiten satz dafür zu rechtfertigen.

garamond
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0

17.03.2010 - 15:16 Uhr
garamond

Dosenknall_mit_Ueberschall sagte:
siehe auch garamond. da wird man halt flugs zum antikapitalisten oder systemgegner, wenn man keine arbeit hat. rechtfertigt man vor sich selbst dann halt so und macht ne philosophie/ideologie draus.


wer sagt das ich keine arbeit habe? sind alle kapitalismuskritiker arbeitslose hartzIV-bezieher? glaube ich nicht.

eisengrau
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5

17.03.2010 - 15:33 Uhr
eisengrau

garamond sagte:
klinsmaus sagte:
Ohne Not nie mit der Arge in Kontakt treten. Die paar Kröten sind es echt nicht wert.


mäuschen, du tust so als ob alle die mit der arge in kontakt treten das aus spass an der freude machen. unsinn.


Nein, so tut sie nicht. Sie weist lediglich richtigerweise darauf hin, dass die Grundsicherung dazu da ist, aufgefangen zu werden, wenn sich keine anderen Möglichkeiten des Überlebens mehr finden.
Es geht hier nicht um ein Taschengeld von Papa Staat, wie es Anna und Esther in ihrer etwas seltsamen Logik sehen, das einem sowieso zusteht und auf das man auch mal einen Vorschuss erbetteln kann.

Überhaupt scheinen die beiden nicht so recht überlegt zu haben,w auf was sie sich da einlassen. Hartz IV bedeutet, man ist permanent in der Pflicht, dem Staat gegenüber seine Bedürftigkeit nachzuweisen.
Man darf keine Geldrücklagen besitzen, keine Luxusgüter, keine zu teure Wohnung, ja, sogar Geldgeschenke, die einmalig 50 Euro/Jahr übersteigen können zu Rückforderungen der Gelder führen. Außerdem weiß ich aus diversen Biografien, dass es gar nicht so einfach ist, aus dem Status wieder heruaszukommen, wenn man doch noch mal ein etwas weniger entbehrungsreiches Leben führen will. Man kann nämlich auch schnell in eine ziemlich fiese Spirale aus bequemlichkeit udn Sinnkrise geraten, und die Disziplin, das zu überwinden, muss man erstmal aufbringen.
Nee, echt, dann lieber wieder bei den Eltern einziehen, denen ein wenig Miete zahlen, irgendeinen Deppenjob machen und die Bewerbungen an Sonn-und Feiertagen schreiben. Macht sich auch besser im Lebenslauf.

alcofribas
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2

17.03.2010 - 15:34 Uhr
alcofribas

garamond sagte:
sind alle kapitalismuskritiker arbeitslose hartzIV-bezieher?


natürlich, das gemecker der verlierer. mann. dass man das immer und immer wieder betonen muss.

*ironie aus*

eisengrau
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17.03.2010 - 15:35 Uhr
eisengrau

sorry für die Fehler, der labile Server zwingt mich zu hastiger Tipperei.

addictedToSleep
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10

17.03.2010 - 15:40 Uhr
addictedToSleep

ich möchte dazu mal anmerken, dass es superschwer ist, nebenjobs zu finden, die geld genug für miete und alles drum rum abschütteln, bzw zwei nebenjobs zu finden, die man unter einen hut bringen kann!
ich selbst bin nach meiner ausbildung nicht übernommen worden und habe keine anschlussstelle gefunden, war dann insgesamt ein jahr ohne festen job.
in diesem jahr hab ich auch mehrere aushilfsstellen gehabtt, teilweise auch branchenfremd und unter meinem ausbildungsniveau.. aber die ersten monate stand ich komplett ohne job da, obwohl ich gesucht habe und zwischendurch dann auch immer mal wieder für einige wochen.
eltern anbetteln wäre für mich nicht in frage gekommen, hätten sie sich auch gar nicht leisten können und kredit bei der bank?! die haben mir was geschissen und die zinsen hätten mich in die verschuldung getrieben, bevor ich meinen ersten richtigen job überhaupt jemals angefangen hätte!
will sagen, hartz4 als übergang zu beantragen finde ich vollkommen legitim, vorallem, wenn man ja weiss, dass man über kurz oder lang zurückzahlen wird! (seit bald 3 jahren hab ich eine fest anstellung..)
ausreichende nebenjobs gibts nämlich wirklich nicht überall wie sand am meer.

milagro
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0

17.03.2010 - 15:42 Uhr
milagro

„Ich finde es gerechtfertigt, dass ich staatliche Hilfe in Anspruch nehme, da ich schließlich später auch in meinem sozialversicherungspflichtigen Job Steuern zahle“

ich seh das auch so.
außerdem, wenn der staat diese möglichkeit schafft, warum soll sie dann nicht genutzt werden?

Bombastic
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2

17.03.2010 - 15:53 Uhr
Bombastic

H4 beantragen - meinetwegen, dann aber wenigstens dankbar sein dass einen der arbeitende Teil der Bevölkerung durchschleppt und nicht meckern "Ich muss hier mit den Kanacken auf der Wartebank sitzen obwohl ich als toller Akademiker natürlich eine Vorzugsbehandlung verdient hätte"
Interessiert keine Sau!

eisengrau
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5

17.03.2010 - 15:55 Uhr
eisengrau

milagro sagte:
ich seh das auch so.
außerdem, wenn der staat diese möglichkeit schafft, warum soll sie dann nicht genutzt werden?


Weil alle, auch Du, insgesamt weniger Steuerlast zu tragen haben, wenn diese Einrichtung nur im äußersten Notfall genutzt wird. Dann bliebe auch bei schlechter bezahlten Jobs mehr netto übrig.

jurette_
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1

17.03.2010 - 15:56 Uhr
jurette_

garamond sagte:


ich kann es nur begrüßen das menschen einfach aufhören zu arbeiten wenn ihnen die löhne zu gering sind. damit wird dem kapitalistischen prinzip "immer mehr für immer weniger" endlich mal einhalt geboten.


Es wäre schön, wenn das so funktionieren würde.

Leider führt unser Sozialsystem aber nicht dazu, dass die Löhne höher werden, sondern dass die Abgaben für Sozialversicherungen und sontiges Sozialleistungen immer höher werden. Und das trifft dann halt viele Arbeitnehmer, die dann eben für die, die nicht arbeiten wollen, weil sie denken, sie seien zu schlecht bezahlt, aufkommen müssen.

Ich bin selbstverständlich dafür, dass diejenigen, die nicht arbeiten können, unterstützt werden. Aber wenn sie nicht arbeiten wollen, ist das was anderes.

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3

17.03.2010 - 15:58 Uhr
jurette_

milagro sagte:
„Ich finde es gerechtfertigt, dass ich staatliche Hilfe in Anspruch nehme, da ich schließlich später auch in meinem sozialversicherungspflichtigen Job Steuern zahle“

ich seh das auch so.
außerdem, wenn der staat diese möglichkeit schafft, warum soll sie dann nicht genutzt werden?


Das entspricht nicht der Funktionsweise unseres Sozialsystems.

neon_
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0

17.03.2010 - 16:00 Uhr
neon_

"spätrömischer Dekadenz!"

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17.03.2010 - 16:01 Uhr
neon_

Einladung zu

milagro
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17.03.2010 - 16:02 Uhr
milagro

eisengrau sagte:

Weil alle, auch Du, insgesamt weniger Steuerlast zu tragen haben, wenn diese Einrichtung nur im äußersten Notfall genutzt wird. Dann bliebe auch bei schlechter bezahlten Jobs mehr netto übrig.


ja das wäre schön wenn es so wäre.
aber vielleicht haben die das auch als solchen empfunden?

alces
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5

17.03.2010 - 16:03 Uhr
alces

garamond sagte:
dritte reich


Danke. Ende.

milagro
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0

17.03.2010 - 16:04 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
Das entspricht nicht der Funktionsweise unseres Sozialsystems.


der intendierten vielleicht nicht. aus sicht einiger bürger sicherlich schon.

eisengrau
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4

17.03.2010 - 16:05 Uhr
eisengrau

„Ich finde es gerechtfertigt, dass ich staatliche Hilfe in Anspruch nehme, da ich schließlich später auch in meinem sozialversicherungspflichtigen Job Steuern zahle“

Woher nimmt sie eigentlich die Gewissheit, dass sie je einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen wird, und dass die Gesamtmenge ihrer künftigen Abgaben sich mit den empfangenen Hartz IV-Leistungen auf Null addieren wird?

jurette_
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1

17.03.2010 - 16:08 Uhr
jurette_

milagro sagte:
jurette_ sagte:
Das entspricht nicht der Funktionsweise unseres Sozialsystems.


der intendierten vielleicht nicht. aus sicht einiger bürger sicherlich schon.


Deiner ja anscheinend schon. Ich wende ja nur ein, dass das nicht funktionieren wird, so (wie der graue ja auch schon sagte).

Und wer weiß, ob sie am Ende ihres Lebens nicht insgesamt mehr gekostet als eingenommen hat. Von der Allgemeinheit finanziert ist ja nicht nur Hartz IV

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0

17.03.2010 - 16:09 Uhr
jurette_

Wobei man sich meiner Meinung nach auch durchaus darüber unterhalten kann, ob man das Sozialsystem nicht anders gestaltet. Bürgergeld z. B.

Dosenknall_mit_Ueberschall
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1

17.03.2010 - 16:10 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…

alcofribas sagte:
diedrossel sagte: satansbraten sagte: Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.ha! hahaha! HAHAHAHAHAHAHAHA!hahahahahaha. *lachtmalmit*


da kann man wieder wunderbar zwischen den zeilen lesen. das soll jetzt kein persönlicher angriff werden, wie gesagt, jeder will nur überleben. und jeder macht sich seine eigene philosphie draus. aber um die positiven auswirkungen des was-tuns an sich selbst zu verspüren, muss man halt auch mal was TUN. und da ist ein hahahahah als kommentar ziemlich beredt...wenn man das hier mal so sagen daf.

alces
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1

17.03.2010 - 16:11 Uhr
alces

Ich weiß, das 20. Jahrhundert war noch eine andere Zeit, das ist kein Vergleich zu der eisigen sozialen Kälte, die einem heute entgegenschlägt, wenn man nicht grad Erbe ist, aber ich habe damals an einem 03.06. meine letzte Prüfung abgelegt und am 01.07. meinen ersten Tag Tarifgruppe VI / Stufe 1 Metallindustrie angetreten, weil ich mich tatsächlich bereits während des Studiums beworben hatte. Das kann man den Studenten heute ja nicht mehr zumuten, die sind ja heillos überfordert von den Ansprüchen der modernen Welt; ich fühle da mit - wer weiß ob überhaupt je was aus mir geworden wäre, hätte es damals schon Facebook und Flatrate gegeben.

querspieler
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2

17.03.2010 - 16:12 Uhr
querspieler

Das ist halt wie bei einer Versicherung, wenn jeder mindestens das was er einzahlt auch wieder rausbekommen will plus im Notfall noch mehr, dann kann das irgendwie nicht funktionieren. Ist aber weit verbreitet, der Gedanke...

alcofribas
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17.03.2010 - 16:12 Uhr
alcofribas

jurette_ sagte: Und das trifft dann halt viele Arbeitnehmer, die dann eben für die, die nicht arbeiten wollen, weil sie denken, sie seien zu schlecht bezahlt, aufkommen müssen. Ich bin selbstverständlich dafür, dass diejenigen, die nicht arbeiten können, unterstützt werden. Aber wenn sie nicht arbeiten wollen, ist das was anderes.


halbrichtig. Kosten werden natürlich auch durch Arbeitgeber verursacht, die Löhne unter dem Existenzminimum zahlen, die dann noch aus Steuermitteln aufgestockt werden müssen. insofern bedienen sich beide Seiten aus dem Sozialtopf. und ich unterstelle, dass die Zahl derer, die explizit nicht arbeiten "wollen" sich von denen nur marginal unterscheidet, denen die allgemeinheit was zuschießen muss.

Zumal ich auch rein intellektuell nicht verstehe, warum sich sog. Wirtschaftsliberale zwar dagegen wehren, dass der Staat einen Mindestlohn festlegt, aber rein gar nichts dagegen haben, dass er Löhne zahlt bzw. aufbessert.

jurette_
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17.03.2010 - 16:13 Uhr
jurette_

alces sagte:
Ich weiß, das 20. Jahrhundert war noch eine andere Zeit, das ist kein Vergleich zu der eisigen sozialen Kälte, die einem heute entgegenschlägt, wenn man nicht grad Erbe ist, aber ich habe damals an einem 03.06. meine letzte Prüfung abgelegt und am 01.07. meinen ersten Tag Tarifgruppe VI / Stufe 1 Metallindustrie angetreten, weil ich mich tatsächlich bereits während des Studiums beworben hatte. Das kann man den Studenten heute ja nicht mehr zumuten, die sind ja heillos überfordert von den Ansprüchen der modernen Welt; ich fühle da mit - wer weiß ob überhaupt je was aus mir geworden wäre, hätte es damals schon Facebook und Flatrate gegeben.


Kann auch schiefgehen:



Und trotzdem stand sie nach ihrem dualen BWL-Studium ohne Arbeit da: „Zwei Tage vor meiner Abschlussprüfung hat mein Ausbildungsbetrieb mir mitgeteilt, dass sie mich nicht übernehmen.“

phili
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2

17.03.2010 - 16:14 Uhr
phili

Für alle, die hier ökonomisch in der ARgumentation werden: Es rechnet sich auch für den Sozialstaat eher, wenn sich jemand konzentriert mehrere Monate lang bewirbt und dabei ALG1 oder Grundsicherung bezieht, um dann eine qualifizierte Stelle zu bekommen.
Wenn die gleiche Person dagegen erstmal einen Job suchen muss, dann neben einem meist anstrengenden Vollzeitjob noch ca. die Hälfte der Bewerbungen schafft und sich damit die Jobsuche verzögert - dann lohnt sich das in einigen Fällen nicht

Für alle, die diese Ökonomisierung lächerlich finden: Jeder sollte das recht haben, auf die staatliche Grundsicherung zuzugreifen, wenn er arbeitssuchend und arbeitslos ist. Punkt.

alces
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17.03.2010 - 16:19 Uhr
alces

jurette_ sagte:
Kann auch schiefgehen:



Und trotzdem stand sie nach ihrem dualen BWL-Studium ohne Arbeit da: „Zwei Tage vor meiner Abschlussprüfung hat mein Ausbildungsbetrieb mir mitgeteilt, dass sie mich nicht übernehmen.“


Die hat ja auch mein Mitgefühl, bzw. irgendwie ein moralisches Recht auf ALG. Die andere ist's, die mich zur damals-im-Winter-'42-Suada bewegt hat.

eisengrau
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1

17.03.2010 - 16:22 Uhr
eisengrau

milagro sagte:
aber vielleicht haben die das auch als solchen empfunden?

Vielleicht empfinden die Punks ihre Anwesenheit auch als Bereicherung für das Stadtbild und sehen in Hartz IV eine gerechte Entlohnung fürs dekorative Herumsitzen. Das ist aber eher eine subjektive Einschätzung der Lage und muss nicht den Paradigmen der Allgemeinheit entsprechen.

Notlage bedeutet für mich das Fehlen von Alternativen. Die gibt es hier aber: Man kann in der Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln (gibt's eben nur die billigen Inlays), man kann mehrere kleinere Jobs annehmen, man kann auch freiberuflich arbeiten, wo es keine Festanstellungen gibt.

jurette_
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17.03.2010 - 16:33 Uhr
jurette_

phili sagte:
Für alle, die hier ökonomisch in der ARgumentation werden: Es rechnet sich auch für den Sozialstaat eher, wenn sich jemand konzentriert mehrere Monate lang bewirbt und dabei ALG1 oder Grundsicherung bezieht, um dann eine qualifizierte Stelle zu bekommen.
Wenn die gleiche Person dagegen erstmal einen Job suchen muss, dann neben einem meist anstrengenden Vollzeitjob noch ca. die Hälfte der Bewerbungen schafft und sich damit die Jobsuche verzögert - dann lohnt sich das in einigen Fällen nicht


Ja, in einigen Fällen - aber der Regelfall sollte es dann doch nicht sein und wie einige berichtet haben, geht ja auch beides.

phili sagte:
Für alle, die diese Ökonomisierung lächerlich finden: Jeder sollte das recht haben, auf die staatliche Grundsicherung zuzugreifen, wenn er arbeitssuchend und arbeitslos ist. Punkt.


Das haben sie ja offensichtlich auch, sonst würden sie die Leistungen nicht bekommen.

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17.03.2010 - 16:33 Uhr
jurette_

ach, die Zitatfunktion

milagro
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1

17.03.2010 - 16:39 Uhr
milagro

was ist denn eine notsituation im falle der arbeitslosenversicherung? doch wohl arbeitslosigkeit, oder? ich kann nichts verwerfliches daran sehen, zw. zwei jobs auf alg zurück zu greifen. meines erachtens zahle ich genau dafür ein.

jurette_
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17.03.2010 - 16:41 Uhr
jurette_

Ich würde da von der gesetzgeberischen Intertention zwischen ALG I und IIdifferenzieren.

eisengrau
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17.03.2010 - 16:43 Uhr
eisengrau

milagro sagte:
was ist denn eine notsituation im falle der arbeitslosenversicherung? doch wohl arbeitslosigkeit, oder? ich kann nichts verwerfliches daran sehen, zw. zwei jobs auf alg zurück zu greifen. meines erachtens zahle ich genau dafür ein.


Sie hat ja noch gar nichts einbezahlt. Streng genommen existiert sie in dem System noch gar nicht.

diedrossel
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1

17.03.2010 - 16:46 Uhr
diedrossel

Dosenknall_mit_Ueberschall sagte:
alcofribas sagte:
diedrossel sagte: satansbraten sagte: Von dem wirklich zu spürenden positiven auswirkungen auf das eigene, geistige wohlbefinden von ein wenig arbeit, körperlicher oder geistiger natur mal ganz zu schweigen.ha! hahaha! HAHAHAHAHAHAHAHA!hahahahahaha. *lachtmalmit*


da kann man wieder wunderbar zwischen den zeilen lesen. das soll jetzt kein persönlicher angriff werden, wie gesagt, jeder will nur überleben. und jeder macht sich seine eigene philosphie draus. aber um die positiven auswirkungen des was-tuns an sich selbst zu verspüren, muss man halt auch mal was TUN. und da ist ein hahahahah als kommentar ziemlich beredt...wenn man das hier mal so sagen daf.

bezog sich eher darauf, dass die meisten jobs kaum das gefühl von "positiven auswirkungen auf das eigene, geistige und körperliche wohlbefinden aufkommen lassen"
da fallen mir zehntausend andere sachen. yoga, essen, spazieren gehen, joggen, malen, singen,... aber ein tag im büro - nein, weiß gott nicht.

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17.03.2010 - 16:47 Uhr
diedrossel

und heute werden es wohl wieder 12 stunden im büro. ohne pause.

jurette_
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17.03.2010 - 16:48 Uhr
jurette_

drossel, das stimmt natürlich. Aber wenn Du nicht arbeiten kannst, weil keiner DIch will, ist das doch was anderes

alces
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17.03.2010 - 16:48 Uhr
alces

milagro sagte:
zw. zwei jobs auf alg zurück zu greifen...

...ist ja auch was anderes als nach dem Studium "jetzt erst mal Hartz IV" zu machen. Ich habe damals nach vier Jahren Knochenmühle auch nicht gleich ab dem folgenden Montag 8h/Tag mit Bewerbungen verbracht (aber das war ja dann schon im verkommenen 21. Jahrhundert, da hatte ich auch schon DSL flat und hatte von Leistungsträgerei mal die Schnauze voll)

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17.03.2010 - 16:50 Uhr
alces

diedrossel sagte:
bezog sich eher darauf, dass die meisten jobs kaum das gefühl von "positiven auswirkungen auf das eigene, geistige und körperliche wohlbefinden aufkommen lassen"
da fallen mir zehntausend andere sachen. yoga, essen, spazieren gehen, joggen, malen, singen,... aber ein tag im büro - nein, weiß gott nicht.


Manche Tage im Büro können da richtig gut sein. Aber die sind selten.

jurette_
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17.03.2010 - 16:53 Uhr
jurette_

Ich störe mich ach daran, dass das in dem Artikel als selbstverständliche Alternative zu sofort den richtigen job dargestellt wird.

milagro
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1

17.03.2010 - 16:54 Uhr
milagro

eisengrau sagte:
milagro sagte:
was ist denn eine notsituation im falle der arbeitslosenversicherung? doch wohl arbeitslosigkeit, oder? ich kann nichts verwerfliches daran sehen, zw. zwei jobs auf alg zurück zu greifen. meines erachtens zahle ich genau dafür ein.


Sie hat ja noch gar nichts einbezahlt. Streng genommen existiert sie in dem System noch gar nicht.


je schneller sie eine festanstellung findet, umso schneller zahlt sie dann ein. das müsste doch auch im interesse der von dir zitierten allgemeinheit sein? das ist doch auch nachhaltiger als ein paar monate kellnern hier und da und dann wieder doch arbeitslos. zumindest werden die chancen dadurch auf dem arbeitsmarkt nicht besser. klar hat sie nicht eingezahlt aber ich glaube schon, dass sich das langfristig auf jeden fall positiv für den staat rechnet.

diedrossel
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17.03.2010 - 16:54 Uhr
diedrossel

jurette_ sagte:
drossel, das stimmt natürlich. Aber wenn Du nicht arbeiten kannst, weil keiner DIch will, ist das doch was anderes

keine frage.

statt diese "entweder oder" schiene zu fahren, wäre es nicht sinnvoll, dass man zum beispiel die ersten zwei jahre nach einem abschluss einen ermäßigten krankenkassensatz zahlt? ich habe allein schon einen 400 euro job gebraucht, um die krankenkassenmindestsätze zu blechen. miete und essen zu verdienen und vielleicht noch die monatskarte für öpnv ist ja durchaus machbar - aber diese kassenbeiträge sind die hölle.

jurette_
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17.03.2010 - 16:56 Uhr
jurette_

drossel, ich glaube, dass sich das schon ein bisschen verbessert hat. Zumindest wenn man vorher gesetzlich versichert war.

rune
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1

17.03.2010 - 16:58 Uhr
rune

Kellern ist besser als Hartz 4.

diedrossel
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1

17.03.2010 - 17:00 Uhr
diedrossel

warum kann man nicht mal modelle anbieten, bei denen man, sagen wir für 50 euro im monat? eine grundversorgung aus vorsorge und notfallversorgung/katastrophenkrankheitenbehandlungen bekommt. für eine begrenzte dauer. ich denke, sehr viele würden sich dann leichter tun, sich selbständig zu machen.

jurette_
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17.03.2010 - 17:03 Uhr
jurette_

Ich weiß nicht, wie teuer die Basistrarife bei den PKv ist.

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17.03.2010 - 17:06 Uhr
jurette_

milagro sagte:


je schneller sie eine festanstellung findet, umso schneller zahlt sie dann ein. das müsste doch auch im interesse der von dir zitierten allgemeinheit sein? das ist doch auch nachhaltiger als ein paar monate kellnern hier und da und dann wieder doch arbeitslos. zumindest werden die chancen dadurch auf dem arbeitsmarkt nicht besser. klar hat sie nicht eingezahlt aber ich glaube schon, dass sich das langfristig auf jeden fall positiv für den staat rechnet.


Ich glaube nicht, dass die Jobchancen besser werden, wenn man statt kellnern Hartz IV Empfänger ist. Ein kürzere Lücke lässt sich vielleicht besser kaschieren, aber die Jobchancen steigern tut das nicht.

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1

17.03.2010 - 17:08 Uhr
jurette_

Ich finde es auch wirklich zumutbar, sich neben einer Beschäftigung zu bewerben.

milagro
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17.03.2010 - 17:10 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
Ich finde es auch wirklich zumutbar, sich neben einer Beschäftigung zu bewerben.

wie leicht oder schwer findet sich denn so ein gelegenheitsjob? geht das so schnell?

jurette_
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17.03.2010 - 17:11 Uhr
jurette_

milagro sagte:
jurette_ sagte:
Ich finde es auch wirklich zumutbar, sich neben einer Beschäftigung zu bewerben.

wie leicht oder schwer findet sich denn so ein gelegenheitsjob? geht das so schnell?


Da verstehe ich jetzt den Zusammenhang nicht.

(Ich habe den damals schnell gefunden - waren aber auch die goldenen 00er)

diedrossel
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17.03.2010 - 17:11 Uhr
diedrossel

jurette_ sagte:
Ich weiß nicht, wie teuer die Basistrarife bei den PKv ist.

je nach anbieter in meinem fall und bei einer selbstbeteiligung von 500 euro zwischen 280 und 360 euro. was schon mal billiger wäre.

jurette_
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17.03.2010 - 17:13 Uhr
jurette_

KOmmt wahrscheinlich auch auf's Alter und Geschlecht an.

Wie gesagt: GKV ist günstiger. Dafür war man halt vorher nicht privat versichert.

milagro
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2

17.03.2010 - 17:13 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
milagro sagte:
jurette_ sagte:
Ich finde es auch wirklich zumutbar, sich neben einer Beschäftigung zu bewerben.

wie leicht oder schwer findet sich denn so ein gelegenheitsjob? geht das so schnell?


Da verstehe ich jetzt den Zusammenhang nicht.

(Ich habe den damals schnell gefunden - waren aber auch die goldenen 00er)


naja, ich kann ja auch nicht erst drei monate zubringen mir nen job zu suchen der dazu dienen soll, meine suche nach einem richtigen job zu finanzieren. jedenfalls scheint mir das doch zeitverschwendung wenn ich in den drei monaten auch ne richtige anstellung finden könnte. zumal man in der zeit ja auch von was leben muss und ggf. sowieso hartz vier beantragen müsste.

centaurus
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17.03.2010 - 17:14 Uhr
centaurus

Zwei Tage vor meiner Abschlussprüfung hat mein Ausbildungsbetrieb mir mitgeteilt, dass sie mich nicht übernehmen


Da hat wohl jemand verpasst, dass man sich eigentlich schon 3 Monate vor Ausbildungsende arbeitssuchend melden sollte!
Naja, die wirklich wichtigen Sachen lernt man eben nicht im Studium =D

jurette_
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1

17.03.2010 - 17:15 Uhr
jurette_

Aber ich sehe schon auch, dass das mit der Sozialversicherung ein Problem ist - nicht arbeitlos, nicht erwerbstätig undtrotzdem sozialversichter zu sein, das ist im deutschen System gar nicht vorgesehen.

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17.03.2010 - 17:16 Uhr
jurette_

centaurus sagte:
Zwei Tage vor meiner Abschlussprüfung hat mein Ausbildungsbetrieb mir mitgeteilt, dass sie mich nicht übernehmen


Da hat wohl jemand verpasst, dass man sich eigentlich schon 3 Monate vor Ausbildungsende arbeitssuchend melden sollte!
Naja, die wirklich wichtigen Sachen lernt man eben nicht im Studium =D


Wieso? Sie hatte doch nen Job in Aussicht. Abgesehen davon kriegt sie doch ALG I, nur zu wenig.

alces
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17.03.2010 - 17:16 Uhr
alces

diedrossel sagte:
warum kann man nicht mal modelle anbieten, bei denen man, sagen wir für 50 euro im monat? eine grundversorgung aus vorsorge und notfallversorgung/katastrophenkrankheitenbehandlungen bekommt. für eine begrenzte dauer. ich denke, sehr viele würden sich dann leichter tun, sich selbständig zu machen.

Das ist politisch nicht gewollt. Es sollen möglichst alle erstmal in das Zeitlupen-Schneeballsystem der GKV/RV gedrückt werden, und das geht halt bei abhängigen Beschäftigten viel leichter.

eisengrau
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17.03.2010 - 17:17 Uhr
eisengrau

milagro sagte:
je schneller sie eine festanstellung findet, umso schneller zahlt sie dann ein. das müsste doch auch im interesse der von dir zitierten allgemeinheit sein? das ist doch auch nachhaltiger als ein paar monate kellnern hier und da und dann wieder doch arbeitslos. zumindest werden die chancen dadurch auf dem arbeitsmarkt nicht besser. klar hat sie nicht eingezahlt aber ich glaube schon, dass sich das langfristig auf jeden fall positiv für den staat rechnet.


Wieso schließt denn die Tatsache, dass man jobbt, aus, dass man im gleichen Zeitraum Bewerbungen schreibt? Millionen andere machen das doch auch.

milagro
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17.03.2010 - 17:17 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
Wieso? Sie hatte doch nen Job in Aussicht. Abgesehen davon kriegt sie doch ALG I, nur zu wenig.


bei befristung gelten immer drei monate. in aussicht zählt da glaub ihc nicht.

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17.03.2010 - 17:19 Uhr
milagro

eisengrau sagte:
Wieso schließt denn die Tatsache, dass man jobbt, aus, dass man im gleichen Zeitraum Bewerbungen schreibt? Millionen andere machen das doch auch.


schließt sich nicht aus. kommt aber m.e. auf die umstände an. ich wollte auch kein plädoyer für hartz IV für alle uniabsolventen halten oder so. ich habe nur verständnis geäußert, dass man darauf unter umständen zurückgreift.

alces
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17.03.2010 - 17:21 Uhr
alces

jurette_ sagte:
nicht arbeitlos, nicht erwerbstätig und trotzdem sozialversichter zu sein, das ist im deutschen System gar nicht vorgesehen.


Sozialversichert? Wozu denn? Als Privatier ist man laut SPD doch ohnehin asozial und wahrscheinlich verfassungsfeindlich. Und Krankenversichern darf ich mich doch wohl noch privat, wenn ich von Pacht und Miete lebe, oder?

jurette_
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17.03.2010 - 17:21 Uhr
jurette_

milagro sagte:
jurette_ sagte:
milagro sagte:
jurette_ sagte:
Ich finde es auch wirklich zumutbar, sich neben einer Beschäftigung zu bewerben.

wie leicht oder schwer findet sich denn so ein gelegenheitsjob? geht das so schnell?


Da verstehe ich jetzt den Zusammenhang nicht.

(Ich habe den damals schnell gefunden - waren aber auch die goldenen 00er)


naja, ich kann ja auch nicht erst drei monate zubringen mir nen job zu suchen der dazu dienen soll, meine suche nach einem richtigen job zu finanzieren. jedenfalls scheint mir das doch zeitverschwendung wenn ich in den drei monaten auch ne richtige anstellung finden könnte. zumal man in der zeit ja auch von was leben muss und ggf. sowieso hartz vier beantragen müsste.


Ich denke, eine Gelegenheitsjob ist schnell gefunden. Zudem ist die Bewerbung auf den Nebenjob ja keine Vollzeitbeschäftigung, da hat man bestimmt auch noch Zeit, sich um seinen gewünschten Job zu bewerebn.

Und wenn ich richtig informiert bin, musst man sich bei AGL II ja auch um irgeneinen Job kümmern, der einem erstmal den Lebensunterhalt sichert.

Letzlich ist es natürlich ne Einstellungssache.

eisengrau
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17.03.2010 - 17:22 Uhr
eisengrau

milagro sagte:
wie leicht oder schwer findet sich denn so ein gelegenheitsjob? geht das so schnell?


sehr schnell. Wenn man nicht gerade komplett raus aus der Szene ist, zum Beispiel, weil man erst frisch zugezogen ist. Da versteh ich gewisse Schwierigkeiten. In den Zeitungen steht ja nur noch unseriöser Scheiß, aber wo es brauchbare Jobs gibt, spricht sich unter Studis relativ schnell herum.

jurette_
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17.03.2010 - 17:24 Uhr
jurette_

alces sagte:
jurette_ sagte:
nicht arbeitlos, nicht erwerbstätig und trotzdem sozialversichter zu sein, das ist im deutschen System gar nicht vorgesehen.


Sozialversichert? Wozu denn? Als Privatier ist man laut SPD doch ohnehin asozial und wahrscheinlich verfassungsfeindlich. Und Krankenversichern darf ich mich doch wohl noch privat, wenn ich von Pacht und Miete lebe, oder?


Privat versichern darfst Du Dich ja auch. Freiwillig gesetzlich auch.

Ich sage nur, dass der Status nicht vorgesehen ist - es also kein Kästchen dafür gibt.

" Und was machen sie dann beruflich" "Nichts, ich mache 2 Monate Urlaub" "Und welche EInküfte haben sie da" "Keine." "DAs geht doch nicht" "Doch, Ersparnisse" "Ah, da tu ich mal so, als ob sie soundso viel Einkommen haben" usw.

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17.03.2010 - 17:25 Uhr
jurette_

milagro sagte:
jurette_ sagte:
Wieso? Sie hatte doch nen Job in Aussicht. Abgesehen davon kriegt sie doch ALG I, nur zu wenig.


bei befristung gelten immer drei monate. in aussicht zählt da glaub ihc nicht.


Es geht doch um die DAme im Text, milagro. Und die kriegt ja ALG I.

milagro
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17.03.2010 - 17:33 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
milagro sagte:
jurette_ sagte:
Wieso? Sie hatte doch nen Job in Aussicht. Abgesehen davon kriegt sie doch ALG I, nur zu wenig.


bei befristung gelten immer drei monate. in aussicht zählt da glaub ihc nicht.


Es geht doch um die DAme im Text, milagro. Und die kriegt ja ALG I.


ja, ich hab das mit den drei monaten verpeilt. steht ja auch gar nicht da, dass sie sich nicht rechtzeitig gemeldet hat. grundsätzlich hätte sie sich ohne feste zusage auch schon eher um was anderes kümmern müssen und nicht erst jetzt. auf sowas verlässt man sich doch nicht, so lange da nix unterschrieben ist.

eisengrau
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17.03.2010 - 17:35 Uhr
eisengrau

milagro sagte:

schließt sich nicht aus. kommt aber m.e. auf die umstände an. ich wollte auch kein plädoyer für hartz IV für alle uniabsolventen halten oder so. ich habe nur verständnis geäußert, dass man darauf unter umständen zurückgreift.


Verständnis hab ich auch. Auch dafür, dass der Punk sich morgens sagt: Für das bisschen mehr Geld im Monat steh ich morgens nicht auf und lass mich nicht von einem Chef rumscheuchen.
Ich frage mich, ob Anne und Esther dieses Verständnis auch aufbringen, wenn ihre Karriere mal in Fahrt kommt...?

alces
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17.03.2010 - 17:38 Uhr
alces

jurette_ sagte:
" Und was machen sie dann beruflich" "Nichts, ich mache 2 Monate Urlaub" "Und welche EInküfte haben sie da" "Keine." "DAs geht doch nicht" "Doch, Ersparnisse" "Ah, da tu ich mal so, als ob sie soundso viel Einkommen haben" usw.


Aber wenn ich mich freiwillig gesetzlich versichere, zählt doch der Arbeitslohn als Bemessungsgrundlage, nicht das gesamteinkommen, oder? Da bringe ich mein Zinshaus und meine Unternehmensanteile doch in eine GmbH ein, bestelle mich bei einem minimalen Gehalt zum GF, versichere mich in der GKV, wo dann auch Familie kostenlos mitversichert ist bei einem Pups von Beitrag da ja vom Gehalt her zählend, während ich mir die GmbH-Gewinne mit gerade mal 25% Kapitalertragssteuer in die andere Tasche gieße. Geilo, und natürlich viiiiel sozialer als eine Pauschale mit Ausgleich über gesamt-ESt. Ich lach' mich schlapp.

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17.03.2010 - 17:41 Uhr
alces

eisengrau sagte:
Verständnis hab ich auch. Auch dafür, dass der Punk sich morgens sagt: Für das bisschen mehr Geld im Monat steh ich morgens nicht auf und lass mich nicht von einem Chef rumscheuchen.

Dieser Punk wird im harten Verdrängungswettkampf um die besten Plätze in Haupteingangsnähe auf den Bahnhofsvorplätzen dieser Republik aber äußerst schlechte Karten haben - auch Schnorren und Tachinieren muß mit einem Leistungsgedanken betrieben werden...

jurette_
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17.03.2010 - 17:46 Uhr
jurette_

alces sagte:
jurette_ sagte:
" Und was machen sie dann beruflich" "Nichts, ich mache 2 Monate Urlaub" "Und welche EInküfte haben sie da" "Keine." "DAs geht doch nicht" "Doch, Ersparnisse" "Ah, da tu ich mal so, als ob sie soundso viel Einkommen haben" usw.


Aber wenn ich mich freiwillig gesetzlich versichere, zählt doch der Arbeitslohn als Bemessungsgrundlage, nicht das gesamteinkommen, oder? Da bringe ich mein Zinshaus und meine Unternehmensanteile doch in eine GmbH ein, bestelle mich bei einem minimalen Gehalt zum GF, versichere mich in der GKV, wo dann auch Familie kostenlos mitversichert ist bei einem Pups von Beitrag da ja vom Gehalt her zählend, während ich mir die GmbH-Gewinne mit gerade mal 25% Kapitalertragssteuer in die andere Tasche gieße. Geilo, und natürlich viiiiel sozialer als eine Pauschale mit Ausgleich über gesamt-ESt. Ich lach' mich schlapp.


alces, wenn Du Dich entsinnst, ging es um Übergangszeiten. Das ein priavtier keine Probleme hat, sich zu versichern, ist mir klar.

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17.03.2010 - 17:47 Uhr
jurette_

alces sagte:
jurette_ sagte:
" Und was machen sie dann beruflich" "Nichts, ich mache 2 Monate Urlaub" "Und welche EInküfte haben sie da" "Keine." "DAs geht doch nicht" "Doch, Ersparnisse" "Ah, da tu ich mal so, als ob sie soundso viel Einkommen haben" usw.


Aber wenn ich mich freiwillig gesetzlich versichere, zählt doch der Arbeitslohn als Bemessungsgrundlage, nicht das gesamteinkommen, oder? Da bringe ich mein Zinshaus und meine Unternehmensanteile doch in eine GmbH ein, bestelle mich bei einem minimalen Gehalt zum GF, versichere mich in der GKV, wo dann auch Familie kostenlos mitversichert ist bei einem Pups von Beitrag da ja vom Gehalt her zählend, während ich mir die GmbH-Gewinne mit gerade mal 25% Kapitalertragssteuer in die andere Tasche gieße. Geilo, und natürlich viiiiel sozialer als eine Pauschale mit Ausgleich über gesamt-ESt. Ich lach' mich schlapp.


alces, wenn Du Dich entsinnst, ging es um Übergangszeiten. Das ein priavtier keine Probleme hat, sich zu versichern, ist mir klar.

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17.03.2010 - 17:49 Uhr
jurette_

milagro sagte:
jurette_ sagte:
milagro sagte:
jurette_ sagte:
Wieso? Sie hatte doch nen Job in Aussicht. Abgesehen davon kriegt sie doch ALG I, nur zu wenig.


bei befristung gelten immer drei monate. in aussicht zählt da glaub ihc nicht.


Es geht doch um die DAme im Text, milagro. Und die kriegt ja ALG I.


ja, ich hab das mit den drei monaten verpeilt. steht ja auch gar nicht da, dass sie sich nicht rechtzeitig gemeldet hat. grundsätzlich hätte sie sich ohne feste zusage auch schon eher um was anderes kümmern müssen und nicht erst jetzt. auf sowas verlässt man sich doch nicht, so lange da nix unterschrieben ist.


Aber sie hat doch alles richtig gemacht, sonst bekäme sie doch kein ALG I, sie hat sich anscheinend auf nix verlassen.
(Abgesehen davon ist die Sperre eh nur ne Woche)

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17.03.2010 - 17:49 Uhr
jurette_

Und wer weiß, vielleicht hatte sie shcon unterschrieben

alces
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17.03.2010 - 17:54 Uhr
alces

jurette_ sagte:
alces, wenn Du Dich entsinnst, ging es um Übergangszeiten. Das ein priavtier keine Probleme hat, sich zu versichern, ist mir klar.


Ja - aber wem ist eigentlich klar, daß dieser Privatier billiger davonkommen kann als die buchstäblich am Hungertuch nagende Drossel als Selbständige? das ist doch eine viel größere Sauerei als hier und da ein oder drei Monate ALG I/II... zumal statistisch betrachtet der durchschnittliche Student ja ohnehin einem Millieu entstammt, wo HartzIV als Übergangslösung nicht möglich ist, da Sparbücher und/oder Eltern mit Einkommen vorhanden sind.

jurette_
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17.03.2010 - 17:59 Uhr
jurette_

Klar ist das schohn. Es sagt nur keiner.

Außerdem wäre es gerecht, weil die dann endlich genauos schlecht behandelt werden wie wir armen GKV-Versicherten :)

eisengrau
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17.03.2010 - 18:04 Uhr
eisengrau

alces sagte:
Dieser Punk wird im harten Verdrängungswettkampf um die besten Plätze in Haupteingangsnähe auf den Bahnhofsvorplätzen dieser Republik aber äußerst schlechte Karten haben - auch Schnorren und Tachinieren muß mit einem Leistungsgedanken betrieben werden...


Niemand hat gesagt, dass der Einstieg ins Berufsleben ein leichter ist.

hertie45
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17.03.2010 - 18:15 Uhr
hertie45

dito!
Neben dem Bewerben bleibt keine Zeit und Energie für einen Nebenjob...???? Was ist das?
man kann sich sehr wohl auf seine Bewerbungen konzentrieren und nebenbei arbeiten gehen. Das ist zumutbar.

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17.03.2010 - 18:15 Uhr
hertie45

dito!
Neben dem Bewerben bleibt keine Zeit und Energie für einen Nebenjob...???? Was ist das?
man kann sich sehr wohl auf seine Bewerbungen konzentrieren und nebenbei arbeiten gehen. Das ist zumutbar.

alces
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17.03.2010 - 18:16 Uhr
alces

jurette_ sagte:
Klar ist das schohn. Es sagt nur keiner.

Außerdem wäre es gerecht, weil die dann endlich genauos schlecht behandelt werden wie wir armen GKV-Versicherten :)


Wer, wir? Ich habe mit der GKV außer den steuerfinanzierten Zuschüssen nichts am Hut. Damit das auch so bleibt, opponiert ja auch alles gegen die Kopfpauschale - sollen doch die Gering- und Mäßigverdiener schön brav untereinander "Solidarität" üben. Die gesamte politische Kaste und die Beamten- und Anwaltsstände aus denen sich diese vornehmlich rekrutiert sind beim Thema Zwangsmitgliedschaft außen vor... Lustik, n'est-ce pas?

nitusind
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17.03.2010 - 18:57 Uhr
nitusind

eine alternative zum problematischen dt. sozialversicherungsystem (ich kenne leute, die als freelancer tatsächlich nur wg. der krankenversicherung hartz4-aufstocker geworden sind) wäre ja eine universale steuerfinanzierte krankenversicherung für alle. aber das ist wohl in dtl. undenkbar, aus gründen, die alces ja schon so schön dargelegt hat:

alces sagte:
Damit das auch so bleibt, opponiert ja auch alles gegen die Kopfpauschale - sollen doch die Gering- und Mäßigverdiener schön brav untereinander "Solidarität" üben.


ansonsten:
ich kapier einfach nicht, warum es moralisch verwerflich sein sollte, hartz4 zu beantragen, wenn man kein einkommen hat (so wie es viele kommentare hier implizieren)?!? und wieso sollte der hochschulabschluss dafür eine rolle spielen? ist das irgendwie westerwelle-"logik"?

nach meinen informationen jedenfalls ist alg2 für einen solchen fall gedacht (also für den fall, dass man keinen job/ kein oder nicht genügend anderes einkommen hat).

eisengrau
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17.03.2010 - 19:11 Uhr
eisengrau

hertie45 sagte:
dito!
Neben dem Bewerben bleibt keine Zeit und Energie für einen Nebenjob...???? Was ist das?
man kann sich sehr wohl auf seine Bewerbungen konzentrieren und nebenbei arbeiten gehen. Das ist zumutbar.


Vor allem frage ich mich vor diesem Hintergrund, wie aufwändig eine Bewerbung in dieser Branche wohl sein mag.
Als ich nach dem Studium mal über eine Festanstellung nachdachte, habe ich einen Lebenslauf, ein kurzes Mission Statement und ein paar Projektdokumentationen bzw. Leseproben meiner Arbeiten zusammengeheftet, und ab die Post. Das meiste konnte ich dann auch für andere Bewerbungen mit nur geringfügigen Änderungen übernehmen.

jurette_
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17.03.2010 - 19:14 Uhr
jurette_

alces sagte:
jurette_ sagte:
Klar ist das schohn. Es sagt nur keiner.

Außerdem wäre es gerecht, weil die dann endlich genauos schlecht behandelt werden wie wir armen GKV-Versicherten :)


Wer, wir? Ich habe mit der GKV außer den steuerfinanzierten Zuschüssen nichts am Hut. Damit das auch so bleibt, opponiert ja auch alles gegen die Kopfpauschale - sollen doch die Gering- und Mäßigverdiener schön brav untereinander "Solidarität" üben. Die gesamte politische Kaste und die Beamten- und Anwaltsstände aus denen sich diese vornehmlich rekrutiert sind beim Thema Zwangsmitgliedschaft außen vor... Lustik, n'est-ce pas?


Mit wir meinte ich ja nicht Dich, sondern Leute wie mich.

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17.03.2010 - 19:21 Uhr
jurette_

nitusind sagte:

ich kapier einfach nicht, warum es moralisch verwerflich sein sollte, hartz4 zu beantragen, wenn man kein einkommen hat (so wie es viele kommentare hier implizieren)?!? und wieso sollte der hochschulabschluss dafür eine rolle spielen? ist das irgendwie westerwelle-"logik"?

nach meinen informationen jedenfalls ist alg2 für einen solchen fall gedacht (also für den fall, dass man keinen job/ kein oder nicht genügend anderes einkommen hat).


Ich denke nicht, dass es den meisten hier um Hartz IV Bezug per se geht, sondern darum, dass das nach dem Studium von Personen bezogen wird, die durchaus in der lage wären, ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen - halt nur nicht in dem Job, den sie wollen. Und dass es besser ist, Hartz IV zu beziehen, als einen Aushilfsjob anzunehmen.

alces
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1

17.03.2010 - 20:03 Uhr
alces

jurette_ sagte:
Mit wir meinte ich ja nicht Dich, sondern Leute wie mich.


Aus der Perspektive diverser Kräfte bist Du auch schon eine Besserverdienerin.

unangepasste
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17.03.2010 - 20:10 Uhr
unangepasste

Was mich hier in der Diskussion stört, ist, dass so viele davon ausgehen, dass man ganz selbstverständlich als Akademiker einen Nebenjob bekommt, mit dem man genug Geld verdient. Mir hätte es nicht gereicht, in meinem Studentenjob weiter zu arbeiten, habe stattdessen eine Praktikumsstelle angenommen, arbeite dann Vollzeit für weniger als Hartz IV, aber komm über die Runden. Auch eine Lösung, aber da muss man sich auch gegen einige Konkurrenten durchsetzen. Ohne Studentenstatus sind auch Billiglohnjobs nicht einfach zu bekommen.

Cate81
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17.03.2010 - 20:11 Uhr
Cate81

Also ich hätte in den vier Monaten zwischen Uni-Ende und meinem ersten Job lieber gekellnert oder wäre sonst irgendeinem Job nachgegangen, als Hartz IV zu bekommen. Aber ich bin während dieser Zeit wieder zu meinen Eltern gezogen, und die wohnen auf dem platten Land. Da ist nix mit Jobs und erst recht nicht für Leute ohne Auto.
Ich habe auch viele Bewerbungen geschrieben, aber es ist nicht so, dass das eine Ganztagsbeschäftigung wäre, deretwegen man keine Zeit zum Jobben hat.
Allein schon das Gefühl, Hartz-IV-Empfänger zu sein, ist beschissen, da würde ich lieber bei McDonald's in der Küche rödeln (was ich im Übrigen schon mal gemacht habe) oder sonstwas wenig prestigeträchtiges, aber dafür mein eigenes Geld verdienen.

eisengrau
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17.03.2010 - 20:17 Uhr
eisengrau

unangepasste sagte:
Was mich hier in der Diskussion stört, ist, dass so viele davon ausgehen, dass man ganz selbstverständlich als Akademiker einen Nebenjob bekommt, mit dem man genug Geld verdient.


Einer reicht vielleicht nicht, aber nachdem das Studium ja wegfällt, ist auch Zeit für einen zweiten oder dritten.
Ich kenne viele, die so eine Patchwork-Woche haben, z.B. weil es in ihrem erlernten Beruf einfach keine offenen Stellen gibt.

Annabanana6699
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1

17.03.2010 - 22:11 Uhr
Annabanana6699

Dosenknall_mit_Ueberschall sagte:
"Die studierte Kulturwirtschaftlerin" ... "
könnte man so sehen. als "kulturwirtschaftlerin" (?) hat ihr der prof aber sicherlich in der einführungsvorlesung schon gesagt, "wenn ihr 'n job wollt, lernt lieber was anderes. nen beruf, zum beispiel". selbst wenn sie einen job finden wird, dann ja wohl im öffentlichen dienst. und wo hat der wohl sein geld her!? richtig, von den hart erarbeiteten euros der steuerzahlenden bevölkerung. sie macht dann zwar im optimalen fall etwas dafür, weil wir in dem luxus leben, dass sich einene gesellschaft sowas wie öffentliche förderung von "kultur" noch leisten kann, im endeffekt wechselt aber nur der öffentliche topf, aus dem sie geld bezieht.


Na ja, es soll ja auch Geistes-/Kulturwissenschaftler geben, die nach dem Studium durchaus gleich einen Job finden, jenseits vom Öffentlichen Dienst.

querspieler
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3

17.03.2010 - 22:31 Uhr
querspieler

Ich fasse für mich mal zusammen:
Worauf es einen Rechtsanspruch gibt das soll man auch in Anspruch nehmen dürfen ohne sich groß zu Rechtfertigen oder dafür besondere Zerknirschung zu zeigen. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die andern das alles bezahlen und man also sich schon ein paar Fragen gefallen lassen muss, ob das nötig ist und man sich das am besten selber frägt, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Wenn nein, kein Thema, wenn ja, bitte erst mal abchecken.

jurette_
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1

17.03.2010 - 23:07 Uhr
jurette_

Meine Auffassung trifft die Zusammenfassung :)

alcofribas
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18.03.2010 - 00:28 Uhr
alcofribas

querspieler sagte:
Ich fasse für mich mal zusammen:
Worauf es einen Rechtsanspruch gibt das soll man auch in Anspruch nehmen dürfen ohne sich groß zu Rechtfertigen oder dafür besondere Zerknirschung zu zeigen. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die andern das alles bezahlen und man also sich schon ein paar Fragen gefallen lassen muss, ob das nötig ist und man sich das am besten selber frägt, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Wenn nein, kein Thema, wenn ja, bitte erst mal abchecken.


ja also geht doch, ohne neid- oder schmarotzer-debatten

jurette_ sagte:
Meine Auffassung trifft die Zusammenfassung :)


eben.

annehatschon
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3

18.03.2010 - 01:37 Uhr
annehatschon

jeder, der sich als angestellter über die allmonatliche brutto-netto-differenz ärgert, sollte sich darüber im klaren sein, dass der ach so freie freiberufler diese differenz selbst erwirtschaften muss. und dann hat er noch nicht gegessen und keine miete gezahlt.

kein nebenjob deckt diese ausgaben. sonst wär es kein nebenjob mehr.
nach dem studium ist erstmal sense mit dem überangebot an superjobs.

wer also weder mit festanstellung noch als existenzgründer sofort seinen lebensunterhalt bestreiten kann, dem finanziert ALG II die existenzgrundlage. erste priorität: vermittlung in einen sozialversicherungspflichtigen job. "nebenpriorität": alles tun, um die kosten, die man als leistungsempfänger verursacht, zu senken.
heißt: jeder "jobberater" macht luftsprünge, wenn man die monatlichen 359 ganz oder teilweise, langfristig oder gelegentlich, durch geringe eigene einkünfte ersetzt. man darf sogar bis zu 3 monate lang ein unbezahltes praktikum machen, wenn das signifikant mit der verbesserung der jobaussichten zu tun hat.

et voilà: existenzgrundlage (krankenversicherung) gesichert, lebensunterhalt so gut es geht selbst finanziert, an der karriere gebastelt, stellenmarkt sondiert und fleißig beworben (wird bezuschusst): für einen übergang für 6-12 monate doch wirklich eine akzeptable lösung. wenn man mit ca. 500 €/ monat auskommt. aber das ging doch schon als student...

jurette_
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18.03.2010 - 09:07 Uhr
jurette_

Nebenjob veilleicht der falsche Begriff. Ich meinte damit nicht, dass der nur 4 Stunden die Woche beträgt oder so, sondern dass er nebenbei läuft - weil man sich ja um den "richtigen" Job kümmert. DAs darf schon einen Vollzeitstelle sein.

Und der ach so freie Freiberufler hat zumindest den Vorteil, dass er nicht sofort Steuern abführen muss.

Die Ansichten darüber, wozu Sozialhilfe gut ist, scheinen hier ja schon sehr weit auseinanderzugehen.

diedrossel
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18.03.2010 - 09:33 Uhr
diedrossel

vollzeitstellen sind dann aber doch eher selten, als 400 euro jobs. und davon reichen ja kaum zwei zum überleben. drei zu kombinieren ist dann aber zeitlich extrem diffiziel. und wieviel zeit dann wirklich bleibt um sich effektiv zu bewerben...
als ich mich in der übergangszeit auf vollzeitstellen als verkäuferin beworben hatte, wurde mir ein paar mal gleich mehrere gründe gesagt, warum man keine akademiker einstellen würde. erstens würde der rest des personals damit nicht einverstanden sein, weil akademiker immer so von oben herab seien,... und sie würden, kaum, dass man sie angelernt hat, für den echten job dann verschwinden.

jurette_
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18.03.2010 - 13:54 Uhr
jurette_

Ich sprach ja nie von 400 Euro Jobs. Und ja, daneben hat man Zeit, sich zu bewerben - ich habe das auch neben ne 38,5 Stunden Woche gemacht.

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18.03.2010 - 13:55 Uhr
jurette_

Und, drossel, wenn man keine Stelle findet, ist das ja was anderes. In dem Artikel und auch in der Diskussion hier ist der Tenor aber eher, dass man das ruhig machen kann, weil das besser sei als zu arbeiten - das stört mich.

diedrossel
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18.03.2010 - 14:08 Uhr
diedrossel

das stört mich auch. keine frage.
geh ich jetzt aber mal von den gehältern im klassischen 400 euro bereich - kellnern einzelhandel, nachhilfe, einfache büroarbeiten - aus, habe ich aber mit drei jobs keine 38,5 stundenwoche. dann bin ich eher bei 45 stunden pro woche und die auch verteilt auf tag und nacht. es ist unrealistisch, sich mit 400 euro jobs den vollen lebensunterhalt zu bestreiten.

jurette_
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18.03.2010 - 14:19 Uhr
jurette_

Ich muss verpasst haben, wo es hier um 400 Euro Jobs ging. Die meinte ich nicht. Und ich halte es durchaus mal für zumutbar, eine Übergangszeit, und nur um die geht es hier ja, in der man alleinstehend ist und grade frisch aus dem Studium kommt, mir sehr wenig Geld auszukommen. Schließlich hat man als Student und als Hartz IV Empfänger auch nicht mehr.

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18.03.2010 - 14:20 Uhr
jurette_

Man hat im Regelfall ja keine drei Kinder zu ernähren.

diedrossel
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18.03.2010 - 14:25 Uhr
diedrossel

miete: 350
telefon und nebenkosten: 100
krankenkasse: 300

damit bin ich schon bei 750 ohne was zu essen. das hat nix mit drei kindern zu tun. aber egal. müßig.

jurette_
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18.03.2010 - 14:26 Uhr
jurette_

Und um die zu verdienen, braucht es keine 60 Stunden Woche, wo daneben keine Bewerbung mehr möglich ist, oder?

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18.03.2010 - 14:28 Uhr
jurette_

Und wenn Du EINEN 400 Euro job hast, bist Du krankenversichert - die KVkann man also gut umgehen.

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18.03.2010 - 14:29 Uhr
jurette_

Ich weiß auch nicht genau, was Du mir sagen willst. Für mich hört sich das so an, als sei es nahezu unmöglich für einen frisch von der Uni gekommenen Universitätsabsolventen, ohne Hartz IV die Bewerbungsphase zu überbrücken.

Und das bestreite ich.

alces
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18.03.2010 - 14:50 Uhr
alces

jurette_ sagte:
Und das bestreite ich.

Du ultraneoliberale Rampensau.

Jede(r) geht halt zuerst einmal von der eigenen Erfahrung aus. Daß die Drossel da einen besonders steinigen Weg hinter sich hat, wird man ja nicht bestreiten. Als ich in UK auch sehr plötzlich von 43 Pfund ALG pro Woche leben sollte, wo vorher noch 450 Nettogehalt kamen habe ich auch erstmal meine Ersparnisse (die auch noch schön geschrumpft waren, trotz "konservativer" Veranlagung) verbraucht, dann etwas abgenommen.
Auch in Deutschland kann es doof sein, denn auch wenn man den ALG-Höchstsatz einstreicht nützt das wenig, wenn die Hypothek und PKV zusammen schon mehr ausmachen.

Keine Ahnung, was ich damit sagen will - vielleicht "der eigene Einzelfall ist nicht der Regelfall; toughski shitski, trooper."

milagro
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18.03.2010 - 14:53 Uhr
milagro

jurette_ sagte:
Und wenn Du EINEN 400 Euro job hast, bist Du krankenversichert - die KVkann man also gut umgehen.

bis zu 400 euro muss man sich doch selbst versichern? also war vor ein paar jahren noch so. ich hab damals mit arbeitgeber ausgehandelt, dass er mir 420 zahlt, damit ich kv hab usw.

jurette_
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18.03.2010 - 15:04 Uhr
jurette_

alces, hier geht es doch um die Überbrückung der Zeit nach dem Uni-Abschluss, in der die meisten noch keine Hypotheken aus Eigenheim haben, nicht? und ich bin nach wie vor der Ansicht, dass es nicht selbstverständlich sein sollte, dass man da Hartz IV beantragt, um sich in Ruhe zu bewerben, sondern nur, wenn es nicht anders geht. Besteht da jetzt noch Diskussionsbedarf?

Milagro, stimmt, mein Fehler, die Grenze liegt etwas über 400 Euro. Allerdings ist es wohl auch bei einem 400 Euro Job möglich, sich bei einer GKV freiwillig zu versichern, was zwar auch viel kostet, aber keine 300 Euro, sondern höchstens die Hälfte. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man nicht seinen kompletten Lebensunterhalt mit einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit verdienen muss, um in den Genuss von Sozialversicherung zu bekommen.

(Auch wenn ich mich wiederhole: Es muss auch nicht jeder 300 Euro KV zahlen - das gilt nur für die, die vorher nicht gesetzlich versichert waren)

alces
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18.03.2010 - 15:08 Uhr
alces

jurette_ sagte:
alces, hier geht es doch um die Überbrückung der Zeit nach dem Uni-Abschluss, in der die meisten noch keine Hypotheken aus Eigenheim haben, nicht?


Richtig, richtig, popichtig. Es geht aber auch darum, daß Leute aus der eigenen Erfahrung heraus argumentieren, das soziale Netz sei noch bei weitem nicht engmaschig genug, wogegen ich mich wehren möchte.

jurette_
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18.03.2010 - 15:10 Uhr
jurette_

Du möchtest Dich gegen die eigenen Erfahrung wehren oder gegen die Behauptung der unzureichenden Engmaschigkeit?

alces
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18.03.2010 - 15:12 Uhr
alces

jurette_ sagte:
Du möchtest Dich gegen die eigenen Erfahrung wehren oder gegen die Behauptung der unzureichenden Engmaschigkeit?

Äh. Beides. Irgendwie. Oder so.

queen_without_a_country
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18.03.2010 - 15:12 Uhr
queen_without_a_country

alces ist gegen special pleading ;)

jurette_
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18.03.2010 - 15:14 Uhr
jurette_

Ich finde Erfahrungen andere auch scheiße ;)

alces
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18.03.2010 - 15:24 Uhr
alces

queen_without_a_country sagte:
alces ist gegen special pleading ;)

Genau. Danke!

Humanoide
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18.03.2010 - 16:33 Uhr
Humanoide

wo kein hartz-IV
da auch kein diskussionsbedarf...

jeder ist selbst für sein futter verantwortlich!

in diesem land geht es einigen noch eindeutig zu gut...
die nehmermentalität nimmt erschreckende ausmasse an...

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18.03.2010 - 16:52 Uhr
Humanoide

und genau die gleichen leute,
die hartz-IV als selbstverständlich betrachten,
schimpfen im selben atemzug auf den händeaufhaltenden punker
an der ecke...

octopussy
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18.03.2010 - 20:10 Uhr
octopussy

@drossel &
jurette_ sagte:
Und um die zu verdienen, braucht es keine 60 Stunden Woche, wo daneben keine Bewerbung mehr möglich ist, oder?


jurette 750 ohne was zu essen, also wenn man noch ein bisschen leben will ist man ratzfatz bei 1.000 Euro. Jetzt finde mal einen Job, bei dem du mehr als 8 Euro/Std bekommst. Das ist nicht einfach. Du gehst von deinen "da braucht es doch nicht 60 Std" aus. Das wären so etwa 17 Euro pro Stunde bei 60 Std. Und jetzt finde den Job mal.

alces
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18.03.2010 - 20:12 Uhr
alces

Es geht um Wochenstunden, nicht pro Monat

octopussy
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18.03.2010 - 20:14 Uhr
octopussy

"Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich mittlerweile bekritzelte Blätter mit Formulierungsideen, verschiedene Muster für Anschreiben, die Fotos für den Lebenslauf liegen daneben. „So intensiv hätte ich mich nicht auf die Bewerbungen konzentrieren können, wenn ich nebenbei noch Kellnern, Babysitten und Nachhilfe geben müsste.“"

Neee, is klar. "bekritzelte Blätter" Man kann sich ja schon alles runterladen an Vorformulierung. Und beim Babysitten, wenn die Kleinen in der Koje liegen kann man bestens seinen Kram machen...

diedrossel
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18.03.2010 - 20:15 Uhr
diedrossel

ich habe in berlin und hamburg im schnitt für 6,50 bis 8 euro die stunde gearbeitet. und das war im einzelhandel, kneipen und cafés und in galerien bzw im lektorat. und jeder dieser arbeitgeber hätte mir was gepfiffen, wenn ich um eine beteiligung an der KV gebeten hätte. das ist doch der witz bei den 400 euro jobs.

Purcell
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18.03.2010 - 20:41 Uhr
Purcell

octopussy sagte:
jurette 750 ohne was zu essen, also wenn man noch ein bisschen leben will ist man ratzfatz bei 1.000 Euro. Jetzt finde mal einen Job, bei dem du mehr als 8 Euro/Std bekommst. Das ist nicht einfach. Du gehst von deinen "da braucht es doch nicht 60 Std" aus. Das wären so etwa 17 Euro pro Stunde bei 60 Std. Und jetzt finde den Job mal.


Du hast 60 Stunden pro Monat gerechnet, nicht pro Woche. Und was habt Ihr denn für einen Lebensstil, daß man 1000 Euro im Monat für den Mindestverbrauch einkalkuliert? Ich lebe in München, also an der Miete kann es nicht liegen, daß ich da deutlich drunter bin.

Henriettesbimmelbahn
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19.03.2010 - 10:18 Uhr
Henriettesbimmelbahn

Naja, also wenn man nicht grad kellnert sind unter 8 Euro die Stunde aber schon ungewöhnlich-vllt. ist das in Berlin anders, aber ich verdiene hier in München -je nach Job- zwischen 12 und 15 Euro.
Man muss sich halt umschauen.
Ich habe allerdings auch schon von Leuten gehört, dass es schwierig sei hier Nebejobs zu finden. Das ist natürlich Unsinn, wenn ich gesucht habe hatte ich immer innerhalb von einer Woche einen Job. Und die Unternehmen in denen ich bis jetzt war hatten nie was dagegen, wenn ich mal einen Monat oder zwei Vollzeit arbeite, warum auch? es ist schließlich immer Irgendwer im Urlaub.

Ich hätte allerdings auch kein schlechtes Gewissen nach dem Abschluss Hartz IV zu beantragen. Wenn man sich anschaut wie aufwändig allein schon Bewerbungen für Praktika sind, kann ich mir schon vorstellen, dass sich sowas rentiert.
Warum sollte man sich dafür schämen? Ich würde mich auch lieber erstmal mit jobben durchschlagen, aber wenn ich merke dass das echt nicht geht? warum dann nicht?

Ich denke dieser falsch verstanden Ehrbegriff wird den meisten hier von Eltern aus ländlichen Gebieten die keine universitäre Ausbildung haben, eingeimpft. Aber dass die sich nicht unbedingt als Karrierberater dienen können liegt ja auf der Hand.

jurette_
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19.03.2010 - 10:40 Uhr
jurette_

octopussy sagte:
@drossel &
jurette_ sagte:
Und um die zu verdienen, braucht es keine 60 Stunden Woche, wo daneben keine Bewerbung mehr möglich ist, oder?


jurette 750 ohne was zu essen, also wenn man noch ein bisschen leben will ist man ratzfatz bei 1.000 Euro. Jetzt finde mal einen Job, bei dem du mehr als 8 Euro/Std bekommst. Das ist nicht einfach. Du gehst von deinen "da braucht es doch nicht 60 Std" aus. Das wären so etwa 17 Euro pro Stunde bei 60 Std. Und jetzt finde den Job mal.


Wochenstunden, pussy, nicht Monatsstunden. Meine These ist einfach: Man kann von einem regulären Vollzeitjob leben. Und man hat nebenbei Zeit, sich zu bewerben.

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19.03.2010 - 10:42 Uhr
jurette_

Purcell sagte:
octopussy sagte:
jurette 750 ohne was zu essen, also wenn man noch ein bisschen leben will ist man ratzfatz bei 1.000 Euro. Jetzt finde mal einen Job, bei dem du mehr als 8 Euro/Std bekommst. Das ist nicht einfach. Du gehst von deinen "da braucht es doch nicht 60 Std" aus. Das wären so etwa 17 Euro pro Stunde bei 60 Std. Und jetzt finde den Job mal.




Du hast 60 Stunden pro Monat gerechnet, nicht pro Woche. Und was habt Ihr denn für einen Lebensstil, daß man 1000 Euro im Monat für den Mindestverbrauch einkalkuliert? Ich lebe in München, also an der Miete kann es nicht liegen, daß ich da deutlich drunter bin.


Es geht dabei um den großen Posten "Krankenversicherung", der allerdings, wie ich schon mehrmals angemerkt habe, nicht immer 300 Euro kostet, sondern in einer Vielzahl von Fällen deutliche darunter liegt

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19.03.2010 - 10:46 Uhr
jurette_

Ich denke, ab 2007 ist es durch die Gesundheitsreform sogar möglich, sich privat günstiger zu versichern.

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19.03.2010 - 10:48 Uhr
jurette_

Henriettesbimmelbahn sagte:
NIch würde mich auch lieber erstmal mit jobben durchschlagen, aber wenn ich merke dass das echt nicht geht? warum dann nicht?



Genau das ist der Punkt - nur wenn es nicht anders geht.

octopussy
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19.03.2010 - 10:50 Uhr
octopussy

jurette_ sagte:
Ich denke, ab 2007 ist es durch die Gesundheitsreform sogar möglich, sich privat günstiger zu versichern.


was allerdings als 30er Frau sehr schwierig wird. ich zahl an die 300 euro und selbst ein versicherungsmakler meinte mal, das fände er mir nirgends günstiger.

und ja: sorry, falsch gedacht bei den stunden. hast natürlich recht.

jurette_
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19.03.2010 - 10:56 Uhr
jurette_

octopussy sagte:
jurette_ sagte:
Ich denke, ab 2007 ist es durch die Gesundheitsreform sogar möglich, sich privat günstiger zu versichern.


was allerdings als 30er Frau sehr schwierig wird. ich zahl an die 300 euro und selbst ein versicherungsmakler meinte mal, das fände er mir nirgends günstiger.

und ja: sorry, falsch gedacht bei den stunden. hast natürlich recht.


pussy, ich spreche nach wie vor noch vom dem Fall "Uniabsolventin" - da mag es zwar über 30jährige geben, das ist aber nicht der Regelfall.

Nochmal: Natürlich gibt es Fälle, in denen ich es für absolut gerechtfertigt halte, nach dem Studium zur Überbrückung Hartz IV zu beziehen. Es ist aber nicht so, dass es unmöglich ist, sich seinen Lebensunterhalt für diese Zeitspanne anders zu verdienen und sich nebenbei noch um einen richtigen Job zu kümmern.

Es sollte deswegen nicht als normal gelten, in diesem Zeitraum Hartz IV zu beziehen, weil man sich dann in Ruhe bewerben kann.

Mehr möchte ich nicht sagen.

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5

19.03.2010 - 10:58 Uhr
jurette_

Henriettesbimmelbahn sagte:
Ich denke dieser falsch verstanden Ehrbegriff wird den meisten hier von Eltern aus ländlichen Gebieten die keine universitäre Ausbildung haben, eingeimpft. Aber dass die sich nicht unbedingt als Karrierberater dienen können liegt ja auf der Hand.


Ich seh's jetzt erst - was ist denn das für eine Aussage? Wenn man der Auffassung ist, dass man grundsätzlich seinen Lebenunterhalt selber verdienen soll, ist man ein ländlicher Nicht-Akademiker?

101
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19.03.2010 - 16:16 Uhr
101

Für 600 Euro geh' ich zwei mal pro Woche Kellnern. Das macht bei mir dann fünf freie Tage für Stdudum/Bewerbung. Nach dem Studium, mit LSt.Klasse 1, muss man schon noch einen halben Tag drann hängen - oder sich für einen kostenlosen Master immatrikulieren.

Henriettesbimmelbahn
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19.03.2010 - 18:27 Uhr
Henriettesbimmelbahn

@jurette: hmm ich denke, wie gesagt, wenn man festgestellt hat dass es anders nicht möglich ist, ist es keine Schande Hartz IV zu beziehen. Überhaupt "Schande". Ist doch Bullshit da so einen Ehrbegriff zu entwerfen, Lebenswege sind nun mal unterschiedlich.

Akademiker soll später ja nicht Taxifahren, keinen schlechtbezahlten Job haben, und natürlich auch nicht Hartz beantragen, sonst Schimpf und Schande-Ja ich kenne dieses Geseire aus vornehmlich Bildungsfernen Schichten. Aus meinem Freundeskreis kenne ich unterschiedliche Lebenswege, die zu be-oder verurteilen ich mir nicht anmaßen würde.


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