Oh, Absolutes
Text: revhoros
Oh, Absolutes
Suche deine Nähe immerfort
Liebe dich so sehr
Dass mein Streben zu dir
Treibend Kraft in meinem Leben ist
Komme dir manches Mal so nah
Dass dein starkes Leuchten mich entfacht
Ich dann brenne vor Liebe
Und friedlich bei dir ruh’
Doch nur in heilig’ Entfernung
Kann ich dich erkennen
Ganz bei dir zu sein, dich zu begreifen
Bleibt mir verwährt
Erzwingend Festhalten
Lässt dich wie von Zauberhand
Vor meinen Augen verschwinden
Du bist so klar
Und dennoch unbestimmbar
Dass nur Ahnung dich kann sichten
Und jeder Versuch dich genau zu sehen
Aus Wahrheit ein Dogma schafft
Deine Existenz ist unbestreitbar
Doch jeglich’ Graben nach Beweis
Lässt nur leere Grube zurück
Als absoluter Wert
Stehst du im Dunkeln
Und jedes Licht, das auf dich fällt
Lässt Subjektives auf dieser Erde gedeihen
So wandelt sich das Unbenennbare
Zu Gott und Göttin
Zu Schöpfergeschlecht mit Namen
Und auch Liebesgesetze erstarren zu Dogmen
Die der Liebe Freiheit entziehen
Du, absolutes Unsichtbare
Wirst geknebelt, gefangen
Zum irdisch’Greifbaren entstellt
Vernunft macht dich zum Narren
Oh, flüchtig Absolutes
Verständnis habe ich doch
Mit diesem Verlangen dich zu halten
Bin ich doch nicht weniger verleitet
Dich zu Berührbarem zu konservieren
Wie gerne wäre ich bei dir für immer
Geborgen in absoluter Realität
Doch wie ich nun weiß
Ist deine Näh’ nur im Bedingten möglich
Und wahre deshalb stets ehrfürchtig Distanz
In Gewissheit und in Einsicht
Dass ich das Nahsein bei dir
Nur ohne dich zu begreifen
In Abwesenheit meines Verstehens erlang’
Das Alter
Vergangenes auch Zukünftiges
In Gegenwart der Ewigkeit
Immerwährend Relatives bleibt
Die Zeit, der Raum
Von der Unendlichkeit umfasst
Begrenzende Größen ohne Bestand
Geradewohl gezeichnet in das göttliche Bild
In ungreifbare Fläche von Leerheit und Weite
Worte so unbeholfen
Den Sinn des Allgegenwärtigen zu deuten
Wissen, dass Unerkennbares verstehen will
Wissenschaft, die sucht
Was nicht gefunden werden will
Ausdehnung der Wahrnehmung
Ein winzig’ Einblick gewährt
So klein und doch so groß
Dass es uns überwältigend unsere Unwissenheit erklärt
Und immer nur einer Ahnung gleich
Sich in Demut wissen-los dem Absoluten nähert
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