„Wir müssen alle umdenken“
Früher war er Musiker und Moderator, jetzt arbeitet Mola Adebisi für „Rapidshare“ – mit jetzt.de spricht er über Musikpiraterie und seinen neuen Job
Das Magazin "Der Spiegel" nannte Mola Adebisi mal „eines der ersten Gesichter von Viva“. Beim Musikfernsehen ist der 37-Jährige aber nicht mehr. Nach Stationen als Sänger, Schauspieler und Programmchef bei einem Internetradio arbeitet er jetzt als Berater für den One-Click-Hoster RapidShare. Auf dessen Website tauschen User aus aller Welt mit einem Klick große Dateien. Ein Interview über den Datenfluss. jetzt.de: Das Image von RapidShare in den Medien ist nicht gerade das Beste. Bist Du auf die Seite der Bösen gewechselt? Mola Adebisi: Ich glaube, RapidShare wird oft missverstanden. Wir sind ein Filehoster und Distributor. Das Unternehmen transportiert große Dateien vom Kunden zu anderen Kunden dieser Welt. Ob böse oder nicht kommt immer darauf an, was man in RapidShare sehen will. Für mich erbringen wir Dienstleistungen für Endverbraucher und Unternehmen, um Dateien, die man nicht mehr per E-Mail versenden kann, trotzdem schnell, einfach und sicher zu transportieren. Sozusagen die digitale Post . . . jetzt.de: Wie kam es zu Deinem Engagement bei RapidShare? Mola: Während meiner Arbeit als Programmdirektor beim Musiksender Imusic 1 habe ich Bobby Chang, den Chef von RapidShare, über einen Freund kennengelernt. jetzt.de: Was genau machst Du denn bei RapidShare? Mola: Ich berate in Medien-, Markt forschungs- und Event-Angelegenheiten. Außerdem helfe ich mit, den Entertainment-Bereich auszubauen.
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Zitat später:
"Wir müssen ALLE umdenken."
"jetzt.de: Es gibt Leute, die behaupten, illegales Downloaden würde die Musik töten. Glaubst Du das auch?
Mola: Nein, das glaube ich nicht. Es gibt genügend Bands und Labels, die gezeigt haben, dass freie Downloads sehr gute Promotion sind. "
Wo ist jetzt da die oben geforderte Differenzierung? Wer muss alles umdenken? Der Nutzer sicher nicht, der nimmt, was er kriegt. Für wen und in welchem Umfang können freie Downloads sehr gute Promotion sein?
Blabla, Dampfplauderer
wenn der plattenindustrie nichts besseres einfällt als einen mit kundenunfreundlichen DRM-Dateien zu belästigen und vergängliche mp3s zu fast dem gleichen preis anbieten wie das physikalische produkt, dann werden sie den filesharern sowieso nie paroli bieten können.
wir brauchen bald eh keine labels mehr um für uns auszuwählen was wir hören sollen und was nicht, myspace demokratisiert den geschmack.
es gab übrigens auch vor erfindung der tonträger schon gute musik, kunst sollte doch nicht aus dem wunsch reich zu werden entstehen, oder? das konzept allein vom musikmachen gut leben zu können war doch sowieso schon immer naiv, 70-90 war vielleicht die hochzeit der reichen rockstars, aber die große masse der musiker konnte da seit eh und je nicht mithalten. warum meckern eigentlich die indie-labels soviel, wollen doch so toll unkommerziell sein. wer phantastische musik macht wird reich, wer gute musik macht kann davon zumindest über die runden kommen. so wirds auch in zukunft bleiben.
Sibelius sagte:
wer phantastische musik macht wird reich, wer gute musik macht kann davon zumindest über die runden kommen. so wirds auch in zukunft bleiben.
Nicht ganz. Wer den richtigen Marketing-Riecher mit seiner Musik hat, wird reich. Und die anderen sind mit ihrer Musik einfach nur glücklich. Ob machen oder hören ist da dann auch egal.
Aber im Ganzen hast Du natürlich recht. Der klassische Datenträgerverkauf wird vermutlich irgendwann zum Nischenmarkt. Es lebe das Event!
Tulpenkrieg sagte:
Was habt ihr denn hier neuerdings immer mit diesen ganzen Viva-Moderatoren? Ständig tauchen irgendwelche Interviews mit denen auf. Puh.
Archäologie :)
Renaissance_Man sagte:
die zeit des (nicht patentierbaren) geistigen eigentums ist vorbei, da helfen langfristig weder tolle vertriebskonzepte noch kulturflate. was beliebig ohne einsatz von kosten reproduzierbar ist (nämlich die mp3/der film an sich), hat nunmal keinen echten marktwert. dabei spielt es letztlich keine rolle, ob die kopie legal oder illegal ist. ignoriert man den rechtlichen aspekt, dann ist das bezahlen für eine mp3 das gleiche wie spenden für wikipedia. man findet es gut und möchte es von sich aus gerne unterstützen.langfristig wird mit musik und dvds aber kein geld zu verdienen sein, sondern nur mit gütern, die nicht kopierbar sind (konzerte, kino). das weiß auch die musikindustrie, nur wollen sie natürlich noch so lange wie möglich so viel wie möglich verdienen. aber auch deren lobby wird nicht verhindern können, dass filesharing irgendwann komplett legal sein wird.
Da wirst du wohl Recht haben, auch wenn es durchaus wünschenswert wäre, wenn die Leute mehr Respekt vor Eigentum anderer hätten und für die Leistung, die sie beziehen, den verlangten Preis zahlen.
So wird nur das Prinzip von Angebot und Nachfrage auf moralisch höchst fragwürdige Weise ausgehebelt...
Stimmt zwar, ist aber auch furchtbar bequem. Ich glaube immer noch nicht, dass Rapidshare eins zu eins mit richtigen Filehostern vergleichbar ist. Sicher wird das auch genutzt, um legale große Dateien auszutauschen, aber bitte, wie groß ist denn da der Anteil? Ich gehe jede Wette ein, dass der bei weitem größte Teil der Dateien bei Rapidshare Raubkopien sind. Dass es offenbar auch für Premium-Mitglieder keine Möglichkeit gibt, Download-Links über die zufällig generierten Link-IDs hinaus zu sichern, macht den professionellen Einsatz irgendwie... unwahrscheinlich.
Es ist natürlich legitim, dass RapidShare die gegenteilige Darstellung in der Welt verbreiten will, und Mola Adebisi ist als Galionsfigur dafür bestimmt gar nicht schlecht geeignet. Aber, liebe Redaktion: Müsst ihr dem so eine billige Plattform geben?
Als ob es Bootlegs erst seit Erfindung des Internets gaebe...
Aber das man ein gekauftes Digitalalbum auch mehr als einmal runterladen kann, dazu müssen sich die Leute schon noch durchringen. Einen nennenswerten Service halt.
Ich kann jetzt z.B. manche DRM-Geschützte Itunes-Einkäufe nicht mehr abspielen weil ich die Software neuinstalliert habe und zwischezeitlich meinen Accountnamen geändert habe - ist doch lächerlich...
ach nee, wie....2 chefredakteure des sz-magazins wurden wegen sowas schon jahre zuvor gefeuert? auweia!
zum glück jibbet sowas hier nischt!
wobei...die verlockung ist ja groß. verständlich.
:-)
22.03.2010 - 15:05 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…
Die jetzt.de-Interviews, die sich ein kleiner Fälscher ausgedacht hatte; Spürnases Weltsensation, die zur Presseente eines Betrügers schrumpfte; eine fassungslose Redaktion, die darüber ihre Chefredaktion verlor und gegen eine neue ankämpfte - das ist die eine Seite der "jetzt.de"-Affäre. {...}
tscha..
Mola: Ich berate in Medien-, Markt forschungs- und Event-Angelegenheiten. Außerdem helfe ich mit, den Entertainment-Bereich auszubauen."
wenn man sich als interviewer mit so einer antwort abspeisen lässt, dann sollte man sich mal fragen, ob man seinen beruf nicht verfehlt hat.
Jollscherl sagte:
der kerl is anscheinend länger weg vom fenster als meine eltern eine sat-schüssel haben. ich hab von dem nie was gehört.
ich erinnere mich an ihn, als viva-moderator. war so in dem zeitraum, als der abstieg des musikfernsehens begann. er war nicht gut.
23.03.2010 - 07:57 Uhr
Dosenknall_mit_Uebers…
Gut, es hat irgendwann gegen Mitte der 90er mE ein erstes qualitatives Tief gegeben, weil MTV auf Viva reagieren mußte und einen deutschen Sender aufgemacht hat, aber der große Abstieg kam erst, als der Gorny gemerkt hat, dass Indie zum Klingeltonverticken nicht der richtige Soundtrack ist. Der Anfang des Abstiegs war somit meiner Meinung nach erst, als der Kavka bei Viva Zwei aufgehört hat.
BananenBill sagte:
Für wen und in welchem Umfang können freie Downloads sehr gute Promotion sein?
Blabla, Dampfplauderer
Für Musiker, wenn sie die Sache richtig angehen. Wer seine Songs kostenlos zur Verfügung stellt, der erreicht mit etwas Glück ein weitaus größeres Publikum als mit dem Verkauf von CDs. Er verliert dadurch dann zwar auch die CD-Einnahmen, gewinnt aber wie gesagt eine Menge Konzertbesucher und Käufer von Fanartikeln hinzu.








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21.03.2010 - 18:44 Uhr
MorbusBahlsen
Wer ist "wir alle"? Oder nur ein kleines gallisches Dorf der Unverwüstbaren?