10.03.2010 - 18:30 Uhr

0 16 Über Twitter weiterempfehlen

Französisches Abschreckungsgesetz gegen Urheberrechtsverletzer zeigt keine Wirkung

Text: stefan-winter

Eine Studie der Universität Rennes belegt, dass das französische Hadopi-Gesetz illegale Downloads nicht unterbindet, sondern nur verlagert

Angestrichen:
Abschreckung funktioniert nicht so gut wie erhofft.

Wo steht das denn?
In einer aktuellen Studie der Universität Rennes (PDF). Dort hatte man Ende 2009 insgesamt 2.000 Bürger in der Bretagne per Telefon zu ihrem Surfverhalten im Internet befragt. Die Forscher wollten vor allem wissen: Lassen sich die Befragten von den angekündigten harten Strafen des so genannten Hadopi-Gesetzes, das Netzsperren für wiederholte Urheberrechtsverletzungen vorsieht, abschrecken? Das Ergebnis: Die drohenden Strafen stoppen das illegale Downloaden nicht, sie verlagern es.



Um den Sanktionen zu entgehen, wechseln viele der Befragten von so genannten P2P-Systemen, in denen Urheberrechtsverletzungen vergleichsweise leicht verfolgt werden können, zu One-Click-Hostern wie RapidShare oder zu Streaming-Diensten wie Kino.to. Bei diesen Anbietern ist die Verfolgung schwieriger als bei den klassischen Tauschbörsen.

Obwohl die Forscher betonen, dass ihre Ergebnisse nur den für den Untersuchungsraum Bretagne repräsentativ sind, lassen sich im Web zahlreiche Kommentare finden, die aus der Studie vor allem den Schluss ziehen: Piraterie lässt sich mit Gesetzes-Initiativen nicht verhindern. Die Seite TorrentFreak fordert beispielsweise, die Unterhaltungs-Industrie solle statt auf Abschreckung zu setzen, neue Modelle für die digitale Verbreitung setzen, die sich stärker als bisher an den Wünschen der Konsumenten orientieren.


Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Textoptionen
Mehr Texte von
stefan-winter
Mehr Texte zum Label
Textmarker
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
16 Kommentare

speichern

Alle Kommentare anzeigen

Azaki
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

10.03.2010 - 19:09 Uhr
Azaki

Komisch, ich las den Einleitungssatz und musste lachen. Neuerdings bringen Verbote also nicht, außer Verlagerungen? Na, das ist doch mal was Neues in der Welt der Datenpiraterie, da haben die Franzosen richtig bei gelernt!

teilzeitirrer
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

10.03.2010 - 20:10 Uhr
teilzeitirrer

dass verbote vor allem verlagerungen bewirken, ist eig meistens so, nicht nur beim schwarzkopieren. und wer p2p saugt, steht auch auf geißelungen.

ThomasCrown
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 10:32 Uhr
ThomasCrown

surprise, surprise!

vigezzo
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 11:00 Uhr
vigezzo

ich frag mich immer wie "neue Modelle für die digitale Verbreitung setzen, die sich stärker als bisher an den Wünschen der Konsumenten orientieren" aussehen sollen. Ist sowas nicht eigentlich nur ein Kommentar der den mp3-Diebstahl verharmlost und sich gleichzeitig die Konzeptlosigkeit der Musikindustrie lustig macht? Aber wer wird denn aufgrund "neuer Modelle" anfangen für Musik zu bezahlen, wenn er es auch kostenlos bekommen kann und das Risiko erwischt zu werden gleichzeitig gering genug ist?

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 11:02 Uhr
vigezzo

hab bisher 3 Orthographie- und Grammatikfehler in meinem Beitrag entdeckt.. ich hoffe man wird mir gnädigerweise deshalb nicht unterstellen, ich wäre nicht zu verstehen.

ThomasCrown
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 11:05 Uhr
ThomasCrown

vigezzo sagte:
ich frag mich immer wie "neue Modelle für die digitale Verbreitung setzen, die sich stärker als bisher an den Wünschen der Konsumenten orientieren" aussehen sollen. Ist sowas nicht eigentlich nur ein Kommentar der den mp3-Diebstahl verharmlost und sich gleichzeitig die Konzeptlosigkeit der Musikindustrie lustig macht? Aber wer wird denn aufgrund "neuer Modelle" anfangen für Musik zu bezahlen, wenn er es auch kostenlos bekommen kann und das Risiko erwischt zu werden gleichzeitig gering genug ist?


ein konzept, das häufig genannt wird, ist die musikflatrate.

vigezzo
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 13:06 Uhr
vigezzo

den gordischen knoten zerschlägt das aber kaum oder?

MorbusBahlsen
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 14:12 Uhr
MorbusBahlsen

Naja, iTunes funktioniert ja auch einigermaßen. In der Masse ließe sich das auch besser vermarkten.

Flatrate bin ich insofern dagegen (auch wenn ichs schön fand, paradox, gell), weil der Wert einer Sache wirklich am Preis hängt. Die Piraterie läuft deshalb aus dem Ruder, weil zwischen gefühltem Wert und Preis des Produkts eine eklatante Lücke klafft.

Man könnte dank der Digitalisierung der Produkte jetzt so viele Sachen mit neuen Alben machen, anstatt nur die Bits und Bytes rüberzuschieben. Aber die Industrie kennt nur CD und/oder Download.

ThomasCrown
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 14:18 Uhr
ThomasCrown

@morbus: ich fürchte halt, daß der gefühlte wert von musik bei, sagen wir, unter 20jährigen bei etwa null liegt. die wollen kaum noch dafür bezahlen.

MorbusBahlsen
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

11.03.2010 - 14:32 Uhr
MorbusBahlsen

Der gefühlte Wert einer Sache, die man nicht anfassen kann, die allverfügbar ist, ist immer tendenziell null.

Weiter Seite 1 2

Alle Kommentare anzeigen


Speichern

Jetzt-Mitglied

stefan-winter offline

stefan-winter

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.

Please don't slow me down