Französisches Abschreckungsgesetz gegen Urheberrechtsverletzer zeigt keine Wirkung
Eine Studie der Universität Rennes belegt, dass das französische Hadopi-Gesetz illegale Downloads nicht unterbindet, sondern nur verlagert
Angestrichen:Abschreckung funktioniert nicht so gut wie erhofft.
Wo steht das denn?
In einer aktuellen Studie der Universität Rennes (PDF). Dort hatte man Ende 2009 insgesamt 2.000 Bürger in der Bretagne per Telefon zu ihrem Surfverhalten im Internet befragt. Die Forscher wollten vor allem wissen: Lassen sich die Befragten von den angekündigten harten Strafen des so genannten Hadopi-Gesetzes, das Netzsperren für wiederholte Urheberrechtsverletzungen vorsieht, abschrecken? Das Ergebnis: Die drohenden Strafen stoppen das illegale Downloaden nicht, sie verlagern es.

Um den Sanktionen zu entgehen, wechseln viele der Befragten von so genannten P2P-Systemen, in denen Urheberrechtsverletzungen vergleichsweise leicht verfolgt werden können, zu One-Click-Hostern wie RapidShare oder zu Streaming-Diensten wie Kino.to. Bei diesen Anbietern ist die Verfolgung schwieriger als bei den klassischen Tauschbörsen.
Obwohl die Forscher betonen, dass ihre Ergebnisse nur den für den Untersuchungsraum Bretagne repräsentativ sind, lassen sich im Web zahlreiche Kommentare finden, die aus der Studie vor allem den Schluss ziehen: Piraterie lässt sich mit Gesetzes-Initiativen nicht verhindern. Die Seite TorrentFreak fordert beispielsweise, die Unterhaltungs-Industrie solle statt auf Abschreckung zu setzen, neue Modelle für die digitale Verbreitung setzen, die sich stärker als bisher an den Wünschen der Konsumenten orientieren.
- Strafe für Kinderlose? vor 3 Std.
- Lauter stillende Mütter 10.02.2012
- Sorry, zu dick 02.02.2012
- Begeistert von Tweed 16.01.2012
- Willkommen im Billigstudium 11.01.2012
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem dienstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
Alle Kommentare anzeigen
11.03.2010 - 11:02 Uhr
vigezzo
vigezzo sagte:
ich frag mich immer wie "neue Modelle für die digitale Verbreitung setzen, die sich stärker als bisher an den Wünschen der Konsumenten orientieren" aussehen sollen. Ist sowas nicht eigentlich nur ein Kommentar der den mp3-Diebstahl verharmlost und sich gleichzeitig die Konzeptlosigkeit der Musikindustrie lustig macht? Aber wer wird denn aufgrund "neuer Modelle" anfangen für Musik zu bezahlen, wenn er es auch kostenlos bekommen kann und das Risiko erwischt zu werden gleichzeitig gering genug ist?
ein konzept, das häufig genannt wird, ist die musikflatrate.
Flatrate bin ich insofern dagegen (auch wenn ichs schön fand, paradox, gell), weil der Wert einer Sache wirklich am Preis hängt. Die Piraterie läuft deshalb aus dem Ruder, weil zwischen gefühltem Wert und Preis des Produkts eine eklatante Lücke klafft.
Man könnte dank der Digitalisierung der Produkte jetzt so viele Sachen mit neuen Alben machen, anstatt nur die Bits und Bytes rüberzuschieben. Aber die Industrie kennt nur CD und/oder Download.
Alle Kommentare anzeigen








1
10.03.2010 - 19:09 Uhr
Azaki