09.03.2010 - 18:30 Uhr

0 13 Über Twitter weiterempfehlen

Schwarze Stars, weiße Retter

Kritik am Oscar-Gewinnerfilm "Precious"

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


Neue Magazin-Texte:
Textoptionen
Mehr Texte zum Label
SZ
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
13 Kommentare

speichern

Alle Kommentare anzeigen

shafty
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

10.03.2010 - 16:15 Uhr
shafty

eisengrau sagte:
Vielleicht erzählt das Buch, bzw. der Film auch einfach nur eine Geschichte, wie jeder andere Film auch. Haben die Kritiker schon mal was von Hubert Selby gelesen? Ich habe den Film noch nicht gesehen, finde es aber jetzt schon gut, dass man nicht krampfhaft versucht hat, dem Elend unbedingt noch was Positives gegenüber zu stellen, damit die Sichtweisen wieder ausgewogen sind.


sehe ich genauso.
natürlich kann ich mir eine beurteilung nur bedingt anmaßen, da ich aus einem anderen kulturkreis komme.
es scheint mir aber, wenn ich mir die darstellung von afro-amerikanern und ihren lebensumständen im kino der letzten 10-15 jahre anschaue nicht so, als würde da klischee an klischee gereiht sondern afro-amerikaner tauchen in allen genres in allen rollen und in allen gesellschaftlichen zusammenhängen im kino auf.
in diesem film wird nun eine geschichte über eine kaputte schwarze familie erzählt, genau wie es unzählige filme über kaputte weisse familien gibt.
hier eine stereotypisierung anzuprangern finde ich schon ein bisschen paranoid. auch wenn mir die paranoia vor dem historischen hintergrund eher verständlich ist.

eisengrau
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

10.03.2010 - 16:41 Uhr
eisengrau

shafty sagte:
hier eine stereotypisierung anzuprangern finde ich schon ein bisschen paranoid. auch wenn mir die paranoia vor dem historischen hintergrund eher verständlich ist.


Ich glaube, die haben dasselbe Problem, das wir mit dem Kaufmann von Venedig haben: Wir haben massive Hemmungen, Juden in irgendeiner Form negativ darzustellen, die Amis damit, Schwarze (bzw. Afroamerikaner) negativ darzustellen.
Wobei ich gedacht hätte, dass in Amerika schon so viele Schwarze in allen möglichen Rollen unterschiedlichster Charakterzeichnung über die Leinwand gerannt sind, dass das Thema dort längst nicht mehr so sensibel sein dürfte.

Ich meine, Wesley Snipes als Demolition Man, da hat sich doch auch keiner aufgeregt, oder? Oder Samuel L. Jackson als religiös-obsessiver Kidnapper in Black Snake Moan. Oder waren diese Charaktere einfach zu karikaturenhaft, um Unbehagen zu verbreiten?

Digital_Data
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

10.03.2010 - 19:58 Uhr
Digital_Data

Wenn man sich selbst mal fragt, welcher schwarze Schauspieler laufend Rollen spielt, die überhaupt nicht die Hautfarbe repräsentieren, dann fällt mir im Moment vor allem Morgan Freeman ein. Evtl. noch Denzel Washington, aber dann ist es schon vorbei. Dabei meine ich jetzt bewußt Rollen, wo man die Farbe im Film einfach nicht mehr sieht, obwohl vorhanden. Bei vielen anderen bleibt einem das immer etwas bewußt.

Bei Danny Glover ist das auch so in den Lethal Weapon Filmen, aber nicht in allen seinen Arbeiten, wenn man mal aktiv drüber nachdenkt. Wäre interessant, mal zu prüfen ob das an den Rollen oder am Schauspiler liegt. Bei Morgan Freeman bin ich versucht zu sagen, es liegt am Schauspieler, er hat sich in den Jahren eine unglaubliche "Aura" aufgebaut, die er von Film zu Film transportiert.

Der_Digital_Data (jetzt in 3D)

Zurück Seite 1 2

Alle Kommentare anzeigen


Speichern

Süddeutsche Zeitung

Dieser Text stammt aus der Süddeutschen Zeitung. Teste Deutschlands große Tageszeitung jetzt zwei Wochen kostenlos und unverbindlich: hier klicken!