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28.02.2010 - 18:30 Uhr

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Keine Rettung in letzter Minute

Foto: dpa

Ein 18-Jähriger kündigt seinen Suizid im Internet an, die Polizei kommt zu spät. Ist die Telekom schuld?

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

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01.03.2010 - 17:29 Uhr
afrirali

so einfach, wie drolli es hier darstellt, ist es natürlich nicht. natürlich, wenn es in der nachbarswohnung brennt, dann schert die tür wenig. aber wenn jemand aus liebeskummer sagt: ich bring mich um!, um die freundin zurück zu bekommen, muss man dann gleich die polizei rufen? es stehen, im konkreten fall, ja zwei güter gegeneinander: der schutz der privatsphäre, und der schutz des lebens. natürlich ist der schutz des lebens prinzipiell höher anzusiedeln; aber das erlaubt eben nicht alles. und manchmal (und ob das im konkreten fall angebracht war, weiß ich nicht; hinterher ist man immer schlauer) müssen risiken eingegangen werden, um die privatsphäre, letztlich unsere freiheiten zu schützen. gleiches gilt ja für alle möglichen formen von überwachungen. und dass man sich im zweifelsfall auf seinen verstand verlassen soll: nun ja, wenn die telekom mitarbeiter das machten und sich sagten: naja, nicht ernstzunehmen, und dann eben daneben lagen? einzig: allein der polizei überlassen, sich auf ihren verstand zu verlassen, das möchte ich nicht.

dem_osten_so_nah
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Mag ich Mag ich nicht

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01.03.2010 - 18:02 Uhr
dem_osten_so_nah

Digital_Data sagte:
Das potentielle Selbstmörder nun wissen, dass sie 20 Minuten Zeit haben ist schon sehr bedenklich, gerade auch, was das Nachahmen angeht

Berliner Suizidisten bräuchten sich da nicht so ein Stress machen, so lahm und unterbesetzt wie die Polizei hier ist...

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

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02.03.2010 - 09:04 Uhr
JoergAuch

@afrirali (& MorbusBahlsen): Ich finde, die wichtigste Frage, die generell geklärt werden muss, ist, ob ich einen potentiellen Selbstmörder retten soll. Wenn ich diese Frage mit ja beantworte, macht die Abwägung von Privatsphäre gegen den Schutz des Lebens keinen Sinn, weil ich mich für den Schutz des Lebens als oberstes Gebot entschieden habe. Die einzige Unwägbarkeit, die übrig bleibt, ist die Möglichkeit eines Irrtums. Der Ankündiger aus Liebeskummer ist sicher problematisch, weil die Chance recht groß ist, dass die ANkündigung nicht ernst gemeint ist. Andererseits kann das kein Außenstehender wirklich wissen und deshalb ist für mich erstmal klar, dass auch in diesem Fall die Polizei einschreiten muss, wenn sie davon erfährt. Das sollte ein Liebeskranker auch wissen und seine Ankündigung besser nicht öffentlich machen.

@D_D: Die Sache mit den 20 Minuten ist doch albern. Wenn ein Selbstmörder auf Nummer sicher gehen will, kündigt er seine Absichten eben nicht vorher an. Wenn sich trotzdem unbedingt digital mitteilen will, kann er ja eine Mail mit Zeitverzögerung oder sowas losschicken.

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

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02.03.2010 - 13:07 Uhr
Digital_Data

@JoergAuch

Es gibt in diesem Zusammenhang mehrere Probleme. Wie schon in Studien festgestellt, gibt es in diesem bereich viele Nachahmungs"täter", die z.B. einem Torwart Enke folgen. Da die über dem Durchschnitt liegende Rate nach solchen Ereignissen nicht dazu führt, dass die Rate danach eine Zeit unter den Durchschnitt sinkt, muss man von zusätzlichen Selbstmorden ausgehen.

Damit wird alles, was man über Details berichtet problematisch, gerade auch wenn es um Prävention geht. Deine Zeitverzögerungsmail wird ja gerade erst notwendig, wenn man weiß wie schnell der Apparat in diesen Fällen reagiert.

Digital_Data

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

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02.03.2010 - 18:32 Uhr
JoergAuch

Da muss ich dir recht geben. Im Prinzip sollte man über sowas überhaupt nicht berichten, auch um Nachahmungstäter zu vermeiden, sondern einfach die Polizei ihre Arbeit machen lassen.

Ob die Nachahmungsselbstmorde zusätzlich sind, kann ich nicht sagen. Kann auch sein, dass die sonst übers Jahr in der Statistik fehlen. So viele sind es ja nicht, dass das auffällt.

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