Floppy Molloy - Kabel
„Ich habe immer gewusst, dass Sie ein Arsch sind.“ Von Hohenadel grinste. „Eine misogyne Charakterruine.“ Kichern. „Und Sie kommen in die Hölle dafür.“ „In die Hölle?“ Er blickte auf seine Fingernägel. „Später, Floppy. Also - nach dir.“ Von Hohenadels Gesicht war nun fünf Zentimeter von Floppys entfernt. „Sie haben richtige Arschlochaugen.“ Für den Bruchteil einer Sekunde sah er überrascht aus. Dann – mit souverän hochgezogener Augenbraue: „Bringt sie rein.“ Der Raum war mit Holz ausgekleidet, in der Mitte stand ein einzelner Stuhl. Als Floppy darauf gedrückt wurde, merkte sie, dass unten und an den Armlehnen Stahlplatten waren. Und was war das für ein Kabel, das die Gorillas nun einsteckten? Bildete sich Floppy das ein oder britzelte es unter ihr? „Au!“ Der Scheinwerfer blendete. Floppy konnte nichts mehr sehen. „Nun.“ Von Hohenadel konnte sie leider noch hören. „Floppy, das hätte nicht so kommen müssen. Eigentlich hatten wir nur vor, deine Mutter außer Gefecht zu setzen und das auch nur so lange, bis die Auktion vorbei ist. Bis die Auktion vorbei ist und ich meine Sammlung vollhabe.“ Er machte eine Pause. „Ein Ei hätte mir noch gefehlt. Ein Ei nur und ich hätte alle zaristischen Silberpunkteier aus den 1880er Jahren besessen, die es weltweit gibt. Und außer deiner Mutter hat sich sonst niemand für diese Linie interessiert. Und dann,“ - er wirkte ehrlich erschüttert -, „war doch wieder alles umsonst. Wegen dir! Du musstest dich ja einmischen, deine Nase ja in Angelegenheiten stecken, die dich nichts angehen, obwohl wir dich gewarnt haben und dir gesagt haben: Keine Polizei!“ Mehr und mehr redete er jetzt sich in Rage. „Das haben wir dir gesagt und es war die egal und es war alles umsonst jetzt, weil das Ei kauft jetzt ein dekadenter Japaner, dem das alles egal ist, weil überall die Polizei ist und ich nichts machen kann.“ Er schluckte, er zitterte. „Und dafür, Floppy, dafür wirst du jetzt büßen.“ Plötzlich hatte er einen Knopf in der Hand. Floppy schloss die Augen. Sie schrie. Aber es kam kein Schmerz. Dafür fing hinter ihr eine Katze an zu schreien. Schnell drehte sie sich um. Schnitzels Fell rauchte und stand in alle Richtungen ab. In seinem Maul steckte ein abgebissenes Kabel.- Uhrenvergleich 09.03.2012
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13.02.2010 - 15:18 Uhr
wollmops
(wobei ich Herrn von Hohenadel schon auch ein bißchen verstehe ...)