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08.02.2010 - 18:30 Uhr

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Untermieter im eigenen Kopf

Zitat oder Plagiat? Die junge Erfolgsautorin Helene Hegemann

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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Gargoyle
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11.02.2010 - 15:24 Uhr
Gargoyle

querspieler
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11.02.2010 - 16:02 Uhr
querspieler

Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...

Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.

Ioana
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11.02.2010 - 16:46 Uhr
Ioana

querspieler sagte:
Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...

Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.


weiss nicht wie es mit dir steht, aber mich stoert daran, dass der artikel eine objektivitaet herzustellen versucht, die es (momenan) nicht gibt. nachdem zuerst mal ausfuehrlichst ueber ihre haare berichtet wurde und das plagiat (SKANDAL!) aufgedeckt wurde versucht man nun tatsaechlich doch ernsthaft ans inhaltliche ranzugehen. nur selbst da kommt man von ihrer person und ihrem alter nicht los. "Das Durcheinander ist Absicht, denn es gibt etwas zu verbergen: einen substantiellen Mangel an Erfahrung." damit ist glaub ich ein grosser teil der juengeren literatur entlarvt, wieso nur hegemann? weil sie blondere haare hatte? die ganze schrille metaphorik, die jugend und die drogen und die leblosigkeit, das gabs doch schon in 100 buechern vor ihr, kein sinn was neues drin zusehen um irgendeine inhaltliche kritik herbeizuzerren. die ganze diskussion war von anfang an beleidigend fuer die autorin. selbst die anfaenglichen artikel, die fuer sich beanspruchten sie nicht anhand ihres alters zu bewerten, faselten absaetzelang nur ueber blondes haar und verletzlichkeit. und da passte die tragische vergangenheit nur noch besser ins konzept. irgendwo sogar zynisch.

Gargoyle
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11.02.2010 - 17:07 Uhr
Gargoyle

Ioana sagte:
querspieler sagte:
Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...

Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.


weiss nicht wie es mit dir steht, aber mich stoert daran, ...


Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.

Ioana
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11.02.2010 - 17:17 Uhr
Ioana

Gargoyle sagte:

Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.


keine ahnung zur sprache. hab das buch ja nicht gelesen. aus so rausgerissenen saetzen koennt mir ja jeder klarmachen, dass selbst nabokov nur son alter paederast mit bloss so ein paar reizthemen gewesen waer.

Gargoyle
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11.02.2010 - 17:27 Uhr
Gargoyle

Ioana sagte:
Gargoyle sagte:

Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.


keine ahnung zur sprache. hab das buch ja nicht gelesen. aus so rausgerissenen saetzen koennt mir ja jeder klarmachen, dass selbst nabokov nur son alter paederast mit bloss so ein paar reizthemen gewesen waer.


Ich mein damit ja weniger das Inhaltliche, sondern das "Wie" - wie etwas ausgedrückt wird. Und da fällt mir halt auf, es werden ganz banale, einfache Sachverhalte mit Riesenworten völlig unnötig aufgeblasen, und die Formulierung in dem Artikel "In die nächste Metapher kippen" trifft es in meinen Augen zu hundert Prozent. Auf mich wirkt das alles noch sehr unausgegoren und vielleicht tatsächlich einer 17-jährigen angemessen, die aber auf jeden Fall noch einen langen Weg des Übens vor sich hat. Vielleicht wird sie ja mal eine tolle Schriftstellerin, aber ich glaub nicht, dass sie es jetzt schon ist.

querspieler
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11.02.2010 - 17:30 Uhr
querspieler

Für mich ist jetzt auch erst mal eine Patt-Situation erreicht, ich weiß nichts von dem Buch, die Argumente "pro und contra" kommen mir schlüssig vor (wobei sie jetzt halt doch "Aber das ist doch bloß ein junges Mädel, was soll man da erwarten"-Niveau erreicht haben), aber wie Ioana sagt, ein paar Zitate beweisen da auch noch nichts.
Irgendwie wär es auch nicht recht, wenn sie die Sachen alle erlebt hätt, und wenn sie sich das ausgedacht hat, passt es auch nicht, und abschreiben und sich davon auch noch distanzieren geht erst recht nicht. Ob das nun Literatur oder Pornographie ist und ob da überhaupt ein Unterschied besteht, da kann man sicher auch lange drüber streiten. Dann würd ich bei einem Buch einer 17-jährigen erwarten, dass da auch etwas vereinfachte Teenager-Weltsicht drin ist, die Qualität macht vielleicht auch die Kontraste in dem Buch aus; ich vermute, dass da der Verlag sich schon auch genau überlegt hat, wie er damit umgeht. So und die Erkenntnis, dass es nicht (nur) um die literarische Qualität geht, sondern auch um das Bedienen von Kundenwünschen und kommerziellen Interessen, naja.

Also mich hat das Buch jetzt nicht so interessiert, um weiterzudiskutieren müsste man es aber wirklich lesen. Mal sehen.

Ioana
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Mag ich Mag ich nicht

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11.02.2010 - 17:47 Uhr
Ioana

querspieler sagte:

Irgendwie wär es auch nicht recht, wenn sie die Sachen alle erlebt hätt, und wenn sie sich das ausgedacht hat, passt es auch nicht, und abschreiben und sich davon auch noch distanzieren geht erst recht nicht.


mir persoenlich passt allein schon die frage danach nicht. wen interessiert es schon ob ein autor das was er in einem buch schreibt tatsaechlich erlebt hat? da steckt schon ein gewisser voyeurismus vonseiten der jornalisten und der publikums dahinter, vor allem da es sich um eine minderjaehrige handelt. klar kann man ihr vorwerfen, dass sie gerade diesen voyeurismus sich zu nutzen machen wollte. na und? hab ein paar krampfhaft politisierten romaenchen gelesen von jungen autoren nachdem der vorwurf aufkam die junge deutsche literatur waere zu unpolitisch. war auch nicht grade der genuss. man kann ihr alter nicht von dem inhalt trennen, sollte man auch gar nicht versuchen, aber vielleicht ist ihr buch fuer dieses genre sogar gut oder herausragend. das muss jeder selbst entscheiden. so zur qualitaet des buches kann ich mich nicht aeussern, weil mir ein urteil zu faellen ohne ueberhaupt mehr als ein paar rausgerissene passagen zu haben respektlos vorkommen wuerde.

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