Untermieter im eigenen Kopf
Zitat oder Plagiat? Die junge Erfolgsautorin Helene Hegemann
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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- Verschwinden wir in der Nacht 25.05.2012
- Im Namen der Unbarmherzigen 24.05.2012
Dieser Text von jetzt.de ist in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
John Heartfield hat auch bereits vorhandenen Materialien zu etwas Neuem zusammengefügt, um Aussagen zu erzielen, aber den Grundstoffen, die er verwendete somit auch ein völlig neues Leben eingehaucht, oder ihnen erst gegeben.
In der Literatur Ideen zu übernehmen finde ich noch so einigermaßen in Ordnung, um aus ihnen etwas neues zu machen, aber komplette Passagen zu klauen und einzufügen ist doch arg dreist.
Blogger Airen steht ja dann plötzlich in der Position sich rechtfertigen zu müssen, warum er von der Hegemann abgeschrieben hat und ihren Stil kopiert... Neenee, irgendwie ist das nicht gut, was da passiert ist.
"Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit"
zu finden hier:
http://www.buchmarkt.de/content/41393-ax...
nur muss man sich überlegen, ob man dann einen verlagsvertrag unterschreibt (und von papi mitunterschreiben lässt) dessen zweite klausel so oder ähnlich klingt: "der/die autor/in versichert, dass durch seine/ihre werke [...] die rechte dritter nicht verletzt"
abgesehen von den rechten dritter ist ein werk nunmal eine persönliche geistige schöpfung und keine collage aus guten sätzen die man sich in einem anderen buch markiert hat.
Aber wenigstens können jetzt alle Mittzwanzigerjournalisten, die schon Existenzängste gekriegt haben, aufatmen ;)
AMook sagte:
die story erinnert ein bisschen an californication.
daran dachte ich auch gerade.
und ich frage mich ernsthaft wie man in der heutigen zeit so etwas bringen kann, wo man ja wirklich einfach nur die betreffende passage eingeben muss und google verweist sofort auf den blog.
das ist doch naiv.
achja, sie ist ja auch erst 17...
-wolkenkatze- sagte:
mhm. und mit 17 hat man auch noch keine ahnung, wo inspiration aufhört und klau anfängt?
aber das abschreiben nicht okay ist, das sollte man mitbekommen haben.
- vorhin wurden im radio einzelne absätze gegenüber gestellt, das ist einfach abgepinselt und vielleicht mal "grün" gegen "blau" getauscht. das wars.
[hab mir grad vorgestellt, ich erwische einen studierenden von mir beim plagiat und der sagt: "ich bin doch nur untermieter in meinem eigenen kopf und wollte auf diese weise mit [hier abgekupferte autorin einseitzen] in kommunikation treten." prust!!]
08.02.2010 - 20:09 Uhr
soylentyellow
suesswarenabteilung sagte:
boah die nervt. kann die mal jemand abschalten?
Klar - mit dem Helene Hegemann News Blocker fürs iPhone:
http://www.gearfuse.com/wp-content/uploa...
(auf dem Bild noch mit der Vorgänger-App dem Paris Hilton News Blocker)
08.02.2010 - 20:10 Uhr
soylentyellow
:))))))))
alcofribas sagte:
und wieder ein traum geplatzt. tragisch.
:))))))))
Hahahaha, alco!
wenn ein Teil - keiner weiß hier, wieviel - des Buches gestohlen ist, bleibt es immer noch eine herausragende Leistung. Ich hätte mit 17 nicht so schreiben können, niemals.
ehrlich, ich war schon stutzig als es hieß, eine 17jährige erzählt von drogenexzessen aus dem berghain.
vielleicht sollte manchmal doch lieber aus der eigenen erfahrung erzählen. und wenn man mit 17 noch nicht so viel hat, ist das auch nicht schlimm, dafür ist man doch jung.
(ich schreibe das, weil hier doch erst kürzlich so ein doofer artikel über radikale junge literatur war.)
wollmops sagte:
meine Güte. Klar ist das mit dem Plagiat nicht in Ordnung
hättest du da mal nen punkt gemacht. ich hätte mit 17 auch nicht so schreiben können. vielleicht weil ich das leben eines 17-jährigen geführt habe.
alcofribas sagte:
wollmops sagte:
meine Güte. Klar ist das mit dem Plagiat nicht in Ordnung
hättest du da mal nen punkt gemacht. ich hätte mit 17 auch nicht so schreiben können. vielleicht weil ich das leben eines 17-jährigen geführt habe.
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
wollmops sagte:
alcofribas sagte:
wollmops sagte:
meine Güte. Klar ist das mit dem Plagiat nicht in Ordnung
hättest du da mal nen punkt gemacht. ich hätte mit 17 auch nicht so schreiben können. vielleicht weil ich das leben eines 17-jährigen geführt habe.
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
Das Buch wurde ja auch vom Plagiatsentdecker sehr gelobt, aber es ist von der Vorgehensweise her nicht schön. Wenn demnächst ein 48-jahriger sich so bedient kann man dem ja auch nicht zugutehalten er sei ja noch so jung, oder so. Irgendwie geht es, ohne Prinzipien reiten zu wollen, ums Prinzip...
wollmops sagte:
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
ach ich bin mir sicher, das könnten etliche andere 17-jährige auch, nur haben die halt keinen papa mit entsprechenden verbindungen und wenn das als argument ausfällt, ist das eben trotzdem noch der typische hype im literaturbetrieb. der verlag überlegt sich halt auch, für wen er seinen werbeetat rausballert. der nicht-17-jährige, männliche, sex- und drogenlose aber qualitativ vielleicht genauso gute schriftsteller bleibt vielleicht dann auf der strecke, trotz 100% eigenleistung.
monochromatisch sagte:
Das Buch wurde ja auch vom Plagiatsentdecker sehr gelobt, aber es ist von der Vorgehensweise her nicht schön. Wenn demnächst ein 48-jahriger sich so bedient kann man dem ja auch nicht zugutehalten er sei ja noch so jung, oder so. Irgendwie geht es, ohne Prinzipien reiten zu wollen, ums Prinzip...
Sag ich ja, keine Frage.
wollmops sagte:
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
weiss man's?
alcofribas sagte:
ach ich bin mir sicher, das könnten etliche andere 17-jährige auch
nein, können sie nicht.
wenn das als argument ausfällt, ist das eben trotzdem noch der typische hype im literaturbetrieb. der verlag überlegt sich halt auch, für wen er seinen werbeetat rausballert. der nicht-17-jährige, männliche, sex- und drogenlose aber qualitativ vielleicht genauso gute schriftsteller bleibt vielleicht dann auf der strecke, trotz 100% eigenleistung.
ja, das mag wohl sein, daß die es leichter hatte, einen Verlag zu finden, als ein No-Name-Kind, und daß für eine 17jährige mehr Werbung gemacht wird als für einen Mittfünfziger. Stimmt ja alles.
Aber erstens wäre Jewgenji Kissin auch nicht mit 13 in der Carnegie Hall aufgetreten, wenn er als brasilianisches Slumkind geboren worden wäre. Und zweitens kann sie für die Werbung, die der Verlag mit ihr macht, im Zweifelsfall selber nichts.
Mich nervt einfach die Häme gegenüber einem offensichtlich ziemlich erstaunlichen Talent - mit Macken.
wollmops sagte:
offensichtlich ziemlich erstaunlichen Talent
siehe shorebilly
08.02.2010 - 20:39 Uhr
alcofribas
wollmops sagte:
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
wenn ich z.b. bei einer wissenschaftlichen arbeit auch nur stellenweise abschreibe, ist es dem korrektor recht wurst, wie gut die restliche - vermutete - eigenleistung ist.
08.02.2010 - 20:41 Uhr
alcofribas
alcofribas sagte:
wollmops sagte:
naja, aber Du wirst doch nicht bestreiten wollen, daß da trotz STELLENWEISEN Plagiats eine immense Eigenleistung dahintersteckt.
wenn ich z.b. bei einer wissenschaftlichen arbeit auch nur stellenweise abschreibe, ist es dem korrektor recht wurst, wie gut die restliche - vermutete - eigenleistung ist.
das ist aber auch ein ziemlich gewichtiger Unterschied. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit geht es nicht um Kreativität, sondern um eigene Forschungen. Wenn Du jedes kreative künstlerische Werk, das Plagiate enthält, in Bausch und Bogen verdammen würdest, könntest Du die halbe abendländische Literatur und auch Musik in die Tonne kloppen (Stichwort Brecht-Villon, Wagner-Mendelssohn etc.etc.etc.)
alcofribas sagte:
aber vielleicht ist das ja die 2009er-definition von "leistungsträger" bißchen abschreiben, bißchen nachmachen, bißchen glück und den rest macht der papa.
wieso gehst Du denn bei einem Theatermenschen automatisch davon aus, daß er schreiben kann???
wenn mein Papa Pianist war, hab ich dann durch ihn die Philologenstelle an der Uni gekriegt???
*kopfschüttel*
(wenn ich irgendwo zwei minuten eines liedes quasi unbearbeitet reinschneide und auch niemandem mitteile, von wem die zwei minuten sind (sie also als meine zwei minuten ausgebe), würde das ja wohl niemand als "remix" bezeichnen, oder etwa doch?)
und wo wir schon mitten drin sind, in der zitathölle und um eben jenes gerade vorgeführte phänomen darzulegen:
"„Was hast du denn?“, fragte sie, „Speed.“, antwortete ich und es hätte der Beginn einer wunderbaren Liebe sein können. Wir danceten dann wieder etwas abseits und dann und wann nahm sie mich und schrie mir Sachen ins Ohr. Ich legte meinen Arm ebenfalls um sie und antwortete „Ja.“ weil ich absolut nichts verstand. Dabei war sie schon süß. Ellen Alien legte jetzt „Missy Queen’s Gonna Die“ auf, ein gefühlloses jamais-vu, eine eiskalte Offenbarung der Sinnlosigkeit dieser Musik. Dann standen wir in diesem blöden verglasten Raucherraum, in dem schon der Tag angebrochen war, oder besser das Grauen angekrochen bzw. das Licht der nüchternen Betrachtung all dessen, dem natürlich nichts Stand hielt. Ach nein, zuerst zwang sie mich, ein ganzes Glas Wasser auszutrinken.
Dann standen wir da im Licht und rauchten.
Dann hüpfte sie hoch über die Treppe auf die Chillfläche über den Toiletten. Ich sah ihr nach, sah ihren grünumwickelten Apfelpo, zögerte kurz, dachte „fuck it“ und ging straight durch in die Panorama Bar. Dort explodierte gerade ein Bass und zerbrach in tausend exakte Scherben." (aus airens blog)
wer rainald goetz' "rave" gelesen hat, weiß wahrscheinlich, was ich meine.
wollmops sagte:
Wenn Du jedes kreative künstlerische Werk, das Plagiate enthält, in Bausch und Bogen verdammen würdest, könntest Du die halbe abendländische Literatur und auch Musik in die Tonne kloppen (Stichwort Brecht-Villon, Wagner-Mendelssohn etc.etc.etc.)
etwas weit hergeholt, ein künstlerisches "zitat" in stil oder ausdruck ist was anderes als ein quasi-wörtliches plagiat.
http://www.unet.univie.ac.at/~a0301287/B...
und bei Wagner war das genauso, verbunden mit Lästereien über den Beklauten.
Ich will das überhaupt nicht legitimieren. Das einzige, was ich hier schon die ganze Zeit sage, ist, daß ein solches moralisches Fehlverhalten nicht automatisch völlige Talentlosigkeit bedeutet.
Irgendwer hatte auf JETZT auch mal einen hübschen Text, irgendein Nutzer erkannte, daß es ein nicht gekennzeichnetes Zitat aus 'Was nützt die Liebe in Gedanken' ist.
Und ihre, also der Hegemanns Begründung, wir leben ja eh in einer Sammelsurium-Welt, die sich auf C+P gründet, ist sehr sehr, sage ich mal unwissend, weil auch in dieser Zeit gelten die Urheberrechtsbestimmungen.
Ein Freund brachte vor Jahren auf seiner Website einen Stadtplanausschnitt zur Wegbeschreibung und erhielt umgehend einen Anwaltsbrief mit einer Zahlungsaufforderung über € 1.500,00. Er mußte zahlen, obwohl der Rest der Webseite sein gesitiges Eigentum war...
klar, die Hegemann-Reaktion war wirklich saudämlich. Keine Frage.
Kann man nur hoffen, daß ihr sehr wahrscheinlich vorhandenes großes Talent nicht vernichtet wird.
Gute Autoren sind unbedingt notwendig, und wenn sie jetzt einen wirklich eklatanten Fehler gemacht hat, soll sie daß ja nicht aus der Literaturwelt verbannen.
ehrlichgesagt bin ich entsetzt! hat sie eigentlich auch von hier abgeschrieben? wie ist denn ihr jetzt.de-name?
monochromatisch sagte:
Ein Freund brachte vor Jahren auf seiner Website einen Stadtplanausschnitt zur Wegbeschreibung und erhielt umgehend einen Anwaltsbrief mit einer Zahlungsaufforderung über € 1.500,00. Er mußte zahlen, obwohl der Rest der Webseite sein gesitiges Eigentum war...
Das war wohl eher einem dieser Abmahnanwälte geschuldet - denn hätte der geistig Eigentümer des Stadtplans auf sein geistiges Eigentum ohne Zahlungsaufforderung hingewiesen hätte dein Freund den Stadtplanausschnitt sicherlich von selbst entfernt und durch ein selber gekritzeltes "wie komme ich hin" ersetzt. So hat halt der Abmahnanwalt 1500 Euro für einen Serienbrief bekommen. Klasse.
soylentyellow sagte:
monochromatisch sagte:
Ein Freund brachte vor Jahren auf seiner Website einen Stadtplanausschnitt zur Wegbeschreibung und erhielt umgehend einen Anwaltsbrief mit einer Zahlungsaufforderung über € 1.500,00. Er mußte zahlen, obwohl der Rest der Webseite sein gesitiges Eigentum war...
Das war wohl eher einem dieser Abmahnanwälte geschuldet - denn hätte der geistig Eigentümer des Stadtplans auf sein geistiges Eigentum ohne Zahlungsaufforderung hingewiesen hätte dein Freund den Stadtplanausschnitt sicherlich von selbst entfernt und durch ein selber gekritzeltes "wie komme ich hin" ersetzt. So hat halt der Abmahnanwalt 1500 Euro für einen Serienbrief bekommen. Klasse.
Ja, das lief ohne vorherige Korrespondenz sehr schnell und sachlich ab. Das Lustige ist, der Freund ist Künstler, sein Lageplan wäre viel wertvoller geworden, zumindest ästhetisch :)
alcofribas sagte:
und ja, es erfüllt mich auch mit einer gewissen freude, dass das buch zumindest dazu gut ist, den literaturbetrieb ein wenig vorzuführen. ich mochte auch den bunststiftlecker von der titanic bei "wetten dass...?"
War der von der Titanic? Klasse! Das ist ja (fast) besser als Fifa mit Präsentkorb bestechen.
08.02.2010 - 21:41 Uhr
soylentyellow
Was so ein hässliches Viech mit Drogenexzesses in Berliner Szeneschuppen zu tun hat, weiß ich aber auch nicht.
Und ganz generell find ich "Wunderkinder" nervig. Natürlich gibt es Menschen, die mit ganz außergewöhnlichem Wahnsinnstalent in irgendeinem Bereich gesegnet sind, aber dazu gehört halt auch immer die richtige Ausstattung aka Eltern/sonstige Förderer/Glück.
Wenn eine 17-jährige Helene Hegemann ihr Coming-of-Age-Geschreibsel an einen Verlag schickt (falls das nich der Papa persönlich einem Verlagskumpel in die Hand gedrückt hat) kommt das bestimmt nich erst mal auf den meterhohen Manuskriptestapel, den sich der Verlagsassistent vielleicht mal in der Mittagspause durchlesen darf...schade, schade, aber it's not all about the talent.
E_grazie_per_linformazione sagte:
stupid girl.
ehrlichgesagt bin ich entsetzt! hat sie eigentlich auch von hier abgeschrieben? wie ist denn ihr jetzt.de-name?
ha.
ha.
ha.
kleinerheiner sagte:
Auf Spiegel Online wird es jetzt ja schon mit "Naked Lunch" verglichen. War ja auch alles geklaut und so...
hab ich gestern auch gelesen - klingt irgendwie als hätte da einer versucht, seine himmelhochjauchzende kritik ihres buches irgendwie doch noch zu rechtfertigen und sich nichtn ganz lächerlich zu machen... vor allem versteh ich nicht, was dieses 17jährige mädchen mit einem ausgewachsenen, mit drogen vollgepumpten schriftsteller zu tun haben soll. irgendwo hörts dann aber auch auf!
wollmops sagte:
alcofribas sagte:
ach ich bin mir sicher, das könnten etliche andere 17-jährige auch
nein, können sie nicht.
Wer weiß, ob sie überhaupt irgendwas an dem Buch selbst geschrieben hat. Könnte ja auch alles vom Herrn Papa sein. Der hat ja schließlich auch das Vorlage-Buch gekauft.
Und einer 17-jährige, die in der Lage ist, ein ganzes Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, darf man getrost unterstellen, dass sie weiß, was Copyright und geistiges Eigentum ist.
Aber gut, dass man von dem Plagiat gehört hat. Da spart man sich wieder eine Autorin, deren Bücher man besser nicht liest, auch falls sie mal was für Erwachsene rausbringt.
09.02.2010 - 08:26 Uhr
JoergAuch
ZimtZucker sagte:
Was so ein hässliches Viech mit Drogenexzesses in Berliner Szeneschuppen zu tun hat, weiß ich aber auch nicht.
Kann man wahrscheinlich trocknen, mahlen und schnupfen.
http://209.85.135.132/search?q=cache:MRsnHU8DgZsJ:www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html+http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html&cd=1&hl=en&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a
09.02.2010 - 08:39 Uhr
Gargoyle
Gargoyle sagte:
Nochmal ... copy & paste ... ;-)
Ich kenne da eine ... die könnte dir das mal richtig zeigen. :->
JoergAuch sagte:
ZimtZucker sagte: Was so ein hässliches Viech mit Drogenexzesses in Berliner Szeneschuppen zu tun hat, weiß ich aber auch nicht.Kann man wahrscheinlich trocknen, mahlen und schnupfen.
Und außerdem sind das schwer destruktive Viecher: Beißen sich dauernd gegenseitig die Beine ab, die dann aber wieder nachwachsen.
http://orf.at/100208-47780/?href=http%3A...
Du findest Leute toll die Copy und Paste beherrschen ?
Na ja...
“Das Buch ist nämlich überhaupt nicht gut und gar kein Lesegenuss. Es ist das altkluge, pseudophilosophische, monologische Gekotze der Hauptfigur, einer 16-jährigen Göre in Berlin namens Mifti, die zwischen Partys, Drogenexzessen, Elternhass und bescheuerten Kreativszenis hin und her pendelt. Es ist, als hätte da eine heftig Pubertierende «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo» verschlungen und noch ein bisschen Foucault und Agamben gelesen und beschlossen, daraus einen Roman zu basteln. Es ist ein delirierendes Imponiergehabe, vor dem man weiss Gott nicht in die Knie gehen muss.”
(Simone Meier in der Basler Zeitung)
eisengrau sagte:
...Auf der anderen Seite höre ich von allen Seiten immer öfter, sowas wie geistiges Eigentum gäbe es nicht und man solle sich mit dem Urheberrecht nicht so haben. ...
wieso das denn?! ich seh nicht ein, wieso es angelich kein geistiges eigentum mehr geben soll. diese forderung hab ich nie verstanden. da entwickelt man sich weiter und weiter, weiß mehr und mehr, und plötzlich soll einem das, was man sich an wissen und erfahrungen und gedanken angehäuft hat, einem nicht mehr gehören? was gehört einem denn dann noch?
"Das ist nun aber einfach so, wenn es diesen Urheberrechtsexzess nicht gäbe, dann gäbe es auch keinen Ullstein-Verlag und dann gäbe es keinen Literaturbetrieb, der sie als Autorin feiert, ausstellt. Sie wäre dann wahrscheinlich wie die Leute, von denen sie genommen hat, eine Bloggerin im Netz, ohne größeres Podium, und man würde nicht über sie sprechen. Insofern ist die Frage, wollen wir eine literarische Kultur haben, die Autoren kennt, Werke kennt, Verdienste kennt, auch Realität kennt, oder wollen wir eben so was wie eine neue Literatur, die über Hypertext funktioniert, und dann muss man sich entscheiden. Aber auf beiden Seiten stehen kann man eben nicht. Und das ist, glaube ich, das Problem von Frau Hegemann im Moment."
(das ganze interview hier: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/t...)
dem würde ich mich anschließen zu diesem thema (ganz abgesehen von der frage wie intertextualität, collagen etc nun in der literatur gemacht werden sollten / könnten...)
Jollscherl sagte:
wieso das denn?! ich seh nicht ein, wieso es angelich kein geistiges eigentum mehr geben soll. diese forderung hab ich nie verstanden. da entwickelt man sich weiter und weiter, weiß mehr und mehr, und plötzlich soll einem das, was man sich an wissen und erfahrungen und gedanken angehäuft hat, einem nicht mehr gehören? was gehört einem denn dann noch?
Das ist nicht meine Meinung, ich hab das nur schon oft im Rahmen viele Diskussionen z.B. über Musikdownloads oder Bildrechte gehört. Ich persönlich bin für ein hammerhartes Urheberrecht, weil ich zu denen gehöre, die von ihren geistigen Erzeugnissen leben.
wollmops sagte:
meine Güte. Klar ist das mit dem Plagiat nicht in Ordnung, aber daß sich jetzt die halbe Welt drüber freuen muß, daß eine offensichtlich extrem intelligente junge Frau eben doch nicht GANZ so toll ist, wie von der Presse behauptet ...
wenn ein Teil - keiner weiß hier, wieviel - des Buches gestohlen ist, bleibt es immer noch eine herausragende Leistung. Ich hätte mit 17 nicht so schreiben können, niemals.
ob es darum geht liegt glaub ich am massstab. möchte man das buch als "nett für eine 17jährige" sehen, war es sicher eine tolle leistung. möchte man etwas mehr als derartiges kopfgetätschel muss man sich auch kritik gefallen lassen, die sich jeder 50jährige autor auch hätte gefallen lassen müssen in der situation. aber hier ist es natürlich verdammt schwer das alter der autorin von ihrem buch zu trennen. hat ihr vorteile gebracht und nachteile.
keine ahnung zum plagiat. habe das buch nicht gelesen und kenne auch den blogger nicht. weiss also auch nicht inwiefern das von ihm geschriebene von ihr abgeändert wurde oder auch nicht. wäre in einem gewissen masse gar nicht so tragisch und sicherlich kein einzelfall in der kulturgeschichte. aber so generell ist das einfach nicht meine art von literatur. also noch viel glück der autorin und demnächst pfoten weg von fremdem eigentum. :)
09.02.2010 - 13:12 Uhr
Ioana
ZimtZucker sagte:
"Ein Axolotl ist ein nachtaktiver, mexikanischer Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae)..." (sagt wikipedia)
Was so ein hässliches Viech mit Drogenexzesses in Berliner Szeneschuppen zu tun hat, weiß ich aber auch nicht.
ist nicht hässlich...:(( http://uglorable.com/media/2008/0100a.jp...
eisengrau sagte:
Jollscherl sagte:
wieso das denn?! ich seh nicht ein, wieso es angelich kein geistiges eigentum mehr geben soll. diese forderung hab ich nie verstanden. da entwickelt man sich weiter und weiter, weiß mehr und mehr, und plötzlich soll einem das, was man sich an wissen und erfahrungen und gedanken angehäuft hat, einem nicht mehr gehören? was gehört einem denn dann noch?
Das ist nicht meine Meinung, ich hab das nur schon oft im Rahmen viele Diskussionen z.B. über Musikdownloads oder Bildrechte gehört. Ich persönlich bin für ein hammerhartes Urheberrecht, weil ich zu denen gehöre, die von ihren geistigen Erzeugnissen leben.
ja, so hatte ichs auch gar nicht verstanden.
wollmops sagte:
[…] Ich hätte mit 17 nicht so schreiben können, niemals.
Sie kanns ja auch nicht.
Ansonsten dachte ich auch sofort an Californication.
Dieser "Urheberrechtsexzess"...also das ist schon hart. Wer so krass abschreibt, sollte eigentlich schön auf Tauchstation gehen.
09.02.2010 - 13:41 Uhr
TomJones
E_grazie_per_linformazione sagte:
stupid girl.
ehrlichgesagt bin ich entsetzt! hat sie eigentlich auch von hier abgeschrieben? wie ist denn ihr jetzt.de-name?
Schreibt hier nicht mehr, die hieß cake.
:D
ZimtZucker sagte:
Was so ein hässliches Viech mit Drogenexzesses in Berliner Szeneschuppen zu tun hat, weiß ich aber auch nicht.
puh ich hätte die kommentare nicht so schnell überfliegen sollen.
hier wird alles wesentliche gesagt: http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794...
Das Einzige, was die kluge Dichterin Hegemann versäumt hat, ist der Nachweis der Quellen, aus denen ihre Selbsterfahrungsprosa strömt. Und damit sind wir am neuralgischen Punkt der Plagiatsdebatte um „Axolotl Roadkill“. Denn natürlich hätte sich Helene Hegemanns Roman nicht halb so gut am Markt und in den Feuilletons plazieren können, wenn er nur als Talentprobe einer formbewussten, literarisch versierten Debütantin aufgetreten wäre. Nein, dieses Buch musste der Notschrei eines blutjungen Originalgenies sein, ein poetisches Protokoll aus den wildesten Ecken des Hauptstadtlebens. Aber weder Helene Hegemann noch der Mann, der sich Airen nennt, hat die Gattung neu erfunden. Sie zitiert ihn, und er zitiert Benn, Burroughs und Jünger, ebenfalls ohne Fußnote.
Dennoch hat Hegemann vor Airen einen entscheidenden Vorsprung. Keinen altersmäßigen, sondern einen literarischen. „Strobo“ ist eine gleichmäßig dahinfließende Litanei, deren Grellheiten auf die Dauer etwas Lähmendes haben. „Axolotl Roadkill“ dagegen erzählt eine Geschichte. Die Figur, die Hegemann entwirft, gewinnt mit jeder Seite an Kontur, während Airens Jüngling verschwommen bleibt – auch wenn seine Erfahrungen echt sind und die der Hegemann-Heldin abgekupfert. Denn in der Literatur geht es nicht um das Leben, das in die Bücher fließt. Sondern um das, was aus ihnen herausströmt.
Ich weiß noch, wie ich damals in der Schule mal die Schülerzeitung aufgeschlagen habe und dort einen alten Artikel von mir, der beim ersten Mal nicht veröffentlicht wurde, unter anderem Namen wiedergefunden habe. Da war ich auch nicht gerade begeistert davon und es ist nur Recht, dass Frau Hegemann jetzt kritisiert wird, unabhängig von ihrem Alter.
afrirali sagte:
die häme ist wirklich nervig.
Wer abschreibt, sich dann unwidersprochen als neues Literatur-Genie loben lässt und ohne mit der Wimper zu zucken die Kohle für das Plagiat einstreicht, hat nichts anderes als Häme verdient.
Was für ein Scheißgefühl muss das für den wahren Urheber der Texte sein, wenn jemand anders sich mit seinen Ideen die Taschen füllt. Insofern hab ich kein Mitleid mit Frau Hegemann. Sie hat es sich einfach ein wenig zu leicht gemacht.
Und wenn ich die wörtliche Übersetzung von Archives "Fuck U" in ihrem Buch sehe, dann kommt mir wirklich die Galle hoch ob dieser Dreistigkeit.
susette sagte:
aber ist es denn wirklich so schlimm für airen? auf diese weise wird seine name republikweit bekannt, und er ist der moralisch unbescholtene in dieser geschichte. eine so gute publicity hätte er ohne hegemann nie bekommen. eigentlich eine gute geschichte, der ganze skandal. man könnte sowas von vorn bis hinten inszenieren *phantasier*
Aber glaubst du, es würde sich freiwillig jemand finden, der seinen Namen ruiniert, um jemand anders groß rauszubringen? ;-)
Airen hatte ja vor allem Glück, dass der Frau Hegemann jemand auf die Schliche gekommen ist. Ansonsten wäre sein Name woll nie über die Lippen von Frau Hegemann gekommen - also ohne Rechtfertigungszwang.
aber manchmal gilt der alte satz: besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht.
ich persönlich finde das extrem mies, weil es so einfach ist sich im netz tolle sätze zu besorgen. alleine hier auf jetzt.de. die arbeitsweise der autorin zeigt eben nur wohin auch die reise im literarischen bereich geht: hin zu schnelle kopie.
und wer weiss, wie viele gute sätze von jetzt.de schreibern es schon unerkannt in manches werk geschafft haben. als "eigenen" gedanken.
09.02.2010 - 15:54 Uhr
synthie_und_roma
Gargoyle sagte:
susette sagte:
aber ist es denn wirklich so schlimm für airen? auf diese weise wird seine name republikweit bekannt, und er ist der moralisch unbescholtene in dieser geschichte. eine so gute publicity hätte er ohne hegemann nie bekommen. eigentlich eine gute geschichte, der ganze skandal. man könnte sowas von vorn bis hinten inszenieren *phantasier*
Aber glaubst du, es würde sich freiwillig jemand finden, der seinen Namen ruiniert, um jemand anders groß rauszubringen? ;-)
Airen hatte ja vor allem Glück, dass der Frau Hegemann jemand auf die Schliche gekommen ist. Ansonsten wäre sein Name woll nie über die Lippen von Frau Hegemann gekommen - also ohne Rechtfertigungszwang.
ehrlich gesagt, ja. zumal hegemann ihren namen dadurch nicht ruiniert, dafür ist der literaturbetrieb zu schillernd und nicht justiziabel genug.
haha.
so der verlag.
wie bei managern auch spielen da natürlich noch ein paar andere kriterien eine rolle, aber der fall hegemann zeigt doch, daß es im kulturbetrieb häufig nicht anders läuft. die richtigen themen setzen, die richtigen provokationen machen, die richtigen schubladen bedienen und dann noch ein vater, der ein paar agenten persönlich kennt - prima.
ThomasCrown sagte:
die tage war in der sz noch ein artikel über eine studie, die den "stallgeruch" von managern untersuchte. also, wieviele führende manager bereits aus großbürgerlichen und/oder besseren kreisen kommen und an diese stellen gelangt sind, weil sie in assessment centers, vorstellungsgesprächen und informellen situationen wissen, wie man sich zu verhalten hat, ohne das erst mühsam lernen zu müssen.
wie bei managern auch spielen da natürlich noch ein paar andere kriterien eine rolle, aber der fall hegemann zeigt doch, daß es im kulturbetrieb häufig nicht anders läuft. die richtigen themen setzen, die richtigen provokationen machen, die richtigen schubladen bedienen und dann noch ein vater, der ein paar agenten persönlich kennt - prima.
stimmt. leider. der hype nervte schon gewaltig. und wie man sieht war der - zumindest nicht 100% - gerechtfertigt.
09.02.2010 - 16:19 Uhr
synthie_und_roma
und wer weiss? wenn die passagen geklaut sind, vielleicht sind dann noch viele weitere von anderen bloggern oder online-schreibern geklaut.
09.02.2010 - 16:26 Uhr
Ioana
synthie_und_roma sagte:
du musst halt die leute kennen. der hegemann senior kennt bestimmt 1000 leute im verlagswesen und lektoren ohne ende. da wurde da skript seiner tochter bestimmt wohlwollend betrachtet. ein normales mädel hätte wahrscheinlich nie die chance bekommen in sonnem großverlag zu veröffentlichen. die wäre dann auch bei subkultur gelandet.
und wer weiss? wenn die passagen geklaut sind, vielleicht sind dann noch viele weitere von anderen bloggern oder online-schreibern geklaut.
das ist spekulation. die tochter schreibt, der vater ist beim theater. na und? andere übernehmen den betrieb ihrer eltern. ist doch nichts moralisch anrüchiges das weiterzuführen, mit dem man aufgewachsen ist.
und thomascrown: entschuldige die fehlenden anführungszeichen.
afrirali sagte:
Denn natürlich hätte sich Helene Hegemanns Roman nicht halb so gut am Markt und in den Feuilletons plazieren können, wenn er nur als Talentprobe einer formbewussten, literarisch versierten Debütantin aufgetreten wäre. Nein, dieses Buch musste der Notschrei eines blutjungen Originalgenies sein, ein poetisches Protokoll aus den wildesten Ecken des Hauptstadtlebens.
wieso MUSSTE das denn sein? gibts nicht noch ne welt außerhalb der berliner vergnügungsviertel? ich hätte helene hegemann für begabter gehalten um sie nur auf dieses thema zu beschränken.
09.02.2010 - 16:33 Uhr
ThomasCrown
afrirali sagte:
der punkt ist doch einfach der: die literarische qualität des buches von hegemann (wenn es eine hat) liegt *nicht* darin, dass sie sich bei airen (und sonst noch wem) bedient hat. wenn man sie kritisieren mag dann bitte wirklich an dem, was sie geschafft hat.
Und genau da fängt es ja an, problematisch zu werden. Nach der Entdeckung des Plagiats ist das Vertrauen dahin. Airen, Archive, wer noch? NIemand kann mehr sicher sagen, ob wirklich irgendein Schnipsel in dem Buch wirklich von ihr ist. Oder tatsächlich nur konsequent relativ unbekannte Versatzstücke von anderen zusammengekleistert?
Insofern erübrigt sich jede Beurteilung einer Eigenleistung von Frau Hegemann, weil diese gar nicht klar auszumachen ist.
09.02.2010 - 16:37 Uhr
afrirali
und was den vater ausmacht: hegemann hatte ja schon vorher einiges geschrieben, theater auf die bühne gebracht, etc. wenn jemand kommt und sagt: der roman ist mist, und das am text belegt, fein. aber so hört sich das nach neid und nach nicht mehr an. wer von euch hat das buch eigentlich gelesen?
afrirali sagte:
gargoyle: dann hast du wirklich keine ahnung, was eigenleistung ausmacht, nämlich das komponieren eines textes, die entwicklung von figuren, etc.
und was den vater ausmacht: hegemann hatte ja schon vorher einiges geschrieben, theater auf die bühne gebracht, etc. wenn jemand kommt und sagt: der roman ist mist, und das am text belegt, fein. aber so hört sich das nach neid und nach nicht mehr an. wer von euch hat das buch eigentlich gelesen?
Aha. Du scheinst mich ja gut zu kennen.
es wäre eine neue debatte, inwieweit authentität in der literatur vonnöten ist (ich lese auch lieber gut geschriebene lügen), aber in diesem fall ist das ja nicht vom buch zu trennen. niemand hätte sich über das buch aufgeregt (positiv wie negativ), wenn es nur "16jährige denkt sich anhand fremder erfahrungsberichte ne tolle story um drogen- und feiereskapaden aus" gewesen wäre. das wäre dann je nach qualität und besprechung beim "junge literatur"-stapel gelandet, oder neben rainald goetz, tobias rapp und dem neuesten berlin-reiseführer, oder, wie bereits jemand schrieb, im subkulturstapel.
Ioana sagte:
synthie_und_roma sagte:
du musst halt die leute kennen. der hegemann senior kennt bestimmt 1000 leute im verlagswesen und lektoren ohne ende. da wurde da skript seiner tochter bestimmt wohlwollend betrachtet. ein normales mädel hätte wahrscheinlich nie die chance bekommen in sonnem großverlag zu veröffentlichen. die wäre dann auch bei subkultur gelandet.
und wer weiss? wenn die passagen geklaut sind, vielleicht sind dann noch viele weitere von anderen bloggern oder online-schreibern geklaut.
das ist spekulation. die tochter schreibt, der vater ist beim theater. na und? andere übernehmen den betrieb ihrer eltern. ist doch nichts moralisch anrüchiges das weiterzuführen, mit dem man aufgewachsen ist.
der hegemann greift einmal zum telefonhörer und ruft seine lektoren und buddies in den verlagen an. die kleene hat doch das manuskript nicht am vater vorbei "unaufgefordert" an die verlage gesendet. NIEMALS. da lege ich mich fest, dass ist keine spekulation.
afrirali sagte:
ahm, ioana, du merkst schon, dass das (faz zitat) auf die marktgesetze abzielt, und eher dazu auffordert, den roman an seiner qualität zu messen?
nein, von marktgesetzen merkt man im faz zitat eigentlich nichts. ich vermisse dann die anmerkung, dass aus büchern in erster linie leben strömt und in zweiter linie geld. der artikel ist gut, keine frage. aber in der ganzen plagiatsdikussion liegt doch auch der ökonische aspekt, der gerne mal vernachlässigt wird. gerade aus marktgesetzlichen gründen hätte sie den namen des bloggers erwähnen müssen, über die ideelle seite kann man diskutieren.
ich habe keine ahnung, ob ich der einschätzung zustimmen würde; aber man solle sie doch bitte an ihrer (vorhandenen oder nicht) "erzählerischen kraft" messen; an ihrem literarischen können, und das drückt sich halt in viel mehr aus als dem, ob sie bei einem blog abgeschrieben hat oder nicht. oder man lege (wie es die faz machte) die bücher nebeneinander und argumentiere dann. aber so sind alle argumente gegen sie ein wenig arm.
synthie_und_roma sagte:
Ioana sagte:
synthie_und_roma sagte:
du musst halt die leute kennen. der hegemann senior kennt bestimmt 1000 leute im verlagswesen und lektoren ohne ende. da wurde da skript seiner tochter bestimmt wohlwollend betrachtet. ein normales mädel hätte wahrscheinlich nie die chance bekommen in sonnem großverlag zu veröffentlichen. die wäre dann auch bei subkultur gelandet.
und wer weiss? wenn die passagen geklaut sind, vielleicht sind dann noch viele weitere von anderen bloggern oder online-schreibern geklaut.
das ist spekulation. die tochter schreibt, der vater ist beim theater. na und? andere übernehmen den betrieb ihrer eltern. ist doch nichts moralisch anrüchiges das weiterzuführen, mit dem man aufgewachsen ist.
der hegemann greift einmal zum telefonhörer und ruft seine lektoren und buddies in den verlagen an. die kleene hat doch das manuskript nicht am vater vorbei "unaufgefordert" an die verlage gesendet. NIEMALS. da lege ich mich fest, dass ist keine spekulation.
das musst du besser wissen. ich kenne mich in den hegemannschen familien- und bekanntschaftskreisen nicht so gut aus. bin halt kein insider.
09.02.2010 - 16:47 Uhr
Ioana
ThomasCrown sagte:
ioana, das ist doch nicht der punkt. sondern daß ohne die privilegien und kontakte ihres vaters ihr buch vermutlich auf dem großen stapel der "unangefordert eingesandten manuskripte" landet und damit vielleicht eine 5%-chance, veröffentlicht zu werden.
entschuldigung, da ist ein blutjunger, weiblicher teenager mit nem buch über sex und drogen. und das ganze auch noch gut geschrieben. welcher verlag lehnt da ab?
afrirali sagte:
ThomasCrown: man solle sie doch bitte an ihrer (vorhandenen oder nicht) "erzählerischen kraft" messen;
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist? Ansonsten steh ich zu meiner Aussage oben, dass ich es nicht für sprachliche Brillanz, sondern für prätentiöses Geschwurbel halte, das vielleicht grad dem Zeitgeist entgegenkommt, aber bald wieder in der Versenkung verschwunden sein wird.
Gargoyle sagte:
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist?
naja, in dem dus buch liest hätte ich mal spontan gesagt. ;) wenns dein stil ist, keine frage.
Ioana sagte:
ThomasCrown sagte:
ioana, das ist doch nicht der punkt. sondern daß ohne die privilegien und kontakte ihres vaters ihr buch vermutlich auf dem großen stapel der "unangefordert eingesandten manuskripte" landet und damit vielleicht eine 5%-chance, veröffentlicht zu werden.
entschuldigung, da ist ein blutjunger, weiblicher teenager mit nem buch über sex und drogen. und das ganze auch noch gut geschrieben. welcher verlag lehnt da ab?
wie ich sagte: ne 5%-chance hat sie. glaubst du im ernst, sie ist der einzige teenager, der ne coming of age-geschichte mit viel sex und drogen geschrieben hat? darunter bestimmt auch noch ein paar, deren fotos man besser unter "sex" vermarkten kann.
und das "gut" ist ja nun geschmackssache - guck doch mal nach, von wievielen verlagen diverse nun-klassiker abgelehnt wurden.
die beatles sind auch nicht direkt genommen wurden.
sofern man eben keine beziehungen hat oder einen namen, braucht man ne menge glück und muß den einen agenten erwischen, dessen geschmack man eben trifft.
Ioana sagte:
Gargoyle sagte:
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist?
naja, in dem dus buch liest hätte ich mal spontan gesagt. ;) wenns dein stil ist, keine frage.
Ich glaub du hast mich falsch verstanden. Ist es jetzt mehr die erzählerische Kraft der Autoren der Texte, die sie kopiert hat, oder ist es ihre eigene?
Gargoyle sagte:
Ioana sagte:
Gargoyle sagte:
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist?
naja, in dem dus buch liest hätte ich mal spontan gesagt. ;) wenns dein stil ist, keine frage.
Ich glaub du hast mich falsch verstanden. Ist es jetzt mehr die erzählerische Kraft der Autoren der Texte, die sie kopiert hat, oder ist es ihre eigene?
klar. aber das kann man nur abschätzen, indem man die autoren liest. so aus der distanz kann man das wohl kaum beurteilen. die "erzählerische kraft" besteht schlussendlich aus mehr als aus der frage wer von wem was abgeschrieben hat. (sonst müsste man mehreren klassikern wahrscheinlich die erzählerische kraft absprechen).
http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794...
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0...
ThomasCrown sagte:
ThomasCrown sagte:
sofern man eben keine beziehungen hat oder einen namen, braucht man ne menge glück und muß den einen agenten erwischen, dessen geschmack man eben trifft.
das ist richtig. allerdings finde ich es übertrieben, alles so darzustellen als sei ihr vater der einzige grund warum sie ein erfolgreiches buch veröffentlicht hat. sonst wären doch alle autorenkinder automatisch gute schriftsteller. oder schriftsteller wäre ein generationenübergreifender beruf. du kannst auch den betrieb des vaters erben und ihn zugrunder richten. vor allem finde ich es schwer für mich selber zu beurteilen was glück, was geschmack und was familienname in diesen beziehungen ausmachen. sicher, wäre sie ein begabtes mädchen aus einer sozial schwachen problemfamilie hätte sie es vielleicht nicht so einfach gehabt. aber das ist nunmal nicht nur beim autorenberuf so.
Ioana sagte:
(sonst müsste man mehreren klassikern wahrscheinlich die erzählerische kraft absprechen).
Zwischen Abschreiben und ein bisschen Redigieren auf der einen Seite und Zitieren, Parodieren und auf Dinge bewusst anspielen, um Assoziationen zu wecken oder sie in einem neuen Kontext zu beleuchten, ist aber ein himmelweiter Unterschied.
Und der plumpen Übersetzung des Archive-Textes fehlt es eindeutig an sprachlicher Brillanz - das hätte jeder Englisch-Abiturient genauso hingekriegt. Und er hätte wahrscheinlich dazugeschrieben, dass es ein Song von Archive ist.
Und ja: Das Buch wäre nie so groß rausgekommen und abgefeiert worden, wenn nicht der Daddy Chefdramaturg wäre und eben die entsprechenden Kontakte hätte. Schon Ihr Debütfilm hatte ja richtig tolle Schauspieler dabei, die mitgemacht haben, weil Sie zum Ensemble der Volksbühne gehörten und durch Daddy die Tochter kannten.
Sprich: Rezension im Feuilleton gelingt nur sehr selten, wenn keinerlei "Vitamin B" im Spiel ist - teilweise schreiben die Feuilleton-Autoren ja im selben Verlag wie die Autoren, über die sie dann im Feuilleton schreiben.
09.02.2010 - 17:14 Uhr
Ioana
Gargoyle sagte:
Ioana sagte:
(sonst müsste man mehreren klassikern wahrscheinlich die erzählerische kraft absprechen).
Zwischen Abschreiben und ein bisschen Redigieren auf der einen Seite und Zitieren, Parodieren und auf Dinge bewusst anspielen, um Assoziationen zu wecken oder sie in einem neuen Kontext zu beleuchten, ist aber ein himmelweiter Unterschied.
Und der plumpen Übersetzung des Archive-Textes fehlt es eindeutig an sprachlicher Brillanz - das hätte jeder Englisch-Abiturient genauso hingekriegt. Und er hätte wahrscheinlich dazugeschrieben, dass es ein Song von Archive ist.
entschuldigung, aber wenn es um die passagen geht, sehe ich zwischen den texten von airen und denen von hegemann einen unterschied. zugunsten von hegemann. inwiefern das kopieren dann dem genuss des buches abträglich ist, kann man entscheiden wenn man das buch liest.
Ioana sagte:
entschuldigung, aber wenn es um die passagen geht, sehe ich zwischen den texten von airen und denen von hegemann einen unterschied. zugunsten von hegemann. inwiefern das kopieren dann dem genuss des buches abträglich ist, kann man entscheiden wenn man das buch liest.
Deine Meinung, dafür brauchts doch keine Entschuldigung. In meinen Augen hat sich aber jemand, der so arbeitet, ganz grundsätzlich als Autor disqualifiziert. Ich kann mich nicht einfach überall bedienen, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Und "Remix" ist für mich eine ganz, ganz faule Ausrede.
Gargoyle sagte:
Ioana sagte:
entschuldigung, aber wenn es um die passagen geht, sehe ich zwischen den texten von airen und denen von hegemann einen unterschied. zugunsten von hegemann. inwiefern das kopieren dann dem genuss des buches abträglich ist, kann man entscheiden wenn man das buch liest.
Deine Meinung, dafür brauchts doch keine Entschuldigung. In meinen Augen hat sich aber jemand, der so arbeitet, ganz grundsätzlich als Autor disqualifiziert. Ich kann mich nicht einfach überall bedienen, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Und "Remix" ist für mich eine ganz, ganz faule Ausrede.
mit letzterem könntest du recht haben. naja, ich weiss z.b. auch dass einige von brechts texten evtl plagiate enthalten, find ich wirtschaftlich unlauter, menschlich beschissen und meinen lesegenuss schmälert es trotzdem nicht. ich will hegemann nicht unbedingt mit brecht vergleichen, aber die überzeugungskraft eines autors lernt man doch in erster linie durch seine texte und nicht durch den feuilleton.
dazu dann die paar üblichen querulanten, die rein aus opposition oder möchtegern-underground-teilhabe sie endgültig zur chronistin unserer zeit hochstilisieren (taz, fr, je nach autor sz und faz).
goof sagte:
Ich finde, die Dame bekommt zu viel Beachtung für ihr Plagiat. Ich würde da eher zu einer Anzahl Sozialstunden raten.
Plagen statt plagiieren!
Gargoyle sagte:
afrirali sagte:
ThomasCrown: man solle sie doch bitte an ihrer (vorhandenen oder nicht) "erzählerischen kraft" messen;
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist? Ansonsten steh ich zu meiner Aussage oben, dass ich es nicht für sprachliche Brillanz, sondern für prätentiöses Geschwurbel halte, das vielleicht grad dem Zeitgeist entgegenkommt, aber bald wieder in der Versenkung verschwunden sein wird.
Dasselbe gilt für Macbeth, und bezweifelt da jemand die erzählerische Kraft?
ThomasCrown sagte:
@gargoyle: egal, wie der roman wird, der literaturbetrieb wird es größtenteils verreißen. teils, weil die erwartungen gestiegen sind, teils, weil man ihr das kopieren noch übelnimmt (und daß man selbst alles geglaubt hat). "feuer verloren", "keine geschichten mehr zu erzählen", "wo ist die dringlichkeit?" usw.
dazu dann die paar üblichen querulanten, die rein aus opposition oder möchtegern-underground-teilhabe sie endgültig zur chronistin unserer zeit hochstilisieren (taz, fr, je nach autor sz und faz).
Das kann ich gut nachvollziehen. Das übliche Ritual ...
@TomJones: ich
Gargoyle sagte:
afrirali sagte:
ThomasCrown: man solle sie doch bitte an ihrer (vorhandenen oder nicht) "erzählerischen kraft" messen;
Noch mal: Wie kann ich ihre erzählerische Kraft messen, wenn ich nicht weiß, was "geborgt" und was "Hegemann" ist? Ansonsten steh ich zu meiner Aussage oben, dass ich es nicht für sprachliche Brillanz, sondern für prätentiöses Geschwurbel halte, das vielleicht grad dem Zeitgeist entgegenkommt, aber bald wieder in der Versenkung verschwunden sein wird.
weil es eine sache ist textstücke zu kopieren, und eine andere sache ist diese zu komponieren und damit zu erzählen. siehe das faz zitat.
Das habe ich auch nicht fassen können.
(Der betreffende Schüler durfte aber noch Abi machen; hat dann doch... BWL studiert; klar.)
goof sagte:
@joergauch: hehe
@TomJones: ich
Warum?
Weils formal gesehen keine Erzählung ist? *gäääähn*
09.02.2010 - 17:48 Uhr
goof
afrirali sagte:
nochmals: wer von euch hat das buch eigentlich gelesen?
ich nicht. bin auch eher ein mittelmäßiger freund von coming of age. kommt aufs buch an. du?
Ich hab´s jetzt mal in Anführungszeichen gesetzt, weiß aber nicht, wen ich da grad zitiere. Der Ullstein Verlag wird es schon rausfinden.
goof sagte:
@TomJones: falsche Schublade. Weil ich die erzählerische Kraft jetzt nicht übermäßig hoch finde.
Ah. Ok, erzählerische Kraft ist sowieso ein schwachsinniges und sehr subjektives Kriterium.
Purcell sagte:]http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0...
Zu den ganzen bereits diskutierten Punkten kommt ja noch eins: Das dämliche Verhalten der Autorin nach der Aufdeckung. Sie hat dann nämlich angegeben den Blog Airens, nicht aber das Buch zu kennen - obwohl offenbar nachweislich ein Exemplar des Buches von Amazon an ihre Adresse geliefert wurde. Das sieht dann schon nach bewußter Vertuschung des konkreten Schreibprozesses aus, um dem Plagiatsvorwurf zu entgehen. Und konterkariert damit ihren Versuch, das ganze als "Remix" o.ä. zu deklarieren.
http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794...
[link=http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0...
DAFÜR wurde Bargeld erfunden.
Matthias Hagedorn
10.02.2010 - 09:17 Uhr
MatthiasHagedorn
Matthias Hagedorn
MatthiasHagedorn sagte:
Ob "Remix" oder "Laxheit in Fragen geistigen Eigentums", warum nennt man dieses ungewollte Kind nicht beim Namen: Geistiger Diebstahl.
Matthias Hagedorn
Das steht für mich auch nicht in Frage. Es wird hier rumgedruckst an allen Ecken, bei diesem Thema, aber eigentlich müsste rein rechtlich doch alles glasklar sein.
Nuff said.
So ist das aber ganz offenbar eine reine Neiddiskussion. Unwert.
Aporia sagte:
Wenn hier irgendwer dieses Buch gelesen hätte, dann würde diese Diskussion ganz anders klingen - egal, ob sie zum Schluss käme, dass das Mädel was kann oder eben nicht.
So ist das aber ganz offenbar eine reine Neiddiskussion. Unwert.
seh ich nicht so.
Jollscherl sagte: seh ich nicht so.
Ich sehe nicht, wo hier tatsächlich über das Buch diskutiert wird. Alles nur vom Hörensagen.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: seh ich nicht so.
Ich sehe nicht, wo hier tatsächlich über das Buch diskutiert wird. Alles nur vom Hörensagen.
naja, aber es geht in der diskussion ja auch nicht um den inhalt des buches, sondern um die frage, ob heutzutage text bei anderen autoren "ausleihen" plagiat oder legitime kreative praxis ist.
Jollscherl sagte: naja, aber es geht in der diskussion ja auch nicht um den inhalt des buches, sondern um die frage, ob heutzutage text bei anderen autoren "ausleihen" plagiat oder legitime kreative praxis ist.
Naja, das hängt ja stark davon ab, was der Autor mit der geborgten Stelle anstellt. Die weiter oben angesprochene Analogie zur Musik ist nicht so falsch, finde ich. Die musikalische Basis für das, was z.B. Massive Attack gemacht haben, ist zu einem großen Teil »geklaut«, aber eben so virtuos geklaut und in einen neuen Kontext gestellt, dass es gut ist.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: naja, aber es geht in der diskussion ja auch nicht um den inhalt des buches, sondern um die frage, ob heutzutage text bei anderen autoren "ausleihen" plagiat oder legitime kreative praxis ist.
Naja, das hängt ja stark davon ab, was der Autor mit der geborgten Stelle anstellt. Die weiter oben angesprochene Analogie zur Musik ist nicht so falsch, finde ich. Die musikalische Basis für das, was z.B. Massive Attack gemacht haben, ist zu einem großen Teil »geklaut«, aber eben so virtuos geklaut und in einen neuen Kontext gestellt, dass es gut ist.
aber eben nicht heimlich geklaut.
Jollscherl sagte:
aber eben nicht heimlich geklaut.
Das ist tatsächlich ein Schwachpunkt. Und über die Rechtfertigungsarie brauchen wir garnicht diskutieren, das ist klar.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
aber eben nicht heimlich geklaut.
Das ist tatsächlich ein Schwachpunkt. Und über die Rechtfertigungsarie brauchen wir garnicht diskutieren, das ist klar.
ja dann... bist du für dich ja zu einem diskussions-ergebnis gekommen. und anscheinend ist es dasselbe wie das der meisten hier, wenn man die kommentare so liest. und zwar unabhängig vom inhalt des buches.
Jollscherl sagte: ja dann... bist du für dich ja zu einem diskussions-ergebnis gekommen. und anscheinend ist es dasselbe wie das der meisten hier, wenn man die kommentare so liest. und zwar unabhängig vom inhalt des buches.
Das macht sie für mich aber nicht automatisch schlecht. Ich denke, einer 17jährigen darf man Lernfähigkeit zugestehen.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: ja dann... bist du für dich ja zu einem diskussions-ergebnis gekommen. und anscheinend ist es dasselbe wie das der meisten hier, wenn man die kommentare so liest. und zwar unabhängig vom inhalt des buches.
Das macht sie für mich aber nicht automatisch schlecht. Ich denke, einer 17jährigen darf man Lernfähigkeit zugestehen.
hmmmmmmmm ja, schon, aber mit 17 ist sie erstens kein kompletter anfänger (sie hat ja vorher auch schon was gemacht in die richtung), und vor allem lernt man bedeutend früher in der schule und im leben, dass abschaun, abschreiben, klauen, so tun als wär irgendwas seins, obwohls eben jemand anderem gehört usw., dass das nicht ok ist. aufs alter würd ich hier nicht gehen - sie ist anscheinend eine außergewöhnlcihe 17jährige.
Jollscherl sagte:
hmmmmmmmm ja, schon, aber mit 17 ist sie erstens kein kompletter anfänger (sie hat ja vorher auch schon was gemacht in die richtung), und vor allem lernt man bedeutend früher in der schule und im leben, dass abschaun, abschreiben, klauen, so tun als wär irgendwas seins, obwohls eben jemand anderem gehört usw., dass das nicht ok ist. aufs alter würd ich hier nicht gehen - sie ist anscheinend eine außergewöhnlcihe 17jährige.
Also, ich hatte mit 25 noch nicht kapiert, dass ich Zitate kennzeichnen oder Inhalte eben paraphrasieren muss usw. Das hat für mich keinen Sinn gemacht. Wenn ich mir etwas angeeignet habe, dann ist es in meinen Wortschatz übergegangen, sozusagen. Das war für mich ein sehr allmählicher Lernprozess. Ich würde das nicht so absolut sehen wie du.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
hmmmmmmmm ja, schon, aber mit 17 ist sie erstens kein kompletter anfänger (sie hat ja vorher auch schon was gemacht in die richtung), und vor allem lernt man bedeutend früher in der schule und im leben, dass abschaun, abschreiben, klauen, so tun als wär irgendwas seins, obwohls eben jemand anderem gehört usw., dass das nicht ok ist. aufs alter würd ich hier nicht gehen - sie ist anscheinend eine außergewöhnlcihe 17jährige.
Also, ich hatte mit 25 noch nicht kapiert, dass ich Zitate kennzeichnen oder Inhalte eben paraphrasieren muss usw. Das hat für mich keinen Sinn gemacht. Wenn ich mir etwas angeeignet habe, dann ist es in meinen Wortschatz übergegangen, sozusagen. Das war für mich ein sehr allmählicher Lernprozess. Ich würde das nicht so absolut sehen wie du.
aber das lernt man doch spätestens bei der facharbeit und bei den seminararbeiten.
Jollscherl sagte: aber das lernt man doch spätestens bei der facharbeit und bei den seminararbeiten.
Es wird einem als Gesetz vorgesetzt. Und Gesetze sind zum Brechen da. Aber vielleicht hatte ich auch einfach schwache Lehrer. Mir muss man die Dinge erklären, damit ich sie ernst nehme. Befehle nutzen nichts.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: aber das lernt man doch spätestens bei der facharbeit und bei den seminararbeiten.
Es wird einem als Gesetz vorgesetzt. Und Gesetze sind zum Brechen da. Aber vielleicht hatte ich auch einfach schwache Lehrer. Mir muss man die Dinge erklären, damit ich sie ernst nehme. Befehle nutzen nichts.
ob das in dem fall greift? ich kann dir nicht ganz glauben, dass du nicht wusstest, dass es nicht OK ist, was aus anderen arbeiten zusammen zu stöpseln und deinen namen drunter zu schreiben.
Da ist eigentlich alles gesagt - in dem Artikel und den dazugehörigen Kommentaren.
Gargoyle sagte:
http://www.literaturcafe.de/plagiatsfall...
Da ist eigentlich alles gesagt - in dem Artikel und den dazugehörigen Kommentaren.
stimmt
Jollscherl sagte:
ich kann dir nicht ganz glauben, dass du nicht wusstest, dass es nicht OK ist, was aus anderen arbeiten zusammen zu stöpseln und deinen namen drunter zu schreiben.
Ich mache mal ein Beispiel: ich schrieb an einer Arbeit, in der ich Ideen für irgendwas Planerisches entwickelt habe. Weil das bei einem Prof für Architekturgeschichte war, musste das was historisch abgeleitetes sein. Das heißt, ich musste auch kurz auf die entsprechende Historie eingehen. Weil dieser Teil der Abhandlung aber lang und breit in architekturhistorischen Büchern beschrieben ist, habe ich mir die entsprechenden Absätze zusammengesucht und ein wenig zusammengekürzt, aber im Großen und Ganzen aus einem Buch direkt zitiert. Denn da war es ja schon gut beschrieben. Und weil es Historie ist, ist es ja quasi Allgemeinwissen. Warum das also als geschütztes Werk zitieren? So war damals jedenfalls mein Gedankengang.
Ach, ich kann das schwer erklären. Ich kann jedenfalls gut verstehen, wenn Leute Schwierigkeiten mit dem Begriff »geistiges Eigentum« haben. Statt Meins/Deins ein Unser - wie würde das die Welt verändern?
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
ich kann dir nicht ganz glauben, dass du nicht wusstest, dass es nicht OK ist, was aus anderen arbeiten zusammen zu stöpseln und deinen namen drunter zu schreiben.
Warum das also als geschütztes Werk zitieren?
ganz einfach: weils nicht deins ist. du hast es dir nicht erarbeitet, sondern abgeschrieben. und was spricht dagegen, eine kleine fußnote zu machen und zumindest "Vgl. sowieso" zu schreiben?
Jollscherl sagte:
ganz einfach: weils nicht deins ist. du hast es dir nicht erarbeitet, sondern abgeschrieben. und was spricht dagegen, eine kleine fußnote zu machen und zumindest "Vgl. sowieso" zu schreiben?
Inzwischen habe ich es ja auch verstanden, keine Sorge. Aber damals war das für mich nicht so logisch. Dieses Thema ist nicht so schwarzweiß, wie du es darstellst. Ich habe lange nicht verstanden, dass Worte jemandem »gehören« können. Vielleicht weil ich selbst nicht aus der schreibenden Zunft komme.
Fußnoten finde ich heute noch schrecklich. Aber ich weiß inzwischen, wie man Zitate und Quellenangaben schick darstellen kann... ;-)
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
ganz einfach: weils nicht deins ist. du hast es dir nicht erarbeitet, sondern abgeschrieben. und was spricht dagegen, eine kleine fußnote zu machen und zumindest "Vgl. sowieso" zu schreiben?
Inzwischen habe ich es ja auch verstanden, keine Sorge. Aber damals war das für mich nicht so logisch. Dieses Thema ist nicht so schwarzweiß, wie du es darstellst. Ich habe lange nicht verstanden, dass Worte jemandem »gehören« können. Vielleicht weil ich selbst nicht aus der schreibenden Zunft komme.
Fußnoten finde ich heute noch schrecklich. Aber ich weiß inzwischen, wie man Zitate und Quellenangaben schick darstellen kann... ;-)
dann kannst du ja im grunde direkt ein paar goethe-bücher einscannen, den namen weg retuschieren und als deins verkaufen und schön kohle scheffeln. oder ist das dann auf einmal was anderes?
Jollscherl sagte: dann kannst du ja im grunde direkt ein paar goethe-bücher einscannen, den namen weg retuschieren und als deins verkaufen und schön kohle scheffeln. oder ist das dann auf einmal was anderes?
Nö, das würde mir ja niemand abnehmen, dass das von mir ist. Dazu müsste ich erstmal eine entsprechende Reputation aufbauen. Auch ein schlampiges Genie ist immernoch ein Genie.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: dann kannst du ja im grunde direkt ein paar goethe-bücher einscannen, den namen weg retuschieren und als deins verkaufen und schön kohle scheffeln. oder ist das dann auf einmal was anderes?
Nö, das würde mir ja niemand abnehmen, dass das von mir ist. Dazu müsste ich erstmal eine entsprechende Reputation aufbauen. Auch ein schlampiges Genie ist immernoch ein Genie.
achso? das würd dir dann niemand abnehmen? das ist der punkt? wo kein kläger, da kein richter? nein, also, das seh ich wirklich von grund auf anders.
und ich bleib auch dabei: dass man text nicht nehmen und ohne kennzeichnung als eigene arbeit ausgeben darf, das weiß man. und zwar sehr früh.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte: dann kannst du ja im grunde direkt ein paar goethe-bücher einscannen, den namen weg retuschieren und als deins verkaufen und schön kohle scheffeln. oder ist das dann auf einmal was anderes?
Nö, das würde mir ja niemand abnehmen, dass das von mir ist. Dazu müsste ich erstmal eine entsprechende Reputation aufbauen. Auch ein schlampiges Genie ist immernoch ein Genie.
Und wenn jemand nun deine - sagen wir mal nicht abgeschriebene - arbeit, in die du dein ganzes herzblut reingehängt hast, mit erfolg als seins verkauft und einen haufen kohle mit scheffelt, ohne dich auch nur zu erwähnen geschweige denn freiwillig am honorar zu beteiligen, fändest du das auch OK.
Jollscherl sagte:
und ich bleib auch dabei: dass man text nicht nehmen und ohne kennzeichnung als eigene arbeit ausgeben darf, das weiß man. und zwar sehr früh.
Ja, aber: Sie hat die Texte bearbeitet. Zwar teilweise sehr rudimentär, aber eben doch bearbeitet.
Naja, alles sehr schwarzweiß hier. Ich gebe die Diskussion für heute Abend erstmal auf... :-)
10.02.2010 - 22:43 Uhr
Aporia
Gargoyle sagte:
Und wenn jemand nun deine - sagen wir mal nicht abgeschriebene - arbeit, in die du dein ganzes herzblut reingehängt hast, mit erfolg als seins verkauft und einen haufen kohle mit scheffelt, ohne dich auch nur zu erwähnen geschweige denn freiwillig am honorar zu beteiligen, fändest du das auch OK.
Ist ja schon okay. Ich finde nur, dass das Thema nicht immer so eindeutig ist, wie es hier dargestellt wird.
Aporia sagte:
Naja, alles sehr schwarzweiß hier. Ich gebe die Diskussion für heute Abend erstmal auf... :-)
Aha ... find ich jetzt sehr lustig.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
und ich bleib auch dabei: dass man text nicht nehmen und ohne kennzeichnung als eigene arbeit ausgeben darf, das weiß man. und zwar sehr früh.
Ja, aber: Sie hat die Texte bearbeitet. Zwar teilweise sehr rudimentär, aber eben doch bearbeitet.
Naja, alles sehr schwarzweiß hier. Ich gebe die Diskussion für heute Abend erstmal auf... :-)
das stimmt doch nicht.
und nichtsdestotrotz: wenn sie nicht klauen wollte, wieso bedankt sie sich nicht einfach im vorwort, im impressum oder sonst wo bei dem blogger?
nee, komm, das ist käse.
Gargoyle sagte:
Aha ... find ich jetzt sehr lustig.
Ich fasse grob zusammen:
1. Weiter vorne gab es viel zu viel Häme von Menschen, die nicht ein einziges Wort der jungen Dame gelesen haben.
2. Nur weil das gängige Wirtschaftssystem auf Eigentum basiert, ist das noch nicht richtig. Ja, auch ich persönlich verdiene mein Geld mit dem Verkauf von Ideen. Aber das macht es nicht richtiger.
Aporia sagte:
Gargoyle sagte:
Aha ... find ich jetzt sehr lustig.
Ich fasse grob zusammen:
1. Weiter vorne gab es viel zu viel Häme von Menschen, die nicht ein einziges Wort der jungen Dame gelesen haben.
2. Nur weil das gängige Wirtschaftssystem auf Eigentum basiert, ist das noch nicht richtig. Ja, auch ich persönlich verdiene mein Geld mit dem Verkauf von Ideen. Aber das macht es nicht richtiger.
zu 1.: das hatten wir schon. es geht nicht um den inhalt (weil der ohnehin nicht ihrer ist, haha), sondern um die rechtliche lage. oder von mir aus die künstlerische.
zu 2.: anarchie, ja, is klar. ich würd nur gern mal sehen, wie du reagieren würdest, wenn jemand sich auf deine kosten einen reibach macht.
Aporia sagte:
Gargoyle sagte:
Aha ... find ich jetzt sehr lustig.
Ich fasse grob zusammen:
1. Weiter vorne gab es viel zu viel Häme von Menschen, die nicht ein einziges Wort der jungen Dame gelesen haben.
2. Nur weil das gängige Wirtschaftssystem auf Eigentum basiert, ist das noch nicht richtig. Ja, auch ich persönlich verdiene mein Geld mit dem Verkauf von Ideen. Aber das macht es nicht richtiger.
Schau dir mal unter dem Link, den ich weiter oben gepostet habe, den Kommentar Nr. 19 an. Das ist auch noch ein interessanter Aspekt, der hier noch gar nicht angesprochen wurde. Es geht um Macht und zweierlei Maß. Ein sehr unappetitliches Spiel.
Sie hat geklaut, das ist ein Fehler. Sie dachte, sie kommt damit durch, oder hat gar nichts gedacht, oder dass es ok ist. Ist ja egal, für die Bewertung der Qualität ihres Buches halt ich das noch immer für nicht so wichtig.
querspieler sagte:
Jollscherl, hätt die Hegemann bei dem Blogger vorher offiziell angefragt hätt er genau 50 Euro oder sowas für die Rechte bekommen und garantiert keine Erfolgsbeteiligung. Was besseres als das hier hätt ihm nicht passieren können.
Sie hat geklaut, das ist ein Fehler. Sie dachte, sie kommt damit durch, oder hat gar nichts gedacht, oder dass es ok ist. Ist ja egal, für die Bewertung der Qualität ihres Buches halt ich das noch immer für nicht so wichtig.
50 euro: das mag sein. und es ist sicher wahr, dass der blogger jetzt tausendmal mehr davon hat. aber das ändert meiner meinung nach nix an den fakten.
und die inhaltliche qualität des buches steht für mich gar nicht zur debatte. also: für mich.
querspieler sagte:
Jollscherl, hätt die Hegemann bei dem Blogger vorher offiziell angefragt hätt er genau 50 Euro oder sowas für die Rechte bekommen und garantiert keine Erfolgsbeteiligung. Was besseres als das hier hätt ihm nicht passieren können.
Sie hat geklaut, das ist ein Fehler. Sie dachte, sie kommt damit durch, oder hat gar nichts gedacht, oder dass es ok ist. Ist ja egal, für die Bewertung der Qualität ihres Buches halt ich das noch immer für nicht so wichtig.
Hätte würde könnte - trotzdem ist das Ganze unlauter abgelaufen und nur durch Zufall rausgekommen. Deshalb gibts da nichts zu rechtfertigen. Das Ganze ist und war eine Riesenschweinerei.
Du sollst nicht lügen, du sollst nicht stehlen, trotzdem passiert das dauernd und nicht nur aus den niedrigsten Beweggründen, sondern von sonst eigentlich ganz normalen Menschen.
Aporia sagte:
Klar, man kann immer wahnsinnig gut am Bestehendem festhalten. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich möchte gerne verändern... :-)
jetzt kommen wir aber vom hundertsten ins tausendste. wenn dich einer beim klauen im supermarkt erwischt, kannst dich auch nicht rausreden mit "ja... mag sein, dass ich das gestohlen hab, aber ich hab da eine vision von einer welt, in der jedem alles gehört ..."
querspieler sagte:
Da geb ich auc hgern Aporia recht, das ist mir zu schwarz-weiß, obwohl ich gern am Eigentumsbegriff festhalten würde...
eigebtlich nicht. oder von mir aus doch: es ist halt eine binäre entscheidung, ob etwas rechtens ist, also: dem gängigen gesetz entspricht, oder eben nicht. da gibts wenig grau.
querspieler sagte:
Gargoyle, keine Ahnung warum du aus einem alltäglichen Vorgang eine Riesenschweinerei machst. Ich halt das eher für banal.
Du sollst nicht lügen, du sollst nicht stehlen, trotzdem passiert das dauernd und nicht nur aus den niedrigsten Beweggründen, sondern von sonst eigentlich ganz normalen Menschen.
Und macht es das dann besser? Es werden täglich Hunderte von Menschen ermordet, also was soll ich mich noch drüber aufregen? Und ich stell dir dieselbe Frage wie Aporia: Wenn es Dein Text wäre, an dem sich jemand bereichert und du bist der Depp, der nur durch Zufall gezwungenermaßen ein bisschen Anerkennung und Honorar abkriegt, fändest du das auch alles noch so locker?
querspieler sagte:
Gargoyle ich hatte wegen solcher Sachen noch keine größeren Rechtstreitigkeiten, aber ich würde das ziemlich humorlos verfolgen, wenn jemand bei mir klaut. Trotzdem würd ich über die Tatsache eher gähnen as mich aufregen und ich wär hocherfreut, wenn ich oder meine "Werke" Teil von so einem Erfolg werden würden. Natürlich würd ich mich mehr freuen, vorher gefragt worden zu sein, aber wie oben bereits gesagt, Aufmerksamkeit und Geld gibt es so deutlich mehr.
jetzt klaut einer daniel düsentriebs neuste idee. der dieb baut das gerät, das daniel erfunden hat, und es wird ein voller erfolg. und alle sind sich einig: daniel hätte es nie so toll bauen können.
is es deswegen kein diebstahl?
ich seh da wenig spielraum.
querspieler sagte:
Gargoyle ich hatte wegen solcher Sachen noch keine größeren Rechtstreitigkeiten, aber ich würde das ziemlich humorlos verfolgen, wenn jemand bei mir klaut. Trotzdem würd ich über die Tatsache eher gähnen as mich aufregen und ich wär hocherfreut, wenn ich oder meine "Werke" Teil von so einem Erfolg werden würden. Natürlich würd ich mich mehr freuen, vorher gefragt worden zu sein, aber wie oben bereits gesagt, Aufmerksamkeit und Geld gibt es so deutlich mehr.
Dazu muss es aber erst mal rauskommen, dass sich jemand bei dir bedient hat, damit du auch was davon hast. Und ich denke, wenn dir ein Text wirklich am Herzen liegt, dann ist man da nicht so cool und lässt andere gern dafür als neuen "Kugelblitz" am Literaturhimmel feiern.
querspieler sagte:
Jollscherl, schönes Beispiel, aber irgendwie doch bisschen anders, oder? Hier geht es nicht um eine geniale Idee, sondern ein Blog aus dem ein paar Absätze geklaut wurden.
und wo ziehen wir die grenze?
Gargoyle sagte:
Dazu muss es aber erst mal rauskommen, dass sich jemand bei dir bedient hat, damit du auch was davon hast. Und ich denke, wenn dir ein Text wirklich am Herzen liegt, dann ist man da nicht so cool und lässt andere gern dafür als neuen "Kugelblitz" am Literaturhimmel feiern.
Ja, nur wenn ich mich noch über Sachen aufregen würde, die ich gar nicht weiß, dann wär ich ja komplett beschäftigt mit Aufregen...
querspieler sagte:
Gargoyle sagte:
Dazu muss es aber erst mal rauskommen, dass sich jemand bei dir bedient hat, damit du auch was davon hast. Und ich denke, wenn dir ein Text wirklich am Herzen liegt, dann ist man da nicht so cool und lässt andere gern dafür als neuen "Kugelblitz" am Literaturhimmel feiern.
Ja, nur wenn ich mich noch über Sachen aufregen würde, die ich gar nicht weiß, dann wär ich ja komplett beschäftigt mit Aufregen...
Drum am besten Augen zu, Ohren zu, Mund zu, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, ich find alles toll, und wenn ich was nicht so toll finde, ist es eh nur Neid.
Jollscherl sagte:
und wo ziehen wir die grenze?
Eben, eben, die Grenze ist fließend!
Jollscherl sagte:
und wo ziehen wir die grenze?
Versteh ich nicht ganz, sie hat geklaut, da gibt es wirklich nichts zu deuteln. Nur der kommerzielle Schaden ist minimal, der für ihr Ansehen noch nicht abzuschätzen (kann ja sein, dass noch mehr rauskommt) und deshalb würd ich sie jetzt nicht gleich aus der Gesellschaft verstoßen, sondern ihr einfach beim nächsten Buch nochmal eine Chance geben.
Und wer mehr klaut/größeren Schaden anrichtet wird eben "schwerer" bestraft.
Aporia sagte:
Jollscherl sagte:
und wo ziehen wir die grenze?
Eben, eben, die Grenze ist fließend!
Ich schreib jetzt mal von einem früheren Kommentar ab: Das hätte Merkel auch so sagen können. ;-)
Unter einem Plagiat (vom latn. plagium, „Menschenraub“ abgeleitet) wird im Urheberrecht allgemein das bewusste Aneignen fremden Geistesguts verstanden.
Die Betonung würd ich gerne mal auf das "bewusst" legen wollen. Und das war hier der Fall. Es ist was anderes, wenn ich tausend Sekundärliteraturtitel zu nem Thema lese und am Ende weiß ich nicht mehr: hab ich das grad gedacht oder hab ich das wo gelesen?
Der Vorsatz war doch hier eindeutig gegeben. Daher ist die Sache für mich relativ klar. Und Unwissen schützt auch nicht vor Strafe - wobei ich nicht glaube, dass Unwissen hier vorlag.
10.02.2010 - 23:17 Uhr
Jollscherl
querspieler sagte:
Jollscherl sagte:
und wo ziehen wir die grenze?
Versteh ich nicht ganz, sie hat geklaut, da gibt es wirklich nichts zu deuteln. Nur der kommerzielle Schaden ist minimal, der für ihr Ansehen noch nicht abzuschätzen (kann ja sein, dass noch mehr rauskommt) und deshalb würd ich sie jetzt nicht gleich aus der Gesellschaft verstoßen, sondern ihr einfach beim nächsten Buch nochmal eine Chance geben.
Und wer mehr klaut/größeren Schaden anrichtet wird eben "schwerer" bestraft.
naja, aber sie gibts ja nicht zu, sie redet sich ja (sehr fadenscheinig) raus. das ist es ja, glaub ich, was viele so stört.
Und ob es bewusst war ist ebenfalls reine Spekulation, vielleicht glaubt sie ja wirklich, was sie da sagt.
querspieler sagte:
...
Und ob es bewusst war ist ebenfalls reine Spekulation, vielleicht glaubt sie ja wirklich, was sie da sagt.
Dann hat sie wirklich Fantasie, und einem zweiten tollen Buch steht nix im Wege.
querspieler sagte:
Tja, mir ist es völlig egal was ein 17 jähriges Mädel als Entschuldigung für einen Fehler angibt, aber da jetzt die große Unterwerfung zu erwarten halt ich für übertrieben.
Und ob es bewusst war ist ebenfalls reine Spekulation, vielleicht glaubt sie ja wirklich, was sie da sagt.
Es ist ja nicht so einfach, sich da jetzt nur auf das arme 17-jährige Mädel zurückzuziehen. Ich denke, da stecken mehr Leute mit drin - vom Vater über die Lektorin bis hin zu den Feuilletonsschreiberlingen, die es alle nicht geschnallt haben (was unglaublich genug wäre) oder es bewusst verschleiert haben, weil man ja so einen tollen Hype aus dem armen 17-jährigen Mädel machen kann.
Gargoyle sagte:
Drum am besten Augen zu, Ohren zu, Mund zu, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß, ich find alles toll, und wenn ich was nicht so toll finde, ist es eh nur Neid.
Hast jetzt du gesagt.
Kann schon sein dass grad in diesem Moment sich jemand an meinen genialen jetzt-Texten vergreift und den nächsten (ich hoff schweinischen) Bestseller draus macht.
Würd er mich jetzt fragen bekäm ich einen Handdruck dafür (ok, und die Rechte hat mir ja der Süddeutsche Verlag schon "geklaut"). Würd ich's nie mitkriegen wär's unmoralisch, aber würd mich nicht belasten und würd ich's mitkriegen darf ich mich auf einen Batzen Geld freuen.
Die Methode "Stopp-Schild", "das ist verboten und darum darf es keiner machen" funktioniert hier leider auch nicht. Da seh ich echt keinen Grund, mich aufzuregen.
10.02.2010 - 23:26 Uhr
querspieler
Gargoyle sagte:
Es ist ja nicht so einfach, sich da jetzt nur auf das arme 17-jährige Mädel zurückzuziehen. Ich denke, da stecken mehr Leute mit drin - vom Vater über die Lektorin bis hin zu den Feuilletonsschreiberlingen, die es alle nicht geschnallt haben (was unglaublich genug wäre) oder es bewusst verschleiert haben, weil man ja so einen tollen Hype aus dem armen 17-jährigen Mädel machen kann.
Ja, eine Verschwörung halt ich auch für am Wahrscheinlichsten.
Mit diesen Worten eine Gute Nacht!
man ist aber mit 17 durchaus schon relativ weit, jedenfalls weit genug, um die problematiken, die sich aus all diesen umständen, zu durchschauen. und mangelnde intelligenz scheint ja auch nicht unbedingt das problem zu sein bei der dame.
ThomasCrown sagte:
kleiner nebenaspekt: muß hier wirklich vom armen 17jährigen mädchen gesprochen werd4en? teilweise wird ihr alter hier als entschuldigung herangezogen, als sei sie ein 12jähriges mädchen, das beim rauchen erwischt wird.
man ist aber mit 17 durchaus schon relativ weit, jedenfalls weit genug, um die problematiken, die sich aus all diesen umständen, zu durchschauen. und mangelnde intelligenz scheint ja auch nicht unbedingt das problem zu sein bei der dame.
punkt. unterschreib ich so.
querspieler sagte:
TC, ja, ein 17 jähriges Mädel ist was Moral und Weltwissen angeht noch mitten in der Entwicklung. Wobei ich das aus anderen Gründen nicht so wichtig finde, auch eine 40-jährige Autorin, die das machen würde, würd ich nicht so verurteilen.
... aber dein eigenes eigentum würdest du, wie du geschrieben hast, absolut humorlos verteidigen.
Sie hat einen Fehler gemacht, der gehört bestraft, damit hab ich kein Problem. Sie muss das jetzt öffentlich ausstehen und dem Blogger Geld geben. Damit ist der Fall für mich eigentlich erledigt und die wichtigere Frage ist immer noch, ist das Buch gut und was hat das eine mit dem anderen zu tun?
querspieler sagte:
TC, ja, ein 17 jähriges Mädel ist was Moral und Weltwissen angeht noch mitten in der Entwicklung. /zitat]
Abschreiben ist böse: Lernt man in der Grundschule.
querspieler sagte:
TC, ja, ein 17 jähriges Mädel ist was Moral und Weltwissen angeht noch mitten in der Entwicklung.
In ihrem (?) Buch hat sie doch schon gezeigt, wie viel "Weltwissen" eine 17-jährige haben kann? Total authentisch! ;-)
Die Bedeutung des Buches und der ganzen Geschichte liegt für mich in erster Linie darin, dass sie die Verlogenheit und Eitelkeit des gesamten deutschen Kulturbetriebs bloßstellt. Eine literarische Bedeutung sehe ich hingegen nicht.
Stell dir vor, auch ich hab schon abgeschrieben und wenn jemand von mir einen Text haben will, auf den ich keine Lust hab, dann würd ich das auch wieder machen. Ohje.
querspieler sagte:
Jollscherl, ist das so kompliziert zu verstehen was ich meine?
Sie hat einen Fehler gemacht, der gehört bestraft, damit hab ich kein Problem. Sie muss das jetzt öffentlich ausstehen und dem Blogger Geld geben. Damit ist der Fall für mich eigentlich erledigt und die wichtigere Frage ist immer noch, ist das Buch gut und was hat das eine mit dem anderen zu tun?
naja, aber dann sind wir uns doch eh alle einig.
querspieler sagte:
Jollscherl, ich wende mich auch vor allem gegen einen erhöhten moralischen Standpunkt und die Meinung, dass da irgendwie ein nennenswerter Betrug dahinter stecken würde, der sowohl die Person als auch das Werk komplett disqualifiziert.
da stimm ich dir eh zu. und wie gesagt: die qualität hab ich jetzt ausgeklammert - ich habs ja (noch) nicht gelesen. deshalb sag ich da nix dazu. und von komplett disqualifizieren kann nicht die rede sein. in meiner auffassung, zumindest.
Jollscherl sagte:
da stimm ich dir eh zu. und wie gesagt: die qualität hab ich jetzt ausgeklammert - ich habs ja (noch) nicht gelesen. deshalb sag ich da nix dazu. und von komplett disqualifizieren kann nicht die rede sein. in meiner auffassung, zumindest.
Drum haben wir ja auch eigentlich gar nicht groß diskutiert ;)
ich glaub gestern hab ich nur ein Detail wegen des angerichteten Schadens zu dir beigetragen.
11.02.2010 - 13:01 Uhr
querspieler
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0...
mal wieder die oesis haben den ueberblick. :)
was ich immer noch nicht raff: das maedel hat talent, abstraktionsvermoegen, intelligenz. wieso musste sie also bei irgendeinem blogger klauen?
11.02.2010 - 13:21 Uhr
Ioana
ahm...das ist ein zitat. NICHT VON MIR!
Ioana sagte:
was ich immer noch nicht raff: das maedel hat talent, abstraktionsvermoegen, intelligenz. wieso musste sie also bei irgendeinem blogger klauen?
das hab ich mich auch schon gefragt. sehr schade eigentlich.
Ioana sagte:
http://fm4.orf.at/stories/1638726/mal wieder die oesis haben den ueberblick. :) was ich immer noch nicht raff: das maedel hat talent, abstraktionsvermoegen, intelligenz. wieso musste sie also bei irgendeinem blogger klauen?
Das was FM4 sagt unterschreib ich mal.
Der Rest ist ein menschlicher Fehler oder eine Fehleinschätzung. Passiert auch intelligenten Menschen.
querspieler sagte:
Ich wollte mal für ein Buch eine Grafik übernehmen, ich erzähl mal, wie mein Lektor damit umgegangen ist:"da müsste man schon nachfragen" "wenn die nicht innerhalb einer Woche antworten, dann gilt das als genehmigt" "erzählen sie mir lieber nicht, ob sie wirklich nachgefragt haben" "Hier bitte unterschreiben, dass sie alle Rechte besitzen". Fertig. Geld hätt's da eh keins gegeben, wenn die für die Grafik welches gewollt hätten.
gibt halt solche und solche.
Wie wär´s mit einem neuen bahnbrechenden Werk, das die Literaturszene revolutioniert: Klepto 2.0?
11.02.2010 - 15:24 Uhr
Gargoyle
Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...
Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.
querspieler sagte:
Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...
Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.
weiss nicht wie es mit dir steht, aber mich stoert daran, dass der artikel eine objektivitaet herzustellen versucht, die es (momenan) nicht gibt. nachdem zuerst mal ausfuehrlichst ueber ihre haare berichtet wurde und das plagiat (SKANDAL!) aufgedeckt wurde versucht man nun tatsaechlich doch ernsthaft ans inhaltliche ranzugehen. nur selbst da kommt man von ihrer person und ihrem alter nicht los. "Das Durcheinander ist Absicht, denn es gibt etwas zu verbergen: einen substantiellen Mangel an Erfahrung." damit ist glaub ich ein grosser teil der juengeren literatur entlarvt, wieso nur hegemann? weil sie blondere haare hatte? die ganze schrille metaphorik, die jugend und die drogen und die leblosigkeit, das gabs doch schon in 100 buechern vor ihr, kein sinn was neues drin zusehen um irgendeine inhaltliche kritik herbeizuzerren. die ganze diskussion war von anfang an beleidigend fuer die autorin. selbst die anfaenglichen artikel, die fuer sich beanspruchten sie nicht anhand ihres alters zu bewerten, faselten absaetzelang nur ueber blondes haar und verletzlichkeit. und da passte die tragische vergangenheit nur noch besser ins konzept. irgendwo sogar zynisch.
Ioana sagte:
querspieler sagte:
Gargoyle sagte:
Der triffts auf den Punkt:http://www.sueddeutsche.de/kultur/610/50...
Der Artikel enthält tatsächlich einige bedenkenswerte Punkte, darüber muss ich aber noch etwas länger nachdenken.
weiss nicht wie es mit dir steht, aber mich stoert daran, ...
Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.
Gargoyle sagte:
Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.
keine ahnung zur sprache. hab das buch ja nicht gelesen. aus so rausgerissenen saetzen koennt mir ja jeder klarmachen, dass selbst nabokov nur son alter paederast mit bloss so ein paar reizthemen gewesen waer.
Ioana sagte:
Gargoyle sagte:
Was mich bei dem Artikel sofort angesprochen hat, war, dass jemand sich mal die Mühe gemacht hat, Frau Hegemanns Sätze ein bisschen genauer anzuschauen - und dem Autor geht´s wohl genauso wie mir, er denkt wohl auch, dass das alles hinten und vorne nicht zusammenpasst. Ich hätte es nur nie so treffend ausdrücken können. Auch ich finde, dass die Sprache so arg übertreibt, dass sie damit fehlenden Inhalt oder fehlende Tiefe kaschiert. Und dass es eben nichts wirklich Neues ist, sondern nur eine bestimmte Modewelle bedient, die sich gerade gut vermarkten lässt ("versaute" Minderjährige + Sex + Drogen + zum x-ten Mal Berlin) ... aber wie gesagt, am besten hat mir in dem Artikel die Analyse der Sprache gefallen.
keine ahnung zur sprache. hab das buch ja nicht gelesen. aus so rausgerissenen saetzen koennt mir ja jeder klarmachen, dass selbst nabokov nur son alter paederast mit bloss so ein paar reizthemen gewesen waer.
Ich mein damit ja weniger das Inhaltliche, sondern das "Wie" - wie etwas ausgedrückt wird. Und da fällt mir halt auf, es werden ganz banale, einfache Sachverhalte mit Riesenworten völlig unnötig aufgeblasen, und die Formulierung in dem Artikel "In die nächste Metapher kippen" trifft es in meinen Augen zu hundert Prozent. Auf mich wirkt das alles noch sehr unausgegoren und vielleicht tatsächlich einer 17-jährigen angemessen, die aber auf jeden Fall noch einen langen Weg des Übens vor sich hat. Vielleicht wird sie ja mal eine tolle Schriftstellerin, aber ich glaub nicht, dass sie es jetzt schon ist.
Irgendwie wär es auch nicht recht, wenn sie die Sachen alle erlebt hätt, und wenn sie sich das ausgedacht hat, passt es auch nicht, und abschreiben und sich davon auch noch distanzieren geht erst recht nicht. Ob das nun Literatur oder Pornographie ist und ob da überhaupt ein Unterschied besteht, da kann man sicher auch lange drüber streiten. Dann würd ich bei einem Buch einer 17-jährigen erwarten, dass da auch etwas vereinfachte Teenager-Weltsicht drin ist, die Qualität macht vielleicht auch die Kontraste in dem Buch aus; ich vermute, dass da der Verlag sich schon auch genau überlegt hat, wie er damit umgeht. So und die Erkenntnis, dass es nicht (nur) um die literarische Qualität geht, sondern auch um das Bedienen von Kundenwünschen und kommerziellen Interessen, naja.
Also mich hat das Buch jetzt nicht so interessiert, um weiterzudiskutieren müsste man es aber wirklich lesen. Mal sehen.
querspieler sagte:
Irgendwie wär es auch nicht recht, wenn sie die Sachen alle erlebt hätt, und wenn sie sich das ausgedacht hat, passt es auch nicht, und abschreiben und sich davon auch noch distanzieren geht erst recht nicht.
mir persoenlich passt allein schon die frage danach nicht. wen interessiert es schon ob ein autor das was er in einem buch schreibt tatsaechlich erlebt hat? da steckt schon ein gewisser voyeurismus vonseiten der jornalisten und der publikums dahinter, vor allem da es sich um eine minderjaehrige handelt. klar kann man ihr vorwerfen, dass sie gerade diesen voyeurismus sich zu nutzen machen wollte. na und? hab ein paar krampfhaft politisierten romaenchen gelesen von jungen autoren nachdem der vorwurf aufkam die junge deutsche literatur waere zu unpolitisch. war auch nicht grade der genuss. man kann ihr alter nicht von dem inhalt trennen, sollte man auch gar nicht versuchen, aber vielleicht ist ihr buch fuer dieses genre sogar gut oder herausragend. das muss jeder selbst entscheiden. so zur qualitaet des buches kann ich mich nicht aeussern, weil mir ein urteil zu faellen ohne ueberhaupt mehr als ein paar rausgerissene passagen zu haben respektlos vorkommen wuerde.










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08.02.2010 - 18:50 Uhr
gamine