Ein bisschen krass muss sein
Bushido, Sido, Fler: Die Rapper des Plattenlabels Aggro Berlin galten jahrelang als Bürgerschreck, weil sie in derben Worten von Integrationsproblemen und Großstadtkriminalität erzählten. Heute sind sie längst salonfähig, und Bushidos Leben gibt es seit dieser Woche als Film für die ganze Familie. Aber in ihren Texten bleibt erhalten, was sie wie sonst niemand auf den Punkt gebracht haben: das manchmal brutale Lebensgefühl der Nullerjahre. Von Kerstin Greiner
Bushido hat es weit gebracht. In dieser Woche läuft der Film "Zeiten ändern dich" an, ein von Bernd Eichinger geschriebenes, von der Lebensgeschichte Bushidos inspiriertes »modernes Märchen«, wie es heißt; besetzt mit Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Uwe Ochsenknecht. Bushido ist vom Kinderzimmerschreck zum Popstar aufgestiegen. Bald möchte er ein zweites Buch schreiben, nachdem seine Biografie schon in den Bestsellerlisten gelandet ist: Ein Buch über Frauen soll es werden. Und sogar die CSU flirtet mit dem Gangsterrapper: Horst Seehofer erklärte vor Kurzem, er könne sich gut einen Wahlkampfsong von Bushido vorstellen.
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air_kaviar sagte:
hört aber sehr plötzlich auf.
irgendwie schon...
meine brüder haben bei bushido (als er noch anis hiess) immer ihr gras gekauft :)
hä? da wüsst ich aber von...sicherlich spielt "integration" eine rolle. muss man auch mal bundesweit sehen, nech!? "berlin" war da zum glück nicht flächendeckend prägend.
insgesamt ist es allerdings zu begrüßen, dass dieses plattenlabel dann doch so sozial war, ihren künstlern z.b. 'nen führerschein zu bezahlen. und im endeffekt ham's ja ein paar so aus dem hartz IV milieu gebracht und wurden keine lebenslangen sozialfälle (vorerst). das wird auch der grund sein, warum seehofer bushido die hand geschüttelt hat :-)
05.02.2010 - 07:49 Uhr
rocket_scientist
hoffentlich ham se sich bei ihren eltern dafür entschuldigt, dass diese um des musikmarketings willen als prügelnde, saufende brutalos dargestellt wurden. auch wenn sie uU. ganz nett und fürsorglich waren. naja...gehört wohl zur glaubwürdigkeit der "straße"...
05.02.2010 - 07:56 Uhr
rocket_scientist
schließlich ist dies hier ne jugendwebsite und mit heino konnten sich die kids, auch wenn sie in weißen mittelstandsvorstädten aufgewachsen sind, noch niemals mit von ihren eltern und allen anderen "erwachsenen" abtrennen.
bushido...
ach hört doch auf!
Da bist du auf den Trichter mit dem Gangsta-Rap gekommen. Aber der Punkt ist: Du siehst nur so aus. Du spielst nur. (…) Du aber tust dir nur selber leid und bist von Mutters Rockzipfel nie weggekommen. Ganz wie die verunsicherten Jungs und Mädels, denen du deinen 80.000-Euro-Stundenlohn beim Konzert verdankst.
Jetzt gehst du also Mainstream in Berliner Salons, trägst steingraue Edeljackets und dinierst mit deiner Filmmutti Hannelore Elsner im Borchardt oder machst Smalltalk mit CSU-Seehofer. Der hält dich vermutlich, ganz wie dein midlifekrisender Filmproduzent Eichinger, für ein Sesam-öffne-dich zur rebellischen Jugend.
Du bist aber nur ein kleinbürgerlicher Spießer, der die echt Verzweifelten abzapft. Also ganz ehrlich, Bushido: Respekt kann ich davor nicht haben.”
(Alice Schwarzer auf ihrer Homepage in einem offenen Brief an Bushido)










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04.02.2010 - 19:07 Uhr
vaus