Floppy Molloy – Police Academy
„Sie sind also entführt worden?“ Der Polizist nahm einen Schluck Kaffee. Sein Pistolenhalter klapperte. „Dann sind Sie nicht richtig. Das hier ist die Mordkommission. Entführung ist oben.“ Auf der Tasse stand allen Ernstes „Police Academy“. Floppy verdrehte die Augen. Ihr dramatischer Anruf aus der Telefonzelle hatte offensichtlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er hatte gerade dafür gereicht, um von einem – diesmal echten! – Polizeiauto abgeholt und mit Blaulicht ins Präsidium eskortiert zu werden. „Aber meine Mutter. Sie hat eine Briefbombe aufgemacht.“ „Ist Ihre Mutter tot?“ Der Ermittler blickte noch nicht einmal von seiner Tasse auf. Floppy machte sich nicht mehr die Mühe zu antworten. Einen Stock weiter oben gab es immerhin einen Kaffeeautomat. „Floppy? Floppy Molloy? Wir warten schon auf Sie!“ Selten hatte sich Floppy so über den Anblick weißer Slipper und Anwaltszähne gefreut. Sie folgte von Hohenadel in das Büro, wo an einem großen Tisch schon Roborowski und Millowitsch saßen. Das konnte ja heiter werden. Drei Stunden später verließ Floppy das Präsidium jedoch mit einem tatsächlich einigermaßen guten Gefühl. Was hauptsächlich daran lag, dass neben Roborowski und Millowitsch noch ein Hauptkommissar Oberhuber gekommen war, der ein Disziplinarverfahren versprochen und sich Floppys Bericht genau verfolgt hatte. Von Hohenadel hatte sich darauf beschränkt, anwaltlich-staatsmännisch durch den Raum zu blicken. Und er hatte Floppys Vorschlag zu unterstützt, die demnächst verkabelt nach London fliegen wollte – zur Fabergéeiauktion. Er hatte sogar versprochen, sich um englischen Polizeischutz zu kümmern. Er machte echt Fortschritte. Bloß: Das reptilige Grinsen zum Schluss hätte er sich sparen können. Er konnte wohl doch nicht ganz aus seiner Haut. Eine weitere halbe Stunde später lag Floppy in der Badewanne. Sie hatte einen Schaumberg verdient, und eine Gala und eine Cherry Coke. Entsetzt stellte sie fest, dass ihre Oberarme eine wahrhaft matrosige Behaarung aufwiesen. Sie langte nach dem Rasierer und achtete lieber nicht so genau auf die Katzenhaare, die noch zwischen den Klingen hingen. Den Kloß in ihrem Hals konnte sie trotzdem nicht vermeiden. Wo Schnitzel jetzt wohl war? Ob er überhaupt noch lebte? Floppy schluckte. Das Telefon klingelte.- Uhrenvergleich 09.03.2012
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01.02.2010 - 13:01 Uhr
zehnterjuni