banane
Text: KleinOrangenmaedchen
wir fahren ans meer, sagst du oder ich
dann schweigen wir ziemlich lange
und der letzte zug schließt die türen
und wartet nicht
obwohl es am bahnhof so kalt ist
bahnhöfe sind dazu da um kalt zu sein
damit man nach dem abschied schnell weggeht wegläuft
und menschen in anoraks anrempelt, die nach waschpulver riechen
was denkst du, frage ich oder du
wir sitzen nebeneinander und lesen von den lippen ab, als würde man den jogurt vom deckel abkratzen
bananenjogurt schmeckt wie bananenquark, sage ich dann irgendwann und vielleicht öffne ich dabei die lippen und meine zunge ist mehr als feucht und zu schwer und alles kreist in meinem mund und vielleicht schmeckt es ein bisschen nach banane
ich würde dich insgeheim gern kosten lassen und in die kamera grinsen wie diese maggi-frauen es tun, aber ich kaue auf dem geschmack herum und du fragst nicht, ob du auch ein kaugummi haben kannst.
vielleicht schenkst du mir am nächsten tag einen globus, der leuchten kann und wir schweigen zusammen mit dem globus um die wette, denn dieses mal lassen wir unsere finger sprechen, deine berühren sanft den südlichen polarkreis und meine den nördlichen
erst später fahre ich minutenlang mit dem zeigefinger den äquator entlang, weil ich wörter mit q so gern habe und du guckst mir ein bisschen irritiert dabei zu
vielleicht formen sich deine lippen zu einem q, aber ich bin längst in indonesien oder ecuador
bevor ich schlafe erzähle ich dir ein paar sätze von den menschen dort und welche gewürze sie beim kochen benutzen und wie viel uhr es dort gerade ist, manches denke ich mir aus und ich schlafe selbst von den sätzen ein, das ist sehr praktisch.