01.02.2010 - 18:30 Uhr

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Kundige Netznutzer bleiben anonym

Text: dirk-vongehlen

Die Suchmaschine ixquick hat gerade einen Service gestartet, der dem Datenschutz dient und das unerkannte Surfen vereinfachen soll. Das Angebot liegt offenbar im Trend

Wer sich im Netz bewegt, hinterlässt Spuren. Es sei denn, er oder sie weiß, wie man das verhindert. Bisher war dazu mindestens ein geringes technisches Interesse nötig (wie Jens Kubieziel, Autor des Buchs "Anonym im Netz" im Interview mit jetzt.de erklärt), doch das ändert sich gerade. Zahlreiche Anbieter machen es dem Netz-Nutzer einfach, unerkannt durchs World-Wide-Web zu surfen. In der vergangenen Woche hat beispielsweise die Meta-Suchmaschine Ixquick einen Dienst vorgestellt, der den Titel Ixquick Proxy trägt und es dem Nutzer erlaubt, nach nur einem Klick auf Webseiten zu surfen ohne diesen Informationen zu übermitteln. Und so funktionierts: In der Liste der ixquick-Suchergebnisse wird unter dem Hauptlink eine Option mit dem Titel "Proxy" angezeigt.
ixquick-Screenshot Wer auf diesen Link klickt, surft unter dem Schutzmantel von ixquick. Die angesteuerten Webseiten erkennen nicht mehr den Suchenden, sondern sehen lediglich, dass ixquick auf ihr Angebot zugreift. Die Suchmaschine erklärt dies so: "Da Sie niemals direkten Kontakt zu der Website aufgenommen haben, können Sie von dort nicht gesehen werden und es können keine Cookies auf Ihrem Browser gespeichert werden. (...) Der Ixquick Proxy-Service bietet vollständigen Schutz der Privatsphäre und Anonymität." Allerdings wirkt sich diese Form des Surfens negativ auf die Surf-Geschwindigkeit aus. Da ein Umweg gewählt wird, werden Seiten langsamer geladen. Mit diesem Proxy-Dienst reagiert ixquick auf die anhaltende Debatte über die Gefahr Google. Die Sorge, der Suchmaschinen-Gigant könne zuviel persönliche Daten sammeln, hat viele Menschen aufmerksam gemacht für die Frage: Welche Spuren hinterlasse ich eigentlich? Wer sich auf die Suche nach Antworten auf diese Frage macht, macht eine erstaunliche Beobachtung: Nicht nur Google weiß jede Menge, auch andere Anbieter nutzen dieses Wisen. Wer beispielsweise auf YouTube den Clip zum Song Das bisschen besser der Hamburger Band "Die Sterne" anschauen möchte, erhält den Hinweis: Dieses Video enthält Content von Sony Music Entertainment. Es ist in deinem Land nicht mehr verfügbar. Dass dies aber keineswegs bedeutet, dass der Clip bei YouTube gelöscht wird, findet man heraus, wenn man den zugehörigen Link auf der Seite WideSurf.info eingibt. Diese ermöglicht den gleichen Dienst wie der ixquick-Proxy: Sie verschlüsselt die IP-Adresse und damit die Herkunft des Surfenden und zeigt Inhalte unabhängig vom Herkunftsland an. Das Besondere dabei: Wer einen solchen Dienst nutzt, surft nicht nur spurenfrei, er oder sie stellt vor allem fest: So weltweit wie das Internet angeblich sein soll, ist es gar nicht mehr. Viele Angebote, sind nur für bestimmte länderspezifische IP-Bereiche nutzbar, andere wiederum gar nicht. Das wachsende Datenschutz-Interesse liefert nicht nur derartige Erkenntnisse, es hat auch neue Anbieter wie itshidden.com entstehen lassen. Der Verschlüsselungs-Dienst ist vor allem in Frankreich derzeit wohl sehr beliebt. Hier gilt seit Anfang des Jahres das Hadopi-Gesetz, das illegalen Downloader nach dreimaligem Fehltritt den Netzzugang sperrt. Neben Anleitungen, dies zu umgehen, entziehen sich Franzosen diesem Gesetz offenbar durch Dienste wie It's hidden, die das anonyme Surfen ermöglichen. Ergebnis dieser Entwicklung: Kundige Netznutzer entziehen sich der Reglementierung des digitalen Raums. Ob das gut oder schlecht ist - darüber kann man diskutieren. Allerdings nicht mehr über die Frage, dass es so ist. Mehr zum Thema auf jetzt.de. *** Handreichung: Was Google von dir weiß und wie du dich wehren kannst *** Dein Online-Leben als Film Google weiß mehr über dich als du denkst *** Spurlos im Netz: Interview mit Jens Kubieziel über sein Buch "Anonym im Netz"
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Raschka
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01.02.2010 - 18:49 Uhr
Raschka

ixquick benutz ich inzwischen auch lieber.

ein_oxymoron
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01.02.2010 - 19:04 Uhr
ein_oxymoron

oh, das waere mir gar nicht aufgefallen, das haetten sie ja ruhig mal gut sichtbar auf der seite vorstellen koennen... danke fuer den hinweis!

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Mag ich Mag ich nicht

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01.02.2010 - 19:07 Uhr
ein_oxymoron

(off-topic am rande: um das mal auszuprobieren, habe ich gerade den erstbesten suchbegriff eingegeben, der mir einfiel: vernunft. ixquickso: "Did you mean: nonfat". aeh... nein?)

chocolatecat
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01.02.2010 - 22:11 Uhr
chocolatecat

hahaha

ruebezahl
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02.02.2010 - 04:01 Uhr
ruebezahl

(auch schön: suche "youtube" - ixquick: "meinten Sie: autohupe")

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.02.2010 - 01:23 Uhr
Digital_Data

Wer Videos auf YouTube hat, kennt die Ländergeschichte schon länger. Wenn man kommerzielle Musik in Videos verwendet, dann kriegt man regelmäßig bei den eigenen Videos Hinweise dazu.

Dein Video MusIIG"> - HQ - Dance Sport cutted on Music of John Miles enthält unter Umständen Content, dessen Eigentümer oder Lizenzgeber folgende Content-Eigentümer sind:
Content-Eigentümer: WMG Typ: Audio-Content
Was kann ich tun?
Du musst keine Maßnahmen ergreifen. Dein Video ist immer noch weltweit verfügbar. Manchmal können Anzeigen neben deinem Video angezeigt werden.

Was kann ich im Hinblick auf den Status meines Videos tun?
Der Status des Videos kann sich ändern, wenn sich die von den Content-Eigentümern gewählten Richtlinien ändern. Du solltest den Status regelmäßig aufrufen und überprüfen, ob neue Optionen für dich verfügbar sind.

Unter folgenden Bedingungen kannst du Einspruch gegen diesen Urheberrechtsanspruch erheben:

Der Content wurde falsch identifiziert und ist tatsächlich ein Originalwerk, das gänzlich von dir stammt.
Du glaubst, dass deine Verwendung nicht gegen Urheberrechte verstößt, weil sie z. B. unter US-amerikanischem Recht den Bedingungen der fairen Verwendung entspricht.
Du besitzt eine Lizenz des Eigentümers zur Verwendung dieses Contents.


Früher gab es dort sogar eine Liste der Länder in denen das Video gesperrt ist.

Digital_Data

Nelson_
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3

03.02.2010 - 15:29 Uhr
Nelson_

was kundige Netznutzer auch machen:
Nicht unter ihrem Klarnamen FacebookFan von jetzt.de werden...
-_-

heindaddel
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07.02.2010 - 03:47 Uhr
heindaddel

Na klasse,wer soll das nun wieder glauben?

ciijuser
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28.02.2010 - 08:50 Uhr
ciijuser

Es gibt auch noch TOR und einige andere Anbieter. Ferner stellen aus meiner Sicht SNS ein deutlich größeres Gefahrenpotential dar. Alle Welt regt sich über Google auf, da niemand versteht, wie die eignetlich arbeiten. Klar, Analytics ist bedenklich wegen der IP-Speicherung und Übertragung der Daten in die USA. Wer aber mal die zig Seiten zum Datenschutz auf Facebook durchliest und sich Gedanken um die dort angebotenen Widgets von Drittanbietern macht, sollte spätestens dann erkennen, dass es eigentlich vielmehr Aufgabe der Politik sein müsste, ein Bewusstsein für Datenschutz bereits in der Schule zu integrieren - aber für politische Meinungsbildung und Förderung der Medienkompetenz in Schulen hat man ja kein Geld. ;-)

Ferner sollte man auch erwähnen, dass man meistens auch nur für den nicht-kundigen Nutzer anonym ist. Wenn man weiss wie und ein wenig Ahnung hat, kann man auch viele angeblich anonyme Surfer durchaus zurückverfolgen.

Naja, freuen wir uns schon mal auf die neuen Bilderkennungssoftware von Google und die zunehmende Anzahl an sozialen Netzwerken, welche nun auch Sim-Karten für Handies anbieten. Das wird richtig großes Kino! :-)

Gruß
Boris

buntstiftsuechtig
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Mag ich Mag ich nicht

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27.08.2010 - 19:44 Uhr
buntstiftsuechtig

also bei mir hat gleich die erste suche versagt (guardian) da die website nicht korrekt angezeigt wird (weil javascript nicht funktioniert?)
die webseite der sz ohne blinkende werbung zu sehen war dagegen sehr angenehm, werd des ganze wohl mal länger ausprobieren...
aber an alle die sich auskennen: ich lösch am ende des tages immer meine cookies, das ist doch auch schon ein guter anfang?

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dirk-vongehlen

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.