24.01.2010 - 18:30 Uhr

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"Mein Styling soll neue Perspektiven eröffnen"

Text: mercedes-lauenstein - Fotos: Autorin

Die Straße ist zum Laufsteg geworden - wir haben die Besucher der Berliner Fashion Week nach ihrer Kleidung befragt

1. Anna, 21, studiert Kunstgeschichte und Archäologie
Was trägst du heute und erinnerst du dich noch, wie viel es einmal gekostet hat? Die Schuhe sind von dem schwedischen Label Minimarket und haben 200 Euro gekostet. Der Rest ist komplett von Zara, die Hose hat 50 Euro, das Shirt 40 Euro und der Mantel 70 Euro gekostet. Erinnerst du dich wann du angefangen hast, bewusst eine Art Stil zu entwickeln? Ich würde sagen das war so mit 14 Jahren, als ich angefangen habe, die Vogue meiner Mutter zu lesen. Aber eigentlich ist dieser Stilfindungsprozess noch lange nicht abgeschlossen, ich probiere mich gerne aus. Kannst du trotzdem sagen, was deinen Stil auszeichnet? Worauf achtest du besonders bei der Auswahl deiner Klamotten? Ich kaufe tatsächlich einfach, was mir gefällt. Farblich stehe ich da eher auf gedecktere Töne. Ich mag klare, raffinierte Schnitte mit interessanten Details. Zur Zeit versuche ich mehr Wert darauf zu legen, mich mit zeitlosen Klassikern einzudecken. Eine Lederjacke, einen Trenchcoat und ähnliches, das kann man immer gut kombinieren. Was bedeutet die Berlin Fashion Week für dich? Natürlich versuche ich auf so viele Shows wie nur möglich zu gehen. Ich genieße es, mich für meinen Blog Reigen (reigen.tumblr.com) und auch persönlich inspirieren zu lassen. Man muss aber leider sagen, dass es in Berlin generell eigentlich gar nicht so sehr um die Shows an sich geht, die größere Rolle spielt meinem Empfinden nach eigentlich das Leute treffen, Kontakte knüpfen, Sehen und Gesehen werden. Ohne welches Kleidungsstück kannst du nicht leben? Das ist tatsächlich das gute alte Kleidchen. Das kleine Schwarze. Wie sieht deine Trendprognose für die Zukunft aus? Das ist schwierig, zur Zeit mischt sich sehr viel. Ich kann eigentlich nur sagen, was bleibt. Und das sind definitiv Plateauschuhe, Schulterpolster und Skinny Jeans. *** 2. Gérald, 30, Kostümdesigner
Was trägst du heute und erinnerst du dich noch, wieviel es einmal gekostet hat?
Das ist einfach: die Schuhe sind von Y-3 und waren sicherlich unglaublich teuer, zum Glück habe ich sie aber geschenkt bekommen. Die Hose und das T-Shirt hat mir ebenfalls eine Freundin geschenkt und das goldene Jackett habe ich selbst entworfen und genäht. Die Kette ist von meiner Uroma und den Ring habe ich auf dem Dachboden gefunden. Erinnerst du dich wann du angefangen hast, bewusst eine Art Stil zu entwickeln? Ja, das war ungefähr mit zehn Jahren. Damals bin ich immer wie ein kleiner Matrosenjunge rumgelaufen, Uniformen haben mich fasziniert. Das hält immer noch an, nicht umsonst bin ich Kostümdesigner geworden. Was zeichnet deinen Stil aus und worauf achtest du besonders bei der Auswahl deiner Klamotten? Ich experimentiere gerne, benutze klare, schlichte Basics und ironische, auffällige Details. Im Englischen würde ich es meinen Stil als Funny/Nervous bezeichnen. Ich begreife Mode als Kunst. Was bedeutet die Berlin Fashion Week für dich? Arbeit, Arbeit, Arbeit. Ich habe hier im HBC die Uniform der Platzanweisungen entworfen, treffe viele Leute, schließe viele Bekanntschaften. Ganz ehrlich: Ich freue mich am meisten auf den Moment, in dem das alles vorbei ist und ich ins Bett fallen kann. Ohne welches Kleidungsstück kannst du nicht leben? Ich liebe meine Nike Air Max Classics, Silver Reflector. Ohne die kann ich wirklich nicht, ich kaufe sie ständig neu, wenn ein Paar kaputt ist. Wie sieht deine Trendprognose für die Zukunft aus? Ich glaube es wird viel Dunkelheit in die Mode kehren, dieser Witwen- und Funeralstyle ist jetzt immer häufiger zu sehen.
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