22.01.2010 - 18:30 Uhr

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Jungs, kennt ihr das Gefühl von Torschlusspanik?

Text: penni-dreyer

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.

Die Mädchenfrage:
Torschlusspanik ist so ein hässliches Wort! Und ähnlich hässlich ist die Tatsache, dass dieser Gefühlswust eigentlich nur uns Frauen zugeschrieben wird. Wir haben T., wenn wir mit 17 noch keinen Sex hatten, wir bekommen T., wenn wir mit Mitte Zwanzig immer noch keine Langzeitbeziehung vorweisen können. Und die T. trifft uns angeblich immer dann ganz besonders hart, wenn wir auf die Hochzeit einer guten Freundin eingeladen werden. Ganz zu schweigen von dem riesigen Monster namens Kinderkrieg-Torschlusspanik, die – in Verbindung mit biologischen Tatsachen – angeblich jede Frau heimsucht, die sich dem 30. Lebensjahr nähert. Ich kenne sie durchaus, die Anfälle dieses Gefühls, das mich vor allem immer dann erwischte, wenn sich mein Leben diametral verschieden zu dem meiner engsten Freundinnen entwickelte. Sie sind die Matrix, gegen die ich meinen Gefühlshaushalt abgleiche. Und wenn ich merke, dass mein Leben einen Weg einschlägt, der nicht der Norm entspricht, dann erschrecke ich erst einmal sehr. Es ist nun mal verdammt schwer, ein zufriedenes und ausgeglichenes Single-Leben zu führen, wenn um einen herum das Heiratsfieber ausbricht. Und man fängt auch an, in finsteren Nächten seine freiwillige Kinderlosigkeit zu hinterfragen, wenn innerhalb einer Woche die zehnte frohe Nachricht einer Schwangerschaft hereingeweht ist. In solchen Momenten sucht mich ein diffuses Gefühl heim, das eine Mischung ist aus Neid, Unsicherheit und Angst: Neid auf die offensichtlich schnurgerade funktionierenden Biografien der Bekannten, die immer alles in der genau richtigen Reihenfolge zu tun scheinen. Denen anscheinend all das mit Leichtigkeit gelingt, worüber ich mir nächtelang das Gehirn zermartere oder woran ich schon längst gescheitert bin. Es ist die Unsicherheit, ob die Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe, auch die richtigen waren. Und der Angst, ob mir auch gelingen kann, was sie schon erreicht haben. Dunkle, finstere Gedanken sind das, aus denen man nur herauskommt, wenn man sich die eigentlich banale Erkenntnis wieder ins Hirn bimst, dass man die wahren Leben der Anderen nicht kennt. Aber wie ist das denn bei euch, Jungs: kennt ihr dieses Gefühl der Torschlusspanik? Und wann sucht es euch so heim? Oder ist das unselige Vergleichen mit den Anderen tatsächlich und ausschließlich ein weiblicher Makel? Die Jungsantwort liest du auf der nächsten Seite.
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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.