05.01.2010 - 23:57 Uhr

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Die Ästhetik des Wahnsinns

Text: blocbuster

Hier wird der fein überladene Kunstmarkt semi-säuberlich durchwühlt. Also Mund zu und Augen auf für abseitige Schönheit.


Middletown State Hospital, NY

Die meisten Menschen haben ihr Bild von Irrenanstalten aus Filmen wie Einer flog übers Kuckucksnest, Girl Interrupted oder auch I'm a Cyborg, But That's OK. Für viele von uns wird dieses Bild auch in Zukunft seine Mittelbarkeit nicht verlieren. Zum Glück gibt es Fotografen, wie Christopher Payne, die für uns die Grenzen des Wahnsinns überschreiten. In seinem Bildband Asylum: Inside the Closed World of State Mental Hospitals hielt er das fest, was andere von der Außenwelt isoliert. Was dabei herausgekommen ist, seht ihr hier:

Straightjacket, Logansport State Hospital, Indiana

Files, Spring Grove State Hospital, MD

Dabei widmet er sich seinen Motiven mit Respekt und einem Sinn für ihre gesellschaftliche Funktionalität, anstatt gängige Horrorvisionen zu bedienen. Doch beim Anblick dieser schrägen Schönheit, geprägt von baulicher und geistiger Verwesung, wird sich einem sicherlich das ein oder andere Nackenhaar in die Vertikale recken.

Dormitory Ward, Harlem Valley State Hospital, NY

Payne besuchte 70 von insgesamt über 250 US-Anstalten zwischen 2002 und 2008 und streifte hierbei durch 30 Staaten.

Bowling Shoes, Rockland State Hospital, NY

Patient Suitcases, Bolivar State Hospital, TN

Da viele dieser Institutionen schon nicht mehr existieren, sind Paynes Fotos die letzten offiziellen Relikte aus einer Zeit, in der sie belebt und gebraucht wurden. Im Vordergrund sollen ihre Schutz- und Gesellschaftsfunktion stehen. Oder wie Dr. Oliver Sacks kongenial in seinem Essay The Lost Virtues of the Asylum schreibt : “where one could be both mad and safe”.

Patient Bathtub, Fairfield State Hospital, CT

Schon Beaudelaire wusste: Le beau est toujours bizarre.

Wer Lust auf mehr bekommen hat Asylum: Inside the Closed World of State Mental Hospitals ist im September 2009 im MIT Press Verlag mit einem Vorwort und Essays von Dr. Oliver Sacks erschienen und kostet ca. 29,99 €.


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munchies
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Mag ich Mag ich nicht

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18.01.2010 - 19:42 Uhr
munchies

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blocbuster

ist jetzt-Userin und hat diesen Beitrag verfasst.