Sieg der Blauhäute
James Camerons "Avatar" schafft die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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ein punkt, auf den ich schon länger gewartet habe, damit man filme nicht mehr nur wegen ihrer revolutionären effekte guckt. dies ist der zenith. von nun an kann nichts mehr wirklich erstaunen, das geht dann vielleicht eher auf den verbesserten einsatz von 3d über.
ich kann mir normalerweise auch im leben keine effektorgien ohne drehbuch (michael bay, mcg usw.) anschauen, aber hier macht jeder der 200 millionen dollar sinn und spaß.
ThomasCrown sagte:
in 3d ist es schon ne hausnummer für sich, aber auch ohne. die selbstverständlichkeit, mit der hier die am computer entstandenen welten inszeniert und eingebunden werden, ist nichts weniger als die abschaffung der spezialeffekte. weil, wie die sz so schön (sinngemäß) schrieb, nun nichts mehr als unverfilmbar gelten könne.
ein punkt, auf den ich schon länger gewartet habe, damit man filme nicht mehr nur wegen ihrer revolutionären effekte guckt. dies ist der zenith. von nun an kann nichts mehr wirklich erstaunen, das geht dann vielleicht eher auf den verbesserten einsatz von 3d über.
So ähnlich hat man sicher die Entdeckung der Zentralperspektive in der Renaissance gefeiert, und 300 Jahre später kam die Fotografie. Und dann die Kinematographie. Und dann die CGI-Technik. Und jetzt soll nichts mehr kommen, was diesen Realismus toppen kann? Schwer zu glauben. Die Leute lächeln ja heute schon über Tron.
Andererseits gestehe ich dem Film schon gewisse Kintopp-Qualitäten zu, ist ja Cameron.
04.01.2010 - 22:25 Uhr
eisengrau
zabaitzu sagte:
Muss ich Thomas rechtgeben. Die Effekte im Film haben alle Sinn und dienen nicht nur dem "hey schaut mal was wir alles machen können" Kawumm. Außerdem hat der Film meiner Freundin gefallen, obwohl sie die Schlümpfe schon nicht mag.
Alle reden aber dann letztlich doch nur von der visuellen Umsetzung, also den Effekten.
Über den Sinn des character designs (ich finde, die Blauen sehen ja alle aus wie Abe Sapien aus Hellboy) erfährt man ebensowenig wie über Inhalte, die dem Sci-Fi/Fantasy-Genre neue Impulse geben.
Vorhersehbarer plot, echt schlechte Dialoge (krass, so viel Zeit fürs Drehbuch und dann nur Klischee-Texte??), aber es sieht echt super aus... etwas bunt, aber sonst verdammt geil gemacht!
Viel beeindruckender als die die ganzen Pop-Welten sind allerdings die 3D-Stellen mit den ganz normalen Schauspielern!
05.01.2010 - 02:28 Uhr
ndeluxe
Egal, zurück zum Thema: Ich fand den Trailer erschreckend dämlich, deshalb werd ich mir den Film auch sicher nicht anschauen. Und von wegen "neue Ära" - 3D gibts nicht erst seit gestern, und dass die Technik verbessert wird, läutet meiner Meinung nach auch nicht unbedingt gleich eine neue Ära ein.
Was ist denn plötzlich aus den ganzen Raubkopierern geworden, die der Filmindustrie so immensen Schaden zufügen?
eisengrau sagte:
ThomasCrown sagte:
in 3d ist es schon ne hausnummer für sich, aber auch ohne. die selbstverständlichkeit, mit der hier die am computer entstandenen welten inszeniert und eingebunden werden, ist nichts weniger als die abschaffung der spezialeffekte. weil, wie die sz so schön (sinngemäß) schrieb, nun nichts mehr als unverfilmbar gelten könne.
ein punkt, auf den ich schon länger gewartet habe, damit man filme nicht mehr nur wegen ihrer revolutionären effekte guckt. dies ist der zenith. von nun an kann nichts mehr wirklich erstaunen, das geht dann vielleicht eher auf den verbesserten einsatz von 3d über.
So ähnlich hat man sicher die Entdeckung der Zentralperspektive in der Renaissance gefeiert, und 300 Jahre später kam die Fotografie. Und dann die Kinematographie. Und dann die CGI-Technik. Und jetzt soll nichts mehr kommen, was diesen Realismus toppen kann? Schwer zu glauben. Die Leute lächeln ja heute schon über Tron.
Andererseits gestehe ich dem Film schon gewisse Kintopp-Qualitäten zu, ist ja Cameron.
okay, ja. manches ist vielleicht meiner euphorie geschuldet. ich kam neulich aus dem film und fühlte mich wie sonst nur nach guten konzerten. das haben zwar auch andere filme schon geschafft, aber (soweit ich mich gerade erinnern kann) kein sogenannter blockbuster.
ich bin aber vorerst weiterhin der meinung: spezialeffekte werden eben künftig nicht mehr spezialeffekte heißen, weil es normal sein wird, alles vorstellbare verfilmen, das heißt überzeugend und realistisch auf die leinwand bringen zu können.
das es weiterhin technische und andere entwicklungen geben wird, keine frage. allen voran erst mal die weiterentwicklung von 3d. aber in sachen reiner computeranimation fremder welten und wesen kann ich mir gerade keine großen sprünge vorstellen. höchstens noch die komplett virtuelle erschaffung virtueller wesen, also ohne motion capturing (vorher noch die wiederbelebung toter schauspieler).
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
Genau, da Cameron ein Ami ist, zeigt der Film die Vorstellung der AMies vom Kriegführen. *augenroll*
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
das ist nicht usa, sondern christlich.
Man denke an Matrix, es gibt heute noch Leute die den Film nicht kapieren...
vaus sagte:
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
das ist nicht usa, sondern christlich.
ich dachte, der film sei "der mit dem schlumpf tanzt"?
jurette_ sagte:
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
Genau, da Cameron ein Ami ist, zeigt der Film die Vorstellung der AMies vom Kriegführen. *augenroll*
Nein, da Cameron mit dem *Zielmarkt* USA von einer *US-amerikanischen* Filmfirma finanzierten Film gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es *ausreichend* mit dem Gedankengut kompatibel geht um nicht anzuecken, um es mal hoerflich zu formulieren.
Ich glaube nicht dass man sich angesichts der zeitlichens und monetaeren Ausmasse auf grosse Experimente eingelassen hat.
drolli sagte:
jurette_ sagte:
Genau, da Cameron ein Ami ist, zeigt der Film die Vorstellung der AMies vom Kriegführen. *augenroll*
Nein, da Cameron mit dem *Zielmarkt* USA von einer *US-amerikanischen* Filmfirma finanzierten Film gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es *ausreichend* mit dem Gedankengut kompatibel geht um nicht anzuecken, um es mal hoerflich zu formulieren.
Ich glaube nicht dass man sich angesichts der zeitlichens und monetaeren Ausmasse auf grosse Experimente eingelassen hat.
ich glaube, daß cameron ein ziemlicher freak ist, der sich nicht um zielmärkte kümmert. und, äh, keine grossen experimente? einen film, der seit 96 kreiert wurde, für den jede menge neue techniken erfunden wurden, der in einer technik gedreht wird, die noch in den kinderschuhen steckt? das soll kein experiment sein?
ThomasCrown sagte:
ich glaube, daß cameron ein ziemlicher freak ist, der sich nicht um zielmärkte kümmert. und, äh, keine grossen experimente? einen film, der seit 96 kreiert wurde, für den jede menge neue techniken erfunden wurden, der in einer technik gedreht wird, die noch in den kinderschuhen steckt? das soll kein experiment sein?
Aber die Außerirdischen sind mal wieder Humanoide mit spitzen Ohren und blauer Haut, wie von einem Groschenromancover, warum wurde da nicht mal experimentiert?
Es ärgert mich fast, wenn man mir sowas Konventionelles vor die Nase hält und mir das als Neuerfindung des Sci-Fi-Genres verkaufen will.
eisengrau sagte:
ThomasCrown sagte:
ich glaube, daß cameron ein ziemlicher freak ist, der sich nicht um zielmärkte kümmert. und, äh, keine grossen experimente? einen film, der seit 96 kreiert wurde, für den jede menge neue techniken erfunden wurden, der in einer technik gedreht wird, die noch in den kinderschuhen steckt? das soll kein experiment sein?
Aber die Außerirdischen sind mal wieder Humanoide mit spitzen Ohren und blauer Haut, wie von einem Groschenromancover, warum wurde da nicht mal experimentiert?
Es ärgert mich fast, wenn man mir sowas Konventionelles vor die Nase hält und mir das als Neuerfindung des Sci-Fi-Genres verkaufen will.
wenn ich liebesgeschichten zwischen robotern sehen will, guck ich mir björk-videos an.
ThomasCrown sagte:
wenn ich liebesgeschichten zwischen robotern sehen will, guck ich mir björk-videos an.
In jedem Fall eine gute Wahl, oder auch Wall-E.
Aber wie kommst Du jetzt auf Roboter?
05.01.2010 - 16:14 Uhr
eisengrau
jurette_ sagte:
Reine Spekulation.
Du meinst also die Filstudios geben 230Mio Dollar fuer etwas aus bei dem nicht klar ist obs im Weihnachtsgeschaeft zieht?
eisengrau sagte:
ThomasCrown sagte:
wenn ich liebesgeschichten zwischen robotern sehen will, guck ich mir björk-videos an.
In jedem Fall eine gute Wahl, oder auch Wall-E.
Aber wie kommst Du jetzt auf Roboter?
na, statt humanoiden. klar, es gibt auch noch genug andere lebensformen, die die phantasie hergibt, aber bei sf denk ich eher an roboter als an fantasiewesen.
05.01.2010 - 16:28 Uhr
ThomasCrown
drolli sagte:
jurette_ sagte:
Reine Spekulation.
Du meinst also die Filstudios geben 230Mio Dollar fuer etwas aus bei dem nicht klar ist obs im Weihnachtsgeschaeft zieht?
die filmfirmen haben gehört cameron, 3d, stan winston, weta, außerirdische und das hat gereicht. ist ja auch genug fürs weihnachtsgeschäft.
(reine spekulation, jaja)
drolli sagte:
jurette_ sagte:
Reine Spekulation.
Du meinst also die Filstudios geben 230Mio Dollar fuer etwas aus bei dem nicht klar ist obs im Weihnachtsgeschaeft zieht?
Das habe ich nicht gesagt. Es ist und bleibt reine Spekulation, dass sich die Amis so den Krieg vorstellen und dass eine andere Vorstellung vom Krieg beim Publikum dermaßen aneckt, dass der FIlm trotz der anderen Faktoren, die Thomas schon aufgezählt hat, von Filmstudios nicht so teuer produziert worden wäre.
05.01.2010 - 16:42 Uhr
jurette_
ThomasCrown sagte:
vaus sagte:
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
das ist nicht usa, sondern christlich.
ich dachte, der film sei "der mit dem schlumpf tanzt"?
Ich habe den Film zwar nicht gesehen, aber die meisten Kritiken beschrieben es auch eher als der mit dem SChlumpf tanzt.
jurette_ sagte:
ThomasCrown sagte:
vaus sagte:
drolli sagte:
Ich haette gerne mal einen Cameron Film in dem nur die Kulissen zu sehen sind. Stoerendes beiwerk wie seichte liebesgeschichten oder platte figuren die im vordergrund rumrennen bitte weglassen. Wenn Avatar die vorstellung der amis vom Krieg fuehren ist,dann erklaert das so einiges. sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
das ist nicht usa, sondern christlich.
ich dachte, der film sei "der mit dem schlumpf tanzt"?
Ich habe den Film zwar nicht gesehen, aber die meisten Kritiken beschrieben es auch eher als der mit dem SChlumpf tanzt.
Ach so, du hast den Film nicht gesehen, haelst *mir* aber Spekulation vor, soso.
Die 3 D-Effekte setzen wirklich Maßstäbe, aber warum bei dem Aufwand nicht die paar zehntausend Dollar für eien wirklich gute Story, ein vernünftiges Script drin waren, verstehe, wer will.
drolli sagte:
Ach so, du hast den Film nicht gesehen, haelst *mir* aber Spekulation vor, soso.
Du hast doch beschrieben, wie der Krieg da dargestellt wird und wie ihn sich die Amerikaner ihn Deiner Meinung nach sehen:
drolli sagte:
sogar in der scheinbaren reflektion sind viele idiotische Konzepte zu sehen (ungebildete, nicht taktisch vorgehende wilde als gegner, eine grosse endschlacht und soeldner die bis zum schluss kaempfen. Und dann ein abtruenniger als heilsbringer).
Nur auf diese Aussage bezog sich mein Spekulationsvorwurf.
goof sagte:
Die Story des Films ist krottenschlecht, eines Cameron nicht wirklich würdig.
Die 3 D-Effekte setzen wirklich Maßstäbe, aber warum bei dem Aufwand nicht die paar zehntausend Dollar für eien wirklich gute Story, ein vernünftiges Script drin waren, verstehe, wer will.
das drehbuch ist halt von cameron selbst.
story: natürlich wieder hollywood-mäßig mit happy end und gutmenschen-überlaufer, aber mal ehrlich, wer will sich denn 2h stunden ansehen, wie unschuldige, süße "aliens" abgeschlachtet werden (was eher der realität entspräche)? obwohl, hat bei "the last samurai" ja auch funktioniert...
vaus sagte:
ich glaube, der erfolg des films beruht mit drauf, daß wir alle die story längst kennen. es geht nur um die bebilderung (was für ein harmloser ausdruck!)
aber wie arm wäre ein solcher eindruck: ein junger filmstudent hat mir spontan ein halbes dutzend möglichkeiten genannt, wie bei gleichen bildern eine andere, nicht derart vorhersehbare, storyentwicklung möglich wäre.
ein gutes writer/cutter-team bekäme das vermutlich sogar mit dem gedrehten material hin.
goof sagte:
vaus sagte:
ich glaube, der erfolg des films beruht mit drauf, daß wir alle die story längst kennen. es geht nur um die bebilderung (was für ein harmloser ausdruck!)
aber wie arm wäre ein solcher eindruck: ein junger filmstudent hat mir spontan ein halbes dutzend möglichkeiten genannt, wie bei gleichen bildern eine andere, nicht derart vorhersehbare, storyentwicklung möglich wäre.
ein gutes writer/cutter-team bekäme das vermutlich sogar mit dem gedrehten material hin.
tja, aber wie gesagt: das drehbuch ist von cameron. der ist an bildern nun mal mehr interessiert als an komplexen oder überraschenden stories. und vermutlich hat sich niemand getraut, cameron zu sagen, daß sein drehbuch zu simpel ist.
warum auch? romeo und julia ist ja auch ne simple story und trotzdem gut.
06.01.2010 - 10:47 Uhr
ThomasCrown
ThomasCrown sagte:
(aber ich gebe zu: ich hätte mir bei der charakterzeichnung auch etwas mehr grautöne und differenzen gewünscht, gerade der colonel (?) ist mir da unangenehm aufgestoßen.
immerhin der expeditionsleiter ist doch ab und an nachdenklich...
ThomasCrown sagte:
eisengrau sagte:
ThomasCrown sagte:
wenn ich liebesgeschichten zwischen robotern sehen will, guck ich mir björk-videos an.
In jedem Fall eine gute Wahl, oder auch Wall-E.
Aber wie kommst Du jetzt auf Roboter?
na, statt humanoiden. klar, es gibt auch noch genug andere lebensformen, die die phantasie hergibt, aber bei sf denk ich eher an roboter als an fantasiewesen.
Dann empfehle ich Dir mal Stanislaw Lems "Solaris" zu lesen. Da ist das Alien eine flüssige Masse mit telepathischen Fähigkeiten. Oder von Colin Kapp gibt es z.B. eine fantastische Kurzgeschichte namens "Ein Gesandter für Verdammt", wo es um eine fremde Zivilisation geht, die zu begreifen kein Mensch in der Lage ist (die würde ich ja verfilmen, wenn ich 200 Mio. Euro hätte). Das Genre hat also bedeutend mehr Formenreichtum zu bieten als Humanoide und Roboter.
Sci-Fi ist die Kunst, sich Modellwelten auszudenken, die nach anderen Naturgesetzen funktionieren, in sich aber logisch sind. Leider beherrscht das kaum jemand, deswegen klebt man den Leuten einfach irgendwelche Gummiohren an und erzählt ganz normale Abenteuergeschichten. Und weil mich das langweilt, schau ich auch kein Star Trek oder Babylon 5.
ThomasCrown sagte:
ich hab keine der beiden solaris-verfilmungen gesehen, wie ist das denn da gelöst?
Ich kenn auch nur die neue, und da ist es schlecht bis gar nicht gelöst.
Weil auch ein Steven Soderbergh keine Ahnung hat, wie er die Story visualisieren soll, sieht man meistens nur einen Bollen rosa Zuckerwatte durch das Fenster der Raumstation, und das Ganze bleibt trashige Kulisse, während man sich im Vordergrund auf die zwischenmenschlichen Probleme von George Clooney konzentriert.
Geht natürlich komplett am Roman vorbei.
Aber gut, es ist halt Entertainment, und Entertainment bedeutet, den Zuschauer nicht zu überfordern.
jurette_ sagte:
Mich hat der Trailer ja sehr abgeschreckt, aber wenn ich mir hier so die Kommentare durchlese, werde ich doch neugierig...
doch, geh rein, wenn möglich mit 3D!
vielleicht mußt du zwischendurch auf feldforschung umschalten, oder dich verwundert umsehen. aber ich versprech dir einen dollen eindruck!
lem oder auch asimov sind extrem faszinierend zu lesen, aber m.e. für ein visuelles medium wie film eher ungeeignet da die story oft nur als trägermaterial für gewisse gedankenspiele dient die sich einfach im film so nicht umsetzen lassen.
allerdings bin ich der meinung, dass es durchaus auch im film möglich wäre, sich weit über die bisherigen grenzen (blaue haut und spitze öhrchen an menschenähnlichen wesen...) wegzusetzen. allerdings mit stoff der von vorneherein für ein visuelles medium ausgelegt ist und sich dann z.b. umgekehrt schlecht beschreiebn liesse.
ich fand das so ne Barbie-Einhorn-Ästhetik.
Deshalb kuckst Du kein Star Trek ? Kennst Du Tribbles ;-) ? Nun die Borg sind ja schon mal ganz anders organisiert, als wir Menschen und Data ist sicher auch eine sehr interessante Lebensform, aber ich kann Dir gerne einige weitere Beispiele geben, alles aus Star Trek: The Next Generation:
Das kristaline Wesen (in mehreren Folgen)
Die Binären (Folge 15)
Intelligente anorganische Lebensform (Folge 18)
Die schwarze Seele (ein teerartige Flüssigkeit, Folge 23)
Das Kind, eine Lebensform die hauptsächlich aus Eichnerstrahlung besteht, Folge 27
Der Austauschoffizier, eine winzige Weltraumbakterie die Tritanlegierungen konsumiert, Folge 34
Die Macht der Naniten, winzige Roboter, die sich weiterentwicklen und ein kollektives Bewußtsein entwickeln, Folge 49
Tin Man, ein organisches Raumschiff, dessen Besatzung ausgestorben ist, Folge 68
Das kosmische Band, zweidimensionale Lebewesen, Folge 84
Galaxy's Child, eine im All lebende Lebensform, bestehend aus Plasma, Folge 90
Gefahr aus dem 19. Jahrhundert, die Devidianer, Formveränderer mit mikrozentrischen Zellmembranen, Folge 126
Todesangst beim Beamen, eine Art energetische Mikroben leben innerhalb des Verzerrungsfeldes der Plasmaschleife, Folge 128
Datas Hypothese, die Exocomps, eine Art Reparaturroboter mit eigenem Bewußtsein, Folge 135
Ich habe mal alles außen vor geslassen,was man irgendiwe als menschlich, tierisch oder planzlich usw. bezeichnen könnte. Außerdem ist die Aufstellung sicher nicht vollständig.
In dem Zusammenhang wäre auch "das fehlende Fragment", Folge 146 interessant, in der erklärt wird, warum Klingonen, Menschen und Vulkanier sich so ähnlich sehen, mit so "unwichtigen" Erklärungen geben sich viele andere Sc-Fi-Geschichten erst gar nicht ab.
Zum Thema: Welten erschaffen, wie in "Herr der Ringe", "Jurassic Park" oder "Future World", ist noch nicht Geschichten erzählen. Da gehört etwas mehr dazu.
Digital_Data
Klar kenn ich Tribbles ;-)
Und die erste Enterprise- Generation war hier auch noch einigermaßen kreativ. Aber bei den neueren Staffeln langweilt es einfach, über mehrere Folgen hinweg nur Lindenstraße im All zu sehen, mit ein paar angeklebten Ohren und Hörnchen.
Die von Dir genannten Beispiele mögen dieses anthropozentrische Weltbild ein wenig auflockern, aber die Regel ist solcher Formenreichtum ja in all den Sci-Fi-Serien nicht.
Außerdem klärt das nicht die Grundfrage, warum ausgerechnet die 300 Mio- Dollar- Kinosensation Avatar durch erschreckend unoriginelle characters glänzt.
06.01.2010 - 23:48 Uhr
eisengrau
Es ist ja nicht so, dass es sich bei den Vorlagen nur um philosophische Abhandlungen halten würde, sondern die von mir genannten Romane und Short Stories erzählen ja jeweils eine Geschichte (und nicht die schlechteste).
Das macht halt einen guten Regisseur bzw. Produzenten auch aus, diese Transferleistung von einer guten Vorlage zu einem guten Film.
Was Cameron angeht, so ist er ein Einzelkünstler, also einer, der nichts aus der Hand geben will und am liebsten alles selber machen will. Dann entstehen eben Mängel in der Story und der Dramaturgie. Schon bei Titanic gesehen, als es zum zweiten Mal in die Tiefen des Schiffes geht, da wird eine Dreiviertelstunde nichts Neues erzählt. Aber da ging es ja auch nicht drum ;-). Und wenn man die Aussagen von Leuten hört, die im Kino waren, dann scheint das wieder der Fall zu sein. Da kann ich auch ins Imax in Blue Planet gehen, dass hat mehr Handlung und die Bilder sind auch beeindruckend.
Digital_Data










2
04.01.2010 - 19:37 Uhr
Yngaren
Dennoch verspüre ich die Entstehung einer neuer Pseudoreligion, nämlich - "Umweltschutz".