14.01.2010 - 18:30 Uhr

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Mies aufgelegt: DJ Schmocko und der DJ-Kollege

Text: jonathan-fischer

In dieser Rubrik erzählen die besten DJs von ihren schlimmsten Nächten. Diesmal verbiegt sich DJ Schmocko für sein Publikum und erntet Undank.

Mein miesester Abend als DJ? Das muss wohl letzten Oktober im Münchner Substanz gewesen sein. Wie immer zur Wiesn-Zeit hagelten die Besucher nach ein paar Maß in den Festzelten auf der nahen Theresienwiese herein. Ich war für alle Eventualitäten gerüstet: Schließlich beruht Tanzen ab einem gewissen Grundpegel an Bier erfahrungsgemäß nur noch auf Reflexen. Achtung vor den Raritäten des DJs, seiner intelligenten Auswahl oder dem ästhetischen Mix? Kann man zur Wiesn-Saison fast vergessen. Wie gesagt fast. Denn ich hatte doch den Ehrgeiz, ein wenig über den Wiedererkennungseffekt gängiger Charthits und Evergreens hinauszugehen, ab und zu eine Northern Soul Nummer, einen Jump Blues oder einen Oldschool HipHop in das Amy Winehouse/Seven Nation Army/ACDC-Gebräu zu mischen. Das lief auch ganz gut – so lange ich Regler und Regie fest in der Hand hielt. Auf der Tanzfläche herrschte Ausgelassenheit, als ein sehr junges, sehr hübsches Mädchen an das DJ-Pult trat. „Hast Du nicht Mister Bright Side von den Killers?“ Nein, tut mir leid. Zwei Minuten später kommt ihre Freundin an - mit der selben Bitte. Ich erkläre nochmal, dass diese Nummer sich nicht im Plattenkoffer befindet, ja, gebe zu, sie nicht mal zu kennen. Ob das als Erklärung reicht? Kaum ist sie gegangen kommt ein weiteres Mädchen aus der Teenager-Gruppe mit reizendem Lächeln und unschuldigem Augenaufschlag zum Pult getrippelt. „Ach bitte bitte, sei doch ein Schatz…“ Ich versuche es mit Diplomatie: Ob sie mir ihr Handy geben könne? Dann würde ich es am Mischpult einstöpseln. Aber weder sie noch ihre Freundinnen haben die Nummer auf ihren iPhones . Das war es dann wohl mit „Mister Bright Side“. Bis ein DJ, den ich von seinen Britpop-Abenden im Atomic Cafe kenne, ans Pult tritt. Ein Mann mit Anspruch - zumindest in seinen eigenen Sets. „Du weißt schon wer ich bin?“ baut er sich vor mir auf. „Natürlich“. - „Dann spiel doch mal“ und er legt alle Autorität des DJ-Veteranen in seine Stimme, „Mister Bright Side!“. Haben ihn die hübschen Dinger bezirzt? Oder ist mir doch ein heimlicher Hit entgangen? Entnervt weise ich den Türsteher an, bitte ins Büro zu gehen und den Song aus dem Netz downzuloaden und auf CD zu brennen. Zehn Minuten später ist er zurück. Ich lege die Scheibe ein. Drücke auf Play. Und bereue es sofort. „Scheißdreck, Dödelmist, Nullnummer,“ fluche ich vor mich hin, während sich die Tanzfläche rapide leert. Überall verstörte Gesichter zu mir blicken. Erste Pfiffe gellen. Und die hübschen Teenager? „Die sind schon vor zwei Songs gegangen …“ steckt mir der Britpop-Spezialist. Jugendliches Fantum in Ehren. Aber dass man einen DJ-Kollegen für einen Augenaufschlag der Killer-Mädels dermaßen gegen die Wand fahren lässt: Das ist Verrat – und „du weißt schon wer ich bin“ ab sofort eine mir unbekannte Person.


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beau
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Mag ich Mag ich nicht

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15.01.2010 - 15:55 Uhr
beau

Roll over DJ

zuppenkasper
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Mag ich Mag ich nicht

1

15.01.2010 - 16:35 Uhr
zuppenkasper

AllesOderNichts sagte:
wie, das ist scheißdreck dödelmist, nullnummer und amy geht klar?


das sagt er ja nicht... er hat sein set halt trotz amy halbwegs gut hinbekommen, bis... naja das haben wir gelesen.

Fundus
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Mag ich Mag ich nicht

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18.01.2010 - 16:38 Uhr
Fundus

Je betrunkener das Publikum, desto besser das DJ-Set. So isses halt ;)

donschmocko
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Mag ich Mag ich nicht

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02.02.2010 - 01:32 Uhr
donschmocko

Liebe Leser!
Der Artikel wird von Jonathan Fischer in der Ich-Form erzählt. Als Schmocko, also ich-selbst, muss ich hier anfügen dass, ausdrücke wie dödelmist, nullnummer etc. nicht in meinem Wortschatz abgespeichert sind. Es war eigentlich nur peinlich, für Sir Hannes dass er es nötig hatte sich auf diese weise vorzustellen. Obwohl ich weiss, dass er schon einige Wiesnnächte im Substanz zu meinen DJ-Sets runtergetanzt hat. Aber hier unterscheiden sich die Geister: Er ist halt ein CD-DJ und ich nicht! Ich habe diese Killers Nummer nicht auf Vinyl! Zu musikalischen Inhalten bei Wies´n after-partys lässt sehr gut, und laaange Diskutieren. Eigentlich mies finde ich, dass alle "INDIE"-Knaller auf einem der letzten 5 BRAVOHITS-Sampler leicht bei Müllermarkt und Konsorten erhältlich sind. Die Klientel die sich Mr.Breitseit wünscht soll bitte in Zukunft nur noch "CHARTS" statt "INDIE" gröhlen! Mit freundlichen Grüssen
don schmocko
Das Foto zeigt übrigens Henry Singer und nicht Don Schmocko

zabaitzu
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Mag ich Mag ich nicht

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14.04.2010 - 15:30 Uhr
zabaitzu

donschmocko...das war ein sehr eigenartiger kommentar zum artikel. dass du the killers nicht kennst, naja, ist als dj nicht gerade ein kompliment. Ich finde djs sollten immer für alle arten der musk offen sein, außer sie können es sich leisten, weil sie bei fm4 sonntag abens "im sumpf" moderieren.
und dein argument "indie" = "charts" ist absolut bescheurt. Als ob chartkompatibilität irgendwas über die qualität aussagen würde.

oder wie ein freund von mir sagen würde: "der dj lebt in seiner eigenen kleinen musikwelt, und legt dementsprechend auf. Völlige ignoranz gegenüber allem neuem."

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Jonathan Fischer