30.12.2009 - 18:30 Uhr

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Der Song des Jahrzehnts: "Seven Nation Army" von den White Stripes

Text: michael-mettke

Der jetzt-Kosmos hat über die beliebtesten Songs des vergangenen Jahrzehnts abgestimmt. Erst wurden Jahressieger ermittelt und anschließend traten diese zehn Songs gegeneinander an. Seit dieser Woche ist klar: Der Song des Jahrzehnts ist für den jetzt-Kosmos „Seven Nation Army“ von den White Stripes. Eine Würdigung

Es ist eine von Anton Bruckners fünfter Sinfonie entlehnte Melodie, die das Fundament für die weltberühmte Basslinie bildet, die von einer runter gestimmten Gitarre mantrahaft wiederholt wird. Nach jedem Vers werden verzerrte Bottleneck-Gitarren aufeinandergeschichtet, die das Thema aufgreifen und die Balance aus Pop und Härte schaffen. Jack White singt dazu, dass selbst eine Armee aus sieben Nationen ihn nicht aufhalten könnte. Diese titelgebenden sieben Nationen sind übrigens ein Bild aus der Kindheit des Sängers. Als kleiner Junge dachte er, der Name der Heilsarmee („Salvation Army„) sei „Seven Nation Army“.
Das Cover der Maxi-CD, die im Jahr 2003 veröffentlicht wurde Der Song, der im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, konnte sich aber nicht nur aufgrund seines markanten Titels zum Lied der Dekade durchsetzen. Bei dem instrumentalen Refrain, muss man sich keine lästigen Wörter merken, um ihn mitsingen bzw. summen zu können. So haben vermutlich auch die Fußball-Fans zur Popularität von „Seven Nation Army“ beigetragen. Erstmals haben die Anhänger des FC Brügge das Lied in der Champions League 2003 als Kampfsong gegen Rapid Wien, später gegen den AS Rom benutzt. Während der WM 2006, waren es dann italienische Fans, die mit der Melodie ihre Mannschaft anfeuerten – und schließlich auch zum Weltmeister machten. „Seven Nation Army“ als Schlachtruf hatte dabei durchaus etwas Prophetisches, waren es doch sieben Nationen, die Italien besiegen musste, um die Trophäe zu ergattern. Seitdem ist „Seven Nation Army“ zum globalen Volkslied avanciert, es gehört längst nicht mehr allein den White Stripes. Es wird weiterhin in Sportstadien gegrölt und gehört mittlerweile zum Standardrepertoire der Oktoberfestkappellen. Zuletzt wurde „Seven Nation Army“ als Fightsong bei den Studentenprotesten in Berlin benutzt. Das Verblüffende ist, dass sich der Song, trotz Fußballstadion und Oktoberfest, nicht abnutzt. Den Beweis dafür liefern die scheinbar unendlichen Coverversionen, die es mittlerweile gibt. Man sagt, dass man einen guten Song daran erkennt, wenn er sich problemlos in andere Genres übersetzen lässt. Ungeachtet, ob man dieser These zustimmt oder nicht, anhand von „Seven Nation Army“ lässt sich dies nachvollziehen. Egal, ob in der Funkversion von Nostalgia 77, der Reggae-Interpretation der Dynamics oder in der Klassikbearbeitung des Vitamin String Quartett: Am Ende hört man immer einen wunderbaren Song – den Song des Jahrzehnts.


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donrazzi
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Mag ich Mag ich nicht

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07.01.2010 - 23:48 Uhr
donrazzi

Erinnert sei an dieser Stelle noch an das grandiose 0:3 n.E. der schweizerischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine während der Fußball-WM 2006. Ein Spiel auf höchstem fußballerischem Niveau, spannend bis zum Schluß, zu dem es seinen dramaturgischen Schlußpunkt in jenem denkwürdigen Elfmeterschießen erreichte...

ThomasCrown
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Mag ich Mag ich nicht

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08.01.2010 - 09:49 Uhr
ThomasCrown

donrazzi sagte:
Erinnert sei an dieser Stelle noch an das grandiose 0:3 n.E. der schweizerischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine während der Fußball-WM 2006. Ein Spiel auf höchstem fußballerischem Niveau, spannend bis zum Schluß, zu dem es seinen dramaturgischen Schlußpunkt in jenem denkwürdigen Elfmeterschießen erreichte...


mußt du alte wunden wieder aufbrechen? ich hab mir das tatsächlich angeguckt damals, weil ich immer dachte: es kann doch nur besser werden. 150 minuten verschenkte lebenszeit, schlimmer als jede diskussion mit d_d.

Digital_Data
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-1

09.01.2010 - 01:37 Uhr
Digital_Data

@ThomasCrown

Noch zwei Anmerkungen, da Du unter anderem "Evolution of Dance" angemerkt hattest. Auch das ist zu erklären. Das Video ist ein One-Shot-Movie aus dem Zuschauerraum, es kann also nicht an der Machart liegen, es muss an der Performance liegen. Zunächt benutzt der Protagonist einen Mechanismus, der für uns Menschen sehr typisch ist, er stellt satirisch Tanzstiele bloß und macht sich letzten Endes darüber lustig, damit bedient er zunächst den Schenkelklopfer in uns. "Ja solche Tänzer kenne ich !" Über die ganze Länge würde das aber nicht tragen. Visuelle Eindrücke werden derzeit in 90-Sekunden-Happen erfaßt. Mach Dich mal schlau über optimale Sequenz-Längen im Hollywood-Kino.

Bei 2:10 vollzieht das Video den Wandel, gerade noch rechtzeitig, er rettet sich da etwas mit ACDC und Michael Jackson über die 90-Skunden-Barriere an der die meisten abschalten würden und zeigt nun, dass er nicht nur parodiert, sondern tänzerisch auch was drauf hat (z.B. Kraftwerk). Somit vollzieht er genau die Steigerung, die ich schon erwähnt habe, für das was er macht etwas spät, aber gerade noch rechtzeitig. Deshalb nehme ich an, dass ist mehr Zufall, in langen Versuchen vor Publikum ermittelt.

Damit aber bleiben alle dran, denn nun ist die Steigerung da und das schürt die Erwartungshaltung des Publikums, die er dann im Prinzip bis zum Ende hält. Insgesammt ist der Vordührung etwas zu lang, aber es geht noch ohne "Verluste" gut.

Kommen wir zu dem Zappa-Stück. Die Musik startet bei 0:18, dabei muss man bei diesem Stück Präsentation der Tänzer und Musik auch gemeinsam betrachten. Zunächst besticht das Stück durch die unglaubliche und nicht endend wollende Dynamik der beiden Tänzer, doch bei 1:34, also im Video exact an der richtigen Stelle (in der Musik bei 1:20, auch noch fast optimal), wechselt nun Musik und auch Tanz, der körperliche Kontakt der Tänzer verstärkt sich. Bei 3:10 findet das dann zum anfäglichen Thema zurück, nicht aber ohne hier beim Tanz auch noch einmal die Themen zu verstärken. Auch dieses Stück ist formal exact richtig aufgebaut. Zappa ist eben ein richtiger Künstler.

Ich könnte Dir jetzt noch viel mehr darüber erzählen, wie Menschen Dinge vor allem visuell aber auch akustisch wahrnehmen. Dabei könnten wir über so Dinge reden, wie eine Familie die mit Badesachen nach rechts über eine Straße geht und jeder das sofort damit assoziiert, dass die zum Strand gehen, würden sie nach links über die Straße gehen, dann heißt das nicht, der Strand ist links, sondern sie kommen zurück. Alle diese Dinge sind beim Erstellen visueller Dinge extrem wichtig und darauf muss man achten. Das gilt für alle Menschen, auch wenn sie es bewußt nicht wahrnehmen. Es spielt aber eine wichtige Rolle dabei, ob man Dinge positiv oder negativ wahrnimmt.

Aber ich denke es ist eher Perlen vor die ...., da ja nichts von dem was ich sage auch nur in irgendeiner Weise mal reflektiert wird.

Digital_Data

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

1

09.01.2010 - 14:42 Uhr
JoergAuch

Digital_Data sagte:
...., da ja nichts von dem was ich sage auch nur in irgendeiner Weise mal reflektiert wird.

Digital_Data

rate mal, warum ...

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michael-mettke

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.