Korrekte Konsumenten
Richtiges Einkaufen in der falschen Ökonomie.
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29.12.2009 - 02:31 Uhr
manuincolae
Die Lohas-Anhänger glauben, privater Konsum sei politisch. Doch bleibt alles, wie es ist.
Das kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen. Wenn ich Bio-Fischstäbchen kaufe dann kaufe ich keine (oder weniger) aus dem Konventionellen Bereich. Darum verdrängen Bio-Artikel andere.
Was der Kunde wünscht das bekommt er, so einfach ist das. Wenn er weiterhin kein Interesse daran zeigt woher die Produkte kommen oder welche Qualität sie haben dann wird es sich so weiterentwickeln wie bisher.
Achtet er nur auf den Preis, bekommt er unterschiedliche Qualität von einem Produkt unter gleichem Label zu einem unterschiedlichen Preis.
Natürlich gibt es auch viele Unternehmen die Greenwashing betreiben, fällt der Kunde aber darauf herein, dann hat er einfach nicht genug aufgepasst.
Meiner Meinung nach besteht der Weg in die richtige Richtung aus mehreren Teilen.:
Der erste Teil ist BILDUNG, denn ich und viele andere Konsumenten durchschauen das so vielschichtige System nicht. Kann es überhaupt ganz durchschaut werden? Aufklärung, Bildung ist desshalb elementar.
Der zweite Teil, der auf den ersten gewissermaßen folgt ist FORDERN. Wir können unsere Wünsche als Konsumenten meiner Meinung nach auf mehreren Wegen ausdrücken, einer davon ist Forderungen an Politik und Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft zu stellen.
Der dritte Teil, schon im zweiten zu finden, "RICHTIG KAUFEN" , okay ich hab verstanden, dass Fair Trade Produkte von LIDL& co nicht viel am System verändern. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es besser ist Fair Trade oder Bio bei lidl zu kaufen als ein ähnliches nicht fairtrade (bio) Produkt beim selben Discounter zu kaufen. Daher gebe ich ChrisJumper in den Punkt recht. Bio und Fairtrade verdrängen andere Produkte und sind ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Diesen drei teilen sind sicher noch viele weitere zuzufügen, dafür bedarf es aber eurer Unterstützung.
Nurnoch eins, wenn es um einkaufen geht bin ich der Meinung, dass wir alle am besten Vorgehen wenn wir die Artikel des täglichen Bedarfs zum größten Teil und nach unserem persönlichen Können regional kaufen und dabei auf Nachhaltigkeit, Fairness und Ökologie achten. Es wird unserer Welt sicher Zugute kommen, aber vorallem geht es uns dann auch besser und damit meine ich nicht nur unser Gewissen.
Und der Bio-Boom, der in Deutschland zwar am allergrößten ist in Europa, hat noch nicht einmal zur Folge, dass die konventionelle Landwirtschaft umgebaut wird: der Anteil der Öko-Anbauflächen in Deutschland liegt bei winzigen 5 Prozent. Ein großer Teil der Bio-Ware in Deutschland kommt aus dem Ausland - und zB in Südspanien, Äthiopien oder China kann das Gemüse und Obst viel billiger angebaut werden: schon deshalb, weil man dort auf Sozialstandards, Legalität von Wasser und Boden keine Rücksicht nehmen muss. Ja, auch auf Bio-Feldern kann es Ausbeutung geben - denn unter den Minimalststandrads des Eu-Bio-Siegels gibt es keine Sozialstandrads oder Angaben zum Wasserverbrauch. Und solche Ware, die unter teilweise unter wenig ökologischen Bedingungen (zB sehr hoher Wasserverbrauch) hergestellt werden, machen den deutschen Bio-Bauern Konkurrenz, die leider nicht so billig produzieren können, weil die Bundesländer die Fördermittel gekürzt oder ganz gestrichen haben. Es ist also überhaupt nicht besser, bei Lidl bio oder fair zu kaufen, es macht alles nur noch schlimmer - und adelt Lidl, der in seiner gesamten Wirtschaftsweise verheerend ist - vom Milchpreisdumping über harten Preisdruck auf Lebensmittelproduzenten weltweit bis zur schlechten Behanldung und Bezahlung der Mitarbeiter.
Und ja, es wäre schön, wenn Menschen bewusster einkaufen würden - sie tun es aber in der Mehrzahl nicht. Der Anteil von Fairtrade am Lebensmittelgesamtmarkt liegt bei einem Prozent - dabei weiß man seit 30 Jahren, was sich dahinter verbirgt. Und der Bio-Boom ist mit 4 Prozent ja auch nicht groß - obwohl spätestens seit dem BSE-Skandal den Leuten klar sein dürfte, was konventionelle Landwirtschaft und Massentierhaltung bedeutet. Übrigens Bio-Fleisch: in Europa erhält sogar brasilianisches Rindfleisch das Bio-Siegel, obwohl alle Rinder Brasiliens auf gerdodetem Regenwaldboden grasen bzw. das Futter für sie dort angebaut wird. Egal ob bio oder nicht.
@ChrisJumper: Ja, der Kunde kriegt, was er will. Und was will der Kunde in Deutschland? Er will es billig. Und daran wird sich leider nichts ändern. Oder hattest Du den Eindruck, die Leute waren vor Weihanchten in den prall gefüllten Kaufhäusern und Fußgängerzonen an nachhaltigen Produkten interessiert? Schau doch mal, wenn Du in einen normalen Supermarkt zum einkaufen gehst, in die Wagen um Dich herum. Na? Sieht das nach Nachhaltigkeit aus? Und wieso machen wohl hauptsächlich die Discounter das Geschäft mit bio? Genau, weil es der Kunde billig will.
Und deshalb ist es nicht nur ein naiver, sonder auch ein zynischer Gedanke, dass die Rettung von Welt und Klima davon abhängt, ob es der Kunde will oder nicht. Denn den meisten ist Weltrettung beim einkaufen - leider - völlig egal. Von Verzicht einmal ganz zu schweigen.
Ich finde das was du in der zweiten hälfte deines Kommentars geschrieben hast wichtig. Die Verbraucher wollen größtenteils kein Bio oder Fair Traid oder umweltbewusst ( Papier etc. ) , dass macht mich total traurig und auch bisschen wütend. Ich fühl mich dann echt hilflos. Wir wissen nicht was wir tun.
Bei mir in der Nachbarschaft wurde jetzt ein McDonalds eröffnet und ich fang echt an zu weinen wenn ich daran denke wie jetzt jedes Wochenende der Ortseingang verstopft is, weil so viele zu McDonalds wollen. Das is doch echt zum Kotzen !
Aber ganz ehrlich was soll man denn dagegen tun?
Hab die letzten Tage versucht Vorhänge zu kaufen, Lichtundurchlässige und da ich versuche wirklich alles FairTrade und Organic zu kaufen habe ich es auch bei den Vorhängen versucht, und musste leider aufgeben. Lichtundurchlässige Vorhänge für meine Fenstergröße gibt es leider nirgends wo es fairtrade und oder Organic geben würde. Interessant ist es auch wenn man diverse Verkäuferinnen in verschiedenen Stoff und Gardinenabteilungen fragt wo denn der Gardinenstoff hergestellt wird... keine wusste auch nur ansatzweise eine Antwort! aber vielleicht denkt eine drüber nach und beginnt etwas zu hinterfragen und informiert sich... dann wäre schon wieder ein kleiner sehr sehr kleiner schritt getan.
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28.12.2009 - 19:51 Uhr
alsti
Es mag ja vieles stimmen was der Artikel anspricht. Aber dann soll man sich bitte zumindest Ansätze für Alternativen ausdenken.