Elektro-Nische. Neue Tracks von Boratto, Kalkbrenner, Attik, Sono und ein bisschen Prosecco-House
Friedemann Karig erzählt von minimalem Techno, maximaler Disco und noch mehr geilem BummBumm.
Gui Boratto - NotationsAls allererstes kommt das beste Lied, das ich seit langem gehört habe: Gänsehaut und eiskalte heiße Schauer laufen über jeden Körper, der sich diesen knapp sieben Minuten musikalischer Apotheose hingibt. Keine Übertreibung: Boratto ist ein Segen (und die Remixe auf der EP absolut hörenswert).
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Detroit Grand Pubahs - BUttFUnkula and The Remixes From Earth

Die Detroit Grand Pubahs sind eine Band, die hierzulande wenige Menschen kennen, und vermutlich noch weniger Menschen verstanden haben. Ersteres ist schade, zweiteres verständlich, denn sie liefern in regelmäßigen Abständen Platten ab, die sich dem allgemeinen Musikverständnis elegant entziehen. So ist auch das aktuelle Remix-Album mit dem leicht pubertären Namen BUttFUnkula and The Remixes From Earth, auf dem altgediente DGP-Tracks eine elektronische Neulackierung bekommen, einerseits ein ganz großer Wurf - und andererseits komplett irre.
Die Tracks tönen (auch und gerade nach der Überarbeitung) dermaßen lässig, dass mir fast der Ring vom Finger rutscht. Teilweise so verdreht, dass man am liebsten ansatzlos in den Handstand gehen würde, zwecks besserer Empathie für Kopfüber-Musik. Und an manchen Stellen wieder so sexy-unsexy, grundbescheuert und genial eingängig wie der letzte Hit der Band Sandwiches, der mir erst 2023 wieder aus dem Kopf gehen wird.
Dazu tragen logischerweise maßgeblich die diversen Remixer und Features bei, die wie beispielsweise Martin Landsky oder Steve Bug schöne Beats unterlegen oder anderweitig veredeln. Zu einem eklektizistischen, entspannten, entfesselten Stück Tanzbarkeit, das mich mit einem fragenden Lächeln zurücklässt.
Ich muss zugeben: So richtig verstanden habe ich Detroit Grand Pubahs noch nicht, auch nicht per Remix. Aber das ist ja auch egal.
Big Onion im Joachim K Slap On It Remix:
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Attik - Kiss Kiss Bang Bang EP

Schöner Release zum Zappeln von Attik, die mir bisher noch gar nicht untergekommen waren. Hugo Dias und Thiago Almeida, zwei Brasilianer mit Fußballspielernamen, veröffentlichen offensichtlich unter diesem Namen auf ihrem eigenen Label Bleep Bloop Records.
Wie dem auch sei, klare Empfehlung zu Kiss Kiss Bang Bang :
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Sono - Plus

„Keep control of me, try to keep the frequency“.
Diese rhythmisch vorgetragene Textzeile rauscht seit dem Jahrtausendwechsel durch mein musikalisches Gehirn, unkaputtbar und unsterblich gegossen in
Sonos ersten Riesenhit Keep Control. Das Hamburger Trio muss sich wohl lebenslang gegen Vergleiche mit Depeche Mode wehren, und auch von mir gibt es anlässlich des Best Of / Live-Doppelalbums Plus, welches quasi als Bonus noch 13 neue Songs enthält, das altbekannte bittersüße Lob.
Was soll man auch anderes schreiben? In ihren besten Momenten klingen Sono einfach wie taufrische Gahans und Gores. Zum Beispiel bei Future Sun, das mit seinen verschobenen Rhythmen und dem exaltierten Gesang dufte rüberkommt. Back to me ist hingegen eine wunderbare Elektro-Ballade, bei Talking Original zeigen sich die Songwriting-Qualitäten des Trios als äußerst belastbar. Insgesamt „härter, knarziger“, beschreibt die Band das neue Material - stringent, eingängig, sauber produziert, sage ich. Und damit von jeglichen musikalischen Ahnen autonomisiert.
Die Live-Sachen wiederum, aufgenommen Anfang des Jahres in Leipzig, zeigen die breite Fanbase, die Sono sich in den letzten Jahren aufbauen konnten. Und natürlich, welch superber Live-Act sie zu sein scheinen.
Keep Control Plus (Nu Edit) mit All-Inclusive-Video (Strand, Mädels, Club, Drogen):
- Die Elektronische. Mit Kalkbrenner, Eulberg und Trickski 15.06.2011
- Die Elektronische. Diesmal mit Robag Wruhm, M.A.N.D.Y., Housemeister, Ricardo Villalobos und vielen mehr! 08.05.2011
- Die Elektro-Nische 24.03.2011
- Die Elektronische. Diesmal mit Siriusmo, James Blake, EdBanger & many more! 17.02.2011
- Die letzte Elektro-Nische des Jahres 28.12.2010
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