18.12.2009 - 18:30 Uhr

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Jungs, was ist eure größte männliche Angst?

Text: mercedes-lauenstein

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.


In dem Repertoire meiner Ängste stoße ich neben allgemeinen Schwarzfahr- Prüfungs- und den generellen Verunglückungsängsten auf eine mit der Aufschrift „Nur für Mädchen“.

Sie sagt: Junge, versuch’ es gar nicht erst, du wirst sie nicht nachspüren können.

Hinter dem Etikett versteckt sich die schlichte Angst vor dem Verfall der eigenen Attraktivität mit steigendem Alter. Der Verlauf der weiblichen Attraktivität verhält sich nämlich völlig entgegengesetzt zu dem Verlauf der männlichen Attraktivität.

Wie sagt man so stereotyp: Mit Männern ist es wie mit gutem Wein - der muss erst ordentlich reifen, bevor er richtig gut ist. Wir erinnern uns an die Mittelstufe, in der mit euch sexuell noch nichts anzufangen war. Neugierig haben wir uns in die Jungs der Oberstufe oder heimlich in unsere Lehrer verknallt. Neben ihnen waren wir der französische Cidre, dessen Reiz stets in seiner jungen, unmittelbare Spritzigkeit besteht. Parallel zu eurem, mit der Zeit immer noch mehr Tiefsinn und Selbstbewusstsein entwickelnden Charakter, kippen wir allerdings früher oder später sehr unelegant und schräg in die vergärende Muffsäuerlichkeit um.

Es ist mir fast unangenehm so geringschätzig über das weibliche Altern zu schreiben – aber es äußert sich darin ja nicht meine tatsächliche Überzeugung so fies, sondern nur meine Angst. Ganz unvermittelt und nachdrücklich drängt sie sich mir auf – wie Ängste es eben gerne tun. Da kann ich noch so selbstbewusst versuchen, sie ihrer Waffen zu entledigen.
Euch Jungs also eines Morgens den ersten Anzeichen von grauen Schläfen entgegenzwinkern zu sehen - den gerade erwachenden Charme eines George Clooney-Stenzes gebührend begrüßend – während für uns im selben Moment in Anbetracht unserer ersten Bindegewebsschwächen eine ganze Welt zusammenbricht. Wir sehen uns am nächsten Tag schon in einem leeren Bett aufwachen: Ihr habt uns für ein Glas Cidre verlassen.

Da können wir nicht gegen an, fürchten wir.
Das ist sie also, unsere Mädchenangst: In der unaufhaltsamen Verdorrung gefangen zu sein. Kein schönes Kopfkino.
Zum Schluss kommt es natürlich nur auf die innere Haltung, die stolze Ausstrahlung und vor allem auf die intellektuelle Verbindung zwischen zwei Menschen an. Wir wissen das. Der vernünftige Selbstschutzmechanismus diktiert es uns.

Aber Jungs, jetzt sagt ihr doch mal ganz ehrlich: Ihr habt doch auch so eine blöde Angst, oder? Worin glaubt ihr, besteht die Gefährdung eurer Reize? Was ist eure größte männliche Furcht?

Auf der nächsten Seite: Die Jungs-Antwort von Stefan Winter.

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