Kopenhagen-Interviews: Marcus arbeitet im Emissionshandel
In Kopenhagen wird zurzeit nicht weniger als die Zukunft unseres Planeten verhandelt: Der Klimagipfel geht in die entscheidende Runde und für jetzt.de spricht Anke Lübbert die ganze Woche mit Menschen, die dort aktiv sind. Teil 3: Marcus Ferdinand, Experte für Emissionszertifikate
Beleuchtete Weihnachtsbäume hängen in den Terminals am Kopenhagener Flughafen. Marcus Ferdinand ist 26 Jahre alt und CO2-Analyst. Eine Woche lang hat er für E.ON den Verlauf der Konferenz beobachtet. Nun ist er auf dem Weg nach Hause.

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Emissionshandel bedeutet, für das Recht, Dreck in die Luft zu pusten, sogenannte Zertifikate zu kaufen.
Wenn Dreck-machen Geld kostet, ist es für Unternehmen betriebswirtschaftlich interessant, Dreck-machen zu vermeiden, also zum Beispiel einmal nen teuren Filter kaufen statt jedes mal die Berechtigung zu kaufen, Dreck in die Luft zu pumpen.
Und wenn das Unternehmen es ganz geschickt anstellt, und noch tollere Filter kauft, kann es die Zertifikate, die ihm noch zustehen würden, am Markt (da kommt der Mensch oben ins Spiel) verkaufen und hat somit noch mehr Anreiz, Verschmutzung zu vermeiden.
Und da die EU nur eine bestimmte Menge Zertifikate ausgibt, werden diese teurer, je weniger es davon noch gibt, und der Anreiz steigt noch mehr (außerdem reduziert die EU jedes Jahr die Menge der Zertifikate wodurch sie schon von alleine teurer werden).
Eigentlich vom Prinzip eine tolle Sache, denn die Sache mit dem Geld kapieren die meisten Unternehmen endlich mal !
Antwort: "Nein,..."
Überschrift des Artikels: "Marcus handelt mit Emmisonszertifikaten für CO2"
Ihr wollt doch Journalisten werden, wenn ihr mal groß seid, oder?
16.12.2009 - 22:40 Uhr
alces
Charlotte94 schrieb:
eine gute, knackige Zusammenfassung dessen, worum es eigentlich geht.
Jetzt.de ist halt user-generated content, ne?
alces sagte:
Dritte Frage: "Und beruflich handeln Sie mit Emissionszertifikaten."
Antwort: "Nein,..."
Überschrift des Artikels: "Marcus handelt mit Emmisonszertifikaten für CO2"
Ihr wollt doch Journalisten werden, wenn ihr mal groß seid, oder?
Da er die Politik seiner Firma auf dem Gebiet mit steuert, könnte man ihn doch als Emissionar bezeichnen.
Wobei, das sind ja eigentlich eher die EU-Politiker, die den Emissionshandel beschlossen haben.
Charlotte94 sagte:
Eigentlich vom Prinzip eine tolle Sache, denn die Sache mit dem Geld kapieren die meisten Unternehmen endlich mal !
Wenn da nicht wäre, dass auch die Politik von gut laufenden und umsatzstarken Unternehmen, die durch viel Dreck-in-die-Luft-Pumpen ihr Geld machen so ein klitzekleines klitzebisschen beeinflussbar ist. Denn die Politik muss, naja wenigstens sollte, an alle Bürger denken. Eine Welt ohne jegliche Produktion wäre Ausstoß-neutral (es ist ja bei weitem nicht nur CO2 allein), aber halt auch... ganz schnell tot, und das nicht nur wirtschaftlich.
DagnyTaggart sagte:
Ob diese Zertifikate mal wie asset backed securieties verbrieft und an alte Omas verkauft werden?
Lach nicht, passiert bereits. Siehe
http://carta.info/20029/klima-default-sw...
http://carta.info/19784/sinn-klimapoliti...
Charlotte94 sagte:
Eigentlich vom Prinzip eine tolle Sache, denn die Sache mit dem Geld kapieren die meisten Unternehmen endlich mal !
Theoretisch richtig unter 3 Bedingungen:
1. Der Handel wird global so aufgekauft, dass er von bestehenden Limits ausgeht und nicht von zukünftigen. Sonst wäre die Folge, dass die Entwicklungsländer alle ihre Zertifikate verkaufen können (da sie eh keine brauchen), dafür zwar Geld bekommen, aber die Emissionen global NICHT verringert werden.
2. Alle Branchen mit einbezogen werden. Chemie bspw. ist noch nicht mit drin. Auch Viehzucht afaik nicht - und die macht 50% aller Emissionen weltweit aus.
3. Die Dinger nicht verbrieft werden können, siehe oben.
Zusätzlich fehlt dann immer noch die Berücksichtigung weiterer Allemende, die kostenlos verbraucht wird: (Virtuelles) Wasser, Boden, Meeresflora und -fauna. Aber Emissionen wären immerhin schon mal was.
17.12.2009 - 13:07 Uhr
BananenBill








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16.12.2009 - 19:35 Uhr
BananenBill
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Nicht schlecht Herr Ferdinand.