Kopieren in der nächsten Dimension: PaperC im Interview
Das Ende der Uni-Bibliotheken? Martin, Felix und Lukas stellen für Studenten komplette Fachbücher kostenlos ins Internet. Jetzt wurde ihr Unternehmen zum Start-up des Jahres gewählt.
Drei junge Männer aus Leipzig und Berlin erhielten vor kurzem die begehrte Auszeichnung Start-up des Jahres 2009. Mit ihrem Unternehmen wollen Martin Fröhlich, 26, Felix Hofmann, 26, und Lukas Rieder, 22, das Studium revolutionieren: PaperC stellt den kompletten Inhalt von Fachbüchern digital und kostenlos zur Verfügung. Wenn ein Student ein Fachbuch nicht nur lesen, sondern bearbeiten oder drucken möchte, muss er dafür bezahlen. Das Ende der Uni-Bibliotheken? jetzt.de hat mit Martin Fröhlich über das Projekt PaperC gesprochen. jetzt.de: Für PaperC wurdet ihr mit dem Titel „Start-up des Jahres“ ausgezeichnet. Was ist neu an eurem Modell? Martin Fröhlich: Ganz einfach: Es ist kostenlos. Es gibt weltweit keine Plattform, auf der man alle Bücher komplett und kostenfrei online lesen kann. Und nirgendwo kann ich einfach mal zehn Seiten downloaden, abspeichern und bearbeiten. Wir haben nicht einfach ein amerikanisches Geschäftsmodell kopiert, sondern endlich mal etwas Neues gemacht. Unsere Idee ist einzigartig.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
- Zwei Pfund Nostalgie, bitte 13.05.2012
- Im Zeugungsstand 06.05.2012
- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
Wenn es direct an die Verlage geht und die Preise wirklich noch etwas sinken würden wäre es toll.
(und wie findet man spannende Seiten ohne ein mal durchzublättern? da braucht es schon gute inhaltsverzeichnisse und wortregister)
03.01.2010 - 20:35 Uhr
cougarten
Wird aber technisch ein riesen Problem sich gegen ein screenshot script + OCR zu wehren. Da helfen auch keine Captchas.
Allerdings hat dieses auf den ersten Blick interessante Modell aus meiner Sicht einen entscheidenden Nachteil für den Endnutzer: Hier wird versucht die Literatur die sich die meisten Studierenden bisher für sie kostenfrei aus der Bibliothek geholt haben nun kostenpflichtig anzubieten. Denn: Erfahrungsgemäß kopiert man nur einen Bruchteil der Bücher die man ausleiht, es entstehen also nur sehr geringe oder überhaupt keine Kosten für den Studierenden.Viele halten sich ohnehin regelmäßig in der Bibliothek auf. Die Öffnungszeiten der meisten größeren Bibliotheken sind in den vergangenen Jahren deutlich erweitert worden und stellen in den meisten Fällen keine wirkliche Schwierigkeit mehr dar.
Bei digitalen Exemplaren bevorzugen im Übrigen sehr viele Nutzer/innen, gerade bei längeren Aufsätzen, Ausdrucke - und für die muss man ja bei diesem Modell sofort zahlen, während man ein Buch aus der Bibliothek halt durchaus querlesen kann ohne am Ende tatsächlich zu kopieren. Wer so ein Modell exzessiv nutzt wird schnell erheblich mehr ausgeben als beim Kopieren.
Außerdem bieten mittlerweile bereits sehr viele Bibliotheken E-Books diverser Verlage an. Diese Bücher können ggf. komplett gespeichert und ausgedruckt werden - zu den Konditionen die der der eigene Drucker ggf. hergibt und ohne Zahlungen an irgendein Start-Up. ;)
Des weiteren zeigt die Erfahrung, dass gerade im Lehrbuchbereich nach wie vor ohnehin das gedruckte Werk bevorzugt wird. Die Leute wollen die Bücher halt einfach durcharbeiten - und zwar wenn irgend möglich ohne dafür selbst Nutzungsentgelte zu entrichten.
Viel grundsätzlicher ist im übrigen die Frage zu stellen ob im Wissenschaftsbereich solche Geschäftsmodelle überhaupt die Zukunft sind und nicht vielmehr "Open Access" (Informationen hierzu unter http://www.open-access.net/) die entscheidende Rolle spielen wird.
Warum sich eigentlich auf Seiten einschießen, wenn das digitale Medium viel eher auf Kapitel, Text und Bilder anvisiert?! Wo ist hier die Verbindung? Dass es das Fachbuch auch als Analogbuch (analog zum Analogkäse?) gibt? Wieso hier am Vorteil der Digitalisierung vorbeischießen?
04.01.2010 - 02:27 Uhr
MorbusBahlsen
@librarian: stimme dir zu, aber open access wird noch lange brauchen. man darf die rechnung nicht ohne die eitelkeit der proffesoren machen. mir wurde neulich lang und breit erzaehlt, wie viel arbeit der lehrstuhl investiert, um in den besten zeitschriften der welt publizieren zu koennen.
air_kaviar sagte:
ein link waere nett gewesen...
@kaviar: danke für den hinweis. habe den link eingefügt.
* Die Leipziger Rektoratsreden 1871-1933
* Rhetorik und Stilistik / Rhetoric and Stylistics
* Georg von Arco (1869-1940) - Ingenieur, Pazifist, Technischer Direktor von Telefunken
* Rhetorik und Stilistik / Rhetoric and Stylistics
* Quantenmechanik im Kalten Krieg
ähnlich passend geht es weiter
Diese Aussage finde ich großartig, die Kluft der Generationen tut sich auf.
Ich frage mich ja immer, warum es nicht längst Zeitschriften gibt, die nur die drei, vier wichtigsten Zitate eines Buches als Inhalt veröffentlichen. Wenn sich dann auch die Wiss. selbst beim Schreiben darauf beschränkten, könnten wir den gesamten Wissenschaftssektor erheblich effizienter gestalten...
Nein! das ist überhaupt das Ende der Universitäten! Diese Erfindung ist besser als der Buchdruck. Genial.
Das Foto von den dreien ist leider extrem bescheuert.
manche wichtigen bücher sind an meiner uni-bibliothek so rar, dass man zwei monate auf sie warten muss. oder noch länger. andere sind einfach verloren gegangen und werden nicht ersetzt. wieder andere nur per fernleihe bestellbar (kosten: 14 euro pro buch, das man von Wien aus in D bestellt, und immerhin noch 2 Euro für inner-österreichische Fernleihen).
subito (liefert gescannte fachbücher oder einzelne Seiten daraus per pdf gegen gebühr) funktioniert ja auch und ist, glaube ich, um einiges teurer.
das foto ist in der tat idiotisch.
06.01.2010 - 15:35 Uhr
auchdasnoch
Studentensupport.de bietet etwa 200 Fachbücher in Fächern wie Mathematik, Wirtschaft, Informatik, Jura uvm.
Alle Bücher können kostenfrei als Pdf heruntergeladen werden. Probiert es aus!








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03.01.2010 - 18:48 Uhr
MorbusBahlsen
Mein Kritikpunkt an der Sache wäre der, dass zwar das Bildschirmlesen kostenlos ist, aber der Ausdruck der Seiten teurer als die Kopie im Copyshop mit 3-5 Cent pro DIN A4 Seite (oft passen zwei Buchseiten auf eine). Insofern sparen die Studenten nicht viel, es wird teurer, und deshalb müsste abzuwarten sein, ob die höhere Verfügbarkeit den Mehrpreis aufwiegen wird, allerdings bin ich ob studentischer und eigener Faulheit da ziemlich optimistisch.