15.12.2009 - 18:30 Uhr

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Nepal - Für den Klimawandel nicht verantwortlich, aber davon betroffen

Text: anke-luebbert

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen wird zur Zeit nicht weniger als die Zukunft unseres Planeten verhandelt: Der dortige Klimagipfel geht in die entscheidende Runde und für jetzt.de spricht Anke Lübbert die ganze Woche über mit Menschen, die dort aktiv sind.

Teil 2: Narayan Prasad Chaulagain, Mitglied der nepalesischen Delegation

In der Lobby des Wakeup-Hotels in Kopenhagen sitzt Narayan Prasad Chaulagain. Er arbeitet als Experte für regenerative Energien im nepalesischen Umweltministerium und gehört zur Delegation von Nepal. Während des Gipfels sind die meisten Hotels im Stadtzentrum ausgebucht, auch das Wakeup hat in den nächsten Tagen keine Betten mehr frei.
Herr Chaulagain, was ist die Position von Nepal auf dem Gipfel? Wir sind eines der ärmsten Länder der Welt und produzieren 0,025 Prozent der Emissionen weltweit. Sie sehen sich nicht als Verursacher des Problems. Genau. Wir sind für den Klimawandel nicht verantwortlich, haben aber unter seinen Auswirkungen zu leiden. Wo zum Beispiel? Die Gletscher im Himalaya schmelzen schneller als alle anderen Gletscher auf der Welt. Am Fuß der Gletscher sind Seen entstanden, die irgendwann überlaufen werden. Das Wasser wird den Berg hinunterschießen, Erdrutsche verursachen und eine Gefahr für viele Menschen darstellen. Wer dort oben lebt, ist meist arm und uniformiert und besonders verletzlich. Wir brauchen Geld um die Menschen umzusiedeln und um ihnen irgendwo anders eine Lebensperspektive zu schaffen. Sie fordern also Geld zur Anpassung an den Klimawandel? Ja. Darüber wird auf dem Gipfel ja auch verhandelt. Es geht nicht nur darum, wie stark wir die Emissionen zurückfahren müssen, sondern auch darum, wie wir mit den Veränderungen fertig werden. Und die Veränderungen wird es in jedem Fall geben, denn selbst wenn man sofort die CO2 Emissionen zurückfährt, wird noch über Jahre hinweg CO2 in der Atmosphäre sein und unser Klima verändern. Aber Geld alleine reicht nicht. Daneben wünsche ich mir technische und moralische Unterstützung sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Industriestaaten. Ist der Klimawandel in Nepal bereits spürbar? Wir beobachten, dass sich das Regenmuster verändert. Das ist für viele unserer Bauern, die ihr Land nicht bewässern können ein großes Problem. Ausbleibender Regen bedeutet für sie Hunger. Auch hier brauchen wir Geld für Anpassungsmaßnahmen. Was erhoffen sie sich von dem Gipfel? Dass die Industrienationen ihre Verantwortung am Klimawandel erkennen und übernehmen.
Mehr zum Klimagipfel auf sueddeutsche.de und im jetzt.de-Label Kopenhagen.


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4 Kommentare

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auntho
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Mag ich Mag ich nicht

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16.12.2009 - 06:09 Uhr
auntho

hahaha, den typen kenn ich! ich bin gerade in kathmandu und bin vor ner woche noch mit narayan in nem gtz meeting gesessen. witzig!

flowerbaer
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Mag ich Mag ich nicht

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16.12.2009 - 09:27 Uhr
flowerbaer

Die Leute dort sind uniformiert?
oder eher uninformiert?

nixbewiesenausserich
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Mag ich Mag ich nicht

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16.12.2009 - 10:24 Uhr
nixbewiesenausserich

uniformuninformiert

goof
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Mag ich Mag ich nicht

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17.12.2009 - 18:18 Uhr
goof

Habe heute extra einen Tee aus dem Regenwaldschutzgebiet am Annapurna getrunken. Sehr gut, sehr zu empfehlen.


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anke-luebbert

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.