14.12.2009 - 18:30 Uhr

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Grünen-Politikerin Nestle: Ich will auch öffentlichen Druck machen

Text: anke-luebbert

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen wird zur Zeit nicht weniger als die Zukunft unseres Planeten verhandelt: Der dortige Klimagipfel geht in die entscheidende Runde und für jetzt.de spricht Anke Lübbert die ganze Woche über mit Menschen, die dort aktiv sind.

Teil 1: Ingrid Nestle, grüne Bundestagsabgeordnete auf der großen Demo

Etwa 100 000 Menschen demonstrieren am Samstag in Kopenhagen für ein umfassendes Klimaabkommen. Es ist knapp über null Grad. Anfangs bewegt sich der Demozug nur quälend langsam durch Kopenhagen. Eine der Demonstrantinnen ist Ingrid Nestle, 31 Jahre alt, seit diesem Herbst Bundestagsabgeordnete für die Grünen. Wir haben mit ihr gesprochen. Was sagen Sie zum Klimagipfel? Es ist beeindrucken und umwerfend hier zu sein. Es hat auch etwas von Ausnahmezustand. Im Konferenzgebäude wuseln Menschen aus verschiedenen Ländern, verschiedenen Verbänden, die sich monatelang auf diesen Augenblick vorbereitet haben. Alle arbeiten hochkonzentriert an den Details. Und es ist klar: Nun muss etwas passieren.
Und passiert auch etwas? Natürlich viel zu langsam. Die Verhandlungen stoppen leider immer wieder. Zum Beispiel war ich letzte Woche bei einem Plenumstreffen, bei dem es einen kleinen Eklat zwischen zwei Ländergruppen gab. Die Verhandlungen mussten irgendwann abgebrochen werden, weil es nicht mehr weiter ging. Jetzt sind Sie gerade auf der Demo, wieviel bekommen Sie von den Verhandlungen mit? Ich bin seit dem dritten Tag hier, um einen Einblick zu bekommen, bevor diese Woche die Staats- und Regierungschefs anreisen. Ich versuche so viel mitzubekommen wie es geht. Aber ich verbringe nicht den ganzen Tag bei den Verhandlungen, dazu habe ich zu viele Seelen in meiner Brust. Inwiefern? Einerseits will ich mitbekommen was passiert, andererseits habe ich auch ein NGO-Ich, das demonstrieren will und öffentlichen Druck machen. Und dann bin ich ja auch Parlamentarierin und nehme an allen möglichen Treffen teil. Gestern Abend war es zum Beispiel ein Treffen der internationalen Grünen. Sie sitzen seit dieser Legislaturperiode im Bundestag, sind Sie für Ihre Fraktion hier? Ich habe mich über eine NGO akkreditiert und wohne bei Freunden. Aber natürlich arbeite ich hier auch für meine Fraktion. Mein Ziel ist schon möglichst viel mitzubekommen und das für meine Arbeit zu nutzen. Im Bundestag will ich vor allem Energiepolitik machen. Kopenhagen wird da in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen. Egal, wie es ausgeht.
Was erhoffen Sie sich von dem Ausgang des Gipfels? Wichtig ist, dass am Ende ein rechtlich bindender Vertrag steht, nicht nur Lippenbekenntnisse. Und es ist wichtig, dass die Erderwärmung nicht zwei Grad übersteigt. Dazu brauchen wir mittelfristige Ziele. Ich habe die Befürchtung dass jeder sagt, „Jaja, zwei Grad“ aber dann doch nicht getan wird, was notwendig ist, um das auch zu erreichen. Die Staats- und Regierungschefs kommen erst jetzt, wozu war die erste Woche gut? Um das Abkommen vorzubereiten und Details zu klären. Je mehr Fragezeichen noch in den Texten stehen, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass die Regierungschefs in den letzten Tagen zu einer Einigung kommen. In Kyoto war es so, dass man sehr viel erst in der allerletzten Nacht geklärt hat. 2000, bei der Klimakonferenz in Den Haag, war so wenig vorher geklärt, dass es auch in der letzten Nacht nicht geklappt hat. Macht es für die Verhandlungen eigentlich einen Unterschied ob bei einer Demonstration wie dieser 30 000 oder 50 000 oder 100 000 Menschen auf der Straße sind? Ich denke, dass es einen wichtigen Unterschied macht. Für manche Verhandler ist der Druck von der Zivilbevölkerung sehr hilfreich um anspruchsvollere Ziele durchzudrücken. Je größer das öffentliche Interesse, desto größer der Erwartungsdruck auf den Ausgang des Gipfels. Und ich denke, einer Politikerin wie Angela Merkel ist es auch nicht egal, ob sie sich zu recht als Klimakanzlerin bezeichnen darf oder nicht.
Mehr zum Klimagipfel auf sueddeutsche.de und im jetzt.de-Label Kopenhagen.


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Winterzauber
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Mag ich Mag ich nicht

-1

14.12.2009 - 19:56 Uhr
Winterzauber

Diese Demos sind total nutzloser Schwachsinn, der nur noch mehr CO2 produziert. Hört doch eh keine Sau drauf. Die kommen ja noch nicht mal in die Nähe. Gäääääähn. Was haben denn die Demos gegen Gorleben und anderes gebracht ? Eben. Und das Interview besteht doch aus nur aus schon tausend Mal wiedergekäuten Phrasen. Öde und nichtssagend.

kakaoseele
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Mag ich Mag ich nicht

1

14.12.2009 - 20:58 Uhr
kakaoseele

und ich dachte schon, sie hieße nestle mit vornamen...

phili
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Mag ich Mag ich nicht

2

14.12.2009 - 22:46 Uhr
phili

kakaoseele sagte:
und ich dachte schon, sie hieße nestle mit vornamen...

aber mit nestle als nachnamen wirds in ihrem umfeld auch nicht lustig

Charlotte94
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.12.2009 - 00:27 Uhr
Charlotte94

@winterzauber

stimmt, ist ja schließlich nicht so, dass, egal welchen demokratietheoretischen Ansatz man verfolgt, die Abgeordneten, also in diesem Falle die Unterhändler der Regierungen, Repräsentanten des Volkes sein sollten und es deshalb sinn machte, eine Volksmeinung bei entsprechender Gelegenheit zu artikulieren...

Dann lassen wa se doch einfach mal machen, die da oben, die machen das schließlich schon ...

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Mag ich Mag ich nicht

0

15.12.2009 - 00:28 Uhr
Charlotte94

@ phil

Das dachte ich auch sofort :-) "Hier ist Nestle von den Grünen" wird für lustige Telefonate sorgen ....

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

3

15.12.2009 - 08:14 Uhr
JoergAuch

Egal ob da demonstriert wird oder nicht, werden die Verhandlungen zu keinem Ergebnis führen. Bestenfalls gibt es ein gemeinsames Schluss-Kommuniqué, das dann als Erfolg verkauft wird, und hinter sind alle glücklich.

Die Demos haben aber offenbar zumindest einen netten Event-Charakter und sind daher für die Teilnehmer sicher ein schönes Erlebnis. Politisch bleiben sie allerdings wirkungslos.

Nick_ko
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Mag ich Mag ich nicht

-1

15.12.2009 - 09:35 Uhr
Nick_ko

Irgendwie kann ich mich nicht von dem Gedanken trennen, dass wir dank unserer Raffgier unweigerlich in die Vernichtung unserer Spezies rennen.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

1

15.12.2009 - 10:08 Uhr
JoergAuch

@Nick-ko: Och, die Propheten des Weltuntergangs hat's schon immer gegeben. Da sollte man nicht zu viel drauf geben. Wenn sich das Klima auf der Erde wirklich ändern sollte, muss man sich eben drauf einstellen. Insofern sollten die in Kopenhagen lieber darüber reden, wo sie die Leute aus Tuvalu und Kiribati in Zukunft unterbringen können und vor allem was mit der Internet-Endung .tv passiert, wenn Tuvalu weg ist.

SnowFrightenedSneakers
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Mag ich Mag ich nicht

0

15.12.2009 - 10:21 Uhr
SnowFrightenedSneakers

JoergAuch sagte:
@Nick-ko: Och, die Propheten des Weltuntergangs hat's schon immer gegeben. Da sollte man nicht zu viel drauf geben. Wenn sich das Klima auf der Erde wirklich ändern sollte, muss man sich eben drauf einstellen. Insofern sollten die in Kopenhagen lieber darüber reden, wo sie die Leute aus Tuvalu und Kiribati in Zukunft unterbringen können und vor allem was mit der Internet-Endung .tv passiert, wenn Tuvalu weg ist.


Ich finde es schon tragisch, dass in der klimadebatte umfassende wissenschaftliche erkenntnisse mit Prophetie gleichgesetzt werden,
während man sonst jeder blöden kleinen studie glaubt. nur weil einem die erkenntnisse nicht passen, werden sie ja leider nicht unwahrer. und dass man sich auf die folgen einstellt, ist sicher richtig, nur ist es vielleicht billiger, angenehmer, friedlicher in der zukunft, wenn wir die Folgen etwas abschwaechen können...

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

-1

15.12.2009 - 10:32 Uhr
JoergAuch

SnowFrightenedSneakers sagte:
Ich finde es schon tragisch, dass in der klimadebatte umfassende wissenschaftliche erkenntnisse mit Prophetie gleichgesetzt werden,
während man sonst jeder blöden kleinen studie glaubt. nur weil einem die erkenntnisse nicht passen, werden sie ja leider nicht unwahrer. und dass man sich auf die folgen einstellt, ist sicher richtig, nur ist es vielleicht billiger, angenehmer, friedlicher in der zukunft, wenn wir die Folgen etwas abschwaechen können...

Computersimulationen sind keine wissenschaftlichen Erkenntnisse sondern Prognosen, die erst überprüft werden müssen.

Und ich weiß ja nicht, welchen blöden kleinen Studien du sonst so glaubst. Ich jedenfalls tus nicht.

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anke-luebbert

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