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von_oben_herab
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08.12.2009 - 20:48 Uhr
von_oben_herab

Der Artikel beginnt mit einem dicken sachlichen Fehler: Die Bischöfe wurden weder voll rehabilitiert, noch wurde die Gemeinschaft der Piusbrüder wieder in den kanonischen Verbund der katholischen Kirche aufgenommen.
Das erfährt man, wenn man einfach das Dekret liest. Darin heißt es:
"Es ist zu wünschen, daß diesem Schritt die baldmögliche Verwirklichung der vollen Gemeinschaft der gesamten Bruderschaft St. Pius X. mit der Kirche folgt, um so die echte Treue und wahre Anerkennung des Lehramts und der Autorität des Papstes durch ein Zeichen der sichtbaren Einheit zu bezeugen." Ergo: Sie sind nicht aufgenommen.
Zweitens: Die Bischöfe bleiben nach der Aufhebung der Exkommunikation weiter vom Dienst suspendiert, das heißt, sie dürfen keine Amtshandlungen vornehmen.Sie dürfen lediglich wieder die Sakramente empfangen und am Gemeindeleben teilnehmen. Die Bischöfe sind also nicht voll rehabilitiert.

Wie kann man bitte einen so groben sachlichen Fehler machen? Diese Informationen bekommt man schon durch eine einfache Internetrecherche. So hätte man z.B. ein Interview mit dem ein oder anderen Kirchenrechtler, z.B. Peter Krämer finden können, der den Sachverhalt leicht verständlich erläutert hat.

Außerdem: Was wollen Sie dem Leser sagen? Dass alle Leute in der katholischen Kirche weltfremde Sonderlinge sind? Dass die Kirche ewig rückwärtsgewandt ist, mit uralten, angestaubten Priestern und Theologen, die so naiv sind wie Kinder? Mir ist nicht klar geworden, was der Artikel genau soll, außer zu versuchen Ressentiments zu schüren.

zabaitzu
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09.12.2009 - 09:05 Uhr
zabaitzu

von_oben_herab sagte:
Außerdem: Was wollen Sie dem Leser sagen? Dass alle Leute in der katholischen Kirche weltfremde Sonderlinge sind? Dass die Kirche ewig rückwärtsgewandt ist, mit uralten, angestaubten Priestern und Theologen, die so naiv sind wie Kinder?


Sind sie das etwa nicht? Tatsache ist, dass die Kirche bis heute bei Themen wie Homosexualität, Gleichberechtigung und Verhütung sehr rückständige Positionen einimmt. Gut, hier bei uns ist es wohl 90 der Leute wurscht, wenn der Papst sagt "Kondome fördern das Aids Risiko" aber in Ländern, wo seine Meinung noch ernstgenommen wird, finde ich solche Aussagen einfach einfältig, weltfremd und widerlich.

JoergAuch
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09.12.2009 - 11:24 Uhr
JoergAuch

@von_oben_herab: Danke für die kirchenrechtliche Einordnung der Vorgänge um die Pius.Brüder. Da hätte man ja wirklich mal recherchieren können.
von_oben_herab sagte:
Außerdem: Was wollen Sie dem Leser sagen? Dass alle Leute in der katholischen Kirche weltfremde Sonderlinge sind? Dass die Kirche ewig rückwärtsgewandt ist, mit uralten, angestaubten Priestern und Theologen, die so naiv sind wie Kinder? Mir ist nicht klar geworden, was der Artikel genau soll, außer zu versuchen Ressentiments zu schüren.

Das hätte man allerdings nicht extra erwähnen müssen, das hat sich in den letzten Jahrzehnten auch so rumgesprochen.

alces
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09.12.2009 - 17:33 Uhr
alces

JoergAuch sagte:
@von_oben_herab: Danke für die kirchenrechtliche Einordnung der Vorgänge um die Pius.Brüder. Da hätte man ja wirklich mal recherchieren können.

Ey, die SZ ist voll der Qualitätsjournalismus, Alter!
Besonders gefällt auch: "Es ist die Handschrift vom Papst." Alles klar.

von_oben_herab
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10.12.2009 - 16:21 Uhr
von_oben_herab

@zaibatzu /JoergAuch:
Pauschalverurteilungen, sind wie überall, auch hier unangebracht.
Die meisten Leute, die so urteilen, haben sich mit diesen Positionen nie über ihren eigenen Tellerrand hinaus auseinandergesetzt und kultivieren ihr Feindbild, ohne überhaupt verstanden zu haben, worum es geht. Wenn Sie diese Positionen kritisieren wollen, müssen sie sich auf eine Argumentation in systematischer Theologie einlassen um diese Position überhaupt erst einmal verstehen und sie dann von einem theolosisch-systematischen Standpunkt aus kritisieren und nicht einfach mit dieser Denkweise fremden Aussagen daherkommen.
Und: Unter Theologen gibt es gute und weniger gute, die besser und schlechter argumentieren. Naiv sind diejenigen, die ich kenne, die sich wissenschaftlich damit beschäftigen, nicht.

zabaitzu
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11.12.2009 - 11:45 Uhr
zabaitzu

von_oben_herab sagte:
Wenn Sie diese Positionen kritisieren wollen, müssen sie sich auf eine Argumentation in systematischer Theologie einlassen um diese Position überhaupt erst einmal verstehen und sie dann von einem theolosisch-systematischen Standpunkt aus kritisieren und nicht einfach mit dieser Denkweise fremden Aussagen daherkommen..


Also quasi, wenn ich nicht wie ein Theologe denke, habe ich kein Recht sie zu kritisieren, oder wie? Hm das ist mir schon klar, dass ich es besser verstehen könnte, wenn ich wissen würde, warum sie das tun. Tatsache bleibt aber: sie diskriminieren Frauen, Schwule und anders denkende und das bleibt nunmal KACKE!

von_oben_herab
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11.12.2009 - 13:32 Uhr
von_oben_herab

@zaibatzu: Nein, dann reden sie aneinander vorbei, ohne dass ein brauchbares Gespräch zustande kommt. Natürlich können Sie das von ihrem wie auch immer gearteten Standpunkt kritisieren, nur werden sie dann weder die Position verstehen, noch ihr Gegenüber überzeugen, weil sie dessen Sprache nicht sprechen.

zabaitzu
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14.12.2009 - 10:31 Uhr
zabaitzu

Fragt sich halt, wer die vernünfitgere Sprache spricht.

Süddeutsche Zeitung

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