Vier Geschichten aus vier Wochen Streik
Seit knapp einem Monat halten Studierende das Audimax der Münchner LMU besetzt, bald könnte es vorbei sein. Zeit zu erzählen, was wirklich (nicht) wichtig war.
1. Tokio Jede Protestbewegung braucht Gesichter. In München gibt es zwei: den Studentensprecher Malte Pennekamp und Tokio. Tokio kannten eine Zeit lang wirklich alle, denn Tokio sorgte dafür, dass die ganzen Bierflaschen wieder in ihre Bierkästen kamen. Jeden Abend kletterte er die Bänke des Audimax entlang und sammelte Leergut ein. Er trug entweder ein Antifa-T-Shirt oder eines der Band Tokio Hotel. Niemand wusste, wie er richtig hieß, und irgendwann musste er nach Hamburg und wurde nie mehr gesehen. Nur noch ein Banner im Audimax erinnert an ihn, darauf steht: Liebesgrüße aus Hamburg – Euer Tokio. 2. VoKü Der Ort, an dem immer laut Punkmusik lief. Die Volksküche war natürlich vegan, meisten gab es also interessant gewürzte Kartoffel-, Reis- und Nudeleintöpfe – oder eben auch: Sushi für alle (ohne Fisch). Nur eines Abends liefen Studenten mit Hähnchenschenkeln, Hummerpaste und Lachshäppchen durch die Gegend. Das Hilton hatte Reste eine Großbuffets gesponsert. Warum? Wusste keiner. Der einfachste Weg, die Besetzung zu beenden, wäre wahrscheinlich gewesen, ein paar Tropfen Schweinegrippe-Erreger irgendwo reinzukippen. Hygienisch alles leicht fragwürdig, aber jeden Abend Schlangen, als gäbe es etwas umsonst. Gab es ja auch.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
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- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
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Das Plenum hat übrigens wirklich so lange gedauert, jeden Abend ab 18 Uhr (vormals 19 Uhr) bis meist tief in die Nacht. Und ja, das (Abend)Plenum ist stets rappelvoll gewesen.
Demokratie bedarf nun einmal Geduld und Zähigkeit. Wenn ich mit mir selber rede ist das einfach. Wenn ich mit einem anderen rede, kann man sich gut unterhalten. Sitze ich in einer Runde von zehn Leuten, wird es schon deutlich schwieriger. Bei 800 bis 1000 Leuten ist das natürlich eine Kategorie, die den meisten nicht vertraut ist, weshalb schnell Ermüdungstendenzen auftreten.
Aber neben dem Plenum gibt es ja die AG's und Arbeitskreise, in denen die eigentlich Inhaltliche Arbeit und Ausarbeitung stattfindet.
Ich kann behaupten: ich war dabei, ich habe mitdiskutiert (und werde es wieder tun), mir hat es Spaß gemacht und ich habe auch einen Fortschritt gesehen.
Von der Beischlafzentrale kann ich leider auch nichts berichten :-)
DerNaturjoghurt sagte:
Vegane Küche
Immer noch die einzigen die gut VoKü-Kochen können :)
Bei uns in Erlangen gibts ne AG Freie Liebe. Wir arbeiten in gemischtgeschlechtlichen Zweiergruppen. Noch Fragen?
madguitar sagte:
Wir arbeiten in gemischtgeschlechtlichen Zweiergruppen.
Definiere in dem Zusammenhang "arbeiten" =)
Und war es in München auch so, dass das Wort "abendliches Plenum" auch gut durch "Party" getauscht werden könnte? Das würde erklären,
1) warum jeden Abend so viele Studenten ins Audimax getiegert sind
2) warum Tokio sich so viel Geld mit Pfandsammeln verdienen konnte, um sich ein Zugticket nach Hamburg leisten zu können
und 3) warum die Diskussionen oft so ineffektiv waren (mit Kater lässt sich am nächsten Tag schwer was vernünftiges denken)...
jastice sagte:
Wann bist du denn vorbeigegangen?
ja, zugegeben nicht zum Plenum. Aber den ganzen Tag über sitzen da wirklich nur son paar Hanseln rum.
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08.12.2009 - 10:06 Uhr
OOMONO
du dich doch auch nicht, du verlierer.