07.12.2009 - 18:30 Uhr

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Die Klimapiraten auf großer Fahrt

Text: anke-luebbert

Mit Augenklappen und viel Aktivismus segelt eine Gruppe von jungen Klimaschützern nach Kopenhagen, um dort den Umweltgipfel zu kapern.

Wie aus dem Nichts haben sich die Klimapiraten in diesem Sommer gegründet. Und seitdem machen sie Lärm. Für ein gutes Pressefoto tragen sie gerne mal Alusäbel und Augenklappe, um damit vor den Kameras der Fotografen zu posieren. Unter ihren Halstüchern blitzen aufgemalte Narben hervor. Die Klimapiraten spielen mit ihrem Image - weil es ihnen im Kampf um mediale Aufmerksamkeit nutzt, einem Kampf, in dem sie mittlerweile Profis sind. Am Samstag haben die Klimapiraten in Greifswald abgelegt. Mit zwei Schiffen wollen sie nach Kopenhagen segeln, zum UN-Klimagipfel, der heute beginnt.
Was genau die Klimapiraten eigentlich sind, wissen sie scheinbar selbst noch nicht genau. Mit der Piratenpartei haben sie jedenfalls nichts zu tun. Auf ihrer Website nennen sie sich „offene Kampagne von kreativen, politischen und entschlossenen jungen Menschen“, die finden, „dass jetzt verdammt noch mal endlich etwas getan werden muss, um einen katastrophalen Klimawandel gerade noch zu verhindern“. Sie sind Aktivisten, die sich nicht für längere Zeit an eine Organisation binden wollen. Eine Art Stoßtrupp des Umweltschutzes sozusagen. Diese Truppe ist schnell. In den wenigen Monaten seit ihrer Gründung hat sie eine ganze Reihe von öffentlichkeitswirksamen Aktionen inszeniert. Ihre Botschaften mäandern zwischen platt und witzig. So prangt auf dem Segel ihres Schiffes der Spruch „act the f...k now“. „Jede Generation hat ihre Aufgabe, unsere ist den Klimawandel zu begrenzen“, sagen sie und sind dabei doch undogmatisch, für Piraten sogar überraschend preußisch. Keine endlosen Diskussionen um die inhaltliche Ausrichtung, sondern zielgerichtete Aktionen prägen die Kampagne, die vom ASA-Programm und der BUND-Jugend finanziert wird. Wie viele andere Protestgruppen und Umweltverbände sind die Klimapiraten für ein „starkes und faires Klimaabkommen“. Für eine Verminderung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 und für sieben deutsche Milliarden Euro für den Klimafonds, der Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen soll.
Die Klimapiraten sind kaum mehr als 200 Leute, aber sie sind aktiv bei Facebook, Youtube, Twitter und Flickr. Das ZDF hat sie für die Heute-Sendung und die Kindernachrichten logo gefilmt, es gab Berichte in Zeitungen, im Radio, auf Blogs. Doch das Piraten-Image sorgt nicht nur für schöne Bilder, sondern soll auch klarstellen, dass mit diesen Aktivisten nicht zu spaßen ist. In Kopenhagen wollen die Klimapiraten zwar auch die Verhandlungen verfolgen, aber vor allem an Protestaktionen teilnehmen. „Unser Platz ist draußen“, sagt Simon Straub, Student aus Berlin, der mit nach Kopenhagen segelt. Bevor sie am Samstag im vorpommerischen Greifswald die letzte Leine losmachten, ließen die Piraten den dänischen Energiekonzern DONG, der im Greifswalder Umland ein Kohlekraftwerk bauen will, über die Planke gehen und zogen eine als Angela Merkel verkleidete Figur im Beiboot hinter sich her. Die Ankunft in Kopenhagen ist für Mitte der Woche geplant. Wenn die Klimapiraten dann neben der berühmten Meerjungfrau anlegen, sind die ersten Verhandlungstage schon verstrichen. Dann beginnt ihre wichtigste Schlacht. Aus dem ersten dänischen Hafen bloggten die Klimapiraten ihrem Image getreu: „Fossile Klimasünder können sich schon mal warm anziehen. Harr.“


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JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

5

07.12.2009 - 18:41 Uhr
JoergAuch

Mit Augenklappen und viel Aktivismus segelt eine Gruppe von jungen Klimaschützern nach Kopenhagen, um dort den Umweltgipfel zu kapern.

Das ist ne gute Idee. Dann können die in Kopenhagen wenigstens keinen Unfug beschließen.

rotfront
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Mag ich Mag ich nicht

0

07.12.2009 - 19:03 Uhr
rotfront

ich bin auch bei den klimapiraten :)

aber da hatte ich leider keine zeit nich :(

TomJones
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Mag ich Mag ich nicht

0

07.12.2009 - 19:52 Uhr
TomJones

Das Schiff sieht schon mal besser als die Taube, das von denen, die vor Marokko verunglückt sind.

Kann man nur viel Spaß wünschen, scheint ne lustige Truppe.

und_jetzt
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Mag ich Mag ich nicht

1

07.12.2009 - 23:11 Uhr
und_jetzt

Ein Auge zu und durch! Man kann nur hoffen, das eine geistige Kehrtwende erfolgt. Weiter so mit dem Wachstum: Mensch aus Wasser. Feuer, Erde und Luft kann es nicht geben!!! Wir werden den Dinos folgen. Es war ein mal!

Schwanenherz
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Mag ich Mag ich nicht

5

07.12.2009 - 23:13 Uhr
Schwanenherz

Klasse. Ich schreib eine Prozentzahl auf eine Pappe und das ist dann ein Konzept. Wenn solche Lalas beklatscht werden, wundert man sich nicht, wenn es ihnen die Politiker gleichtun und sich ebenfalls in irrealen Klimazielen überbieten.
Es ist leider so, wie es Björn Lomborg sagt: gefeiert wird der mit der kühnsten Versprechung, nicht der mit dem realistischsten Konzept.
Klimapiraten, schönen Dank.

TomJones
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Mag ich Mag ich nicht

2

07.12.2009 - 23:19 Uhr
TomJones

Wen man mich zum neuen Volkskanzler wählt, werde ich den Klimawandel aufhalten und nur die Nord- und Ostseestrände etwas wärmer machen.

ampelrot
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.12.2009 - 00:46 Uhr
ampelrot

an alle münchner, die selbst in aktion treten möchten:

kommt am mittwoch, den 9. dezember um 13uhr zu unserem KLIMABALLETT in der kaufingerstraße!

unter http://climatemuc.wordpress.com/ findet ihr alle weiteren infos!

danke

puster
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2

08.12.2009 - 10:44 Uhr
puster

in der fußgängerzone castrop-rauxel treffen sich morgen um 11:55 engagierte bürgerInnen zum tanz gegen den klimawandel. anreisen mögen bitte klimaneutral gestaltet werden.

silberwald
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.12.2009 - 11:06 Uhr
silberwald

TomJones sagte:
Das Schiff sieht schon mal besser als die Taube, das von denen, die vor Marokko verunglückt sind. Kann man nur viel Spaß wünschen, scheint ne lustige Truppe.


Gut. So was ähnliches wollt ich zu dem Boot auch schreiben. Übrigens: Pro Klimawandel, dann haben die Bikeparks wenigsten länger auf.

Tjenemit
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.12.2009 - 11:39 Uhr
Tjenemit

Schwanenherz sagte:
(...)
Es ist leider so, wie es Björn Lomborg sagt: gefeiert wird der mit der kühnsten Versprechung, nicht der mit dem realistischsten Konzept.
Klimapiraten, schönen Dank.


exakt. darum wurde obama präsident und bekam den nobelpreis. was dabei rauskommt, können wir gerade eindrucksvoll bewundern (landminen, klima, guatanamo, krankenversicherung usw.).

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anke-luebbert

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.