Einfach
Text: gelbesschaf
Manchmal ist dieses Gefühl da, es ist ein Bedürfnis und doch nicht wahr zu machen.
Die Momente, in denen man sich wünscht, dass alles ganz einfach wird.
So einfach, dass es unsinnig erscheint, über Gegensätze und Unterschiede nachzudenken zu müssen.
All die Kontrapunkte des täglichen Tuns verschwinden, die uns daran hindern, dass wir geradeaus laufen.
Wie auf einer großen Einbahnstraße: alle laufen in eine Richtung und die Stimme des Navigationssystems kündigt in zwei Kilometer das Ortsschild EINFACH an.
So einfach, dass ich nicht mehr versuchen muss mein kleines Leben, meinen Mikrokosmos, mit dem großen Ganzen in Einklang zu bringen.
Und immer wenn dieser Gegensatz mich zu erdrücken droht, setzt dieses Verlangen ein, alles, ja wirklich alles mit einem Satz erklären zu können.
Von mir aus muss es nicht mal ein Satz sein, es würde schon ein einziges Wort reichen, ein Wort, das einfach mal so die Welt erklärt.
Das Gefühl EINFAHCH ist ein Schutzreflex, der vor allem abschirmt, was nicht in meinem Kopf zusammenpasst.
Nicht dass der falsche Eindruch entsteht: Kompliziert kann auch spannend sein, aber dieses Wort liegt immer gleich so schwer im Magen und dann hilft nicht einmal mehr Unterberg oder Jägermeister.
Aber es es gibt sie: die Momente, in denen einfach alles, ja wirklich alles einfach ist oder vielmehr so erscheint, auch wenn klar sein muss, dass dies eine Illusion ist.
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