29.11.2009 - 18:30 Uhr

0 13 Über Twitter weiterempfehlen

"Kinder, wir gehen mal schnell ein Haus kaufen"

Text: eva-schulz

Zuhause ist da, wo die Eltern wohnen. Was aber passiert, wenn die Eltern genau in dem Moment, in dem man ausziehen möchte, selber umziehen? Bei Stefanie Rudde, 20, war es genauso. Im Interview erzählt sie von neuen und alten Häusern und von einem Bruder, der sich auf ihren Auszug freut.

jetzt.de: Stefanie, normalerweise zieht man nach der Schule doch allein um und nimmt nicht gleich die ganze Familie mit. Stefanie: Stimmt! Aber bei uns ging es dieses Jahr einfach drunter und drüber. Alles fing im Frühjahr an, als uns der Vermieter sagte, dass wir aus der Doppelhaushälfte rausmüssen, in der wir seit 14 Jahren wohnten. Er wollte sie auf einmal für sich selbst haben. Völlig überraschend mussten wir uns ein neues Haus suchen! Konntest du da überhaupt noch in Ruhe fürs Abi lernen? Das schon, aber man geht mit einem ganz anderen Blick durchs Haus. Manchmal lief ich an Gegenständen vorbei, die ich vorher nie wirklich wahrgenommen hatte, und dachte: Oh, dafür brauchen wir dann aber einen großen Karton! Ich konnte plötzlich auch viel leichter Dinge wegschmeißen. Und auf einmal fallen einem lauter Sachen am Haus auf, die eigentlich blöd sind. Die Heizung leckte und der Elektroherd ging genau pünktlich kaputt, aber den brauchen wir jetzt sowieso nicht mehr, im neuen Haus haben wir ein Ceranfeld. Warum bist du eigentlich nicht gleich nach Münster gezogen, wo du jetzt studierst? Kurz nach meinem Abi kamen meine Eltern schließlich in die Küche und sagten zu mir und meinem kleinen Bruder: „Kinder, wir gehen mal kurz ein Haus kaufen, braucht ihr sonst noch was?“ Dann ging alles so schnell, dass ich gar keine Zeit mehr gehabt hätte, mir eine Wohnung in Münster zu suchen. Jetzt pendle ich erstmal zwischen Uni und Zuhause und ziehe vielleicht zum nächsten Semester aus. Aber wenn du sowieso bald ausziehen wirst, hätten deine Eltern doch auch ein kleineres Haus kaufen können – wäre das nicht praktischer gewesen? Zum Glück haben meine Eltern von Anfang an gewollt, dass ich auch im neuen Haus ein eigenes Zimmer bekomme. Mein kleiner Bruder ist allerdings scharf auf meine frisch renovierte Dachkammer. Er sagt immer: „Oben wohnt meine Schwester – noch.“ Bist du traurig, dass du jetzt nie mehr in dein Elternhaus zurückkehren kannst? Es stimmt schon: Wenn ich an Zuhause denke, habe ich immer noch das alte Haus im Kopf. Aber ich glaube, das wäre noch schlimmer, wenn ich direkt nach Münster gezogen wäre. Ich habe beim Umzug viel geholfen. Wenn man da selber Laminat verlegt, Wände streicht und mit einem großen Hammer den alten Kamin raushaut, lernt man so ein Haus doch ziemlich gut kennen. Wenn ich jetzt ausziehe, habe ich wieder ein Elternhaus.


Neue Magazin-Texte:
Textoptionen
Mehr Texte von
eva-schulz
Mehr Texte zum Label
jetztgedruckt
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Fehler gefunden?
Report an Error
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
13 Kommentare

speichern

Alle Kommentare anzeigen

Cate81
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

2

29.11.2009 - 19:57 Uhr
Cate81

Ja, kann mir denken, dass das komisch ist.

Ich selbst bin mit 10 mit meinen Eltern aus unserem Haus ausgezogen, weil wir ins Ausland gingen. Als ich 16 war, zogen wir dann wieder dort ein. Das war auch ganz schön bizarr.

Begunje62
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

29.11.2009 - 20:06 Uhr
Begunje62

meine eltern reden schon seit ich denken kann davon, ein anderes haus kaufen zu wollen. getan haben sie's noch nicht, ich glaube es graut ihnen vor dem umzug... ich muss sagen, ich bin da nicht so sentimental. das haus ist einfach zu gross für 2 und ich will sicherlich nicht dorthin zurück.

bedsitter
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

29.11.2009 - 22:09 Uhr
bedsitter

meine eltern sind etwa ein halbes jahr, nachdem ich ausgezogen bin, umgezogen, wieder die 500 km zurück, die sie sieben jahre davor noch mit mir umgezogen sind.
mittlerweile dort auch schon wieder eine neue wohnung.
ist schon ein bisschen komisch, am wochenende mal "nach hause" zu fahren und auch immer schwierig, die "und, woher kommst du so"-fragen zu beantworten.

zerrissen
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

29.11.2009 - 22:29 Uhr
zerrissen

"Was aber passiert, wenn die Eltern genau in dem Moment, in dem ausziehen möchte, selber umziehen? "

Fehlt da nicht ein "man" oder so? :)

brokensocial
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

4

29.11.2009 - 22:50 Uhr
brokensocial

achtet bitte auf eure grammatik.
vorallem in dem ersten satz. ist ja furchtbar.

(hier kann man immer nach suchen und nach 10sek was finden.)

kikuju
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

3

29.11.2009 - 23:55 Uhr
kikuju

zwei umzüge seit meinem auszug. in der ersten wohnung danach hatte wenigstens mein bruder noch ein eigenes zimmer und das arbeitszimmer lief offiziell immer als "kikujus zimmer" - ich hab da immer schon gemeint, dass das quatsch ist.
jetzt hat brüderchen auch kein zimmer mehr und wenn wir gleichzeitig daheim sind, schlafen wir zusammen auf meiner alten couch, die im arbeitszimmer steht. das ist so klein, dass die tür nicht mehr auf geht, wenn die couch ausgezogen ist.

wirklich blöd finde ich, dass man keine sachen mehr da lagern kann. oft sagen leute zu mir, ich hätte soviel krempel. das sind aber die, die zu hause den halben dachboden mit ihrem alten kram vollgestopft und dazu noch das alte kinderzimmer mit sachen von ihnen drin haben. ich hab halt alles mitnehmen oder wegwerfen müssen.

heavenly-jason
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

30.11.2009 - 08:09 Uhr
heavenly-jason

herrlich! kleinkindergeschichten für alle!

ich frage mich leider zunehmend, für wen diese lauwarmen geschichtchen auf jetzt.de wirklich interessant sind und geschrieben werden.

ist man nicht, wenn der eigene umzug ins haus steht, in der lage und alt genug, den umzug der eltern und vielleicht die erfüllung eines lebenstraumes mit einem lächelnden, anerkennenden blick zu erleben, statt vergangener betüddelung hinterher zu jammern und zu fragen, ob man denn (herrgott nochmal, wie bräsig) "in ruhe fürs abi lernen" kann?!??

miss_moneypenny
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

1

30.11.2009 - 14:40 Uhr
miss_moneypenny

Meine Ma ist kurz vor meinem Auszug in die Staaten ausgewandert und mein Pa ein Jahr nach meinem Auszug gestorben. Das war bitter, mit 21 die 120 qm-Wohnung in der man aufgewachsen ist, ausräumen zu müssen. Irgendwie sind auch viele Dinge aus dem ehemaligen Haushalt meiner Eltern und alle meine Kindersachen unter die Räder gekommen. Keine Ahnung wo alles ist, habe viel verschenkt und weggeworfen, weil die Wohnung so schnell leer werden musste.

Heute bin ich sehr traurig darum, gerade um die Kindersachen. Und es ist komisch, nicht mehr "nach Hause" fahren zu können.

der_neue_orhe
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

3

30.11.2009 - 15:51 Uhr
der_neue_orhe

ich muss jason recht geben, das ist doch kinderkacke. und dann wirds auch noch gedruckt, ich glaub ich spinn.
das interview ist auch lieblos und einfallslos. da werden so hopplahopp ein paar fragen gestellt. zu einem thema, das nun wirklich nicht gerade interessant ist.

demnaechst: gerade als joerg von kehlen (18) mit dem alten fiesta seines vaters in den urlaub fahren wollte, verkaufte der den und kassierte die abwrackpraemie! wie ist das, joerg? was machst du jetzt nur? und kann man denn da richtig aufs abi lernen?

Rideronthestorm
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

4

30.11.2009 - 17:46 Uhr
Rideronthestorm

Kamin raushauen und Laminat legen, wie geschmackvoll!

DAS is doch der wahre Skandal an der Geschichte.

Weiter Seite 1 2

Alle Kommentare anzeigen


Speichern

Jetzt-Mitglied

eva-schulz offline

eva-schulz

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.

Eva Schulz