19.11.2009 - 18:30 Uhr

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20 Dinge, die du über Twilight wissen musst

Text: christina-waechter - Bild: rtr

Auch wenn du magst: Du wirst diesem Phänomen in den nächsten Tagen leider nicht auskommen. Deshalb hier kurz und knapp alles Wissenswerte über das globalste Phänomen seit der Schweinegrippe.

Bevor wir anfangen, noch mal ganz kurz die Handlung des weltweiten Phänomens in vier Sätzen zusammengefasst: neues Mädchen in verregneter Stadt lernt geheimnisvollen Mitschüler kennen und ist gleich hin und weg. Der aber ist ein Vampir und kann sich kurzzeitig nicht entscheiden, ob er sie aufessen oder küssen soll. Kurz darauf entscheidet er sich dann doch, sie zu küssen, Ende des ersten Bands. Im zweiten Band nun wird die große dramatische Szene eingeführt mit – einem kleinen Schnitt an Papier, der Heldin Bella passiert. Edward, der edle Vampir, trennt sich daraufhin von seiner Geliebten, um sie zukünftig vor ähnlichen Gefahren zu schützen. Heul, schluchz, Auftritt alter Kumpel Jacob. Der lenkt die todunglückliche Bella von ihrem Leid ab, verknallt sich selbstverständlich sofort unsterblich in sie und kämpft von nun an mit dem edlen kalten Vampir um die Liebe der tölpeligen Heldin Bella Swan (wie in: hässliches Entlein).


1. Gleich zu Beginn kommen wir zu einem der unheimlichsten Phänomene, die das Gesamt-Phänomen „Twilight“ begleiten: Die sogenannten „Twilight Moms“. Das sind – wie der Titel schon sagt – erwachsene Mütter, die nach der Lektüre beschlossen haben, in Edward Cullen ihren Traumprinzen gefunden zu haben. Dass die Hauptdarsteller des Filmes oft nicht viel älter sind, als die Kinder dieser „Twilight Moms“, scheint diese nicht weiter zu stören. Nicht wenige stehen den Teenager-Fans, was die vollkommene Besessenheit mit Buch und Film angeht, in nichts nach. Nur, dass ihre Begeisterung für die Umwelt noch sehr viel weniger nachvollziehbar ist.

2. Vampire sind ganz anders, als bisher angenommen: Wer bisher dachte, dass er alles über diese untoten Wesen wüsste (saugen Blut, zerfallen bei Sonnenlicht zu Staub, hassen Knoblauch und Kruzifixe, schlafen in Särgen), der muss dank Stephenie Meyer umdenken: Vampire können nett sein, trinken dann nur Tierblut, sie ertragen Knoblauch mit links und in die Sonne gehen sie nur deshalb nicht, weil sie im Sonnenlicht nämlich glitzern. Und so unerträglich wunderschön werden, dass jedem Normalsterblichen sofort klar werden muss, dass es sich bei diesen überirdischen Wesen um Vampire handeln muss. Klar? Schon, oder?!

3. Die Hauptdarsteller Kristen Stewart und Robert Pattinson verdienen viel Geld und sind momentan vermutlich die bekanntesten Jungdarsteller der Welt. Trotzdem muss man mit ihnen Mitleid haben. Seitdem auch die Mainstream-Medien mitbekommen haben, welch immenser Erfolg „Twilight“ ist, vergeht keine Woche, in der nicht irgendein Klatschblättchen die beiden auf dem Cover hat und über deren Beziehung spekuliert:
dass die beiden auch im echten Leben zusammen sind, dass sie sich getrennt haben, weil er zu einengend ist, oder sie zu unordentlich, dass sie die baldige Hochzeit planen, dass Kristen bereits schwanger mit dem ersten Kind ist.
All das sollte man eher als veröffentlichte Fan-Fiction betrachten und den verzweifelten Versuch einer untergehenden Spezies, auf einen Zug aufzuspringen.

4. Für den zweiten Twilight-Film wurde die Regisseurin Catherine Hardwicke ersetzt durch den erfahrenen Regisseur Chris Weitz. Der hat unter anderem mit Literaturverfilmungen, wie „About A Boy“ und „Der Goldene Kompass“ einige Erfahrungen auf dem Buckel. Dass er trotz des riesenhaften Erfolgs so bald wie möglich das Filmgeschäft hinter sich lassen will, hat mit "Twilight" angeblich weiter nichts zu tun.

5. Die Autorin: heißt Stephenie Meyer, ist 35 Jahre alt, gläubige Mormonin, Hausfrau und Mutter von drei Söhnen. Die Liebesgeschichte zwischen Vampir und Mensch ist ihr angeblich im Traum erschienen. Und obwohl sie vorher nie auch nur darüber nachgedacht hatte, das Schreiben zum Beruf zu machen, vollendete sie das Werk innerhalb von drei Monaten, sandte es an einen Verlag und wurde sofort unter Vertrag genommen. Heute lebt Meyer mit Mann und drei Kindern in Utah und soll, so ein Artikel der britischen Boulevard-Zeitung Daily Mail ein sehr langweiliges und zurückgezogenes Leben führen.

6. Die Twilight-Fans können einem ein klein wenig Angst machen. So erzählte Taylor Lautner in einem Interview von einer dieser „Twilight-Moms“, die mit ihrer Teenager-Tochter im Schlepptau bei einem Fan-Event vorsprach und den armen 17-jährigen Lautner darum bat, ihre Unterhose zu signieren. Andere Medien berichten von Schlägereien vor der Premiere und Hardcore-Fans, die sich die Hälse blutig schnitten und die Hauptdarsteller darum baten, ihr Blut zu trinken. Doch bei den allermeisten Zusammentreffen zwischen Darstellern und Fans kommt es nur zu harmlosen Kreischorgien und dem ein oder anderen Ohnmachtsanfall.

7. Nicht so wirklich undurchsichtig: Das Product Placement von Volvo in der Verfilmung. Wobei man sich schon kurz fragen muss, ob die Schar der 13-jährigen Mädchen ganz die rechte Zielgruppe für diese Yuppie-Kutsche ist.


8. Lustiges Comic mit einem klitzekleinen Körnchen Wahrheit drin (siehe Soundtrack):


9. Kritik kommt selbstverständlich aus vielen beredten Ecken. Die vielleicht knappste und treffendste stammt jedoch von dem Autor Stephen King, der ja nun auch nicht gerade zu rein intellektuellem Schreibstil neigt. Der sagte in einem Interview:
"Both Rowling and Meyer, they’re speaking directly to young people… The real difference is that J.K. Rowling is a terrific writer and Stephenie Meyer can’t write worth a darn. She’s not very good."

10. Der Soundtrack. Stephenie Meyers Lieblingsband (der sie auch den zweiten Band „Breaking Dawn“ gewidmet hat) heißt „Muse“. Und so ist der Soundtrack der Filme verhältnismäßig reich an Indie- und Emo-Sound. Was wiederum die Hardcore-Indie-Fans ganz verrückt macht, weil nun plötzlich die von ihnen heißgeliebten coolen Bands mit etwas so Uncoolem wie „Twilight“ in Verbindung gebracht wird. Schwierig.

Auf der nächsten Seite: Fanfiction, die lustigste Zusammenfassung und noch mehr Wissenswertes über das globalste Phänomen seit der Schweinegrippe.
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