13.11.2009 - 18:30 Uhr

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Keine Shirts von einem toten Torwart

Text: jan-filipzik - Foto: privat

Ein Anruf bei Timo, der mit seiner Idee eines Robert-Enke-Gedächtnis-Shirts die Internet-Gemeinde entzweite.

Menschen wollen trauern dürfen. Und manchmal gehört dazu eben auch ein T-Shirt als Andenken. Als Michael Jackson noch nicht einmal unter der Erde war, da wurden die sogenannten Gedächtnis-Shirts – mit dem Konterfei des Verstorbenen und einem entsprechenden Text – schon fast zu einer Art Kultobjekt. „Du magst Michael? Dann trag das Shirt!“, lautete die Devise. Wenn die Menschen Michael wollen, dann wollen sie bestimmt auch Enke, denkt sich Timo Raber, 27. Selbst ein großer Fan des Torwarts, beginnt der junge Geschäftsmann einen Tag nach dessen Tod, selbstproduzierte Enke-Gedächtnis-Shirts über seinen Shop bei Ebay zu verkaufen. Wo sonst Rollstühle, Sportschuhe, Dessous und Fanschals zu kaufen waren, gibt es nun auch Enke. Doch Timos Angebot entzweit die Fans. Neben zahlreichen Bestellungen bekommt er Hass-Mails und Drohungen geschickt. Mehr als 200 davon in fünf Stunden. Was er mache, sei absolut „geschmacklos“, er sei ein „ekelhafter Mensch“ und er solle „verrecken“, steht da. Auch sein Privatleben bleibt von den Hass-Tiraden nicht verschont. Unter ein Foto im Portal Studi-VZ, das ihn zusammen mit seiner Freundin zeigt, hat ein User geschrieben: „Was bezahlt man eigentlich dafür, um sich mit einer Nutte ablichten zu lassen?“ Und auf seiner Pinnwand, die für jeden einsehbar ist, entsteht derweil eine Diskussion darüber, ob es ethisch korrekt ist, mit dem Tod anderer Menschen Geld zu verdienen. jetzt.de: Wie bist du auf die Idee gekommen, solche T-Shirts zu verkaufen? Timo: Ich habe die Shirts nach dem Tod von Michael Jackson zum ersten Mal bewusst gesehen. Es gibt Leute, die ehren einen verstorbenen Menschen mit so einem Shirt. Ich wollte allen Fans die Möglichkeit geben, ihre Trauer über den Tod von Robert Enke auszudrücken. Um eine Sache direkt klarzustellen: Mir ging es dabei nie um den Profit. Es war immer geplant, einen Teil des Erlöses an die Stiftung „Kinderherz“ zu spenden, für die Robert Enke Botschafter war. Wie hast du denn die ersten Reaktionen auf dein Angebot bei Ebay erlebt? Die ersten Reaktionen waren durchaus positiv. Ich bin sogar gefragt worden, ob ich nicht auch individuelle Shirts drucken kann. Aber dann kam plötzlich auch vermehrt negative Kritik. Am Anfang war das noch harmlos, aber dann wurde es immer schlimmer und ist richtig ausgeartet.
Timo Wie genau ist das denn abgelaufen? Zuerst habe ich über meinen Ebay-Account Dutzende Mails bekommen, dann über die Mail-Adresse meiner Firma. Und zum Schluss kamen noch die Benachrichtigungen über die Einträge auf meiner Pinnwand im Studi-VZ. Da habe ich mich schon erschreckt, wie schnell so etwas gehen kann. Hast du irgendwann einmal Angst bekommen wegen der ganzen Sache? Dass jemand dich vielleicht auch privat aufsuchen könnte? Nein, Angst habe ich keine. Ich habe ja auch nichts Schlechtes gemacht. Und meine Freunde teilen meine Meinung. Hattest du denn nicht damit gerechnet, dass das passieren könnte? Ehrlich gesagt nicht. Ich hatte nur mit positiven Reaktionen gerechnet. Kannst du die Fans denn verstehen, die sagen, es sei geschmacklos, solche Shirts zu verkaufen? Natürlich verstehe ich sie auf eine Weise und akzeptiere das – aber dann dürfte es meiner Meinung nach auch keine Fernsehbericherstattung geben. Und wer die Shirts schlecht findet, braucht sie ja auch nicht zu kaufen. Hast du denn auf die ganzen Mails geantwortet? Ich habe kurz darüber nachgedacht und bin aber nicht darauf eingegangen. Ich glaube, das hätte sowieso keinen Sinn gehabt. Wie geht es denn jetzt weiter mit dem Verkauf? Und würdest du so etwas noch einmal machen? Den Verkauf habe ich mittlerweile eingestellt, aber das hat andere Gründe. Ich muss halt irgendwie einen Bezug zu dem Menschen haben – dann könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass ich so etwas noch einmal anbiete.


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Beru
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Mag ich Mag ich nicht

1

13.11.2009 - 19:47 Uhr
Beru

Boah immer diese T-Shirt-Menschen..... - Denken in T-Shirts.

Und dass es nicht nur positive Reaktionen auf diese eigensinnige Art der Trauerbewältigung geben würde, dürfte spätestens seit dem Phänomen Hass-Martin klar gewesen sein.

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

9

13.11.2009 - 19:56 Uhr
afrirali

einen *teil* des profits will er spenden. da wird dann doch noch was vom profit bei ihm hängen bleiben. und überhaupt, wie ist das nun eigentlich mit rechten an dem mann? zu lebzeiten hätte er das vermutlich nicht einfach machen dürfen...

ich finde die negativen reaktionen in der form vielleicht nicht gerechtfertigt, aber im inhalt schon.

die_sterne
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Mag ich Mag ich nicht

2

13.11.2009 - 20:21 Uhr
die_sterne

Geschmacklose Geschäftemacherei mit dem Unglück Anderer, der hats nicht anders verdient. Was für ein Mensch muss man sein...

MissTruthiness
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 20:36 Uhr
MissTruthiness

"woah, geilo, ich hab ends den knallerplan, ich mach shörts und verkauf die, des läuft bestimmt mega."

er sieht aus, wie ein idiot und dass es ihm nie um profit ging, glaubt doch bitteschön niemand.

(abgesehen davon, dass motto-shirts IMMER eine schlechte idee sind, gäbe es bestimmt ein paar leute, denen man hehre ziele abgenommen hätte. ihm aber beim besten willen nicht.)

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

3

13.11.2009 - 20:42 Uhr
eisengrau

Wenn man in Deutschland schon keine Lady Di hat...

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Mag ich Mag ich nicht

1

13.11.2009 - 20:48 Uhr
eisengrau

afrirali sagte: und überhaupt, wie ist das nun eigentlich mit rechten an dem mann? zu lebzeiten hätte er das vermutlich nicht einfach machen dürfen...


Die Fotos, die er verwenden will, hätte er sich gegen Gebühr von den Inhabern der Verwertungsrechte lizensieren lassen müssen, ebenso Vereinsabzeichen oder Nationalsymbole. Den Namen selbst kann man nicht schützen, es sei denn, man meldet sie als Marke an. Ansonsten darf sich jeder Deinen oder irgendeinen Namen aufs T-Shirt drucken.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 20:48 Uhr
JoergAuch

Mit Toten konnte man immer schon gut Geschäfte machen.
Die können sich ja nicht mehr wehren.

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Mag ich Mag ich nicht

4

13.11.2009 - 20:52 Uhr
JoergAuch

Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser Enke-Hype gegen den Strich geht? Ich meine, der Mann war ein guter Fußballtorwart aber eigentlich doch eher ein B- oder C-Promi. Wird in Zukunft jedesmal, wenn einer aus der Garde abtritt, eine Gedenkveranstaltung im Fußballstadion mit 35 000 Marschierern usw. gemacht? Das ist doch völlig überzogen.

Beru
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 20:57 Uhr
Beru

JoergAuch sagte:
Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser Enke-Hype gegen den Strich geht? Ich meine, der Mann war ein guter Fußballtorwart aber eigentlich doch eher ein B- oder C-Promi. Wird in Zukunft jedesmal, wenn einer aus der Garde abtritt, eine Gedenkveranstaltung im Fußballstadion mit 35 000 Marschierern usw. gemacht? Das ist doch völlig überzogen.

ich denk schon. stirbt ja nicht jeden tag ein nationalspieler.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

1

13.11.2009 - 20:59 Uhr
JoergAuch

@Beru: Zum Glück nicht, aber er ist nicht der erste und er war jetzt auch kein so wahnsinnig rausragender.

Beru
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 21:00 Uhr
Beru

aber wieso zitier ich dich eigentlich, wenn ich eh direkt drunter schreib? ^^

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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 21:03 Uhr
Beru

JoergAuch sagte:
@Beru: Zum Glück nicht, aber er ist nicht der erste und er war jetzt auch kein so wahnsinnig rausragender.


vielleicht weil sein tod so überraschend und schockierend war. der dfb stellt sich hinter ihn und zeigt damit, dass es mit dem thema depression umgehen will.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

6

13.11.2009 - 21:06 Uhr
JoergAuch

ja nee ... natürlich trauert man um den armen Kerl. Mich hat sein Tod ja auch berührt, weil ich ihn mochte. Aber dieser Personenkult, der gerade aufgebaut wird - das hat alles so Event-Charakter. Gefällt mir gar nicht.

MissTruthiness
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Mag ich Mag ich nicht

0

13.11.2009 - 21:12 Uhr
MissTruthiness

finds auch ein wenig übertrieben...die ard, die zum-schütteln-umfragen unter 'trauernden on site' macht, die aufbahrung im 'kreis'...

hab aber eh auch grundsätzlich meine probleme mit (zu) ostentativer betroffenheit, zumal von 'fremden'...

eisengrau
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Mag ich Mag ich nicht

2

13.11.2009 - 21:28 Uhr
eisengrau

JoergAuch sagte:
Bin ich eigentlich der einzige, dem dieser Enke-Hype gegen den Strich geht? Ich meine, der Mann war ein guter Fußballtorwart aber eigentlich doch eher ein B- oder C-Promi. Wird in Zukunft jedesmal, wenn einer aus der Garde abtritt, eine Gedenkveranstaltung im Fußballstadion mit 35 000 Marschierern usw. gemacht? Das ist doch völlig überzogen.


Naja, ist halt Fußball. Da geht gar nichts ohne Pathos:
Ganz normaler Arbeitstag: Eine Pressekonferenz muss her. Erfolgreicher Arbeitstag: Alles fährt hupend und gröhlend durch die Stadt.
Ereignis außer der Reihe: Eine Großveranstaltung muss her, mit Stadion, Feuerwerk, André Heller und Xavier Naidoo.
Ich wohn in ner Zweitligisten-Stadt, da gewöhnt man sich an Vieles.

Eine Freundin sagte, sie hoffe nur, dass der Event-Manager, der diesmal zuständig ist, den Sarg nicht ausgerechnet ins Tor stellt und die Leute drauf schießen lässt.

Charlotte94
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Mag ich Mag ich nicht

4

13.11.2009 - 22:10 Uhr
Charlotte94

Hej, endlich die Gelegenheit für mich, im geschriebenen Wort selbst herauszufinden, warum ich die Sache so traurig finde, dass sie mir fast so nahe geht, als ginge es um eine Person die ich wirklich kenne.
Und glaubt mir, das herauszufinden ist gar nicht so leicht und befremdet mich auch selbst sehr !
(Obwohl ich die ganzen Deutungen dazu im spiegel, der sZ und der Zeit gelesen habe, also wenn sich dass jemand hier fragt, wie oben geschehen, besteht die Möglichkeit, der Sache auf den Grund zu gehen)

Also zuerst einmal, hier geht es nicht um einen "Promi", das beweisen ja schon die Analysen im Forum, dass er eigentlich einen sehr begrenzten Promi-Status hatte. Und es geht nicht primär darum, dass er bei Hannover96 gespielt hat, meinem "Heimatverein".
Die Anteilnahme, die Enke vor allem in Hannover (auch leicht nachzulesen) wiederfährt, wäre auch keinem anderem Spieler der Mannschaft so zugekommen, da bin ich mir sicher.
Ich denke, es war diese einzigartige Mischung :

Ein sehr guter Torwart, intelligent und tiefsinnig in Interviews ; engagiert für PETA, aber auch oft auf der KinderHospizStation der Medizinischen Hochschule und bei anderen Schwerkranken Kindern zum Trost spenden und bei vielen anderen karitativen Veranstaltungen präsent ;
In Presse und Interviews immer der, der bei Nationalmannschaft und 96 für ein menschliches Miteinander innerhalb der Mannschaft, aber auch für ein gutes Verhältnis zu Publikum und Fans gesorgt hat ;
Jemand, der Hannover einen Teil seiner Identität zurückgegeben hat, jemand, wo mensch froh oder gar ein bisschen Stolz war, dass er selbst in Zeiten der "Schießbude der Liga" zu und in Hannover gehalten hat und sich in das soziale Leben der Stadt eingebracht hat. (kann glaube ich nur jemand verstehen, der aus Bielefeld kommt, der Stadt die im Rest der Republik neben Hannover am Häufigsten in den Medien verarscht wird) Also mal endlich jemanden viel cooleren als Klaus Meine oder Gerhard Schröder...

Und die Trauerfeier am Sonntag als "Event" zu bezeichnen, ist eine Frechheit ! Ich sitze gerade in meinem beschissenen Wohnheimzimmer in Berlin, und konnte und kann auch am Sonntag an keiner Veranstaltung teilnehmen, bei der ich mit anderen Menschen, die wenigstens verstehen, was gerade abgeht teilnehmen und dieses "Event" hätte mir sehr geholfen, zumindest angemessen Abschied zu nehmen ! Und sollen die 60.000 Leute zum Friedhof kommen und die Frau in den absoluten Nervenzusammenbruch treiben ???

Zum Schluss noch ein Zitat von einem Freund aus Hannover, ein Urlinker Sowi-Student, vielleicht hilft dass, zu verstehen, dass es eben kein Event ist :

"das mag ich mir garnicht vorstellen wie es zu so einem Zeitpunkt in einer "fremden" Stadt ist, wir konnten uns zumindest gegenseitig Trost spenden und über das ganze reden. Ja, die Dfb-Pressekonferenz war richtig schlimm, als der Olli anfing zu weinen liefs bei mir auch nur noch so raus, aber im nachhinein hat das ganz gut geholfen, die Trauer einfach rauszulassen."

afrirali
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Mag ich Mag ich nicht

2

13.11.2009 - 22:21 Uhr
afrirali

Idole sind für gewöhnlich halt keine Fremden.

nixbewiesenausserich
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6

13.11.2009 - 22:39 Uhr
nixbewiesenausserich

der arme zugfahrer.

JoergAuch
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2

13.11.2009 - 22:41 Uhr
JoergAuch

nixbewiesenausserich sagte:
der arme zugfahrer.

Im ZDF kam heute irgendwo, dass jeder Lokführer im Schnitt zwei Selbstmörder platt macht. Der Interviewte hatte sogar schon fünf erwischt und hofft, dass der sechste nicht auch noch kommt.

Charlotte94
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Mag ich Mag ich nicht

3

13.11.2009 - 22:43 Uhr
Charlotte94

An den Zugfahrer wird allerorten gedacht ! Das steht überhaupt nicht zur Debatte !!! Aber soll jetzt deswegen der auf die Titelseiten aller Boulevardblätter ??? Das kann doch bitte auch niemand und vor allem nicht der Zugfahrer wollen !

JoergAuch
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1

13.11.2009 - 22:48 Uhr
JoergAuch

Nein, der soll natürlich nicht auf die Titelseiten.

Es gibt aber auch eine ungeschriebene Regel im Journalismus, dass man über Selbstmorde nicht groß berichte, um keine Nachahmer anzulocken. Das wurde hier - aus nachvollziehbaren Gründen - missachtet. Im Gegenteil, der aktuelle Selbstmörder Enke wird zum Helden stilisiert. Und prompt hat sich heute eine Hannover 96 - Fan ebenfalls vor einen Zug gestellt und zwar im Auto.

Charlotte94
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Mag ich Mag ich nicht

1

13.11.2009 - 22:59 Uhr
Charlotte94

:-D Nee, Jörg, das lies nochmal nach bitte, der 49-jährige Brite hat mit 2,6 Promille NUR sein Auto auf die Gleise gestellt und keiner weiß wieso ... Er selbst hat nur zugeschaut...
http://www.focus.de/panorama/welt/volltr...

Aber im Ernst, du hast recht, am Anfang der Berichterstattung wurde auch noch darauf hingewiesen, dass er krank gewesen sei, und er, der selbst todkranken Kindern Hoffnung gegeben hat, einen schlechten Weg gewählt hat, bei Tat und Durchführung, und dass er mit Sicherheit keine Nachahmer gewünscht hätte. Der Aspekt geht aber so nach und nach unter und in der Boulevardpresse war er nie da... Eine Heldenstilisierung finde ich auch einfach Grundfalsch !
Aber darum ging es mir persönlich auch nie !

vigezzo
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0

14.11.2009 - 00:00 Uhr
vigezzo

Ich find sein Photo total unsympathisch, also hat er schon verloren. So ehrlich muss ich schon sein. Zudem finde ich den Hype ums "Trauern" um Prominente heuchlerisch und unmoralisch. Der T-Shirt-Typ macht dabei mit, egal welche Motive er vorgibt. Profit ist Profit.

owen_meany
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Mag ich Mag ich nicht

0

14.11.2009 - 02:31 Uhr
owen_meany

"Den Verkauf habe ich mittlerweile eingestellt, aber das hat andere Gründe."
tja und welche? postmortaler persönlichkeitsschutz? den gibts nämlich schon seit bismarcks tod.

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

1

14.11.2009 - 10:55 Uhr
fraeuleiningeborg

danke, charlotte, ich stimme dir in allem zu. Robert Enke war irgendwo schon ein Held, weil er eben nicht nur, wie viele sonst im Fußball, dem höchsten Profit hinterhergelaufen ist und immer ein unglaublich freundliches und bescheidenes Auftreten gehabt hat. Eigentlich die ideale Identifikationsfigur für Hannover. Mich hat das auch ziemlich mitgenommen, und ich fand es schrecklich, am Mittwoch nicht da sein zu können.
Und zu dem Würstchen da oben sag ich lieber gar nichts.

parser
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1

14.11.2009 - 11:47 Uhr
parser

an der kasse kaufte gerade eine ältere frau "die aktuelle"
schlagzeile: "er wollte zu seiner toten tochter"

und nun sollten sich mal einige überlegen was perverser ist.

eisengrau
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14.11.2009 - 12:38 Uhr
eisengrau

Charlotte94 sagte:
An den Zugfahrer wird allerorten gedacht ! Das steht überhaupt nicht zur Debatte !!! Aber soll jetzt deswegen der auf die Titelseiten aller Boulevardblätter ??? Das kann doch bitte auch niemand und vor allem nicht der Zugfahrer wollen !


Es muss überhaupt keiner von beiden auf die Titelseiten. Die Boulevardblätter könnten sich genauso gut wieder mit UFOs und Silikontitten beschäftigen.
Aber die ganzen Leute, die sich plötzlich oder schon immer als dem Verstorbenen nahe stehend fühlen, schaffen den Markt für diese Ausschlachtung des Themas.

JoergAuch
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1

14.11.2009 - 12:55 Uhr
JoergAuch

Charlotte94 sagte:
:-D Nee, Jörg, das lies nochmal nach bitte, der 49-jährige Brite hat mit 2,6 Promille NUR sein Auto auf die Gleise gestellt und keiner weiß wieso ... Er selbst hat nur zugeschaut...

Ah ok,dann stand das bei uns falsch in der Zeitung.
Eine Heldenstilisierung finde ich auch einfach Grundfalsch !
Aber darum ging es mir persönlich auch nie !

Das war auch nicht an dich persönlich gerichtet sondern an die Medien, den Verein usw. Ein Abschiedsfußballspiel des Vereins und/oder der Nationalmannschaft finde ich übrigens adäquat, um einem Fußballer die letzte Ehre zu erweisen, aber eine Riesenfeier mit aufgebahrtem Sarg im Stadion und dieser Marsch der Zigtausenden durch Hannover, das war wirklich zuviel. Das nimmt ja Michael-Jackson-ähnliche Ausmaße an. Soviel Anteilnahme würde ich nichtmal für meine eigenen Verwandten oder Freunde zeigen.

fraeuleiningeborg
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6

14.11.2009 - 13:38 Uhr
fraeuleiningeborg

JoergAuch sagte:
Das war auch nicht an dich persönlich gerichtet sondern an die Medien, den Verein usw. Ein Abschiedsfußballspiel des Vereins und/oder der Nationalmannschaft finde ich übrigens adäquat, um einem Fußballer die letzte Ehre zu erweisen, aber eine Riesenfeier mit aufgebahrtem Sarg im Stadion und dieser Marsch der Zigtausenden durch Hannover, das war wirklich zuviel. Das nimmt ja Michael-Jackson-ähnliche Ausmaße an. Soviel Anteilnahme würde ich nichtmal für meine eigenen Verwandten oder Freunde zeigen.


Joerg, möglicherweise versteht man das nicht, wenn man nicht aus Hannover kommt. Er war wirklich ein Idol in der Stadt, auch für die Nicht-Fußball-Fans. Der Medienhype ist in der Tat schwer erträglich, aber da können die Leute, denen die Sache wirklich nahegegangen ist, ja nichts dafür.

Charlotte94
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3

14.11.2009 - 13:53 Uhr
Charlotte94

Danke, Fraeuleiningeborg !

Ich wollte gerade nochmals dazu ansetzen, zu erklären, dass alles, was in Hannover selbst passiert nichts mit irgendeinem Hype zu tun hat, sondern viel tiefer geht ...

Oder wie ein anderer Freund, diesmal ein konservativer Bänker, mir schrieb :
"hier ist innerlicher ausnahmezustand..."

JoergAuch
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0

14.11.2009 - 14:13 Uhr
JoergAuch

Ok, das Innenleben von Hannover will und kann ich nicht beurteilen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass es Hannover nicht verlässt.

littlejohn
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0

14.11.2009 - 14:23 Uhr
littlejohn

Charlotte94 sagte:
Danke, Fraeuleiningeborg !Ich wollte gerade nochmals dazu ansetzen, zu erklären, dass alles, was in Hannover selbst passiert nichts mit irgendeinem Hype zu tun hat, sondern viel tiefer geht ...Oder wie ein anderer Freund, diesmal ein konservativer Bänker, mir schrieb :"hier ist innerlicher ausnahmezustand..."


Allein schon dass noch am selben Abend, also lange bevor die Medienmaschinerie so richtig auf Touren kam, Tausende zum Vereinsheim gepilgert sind zeigt ja dass diese Menschen aus einer inneren Überzeugung heraus gehandelt haben.

eisengrau
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1

14.11.2009 - 14:26 Uhr
eisengrau

Charlotte94 sagte:
Oder wie ein anderer Freund, diesmal ein konservativer Bänker, mir schrieb :
"hier ist innerlicher ausnahmezustand..."


Ein großes Wort. Aber gut, der Zustand sei ja jedem von Herzen gegönnt.
Allen Nicht- Hannoveranern muss die Frage erlaubt sein, wieviel Prozent davon wirklich empfundene Trauer sind und wieviel davon Übertragung (im psychologischen Sinne).
Ich meine, für mich macht es einen Unterschied, ob jemand aus meinem persönlichen Umfeld stirbt, zu dem ich eine tatsächliche Beziehung hatte, die auch erwidert wurde, oder jemand, den ich nur aus der Ferne, vielleicht sogar nur aus den Medien kenne. Von Robert Enke wusste ich bis letzte Woche so gut wie gar nichts, vielleicht ist das in einem Städtchen wie Hannover familiärer.

Terpsichore
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1

14.11.2009 - 14:41 Uhr
Terpsichore

vigezzo sagte:
Ich find sein Photo total unsympathisch, also hat er schon verloren. So ehrlich muss ich schon sein.


das ist mir auch sofort aufgefallen: was für ein beschissenes foto ist das denn! da wurde sich nicht mal die mühe gemacht, die roten augen zu entfernen, was ungefähr fünf sekunden dauert. der typ kann einem nur unsympathisch sein, mit so einem foto. bzw. macht es das noch schlimmer. sehr offensichtliche manipulation.

goof
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0

14.11.2009 - 18:35 Uhr
goof

Wenn Depression Volkskrankheit geworden ist, wie es allenthalben zu vernehmen ist; und wenn ferner diese Gesellschaft sich lieber zu wenig Gedanken um die Ursachen für die Zunahme dieses Krankheitsbildes machen möchte; wenn die Menschen sich lieber in den medialen Ereignis-Emotionen wiederfinden möchten, um ihren eigenen Empfindungen, die sie womöglich für ähnlich halten noch dazu im trüben November, Ausdruck zu verleihen: dann entstehen solche Aufmerksamkeitsblasen. Wobei ich den Erfolg des individuell angestrebten, gesellschaftlich erwünschten kathartischen Zwecks sehr bewzeifle.

looqpool
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15.11.2009 - 13:56 Uhr
looqpool

° das wort "shirt" heisst auf ostungarisch "er/sie/es weinte" und hat früher hundemörder unter die erde befördert. derartige todesrituale finden teilweise auch heute noch im kohleanbau statt - eine grube für "jagos" aller rassen...

° p.s. die verschmelzung der sprachen bringt leider die menschen durch tod und verrat zum grund ihrer verschmelzung - und so bekommt das unscheinbare wort aus der mode eine traurige bedeutung, denn meistens sind wohl kaum damit freudentränen verbunden...

air_kaviar
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15.11.2009 - 14:12 Uhr
air_kaviar

bei der zeit gibt es ein gutes interview aus dem jahre 2004.

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1

15.11.2009 - 14:19 Uhr
air_kaviar

gerade unter den torhütern ist robert enke aufgefallen. das waren meistens monolithen. titan kahn, das "tier im tor" thomforde, aggro lehmann...

allein seine treue zu hannover war etwas besonderes. man hat immer gespürt, dass es für ihn auch andere sachen als fußball gibt. und das ist selten. profifußball ist ein extremer kosmos. es ist selbstverständlich, dass jugendliche aus südamerika nach europa verschifft werden, um dort in kurzer zeit unter extremem(n?) druck das auskommen für ganze familien und unternehmen zu erwirtschaften. ich frage mich, ob es abseits des rummels nicht viel mehr spieler gibt die scheitern und untergehen.

Jericho4321
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1

15.11.2009 - 16:38 Uhr
Jericho4321

Okay, das ist jetzt ein bisschen schwierig...
Aber ich finde, ein Punkt wird zur Zeit gerne übersehen. Robert Enke war zwar ein toller Torwart und bestimmt auch ein guter Mensch, soweit ich das sagen kann, ohne ihn persönlich gekannt zu haben. Aber diese Heldenverehrung (jetzt soll auch noch ein Platz nach ihm benannt werden) finde ich grundfalsch. Wie kann man jemanden verehren, der einen Menschen - sich selbst - umgebracht und damit die Hinterbliebenen in ein großes Unglück gestürzt hat? Er ist geflohen, vor der Welt, vor sich selbst. Er wollte die Hilfe des DFB-Psychologen nicht annehmen.
Ich trauere um ihn, ich habe großes Mitleid mit seiner Familie, ich bedaure die Umstände, die ihn zu dem Selbstmord getrieben haben - aber ich kann ihn dafür nicht verehren. Das ist ein Unterschied, der meines Erachtens zu wenig gesehen wird.

littlejohn
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15.11.2009 - 16:41 Uhr
littlejohn

Jericho4321 sagte:
Er wollte die Hilfe des DFB-Psychologen nicht annehmen.


Das ist so nicht richtig. Seit 2003 nahm er Hilfe in Anspruch (allerdings nicht von seiten des DFB), er lehnte es jedoch ab sich stationär behandeln zu lassen.

Jericho4321
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15.11.2009 - 16:48 Uhr
Jericho4321

littlejohn sagte:
Jericho4321 sagte:
Er wollte die Hilfe des DFB-Psychologen nicht annehmen.


Das ist so nicht richtig. Seit 2003 nahm er Hilfe in Anspruch (allerdings nicht von seiten des DFB), er lehnte es jedoch ab sich stationär behandeln zu lassen.


Naja, dann ist es a doch richtig. Ich habe ja auch ausdrücklich "DFB-Psychologe" geschrieben. Das war im Frühahr 2009, wenn ich mich nicht irre. Dass er seit 2003 in Behandlung war, ist mir bekannt und davon nicht berührt. Natürlich muss man seine Probleme nicht in die Welt hinausposaunen und jeden damit zutexten. Aber er hätte mehr Hilfe haben können. Er wollte sie nicht oder konnte sie nicht annehmen, aus welchen Gründen auch immer. Was ich sagen will: Er war ein Mensch, kein Held. Ein Mensch, den man betrauern darf, den seine Fans verehren können für das, was er im Leben getan hat - aber nicht für seinen Tod.

littlejohn
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15.11.2009 - 16:54 Uhr
littlejohn

Jericho4321 sagte:
littlejohn sagte:
Jericho4321 sagte: Er wollte die Hilfe des DFB-Psychologen nicht annehmen.Das ist so nicht richtig. Seit 2003 nahm er Hilfe in Anspruch (allerdings nicht von seiten des DFB), er lehnte es jedoch ab sich stationär behandeln zu lassen.Naja, dann ist es a doch richtig. Ich habe ja auch ausdrücklich "DFB-Psychologe" geschrieben. Das war im Frühahr 2009, wenn ich mich nicht irre. Dass er seit 2003 in Behandlung war, ist mir bekannt und davon nicht berührt. Natürlich muss man seine Probleme nicht in die Welt hinausposaunen und jeden damit zutexten. Aber er hätte mehr Hilfe haben können. Er wollte sie nicht oder konnte sie nicht annehmen, aus welchen Gründen auch immer.


Sehr unwahrscheinlich, dass die Hinzuziehung eines DFB-Psychologen seine Lage entscheidend geändert hätte. Letztlich wäre die einzige Möglichkeit für Enke auf eine komplette Genesung ein stationärer Aufenthalt gewesen. Diesen lehnte er aus verschiedenen Gründen bzw. Ängsten zum Teil auch unbegründeten ab.

JoergAuch
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-2

15.11.2009 - 17:12 Uhr
JoergAuch

air_kaviar sagte:
gerade unter den torhütern ist robert enke aufgefallen. das waren meistens monolithen. titan kahn, das "tier im tor" thomforde, aggro lehmann...

allein seine treue zu hannover war etwas besonderes.

Ach komm, das ist doch Blödsinn. Für jeden außerhalb Hannovers wäre es völlig egal gewesen, ob sich Enke, Adler, Wiese, Neuer, Lehmann, ... umgebracht hätte.

Und seine Treue zu Hannover kam ja wohl hauptsächlich daher, dass sie ihn in Barcelona und Istanbul aussortiert hatten.

Ich hoffe wirklich, dass dieser seltsame Kult endlich wieder ein Ende hat, jetzt wo er unter der Erde ist. Unfassbar das Ganze, wirklich.

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15.11.2009 - 17:14 Uhr
JoergAuch

Jericho4321 sagte:
Enke war zwar ein toller Torwart und bestimmt auch ein guter Mensch, soweit ich das sagen kann, ohne ihn persönlich gekannt zu haben. Aber diese Heldenverehrung finde ich grundfalsch.

Eben. Das und der Rest deines Kommentars ist völlig richtig. Ein Mensch mit so schweren psychischen Problemen hätte sich vielleicht einfach einen weniger kompetitiven Beruf aussuchen sollen. Und das hätte ihm mal jemand aus seinem Umfeld klarmachen müssen, z. B. sein Vater, der ja offenbar Fachmann für sowas ist.

littlejohn
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15.11.2009 - 17:15 Uhr
littlejohn

JoergAuch sagte:
Für jeden außerhalb Hannovers wäre es völlig egal gewesen, ob sich Enke, Adler, Wiese, Neuer, Lehmann, ... umgebracht hätte.


Glaube ich eher nicht.

Jericho4321
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15.11.2009 - 17:19 Uhr
Jericho4321

littlejohn sagte:
Jericho4321 sagte:
littlejohn sagte:
Jericho4321 sagte: Er wollte die Hilfe des DFB-Psychologen nicht annehmen.Das ist so nicht richtig. Seit 2003 nahm er Hilfe in Anspruch (allerdings nicht von seiten des DFB), er lehnte es jedoch ab sich stationär behandeln zu lassen.Naja, dann ist es a doch richtig. Ich habe ja auch ausdrücklich "DFB-Psychologe" geschrieben. Das war im Frühahr 2009, wenn ich mich nicht irre. Dass er seit 2003 in Behandlung war, ist mir bekannt und davon nicht berührt. Natürlich muss man seine Probleme nicht in die Welt hinausposaunen und jeden damit zutexten. Aber er hätte mehr Hilfe haben können. Er wollte sie nicht oder konnte sie nicht annehmen, aus welchen Gründen auch immer.


Sehr unwahrscheinlich, dass die Hinzuziehung eines DFB-Psychologen seine Lage entscheidend geändert hätte. Letztlich wäre die einzige Möglichkeit für Enke auf eine komplette Genesung ein stationärer Aufenthalt gewesen. Diesen lehnte er aus verschiedenen Gründen bzw. Ängsten zum Teil auch unbegründeten ab.


Okay, wir drehen uns hier im Kreis. Natürlich kann ich über die Wahrscheinlichkeit nichts sagen. Und über die Gründe, dem DFB-Arzt seine Krankheit zu verschweigen, kann ich auch nur spekulieren. Deshalb lasse ich das bleiben. Mein eigentlicher Punkt ist ein anderer, und ich denke der ist auch ganz gut herausgekommen.
Ich hoffe edenfalls inständig, dass der betriebene Hype und die Verehrung nicht dafür sorgen, dass sich andere labile Menschen, denen vielleicht noch geholfen werden könnte, in ein ähnliches Schicksal stürzen.

JoergAuch
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15.11.2009 - 17:27 Uhr
JoergAuch

littlejohn sagte:
JoergAuch sagte:
Für jeden außerhalb Hannovers wäre es völlig egal gewesen, ob sich Enke, Adler, Wiese, Neuer, Lehmann, ... umgebracht hätte.


Glaube ich eher nicht.

Wetten dass? Außerhalb Hannovers hat niemand in Enke etwas Besonderes gesehen. Von dem ganzen Drumherum hat kein Mensch was gewusst und ehrlich gesagt hätte das auch keinen interessiert.

TomJones
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16.11.2009 - 11:30 Uhr
TomJones

JoergAuch sagte:
air_kaviar sagte:
gerade unter den torhütern ist robert enke aufgefallen. das waren meistens monolithen. titan kahn, das "tier im tor" thomforde, aggro lehmann...

allein seine treue zu hannover war etwas besonderes.

Ach komm, das ist doch Blödsinn. Für jeden außerhalb Hannovers wäre es völlig egal gewesen, ob sich Enke, Adler, Wiese, Neuer, Lehmann, ... umgebracht hätte.

Und seine Treue zu Hannover kam ja wohl hauptsächlich daher, dass sie ihn in Barcelona und Istanbul aussortiert hatten.

[…]


Finde ich ziemlich arrogant, deine erste Behauptung.
Ich glaube, mindestens in Leverkusen, Bremen, Schalke und Stuttgart wäre man sehr schockiert, wenn man ihre Torleute oder sonstige Spieler verloren hätte. Öffentliche Anteilnahme gäbe es auch bei anderen Spielern und ebenfalls auch bundesweit.

Und ja, mag sein, dass er Hannover so treu war, weil er es zu schätzen wusste, wie gut es ist in einem stabilen Verein mit stabilem Umfeld zu spielen? Was ist daran verwerflich?

Ihn jetzt zu einer Ikone zu erheben finde ich aber auch unangebracht. Er war wohl, nach allem was ich gehört und gelesen habe, ein ziemlich guter Typ und großer Hundenarr unter anderem, aber dieser fast-Heiligsprechung ist doch zu viel.
Ich kann jetzt übrigens die Phrase es muss sich etwas ändern nicht mehr hören.

Tjenemit
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16.11.2009 - 12:03 Uhr
Tjenemit

stimme JoergAuch zu.

fußball wird zur ersatzreligion aufgeblasen und mit 35000 zuschauern waren ebenso viele leute im stadion wie der aktuelle hannover-schnitt beträgt - vor dem public viewing-leinwänden versammelten sich nur wenige hundert. => von anteilnahme der gesamten bevölkerung kann dann doch nicht gesprochen werden.

dieser aktuelle hype ist auch medien-gewollt und so schaukelt es sich hoch. was frau enke bewogen hat, da mitzumachen, verstehe ich allerdings auch nicht...

vaus
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17.11.2009 - 19:52 Uhr
vaus

ich finds gut, daß der hype mal zurückschlägt.
in letzter zeit hatte ich den eindruck, daß es umso schicker war, je hysterischer man sich aufgeführt hat. dieser herr hat auch drangedreht.
wie wäre es mit t-shirt mit einem traumatisierten lokführer?


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