Mädchen, warum verbrennt ihr immer noch BHs?
Text: fabian-fuchs
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
Die Jungsfrage:
Kann ja sein, dass mich gleich die feministische Keule umnietet, aber ich erzähle es trotzdem: Als vor einigen Tagen im Zuge der Studentenproteste auch von einer erfolgreichen BH-Verbrennung berichtet wurde, dachte ich, das wäre ein Witz.
War es aber nicht. Das Abfackeln der Büstenhalter ist bis heute eine absolut ernstgemeinte Zutat in einem Protestkuchen, das erfuhr ich später. Aber warum? Ich bin kein Experte auf dem Gebiet der Miederwaren-Einäscherung, kann mir aber ungefähr zusammenreimen, dass die ersten BH-Feuer Ende der 60er-Jahre als Protest gegen das enge und schlecht sitzende Frauenbild der Gesellschaft und als Akt der sexuellen Revolution einen Sinn machten.
Trotz dieser Vernichtungsaktionen ist der BH aber geblieben und zwar nicht nur als Kleidungsstück für unterdrückte und spießige Fräuleins, sondern, naja, als etwas das wie Brot und Socken eben dazugehört. Da ich durchaus gelegentlich mit kämpferischen und furchtbar klugen Frauen verkehre, kann ich berichten, dass auch sie überwiegend BHs tragen und sich noch nie konkret darüber beklagt haben. Im Gegenteil bekam ich eher mal zu hören, dass das Herumlaufen ohne BH die Brüsteinhaberin unwohl fühlen lässt bzw. dass dieses im Falle von amtlichen Hupen auch als nahezu unmöglich geschildert wird.
Ja, wie denn nun? Ist der BH immer noch ein Korsett, dessen ihr euch in einer idealen Welt gerne dauerhaft entledigen würdet? Von uns aus könntet ihr das gerne, würde ich mal sagen. Oder ist der BH doch eigentlich ein Hilfsmittel, auf das ihr nicht verzichten mögt, so ähnlich eben wie auf Socken und Brot? Wofür steht eine BH-Verbrennung dann heute? Allgemeine feministische Unzufriedenheit?