09.11.2009 - 18:30 Uhr

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Die Elektronische. Heute mit Matias Aguayo, Fuckpony, Boys Noize, Modeselektor etc.

Text: friedemann-karig

Friedemann Karig erzählt von minimalem Techno, maximaler Disco und noch mehr geilem BummBumm.

Matias Aguayo - Ay Ay Ay
Wie soll man schlüssig erklären, was der Produzent, Kosmopolit, Straßenmusiker und Vokalkünstler Matias Aguayo hier fabriziert? Ich glaube, die Schublade „Latino Techno-Beatboxing“ als Unterart einer „Vokalen Tanzmusik“ trifft es noch am besten. Denn: Hauptsächlich mit Hilfe seiner Stimme (die auf bis zu 60 Vokal-Spuren geschichtet wird) erschafft Aguayo auf diesem Album ein Universum an organischen Beats, südamerikanischen Rhythmen, polyphonem Sprechgesang und gesummten Riffs. Das klingt wie eine ziemlich große A-Capella-Band, die einen Techno-Club zu bespaßen versucht, und vor allem: extrem geil. Tracks wie der Opener „Menta Latte“ fangen die Energie der von Aguayo geschmissenen BoomBox-Happenings ein, die in südamerikanischen Goßstädten Elektro-Set mit Straßenparty vereinen. Den Titeltrack „Ay Ay Ay“ sollten sich Chorknaben wie die Wise Guys zur Horizonterweiterung mal genau anhören. Und „Rollaskate“ ist ein klebriger Ohrwurm mit Pop-Appeal - das kann er also auch. „Elektronisch“ ist dieses Album per definitionem schonmal gar nicht, und trotzdem gehört es genau in diese Kolumne. Großartig. „Rollaskate“: ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Fuckpony - Let The Love Flow
Hochinteressantes Album von einem Freak mit zweifelhaftem Namen, aber ehrbaren Intentionen: Jay Haze, der Mann hinter Fuckpony, verschenkt auf seiner Homepage seine eigenwilligen Produktionen jenseits aller Kategorien. Das aktuelle Album: Vielseitiger Elektro von okay bis super. „I'm burning“ ist großes Elektro-Songwriting, das Feature von Chela Simone („I know it happened“) ein Traum in Beats, wohingegen „Real Love is forever“ viel zu sehr Hymne sein will, um erträglich zu bleiben. Dafür trägt „Orgasms on the dancefloor Saturday night“ seinen Namen nicht ganz zu Unrecht. Selten so elegant ein Piano in einen Tanztrack eingebunden gehört! Die ganze Platte bleibt eine organische Mischung aus „echten“ Instrumenten (Piano, Bass, mal ein getrommeltes Schlagzeug) und eloquenten Sound-Experimenten. In meinen Augen äußerst angenehm und empfehlenswert. Jay Haze über sich und die Musik:
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