01.11.2009 - 18:30 Uhr

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Mädchen, warum kifft ihr eigentlich nicht?

Text: stefan-winter

Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.

Die Jungsfrage
Ganz früher mal, da durften Frauen nicht Zigarette rauchen. Rauchen war nur was für Männer. Genauso wie Trinken. Besoffene Frauen waren wilde, verruchte Femmes Fatales und so selten zu finden wie kochende Männer. Solche Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute inszenieren sich Männer ständig am Herd und was den Konsum gesundheitsschädlicher Genussmittel betrifft, könnt ihr Mädchen es locker mit uns aufnehmen. Nur beim Kiffen ist das irgendwie anders. Schon klar, so ganz legal ist es nicht, und manche halten es auch für gefährlich. Aber das gilt ja auch für Jungs. Trotzdem haben wir den Eindruck, dass die Kiffer unter uns so viel häufiger anzutreffen sind als unter euresgleichen und wir fragen uns: Warum ist das so? Und vor allem: Wieso zählen männliche Kiffer quasi zur Stammbesetzung von Filmen und Serien während die Popkultur das Motiv "Mädchen mit Joint" komplett zu ignorieren scheint? Wenn wir euch einen Zug anbieten, macht ihr ein Gesicht, als hätten wir gefragt: Magst du auch mal mit meinem Gameboy spielen? Ihr lehnt ab und tut dann so, als ob wir irgendwo in der dunklen Pubertät hängen geblieben wären. Bei euch steckt Kiffen in einer imaginären Schachtel, die ihr pünktlich zum 18. Geburtstag auf den Speicher getragen und eingemottet habt - zusammen mit einer blau gefärbten Haarsträhne, depressiv-verstimmten Gedichten und einem Nirvana-Poster. Oben drauf steht dick geschrieben: "Pubertät, Wilde Zeiten". Natürlich haben manche von uns auch eine Kiffer-Sozialisation hinter sich, von der sie sich distanzieren. Bei uns sah das so aus: Jeden Nachmittag nach der Schule gingen wir zum dicken Manni und setzten uns auf die Couch. Manni war ein bisschen langsam, aß ständig Schokoriegel und trank ausschließlich Instant-Eistee. Zwar war er auch ein bisschen mundfaul, aber dafür hatte er eine Playstation und immer etwas zu rauchen. Eine viel zu lange Zeit unseres Lebens verdaddelten wir mit glasigen Augen und pickliger Haut auf Mannis Couch. Wir sind kein bisschen stolz auf diese Zeit und das letzte, was wir von Manni gehört haben, war, dass er für sechs Wochen in die Psychiatrie musste. Aber wenn wir heute mal einen durchziehen, heißt das noch lange nicht, dass wir auf der Stelle wieder zu einem kommunikationsgestörten Nerd mutieren, der damals auf Mannis Couch saß - eben weil wir wissen, dass wir von Drogen reden und die (die gleichnamige Kampagne hat es uns ja beigebracht) eben keine Macht haben sollen. Da muss man nur mal bei Manni nachfragen. Also: Warum sehen wir so selten kiffende Mädchen im Kino? Und: Warum tut ihr immer so erwachsen, wenn es ums Kiffen geht? Habt ihr Angst davor, euch in kichernde Hexen zu verwandeln und komplett die Kontrolle zu verlieren? Gefällt euch dieses wattierte "Ich checks gerade voll nicht finds aber endlustig"-Gefühl einfach nicht? Ist Kiffen also am Ende so was wie eine "Männerdroge"? Auf der nächsten Seite die Mädchenantwort, die es am heutigen Montag, 2. November auch in der Süddeutschen Zeitung gibt.
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